Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
22.05.2016; Sion; Fussball Super League - FC Sion - FC Zuerich;
Trainer Uli Forte (Zuerich) und Oliver Buff (Zuerich)
 (Urs Lindt/freshfocus)

Trost von Trainer Forte: FCZ-Mittelfeldspieler Buff. Bild: freshfocus

Oliver Buff und der Ärger des FCZ über den Totomat im Sittener Tourbillon

Eine falsche Einblendung des Resultats von Vaduz – Lugano sorgt beim FC Zürich für Entrüstung. Dabei hätten die Zürcher sich besser auf ihr eigenes Spiel konzentriert, das nur 2:2 ausging. Der FCZ bleibt damit eine Runde vor Schluss auf dem letzten Platz.

Ruedi Kuhn, Sion / Nordwestschweiz



Es ist 17.35 Uhr. Das Spiel zwischen dem FC Sion und dem FC Zürich dauert noch eine Viertelstunde. Es steht 2:2. Die Spannung ist riesig. Die Hektik ist gross. Wem gelingt der Siegestreffer? Schlägt der FC Sion nochmals zu? Oder schafft der FCZ das entscheidende Tor? Gelingt den Zürchern im Abstiegskampf ein Befreiungsschlag? Oder stürzen sie in den Abgrund?

Und wie lautet das Resultat der Partie Vaduz gegen Lugano? Ein Grossteil der 11'400 Zuschauer im Stade de Tourbillon blickt gespannt auf den Totomat. Und da steht es: FC VaduzFC Lugano 0:1. Die Ersatzspieler des FC Zürich nehmen den Führungstreffer der Tessiner zur Kenntnis. Sie sind schockiert. Sie sind frustriert, konsterniert.

Aber hat der Hauptkonkurrent im Abstiegskampf tatsächlich vorgelegt? Ist im Stadion Rheinpark tatsächlich ein Tor gefallen? Führt Lugano im Ländle wirklich 1:0? Sind die Tessiner auf Siegeskurs? Nein! Die Einblendung des Resultats auf dem Totomat war falsch. Das Ergebnis des Spiels zwischen Vaduz und Lugano lautet nicht 0:1. Das richtige Ergebnis lautet 0:0. Schliesslich bleibt es auch beim Unentschieden ohne Tore. Und weil der FCZ ebenfalls nur unentschieden spielt, sind die Zürcher vor der letzten Runde im Abstiegskampf in Rücklage. In arger Rücklage sogar!

Vaduz-Torhueter Peter Jehle, waehrend der Super League Partie zwischen dem FC Vaduz und dem FC Lugano im Stadion Rheinpark, am Sonntag, 22. Mai 2016, in Vaduz. (PHOTOPRESS/Nick Soland)

Gegentor? Nein: Vaduz-Goalie Jehle hielt seinen Kasten rein.
Bild: PHOTOPRESS

«Unfair und unsportlich»

Für FCZ-Mittelfeldspieler Oliver Buff ist die Einblendung des vermeintlichen Führungstreffers von Lugano in Vaduz eine Frechheit. «Der FC Sion wollte damit wohl erreichen, dass wir in der Schlussphase voll auf Sieg spielen und womöglich in einen Konter laufen», erklärt er. «So etwas gehört sich nicht. Das ist unfair und unsportlich.»

Buffs Ärger über den kleinen Totomat-Skandal ist gross. So gross, dass er sich im Gespräch mit den Medienvertretern langsam, aber sicher in Rage spricht. Das Zitat «Ich wünsche dem FC Sion, dass er in der letzten Runde die Qualifikation für die Europa League verpasst» spricht Bände. Buffs Kritik an den Wallisern ist heftig. Er wählt klare Worte.

22.05.2016; Sion; Fussball Super League - FC Sion - FC Zuerich;
Enttaeuschung bei Oliver Buff (Zuerich) und Vinicius (Zuerich) nach dem Spiel
 (Urs Lindt/freshfocus)

Sind bedient: Buff (links) und Vinicius nach dem Unentschieden in Sion.
Bild: freshfocus

Nefs schweigender Abgang

Klare Worte hätte man sich auch von FCZ-Verteidiger Alain Nef gewünscht. Nachdem Nef nach einem rüden Foul an Martin Zeman schon in der Startphase verwarnt worden war, sah der 34-Jährige in der Nachspielzeit die gelb-rote Karte wegen Ballwegschlagens. Eine Dummheit der gröberen Sorte! Nef wollte sich zum Platzverweis nicht äussern, wählte den Hinterausgang und verschwand im Mannschaftsbus.

22.05.2016; Sion; Fussball Super League - FC Sion - FC Zuerich;
Schiedsrichter Sandro Schaerer zeigt Alain Nef (Zuerich) die gelb rote Karte
 (Urs Lindt/freshfocus)

Nef kann es nicht fassen: Seine Saison ist vorbei.
Bild: freshfocus

Zurück zum Zwischenfall am Totomat. FCZ-Trainer Uli Forte hatte die Einblendung des Resultats nicht bemerkt. «Natürlich wollte ich wissen, was in Vaduz läuft», erklärte der Nachfolger von Sami Hyypiä. «Aber ich bekam keine Informationen. So ging ich davon aus, dass es 0:0 steht.»

Und was sagt man aufseiten des FC Sion zur falschen Einblendung? «Das war mit Sicherheit keine böse Absicht», erklärt Pressesprecher Nicolas Pillet. «Das war ein Irrtum. Ein 1:0 für Lugano wäre für uns ja auch kein Vorteil gewesen. Ich wünsche dem FCZ im Abstiegskampf jedenfalls alles Gute.» Das sind doch schon mal versöhnliche Aussagen. Und alles Gute kann der FCZ am Mittwoch tatsächlich brauchen.

Die Chronologie des FCZ-Niedergangs

Ein Carlos Varela in Höchstform: «Heb de Schlitte, du huere Schissdrägg»

Link zum Artikel

Die «Nacht von Sheffield» – Köbi Kuhn sorgt für den grössten Skandal der Nati-Geschichte

Link zum Artikel

Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

Jörg Stiel stoppt den Ball an der EM mit Köpfchen – weil er es kann

Link zum Artikel

Elf kleine Schweizer liegen 0:2 zurück und sorgen dann für Begeisterung in der Heimat

Link zum Artikel

Im Heysel-Stadion werden 39 Menschen zu Tode getrampelt

Link zum Artikel

Filipescu macht den FC Zürich in Basel in der 93. Minute zum Meister

Link zum Artikel

Cabanas fordert Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel

Märchenprinz Volker Eckel legt GC mit 300-Millionen-Versprechen aufs Kreuz

Link zum Artikel

Der «entführte» Raffael wird zum Fall für die Polizei – und muss ein Nachtessen blechen

Link zum Artikel

Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zum Tod von Diego Maradona: Wie die «Hand Gottes» zur Legende wurde

Diego Armando Maradona stirbt im Alter von 60 Jahren. Kein anderer Spieler hat je eine WM so dominiert wie Diego Maradona 1986. Die beiden Treffer gegen England haben ihn nicht nur in Argentinien zum Fussballgott gemacht.

Diego Maradonas Augen waren noch glasig, sagen diejenigen, die ihn an diesem 22. Juni 1986 in der Kabine haben sitzen sehen. Sein Lächeln sei steinern gewesen. Er war sich bewusst, dass er mit seinem Tor zum 2:0 gegen England einen Akt sublimer Kunst vollbracht hatte. Sublime Kunst bedeutet, etwas Grosses, Überwältigendes, das nur mit dem Gespür für das Aussergewöhnliche überhaupt verstanden und nicht wiederholt werden kann.

Das war sein sublimes Kunststück: Er startete in der eigenen …

Artikel lesen
Link zum Artikel