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20.07.2014; Zuerich; Fussball Super League - FC Zuerich - Grasshopper Club Zuerich; 
Der Raiffeisen Super League Matchball (Claudia Minder/freshfocus)

Seit dem Wochenende rollt der Ball in den Schweizer Stadien wieder. Bild: Claudia Minder/freshfocus

Die Bilanz zum Saisonstart

Beim Super-League-Auftakt gab es eine Überraschung weniger als in einem Überraschungs-Ei – diese acht Dinge haben wir trotzdem gelernt

Die Schweizer Liga ist behäbig und vorhersehbar in die neue Saison gestartet. Wer im Tippspiel zum Auftakt mehr als einmal daneben lag, der sollte seine Strategie grundlegend überdenken. Acht interessante Erkenntnisse gibt es trotzdem schon.



1. Breel Embolo wird in der neuen Saison die Liga aufmischen

Basels Neo-Trainer Paulo Sousa muss im ersten Ernstkampf gegen Aarau (2:1) gleich auf seine beiden nominell stärksten Stürmer verzichten. Captain Marco Streller liegt mit einer Angina flach, Giovanni Sio erholt sich noch von den (Reise)-Strapazen des WM-Trips mit der Elfenbeinküste. Also kommt Mega-Talent Breel Donald Embolo zum zweiten Mal in seiner Karriere von Beginn weg zum Handkuss.

Und der 17-jährige Offensivkünstler zeigt ab der ersten Minute, dass er die Liga in dieser Saison aufmischen wird. Mit viel Power, Tempo und Spielwitz pflügt er Aaraus Hintermannschaft ein ums andere Mal wie einen Rüebliacker um.

Zwar vergibt Donald bereits in der achten Minute das sichere 1:0 in Mickey-Mouse-Manier, doch diesen Fauxpas macht er nach einer Viertelstunde mit einem herrlichen Schuss in den Winkel wieder wett. 

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Embolo ist nach acht Minuten auf und davon – aber vergeigt die Chance.  gif: srf

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Warum einfach, wenn es auch schwierig geht. Embolo trifft nach Vorarbeit von Delgado zum 1:0 für Basel. gif: srf

Ebenfalls sehenswert ist Embolos frecher Aussenristversuch in der 73. Minute. Wir legen uns fest: Dieser Junge wird in der neuen Saison mindestens zehn Tore schiessen. Und wenn es nach der Leistung vom Samstag geht, sind sie ungefähr so verteilt:

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Die watson-Prognose zu Embolos Trefferquote. Bild: watson

2. Stephan Andrist wird auch mit Schutzmaske nicht zum Tor-Phantom

Marco Streller hat es im Winter 2012 vorgemacht. Nach einem Nasenbeinbruch spielte er mit einer Schutzmaske und traf und traf. Nach einem Tor gegen YB drehte er eine Pirouette und wurde wegen der Ähnlichkeit als das stürmende «Phantom der Oper» gefeiert.

Basels Marco Streller ist enttaeuscht, im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC Thun und dem FC Basel, am Sonntag 25. November 2012, in der Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

2012: Tor-Phantom-Streller tanzt und trifft. Bild: KEYSTONE

Stephan Andrist, damals gerade von Basel an Luzern ausgeliehen, legt jetzt bei Aarau einen optisch ähnlich ansprechenden Auftritt hin – doch an der Kaltblütigkeit mangelt es weiterhin. Gegen Basel vergibt er in der ersten Halbzeit völlig alleine vor Keeper Tomas Vaclik den Ausgleich, der am Ende sogar zum Punktgewinn gegen den Meister gereicht hätte.

Der Aarauer Stephan Andrist waehrend dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Aarau und dem FC Basel 1893 im Stadion Bruegglifeld in Aarau, am Samstag, 19. Juli 2014. 
(KEYSTONE/Alexandra Wey)

2014: Stephan Andrist bringt die Maske noch kein Glück. Bild: KEYSTONE

3. St. Gallen hat ein Goalie-Luxusproblem

Offensiv hapert es bei St. Gallens Auftritt gegen YB (2:2) trotz Neuzugang Albert Bunjaku noch – aber hinten spielt Goalie Marcel Herzog zum Saisonauftakt einen Bomben-Match. Bei den beiden Gegentoren durch Yuya Kubo und Samuel Afum ist der 34-Jährige machtlos. Das Problem: Herzog, der sich erst in den letzten sechs Runden der vergangenen Saison aufdrängen konnte, soll sich die Goalie-Position mit Daniel Lopar teilen. Trotz der starken Leistung muss er im nächsten Spiel wohl wieder auf die Bank. 

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Marcel Herzog rettet gegen YB den Punkt mit solchen starken Paraden. gif: srf

4. Luzern sieht von hinten aus wie Real, spielt aber immer noch wie Luzern

Ganz schön frech! Obwohl die Innerschweizer seit nunmehr 22 Jahren auf einen Titel warten, kleiden sie sich neuerdings in Gold. Das neue Auswärtstrikot erinnert, zumindest von hinten, stark an Real Madrid.

Der Luzerner Marco Schneuwly, zweiter von links, im Duell mit Jagne Pa Modou, links, von Sion, beim Fussball Super League Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Sion am Sonntag, 20. Juli 2014, in Luzern.   (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Marco Schneuwly trifft beim 1:1 gegen Sion für Luzern. Bild: KEYSTONE

Noch ist der spielerische Auftritt aber wenig königlich. Wie beim 1:1-Krampf gegen den schottischen Vertreter St. Johnstone in der Euro-League-Quali rettet nur Neuzugang Marco Schneuwly die Luzerner beim 1:1 gegen Sion vor einer Niederlage. Vor allem Dario Lezcanos jämmerlich versiebte Grosschance kurz vor Spielende hätten die Fans im Bernabeu wohl eher nicht goutiert.

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Den könnte man auch mal machen. Dario Lezcano vergibt den Sieg gegen Sion. gif: srf

5. Gegen Vaduz ist sogar Thun ein Riese, der vom Schiedsrichter bevorteilt wird

Seit 15 Monaten hat der FC Thun keinen Penaltypfiff zu seinen Gunsten mehr gehört. Beim 1:0-Mini-Sieg gegen Aufsteiger Vaduz ist es erstmals wieder so weit. Nachdem Nelson Ferreira im Zweikampf mit Joël Untersee im Strafraum fällt, zeigt Schiedsrichter Amhof auf den Punkt. Eine Fehlentscheidung, wie die Wiederholung zeigt.

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Joël Untersee trifft Nelson Ferreira, aber vorher eben auch den Ball. gif: srf

Das ist bitter für Vaduz, denn Berat Sadiks anschliessendes Tor vom Penaltypunkt entscheidet die Partie. Zwar ist der Auftritt der Liechtensteiner trotz der Super-League-erprobten Akteure wie Philipp Muntwiler, Florian Stahel und Peter Jehle farblos, aber so einen Start wünscht man keinem Aufsteiger.

6. Er ist nicht Yakin, aber Contini erhält die Stilnote 6

Vaduz-Trainer Giorgio Contini hat nicht die gleiche Lockenpracht wie Jeff Saibene und der Anzug sitzt auch nicht ganz so perfekt wie bei seinem ehemaligen Mentor Murat Yakin. Trotzdem könnte der Aufsteiger-Coach eine Bereicherung für die Liga werden. Die Pirouette, die der ehemalige Nationalspieler (1 Länderspiel) bei Philipp Muntwilers später Ausgleichschance gegen Thun zelebriert, hat auf jeden Fall schon einmal die Stilnote 6 verdient.

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So schön trauert Giorgio Contini der Ausgleichschance gegen Thun nach. Gif: SRF

7. Der Blitz schlägt immer zwei Mal ein, die Familie Rodriguez noch einmal öfter

Soeben hat sich der 21-jährige Ricardo Rodriguez mit einem überragenden WM-Auftritt zum wertvollsten Spieler der Schweizer Nati gemacht. Sein älterer Bruder Roberto (23) mausert sich seit der letzten Saison bei St. Gallen im Mittelfeld zur unverzichtbaren Stammkraft. Und nun steht auch Küken Francisco beim FCZ vor dem Durchbruch. Der 19-Jährige wurde erst in diesem Sommer von der U21 zu den Profis befördert und begeistert bei seinem ersten Derbysieg gegen GC (1:0) mit einem starken Auftritt und (wohl genetisch bedingtem) grenzenlosen Selbstvertrauen. Wir wollen mehr davon!

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Das war knapp: Francisco Rodriguez zieht bei seinem Super-League-Debüt gegen GC einfach mal ab. gif: srf

8. GC hat schon jetzt eine kleine Iran-Krise

Die Verpflichtung des iranischen WM-Fahrers Daniel Davari von Bundesliga-Absteiger Braunschweig ist für GC ein veritabler Transfercoup. Als Ersatz für den nach Freiburg abgewanderten Roman Bürki soll der 26-Jährige dem Abwehrverbund im Team von Michael Skibbe die nötige Stabilität verleihen.

Zumindest in seinem ersten Match – ausgerechnet dem Zürcher Derby gegen den FCZ – geht das tüchtig in die Hose. Beim matchentscheidenden Gegentor durch Davide Chiumiento sieht Davari nicht gut aus und seine ungeschickte Intervention gegen Yassine Chikhaoui hätte mit einem Penalty bestraft werden müssen.

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Daniel Davari leistet gütige Unterstützung zu Davide Chiumientos erstem Tor seit 23 Monaten. gif: srf

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Das war ein Foul. Davaris Intervention gegen Chikhaoui wird nicht geahndet. gif: srf

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