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Football Soccer - Poland v Portugal - EURO 2016 - Quarter Final - Stade Velodrome, Marseille, France - 30/6/16
Portugal's Pepe celebrates with a child after the game
REUTERS/Christian Hartmann
Livepic

Da freuen sich die Pepes: Wie schon 2012 steht Portugal im EM-Halbfinal. Wenn auch nicht gerade verdient.
Bild: Christian Hartmann/REUTERS

Dieses Portugal im Halbfinal?! So tut das frühe Nati-Aus gleich noch mehr weh

Portugal hat an dieser EM nicht ein Spiel in der regulären Spielzeit über 90 Minuten gewonnen und steht trotzdem als Halbfinalist des «Schweizer» Tableau-Viertels fest. Und nach dem Grottenkick im Viertelfinal gegen Polen ist sie plötzlich wieder da: die Wehmut, dass für die Nati doch mehr möglich gewesen wäre.



» Hier gibt's den Matchbericht mit allen Highlights der Partie.

Vor dem Achtelfinal der Schweizer Nati gegen Polen sprach alles von der Jahrhundert-Chance. Der Modus und unerwartete Punktverluste einiger Favoriten führten dazu, dass in der linken Tableau-Hälfte mit der Schweiz keiner der fünf Weltmeister auftauchte. Also weder Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich noch England. Stattdessen scheinbar machbare Aufgaben wie Polen, Portugal, Kroatien, Wales oder Belgien.

Doch aus dem erhofften erstmaligen Viertelfinal- oder gar Halbfinal-Vorstoss wurde nichts. Die Schweiz verlor ihren Achtelfinal gegen Polen trotz starker Leistung im Penaltyschiessen. Fast eine Woche ist das nun her und die riesige Enttäuschung etwas kleiner geworden.

Das Tableau der K.-o.-Runde

Bild

Seit gestern Abend ist sie nun aber wieder da. Die grosse Wehmut und der immer wiederkehrende Gedanke: «Da wäre doch mehr möglich gewesen.» Denn was der glückliche Schweiz-Bezwinger Polen und Portugal in ihrem Viertelfinal-Duell zeigten, war ein weiterer Tiefpunkt in der Liste der nicht-berauschenden EM-Spiele 2016.

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Ein schnelles Tor der Polen durch Robert Lewandowski, ein abgefälschter Treffer des portugiesischen Super-Jünglings Renato Sanches – mehr gab's nicht zu sehen. 120 Minuten müdes Gekicke. Ärgerlich vor allem der Auftritt der Polen: Nach dem frühen 1:0 stellten sie sich quasi nur noch hinten rein und zerstörten die Angriffsbemühungen der Portugiesen. 33 Tore erzielten die «Weiss-Roten» in zehn Quali-Spielen, im Viertelfinal kamen sie nach Lewandowskis Führung zu genau EINER halbwegs gefährlichen Torszene.

Die Portugiesen versuchten immerhin noch nach vorne zu spielen, liessen dabei aber die letzte Konsequenz vermissen. Zu mehr als zwei Ronaldo-Chancen, welche dieser zu allem Übel auch noch verstolperte, kamen auch sie nicht. Immerhin hatten sie das Glück im Penaltyschiessen dann auf ihrer Seite. 

epa05400336 Players of Portugal celebrate after the penalty shootout of the UEFA EURO 2016 quarter final match between Poland and Portugal at Stade Velodrome in Marseille, France, 30 June 2016. Portugal won 5-3 on penalties.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/PETER POWELL   EDITORIAL USE ONLY

Portugal hat noch fast nichts gezeigt und steht trotzdem im Halbfinal: Auch das ist Fussball.
Bild: PETER POWELL/EPA/KEYSTONE

Doch dass Portugal sich den Halbfinal-Platz im Schweizer Viertel des Turnierbaums ergattert hat, ist eigentlich ein Hohn. Von fünf Spielen haben Ronaldo und Co. kein einziges nach regulärer Spielzeit gewonnen: In der Gruppenphase gab es drei Remis gegen alles andere als europäische Fussball-Grössen (1:1 gegen Island, 0:0 gegen Österreich und 3:3 gegen Ungarn).

Nach altem Modus wäre für Portugal so verdienter Weise Schluss gewesen, so aber durften die Iberer im Achtelfinal gegen Kroatien weiterwursteln. Dort schossen sie bis zum Siegtreffer von Ricardo Quaresma in der 117. Minute nicht ein einziges Mal aufs Tor. Und jetzt noch dieses Gähn-Spiel gegen Polen, das ebenfalls nie überzeugen konnte und in fünf Spielen gerade mal vier Treffer zustande brachte.

Totomat spricht gegen die Schweiz

Klar, die Schweiz hatte an dieser EM auch ihre Probleme. Beim Auftaktspiel gegen Albanien holte man mit etwas Glück die drei Punkte, gegen Frankreich spielte man zum Schluss der Vorrunde auf ein 0:0, um sicher die K.-o.-Runde zu erreichen und auch gegen Polen brillierte die Nati zunächst nicht. Und am Ende waren drei Tore in vier Spielen einfach zu wenig. 

Doch immerhin spielte die Nati keinen Angsthasenfussball, sondern wann immer möglich konsequent nach vorne. Vladimir Petkovic impfte seiner Mannschaft einen spielerisch und taktisch erfrischenden Fussball ein und holte sich dafür zu Recht viele Komplimente ab. 

Swiss players wait during the penalty shootout, during the Euro 2016 round of 16 soccer match between Switzerland and Poland, at the Geoffroy Guichard stadium in Saint-Etienne, France, Saturday, June 25, 2016. Poland won 5-4 in a shootout. (AP Photo/Laurent Cipriani)

Gut gespielt und trotzdem draussen: Leider kann man sich davon nichts kaufen.
Bild: Laurent Cipriani/AP/KEYSTONE

Die Mannschaft hat sich weiter entwickelt und ihr Publikum mit ihrer Solidarität und kämpferischen Einstellung phasenweise sogar begeistert. Umso bitterer, dass sich ausgerechnet im Schweizer Tableau-Viertel eine Mannschaft für den Halbfinal qualifiziert hat, die noch kein gutes Spiel gemacht und sich mehr schlecht als recht durchgemogelt hat.

Was bleibt, ist ein Fazit, das wehtut: Statt im Achtelfinal auszuscheiden, hätte die Schweiz gerade so gut den Halbfinal erreichen können. Hätte, hätte, Fahrradkette ...
Leider bleibt es beim Konjunktiv, weil Christian Constantin eben doch recht hat: Das einzige, was zählt, ist der Totomat und der sprach nun halt leider gegen die Schweiz.

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