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Ein Spieler des FC Zuerich uebergibt den Pokal an ihrer Feier zum Cupsieg gegen Basel, am Montag, 21. April 2014, in Zuerich. Mit einem 2:0 gegen den FC Basel nach Verlaengerung errang der FC Zuerich zum insgesamt 8. Mal den Schweizer Cup. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bilder vom letzten FCZ-Cupsieg im Jahr 2014. Bild: KEYSTONE

Das «Gesetz der Zwölf» sagt voraus: Absteiger FCZ wird Cupsieger

Im Hinblick auf den Cupfinal gibt es statistische Hoffnung für den FC Zürich: Nach einer neuen Gesetzmässigkeit steigt alle zwölf Jahre der Cupsieger in der jeweiligen Saison ab. 



Absteiger wird Cupsieger: Nach Luzern (1992) und Wil (2004) müsste nun also der FCZ an der Reihe sein. Die Freude über den Sieg im Schweizer Cup wird in den gleichen Wochen durch die Enttäuschung über den Abstieg aufgehoben. In der Schweizer Fussballgeschichte seit dem Zweiten Weltkrieg haben zwei Mannschaften dieses Durcheinander von Gefühlen kennengelernt.

Im Frühling 1992 triumphierte der FC Luzern im Cupfinal in Bern über Lugano mit einem 3:1-Sieg nach Verlängerung. In der Meisterschaft jedoch hatten die Innerschweizer den Fall in die Auf-/Abstiegsrunde nicht verhindern können. Dort besagte der damalige Modus, dass je die ersten zwei von zwei Achtergruppen oben bleiben beziehungsweise aufsteigen würden.

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Der FC Luzern gewann 1992 letztmals einen Titel. YouTube/doodaschaschha

Luzern beendete die Pool punktgleich mit Aufsteiger Bulle, belegte aber wegen der schlechteren Tordifferenz nur den 4. Platz. Der Abstieg kam für den FCL drei Jahre nach dem Meistertitel. In dem von Trainer Friedel Rausch befehligten Kader von 1991/92 standen unter anderen Semir Tuce, die Basler Stürmer Adrian Knup und Peter Nadig sowie die später auch als Trainer bekannt gewordenen Martin Rueda, René van Eck und Urs «Longo» Schönenberger.

Wils grosser Coup

Im Frühling 2004 war der Cupsieg das letzte kräftige Lebenszeichen des FC Wil. Den Ostschweizern glückte mit dem 3:2 im Final gegen die Grasshoppers eine grosse Überraschung. In der Meisterschaft stiegen sie als Zehnte und Letzte im erstmals angewandten Modus der Super League ab. Es war das Ende eines zwei Saisons dauernden Aufleuchtens des Ostschweizer Provinzklubs.

Der Wiler Patrick Winkler, sein Trainer Stefan Lehmann, rechts, und die Wiler Mannschaft jubeln mit dem Cup der Cupsieger nach dem Fussball Cupfinal zwischen dem Grasshopper-Club Zuerich und dem FC Wil am Ostermontag, 12. April 2004 im St. Jakob-Park in Basel. Wil gewinnt Spiel und Cup mit 2:3 Toren. (KEYSTONE/Eddy Risch)

2004: Der FC Wil holt völlig überraschend den Cup. Bild: KEYSTONE

Die Betrügereien in Millionenhöhe des später zu fünf Jahren Gefängnis verurteilten Bankers und FC-Wil-Präsidenten Andreas Hafen hatten den kurzen Höhenflug ermöglicht. Seither gehört Wil wieder zum Inventar der Challenge League, im Cup kam man nicht mehr über die Viertelfinals heraus. Aus dem seinerzeitigen Wiler Kader des deutschen Trainers Joachim Müller sind heute nur noch zwei Spieler in der Super League aktiv. Es sind dies Goalie Daniel Lopar von St.Gallen und Offensivspieler Davide Callà von Meister Basel.

1992 - 2004 - 2016. Jetzt also ist nach der mathematischen Vorgabe der zwölf Jahre die Reihe am FC Zürich. Um es Luzern und Wil gleichzutun, müssen die Zürcher nur noch am Sonntag im Letzigrund den Cupfinal gegen Lugano gewinnen.

... oder macht es der FCZ wie Yverdon?

Sollte er dem FC Lugano unterliegen, wäre der FC Zürich ein doppelter Verlierer. Auch dies wäre im Schweizer Fussball der Nachkriegsjahre nicht neu. Es gibt vier Beispiele von Mannschaften, die im Jahr des Abstiegs den Cupfinal verloren. 2001 unterlag Yverdon im Cupfinal in Basel dem von Trainer Lucien Favre angeführten Servette 0:3. In der Meisterschaft stiegen die Waadtländer als Fünfte der damaligen Auf-/Abstiegsrunde ab. Die übrigen drei Fälle liegen deutlich weiter zurück. Absteigende Cupfinal-Verlierer waren St.Gallen 1945, die Grasshoppers 1949 und Thun 1955.

Die  Zuercher Spieler Shaun Bartlett, Urs Fischer, und Frederic Chassot, von links, jubeln am 28. Mai 2000 in Bern nach dem Schweizer Fussball-Cupfinalspiel zwischen Lausanne Sports und dem FC Zuerich mit dem gewonnenen Cup. Der FC Zuerich gewinnt das Spiel gegen Lausanne Sports im Penaltyschiessen.  (KEYSTONE/Team)   === ELECTRONIC IMAGE ===

Urs Fischer im Jahr 200 mit dem Cup im alten Wankdorf.
Bild: KEYSTONE

Der FC Zürich war nur einmal in einer ähnlichen Lage wie jetzt. Im Frühling 2000 siegten die Zürcher im Cupfinal gegen Lausanne mit 3:0 im Penaltyschiessen, nachdem es nach 120 Minuten 2:2 gestanden war. In der damaligen Saison wurden die Zürcher in die Auf-/Abstiegsrunde verwiesen. Sie retteten sich als Dritte mit einer Reserve von vier Punkten auf einen Abstiegsplatz.

Dem Zürcher Kader jener Saison gehörten unter anderen an: Urs Fischer, Yvan Quentin, Shaun Bartlett, Frédéric Chassot, Daniel Gygax, Gocha Jamarauli, Goalie Marco Pascolo und der 2012 tödlich verunfallte Simbabwer Adam Ndlovu. Trainer war Raimondo Ponte, in der Endphase der Auf-/Abstiegsrunde wurde er durch Gilbert Gress abgelöst. (pre/sda)

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