Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Percy van Lierop, Chef der Nachwuchsabteilung des FC Basel

Percy van Lierop will Spieler formen, die in der Champions League den Unterschied ausmachen. Bild: bz

So will Nachwuchschef Percy van Lierop beim FCB wieder mehr Stars formen

Der FC Basel modernisiert seine Nachwuchsabteilung. Jetzt hat Percy van Lierop, der Gesamtverantwortliche auf dem FCB-Campus, sein neues Konzept präsentiert. Nur das Beste ist gut genug für ihn. Aber lässt sich das mit der Basler Realität vereinbaren?

jakob weber / ch media



«Wir wollen Spieler kreieren, die in der Champions League den Unterschied ausmachen.» Diesen Satz sagt FCB-Nachwuchschef Percy van Lierop an diesem Nachmittag im einstündigen Gespräch gleich sechsmal. Bevor die Fragerunde beginnt, erklärt er mit einer kleinen Powerpoint-Präsentation sein neues Konzept. In einem Video sind Szenen aus dem 2:1 gegen Manchester United aus dem Jahr 2011 zu sehen. Xhaka, Frei, Streller und Shaqiri brillieren auf dem Rasen, unterlegt ist das Ganze mit dramatischer Musik.

Dieses Video haben in den vergangenen Wochen alle Mitarbeiter auf dem FCB-Campus gesehen. Van Lierop ist bemüht, dass alle im Nachwuchs involvierten Personen hinter dem neuen Konzept stehen und es verinnerlichen. Wer nicht mitzieht oder einen anderen Karriereplan verfolgt, kann wie der ehemalige U21-Trainer Arjan Peco gehen. Van Lierops Anspruch: Nur das Beste ist gut genug. Das gilt für die Junioren, wie auch für deren Trainer.

Mit diesem Konzept soll der FCB in Zukunft wieder mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die 1. Mannschaft bringen. Dass Rotblau in den kommenden Jahren Probleme haben dürfte, überhaupt Champions League zu spielen, spielt keine Rolle. «Unser hochgestecktes Ziel geht über den FCB hinaus», sagt van Lierop. Darum mache das Konzept Sinn, auch wenn die 1. Mannschaft nur Europa League spielt oder auch gar nicht international vertreten ist.

Das Nachwuchs-Budget soll unverändert bleiben

In der Ausbildung steht die Entwicklung des Spielers im Zentrum. Damit unterscheidet sich der FCB nicht von anderen Vereinen. Die entscheidende Frage ist, ob diese Prämisse auch richtig gelebt wird. Und das – so ist sich van Lierop sicher – ist beim FCB jetzt der Fall. Zahlreiche Positionen wurden neu besetzt.

Die neuen Chefs im FCB-Nachwuchs

Gesamtverantwortlicher: Percy van Lierop.
Leiter Operations: Martin Dellenbach.
Ausbildungschef: Marco Schällibaum.
Talentmanager: Marcel Herzog.
Leiter Footeco: Fabian Frei.
Administration: Silvan Barbui.
U 21: Alex Frei (Cheftrainer), Daniel Stucki (Assistenztrainer).
U 18: Matthias Kohler, Erkan Kalin.
U 17: Mario Cantaluppi.
U 16: Giuseppe Morello, Nadine Rolser.
U 15: Ognjen Zaric, Marco Schällibaum (vorübergehend), Francesco Satalino.
U 14: Benjamin Müller, Ömer Türkes, David Karadzic.
U 13: Joshua Kaufmann, Atnan Neziri, Julien Roth.
U 12: Fabian Grolimund, Nicolas Spörri, Veriano Vogrig.
U 11: Christian Cucinelli, Lukas Staudenmaier.
U 10: Joris Stöckli.
Torhütertrainer: Michael Bauch, Germano Vailati, Jannik D’Alfonso.
Koordinator Athletik: Alex Weaver.
Leistungsdiagnostik: Sabrina Zingg, Thomas Bernhard.
Athletiktrainer: Colin Kohler, Tizian Ndoyi, Valentina Mühlebach.
Stürmertrainer: Reto Weidmann.
Defensivtrainer: Matthias Mäder, Beg Ferati.
Leiter J & S: Willy Schmid.

Mit dem deutschen U18-Trainer Matthias Kohler und dem österreichischen U15-Trainer Ognjen Zaric kommt Qualität aus dem Ausland dazu. Auch ehemalige FCB-Spieler wie der neue Defensivtrainer Beg Ferati stehen neu auf der Lohnliste. «Wir schauen zuerst in der Region. Aber wer internationale Ziele hat, darf auch den Blick über die Grenze nicht vergessen», sagt van Lierop. Er will trotz der grossen Fluktuation nicht von einem grossen Umbruch sprechen: «Wichtig ist, dass wir an Qualität dazugewonnen haben.»

Von den Sparmassnahmen ist der Nachwuchs bislang nicht betroffen. Das Budget, das zuletzt rund 6,4 Millionen Franken betrug, soll unverändert bleiben. «Es freut mich, dass die Jugendarbeit im Verein auch in diesen Zeiten einen so grossen Stellenwert geniesst», sagt van Lierop.

Der FCB soll wie Harvard und Cambridge werden

Der 45-jährige Niederländer will den Junioren beim FC Basel eine erstklassige Ausbildung ermöglichen. In seiner Präsentation vergleicht er den FCB mit den Elite-Unis Cambridge und Harvard. «Es ist unglaublich, was die Studenten dort liefern müssen. Und wer das nicht macht, hat dort auch nichts verloren», erklärt van Lierop.

Auf den FCB umgemünzt soll das jetzt sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Spieler gelten. Wie auch an der Uni erhalten auch die FCB-Junioren ab sofort Zeugnisse. Die sind dann mit einem Zukunftsplan verknüpft. So soll die Entwicklung der Spieler messbar gemacht werden. «Aktuell gibt es in jedem Jahrgang sehr interessante Spieler», sagt van Lierop. Die will er jetzt formen, damit sie eines Tages ein Unterschiedsspieler in der Champions League sind.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

«Gazza» und Co. – die besten Fussballer-Zitate

Video der Woche:

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Switch_on
29.07.2020 16:23registriert September 2015
Irgendwie klingt beim FCB seit drei Jahren nach grosse Klappe und nix dahinter.
297
Melden
Zum Kommentar
9

Kommentar

Das Ende der Berner Sportwelt wie wir sie kannten

Die Berner Kantonsregierung verbietet bis auf Weiteres Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen. Es ist das Ende des Berner Sportes mit den SCL Tigers, dem SC Bern, Biel und YB. Dieser Alleingang der Berner lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Eine Regierung dreht durch.

Zuerst einmal ein paar Reaktionen auf den Alleingang der Berner. Hockey-Ligadirektor Denis Vaucher ist fassungslos. «Wir haben alle Schutzkonzepte umgesetzt und es hat bei den Spielen nicht das kleinste Problem gegeben. Weil die Berner Regierung den Ausbau des Contact-Tracing verschlafen hat, gibt es nun diese Regelung.»

Wie es weiter geht, wird erst im Laufe des Montags bekannt. Die Klubs brauchen Zeit, um zu entscheiden, wie sie mit diesem Verbot von Fussball und vor allem von Hockey auf Berner …

Artikel lesen
Link zum Artikel