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Former Italian Premier Silvio Berlusconi smiles as he leaves the

Will auch mit seinem zweiten Team hoch hinaus: Der italienische Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Bild: AP/AP

Die AC Monza – das neue grosse Fussball-Projekt von Silvio Berlusconi

In der «Ära Silvio Berlusconi» entwickelte sich die AC Milan zu einem der besten Teams in Europa. Nun hat der Politiker ein neues Ziel: Mit der Formel-1-Stadt Monza will er den italienischen Spitzenfussball aufmischen.



Wenn man an Sport in Monza denkt, wird dem durchschnittlichen Schweizer wohl nicht als erstes Fussball in den Sinn kommen. Die Stadt in Norditalien ist zwar durchaus bekannt, vor allem aber wegen dem traditionellen Formel-1-Rennen, welches dort jährlich ausgetragen wird.

In naher Zukunft könnte Monza auch auf der Fussball-Landkarte erscheinen. Der heutige Serie-C-Verein hat ein ambitioniertes Projekt und will hoch hinaus. Fadenzieher dieser Mission ist ein prominenter Name: Silvio Berlusconi.

Ferrari fans celebrates after Ferrari driver Charles Leclerc of Monaco winning the Formula One Italy Grand Prix at the Monza racetrack, in Monza, Italy, Sunday, Sept. 8, 2019. (AP Photo/Luca Bruno)

Ein Highlight für Ferrari-Fans: das Heimrennen in Monza. Bild: AP

Vom Glamour-Club in die Fussball-Provinz

Dass der ehemalige italienische Ministerpräsident ein Faible für Fussball hat, ist längst kein Geheimnis mehr. 1986 übernahm Berlusconi die AC Milan. Über 30 Jahre gehörte ihm der Club, ehe er ihn 2017 an chinesische Investoren verkaufte. Es waren erfolgreiche Jahre, die erfolgreichsten der Vereinsgeschichte: 29 Titel gewann Milan in der «Ära Berlusconi», darunter drei Mal die Champions League.

Seit 2018 ist Berlusconi nun Präsident bei der AC Monza. Einem Verein, der im Gegensatz zu Milan keine glamouröse Vergangenheit hat – im Gegenteil. Seit der Gründung 1912 schafften es die Lombarden noch nie in die Serie A, das bisherige Highlight ist ein dritter Platz aus der Serie-B-Saison 55/56.

Dass sich Berlusconi dafür entschieden hat, den Verein zu übernehmen, liegt wohl in erster Linie an Adriano Galliani. Galliani ist im Fussball seit Jahren die rechte Hand Berlusconis und war bei Milan von 1986 bis 2017 Vorstandsvorsitzender. Und dieser Galliani ist seit seiner Kindheit Fan der AC Monza, seinem Heimatverein, von dem er bereits von 1984 bis 1986 Vizepräsident war.

AC Milan president Silvio Berlusconi, left, is flanked by vice president Adriano Galliani during a Serie A soccer match between AC Milan and Inter Milan, at the San Siro stadium in Milan, Italy, Sunday, Jan. 31, 2016. (AP Photo/Luca Bruno)

Eine richtige Fussball-Bromance: Silvio Berlusconi (links) spricht mit Adriano Galliani. Bild: AP/AP

Als sich das Duo Berlusconi/Galliani dafür entschied, wieder ins Fussball-Business einzusteigen, war Monza deshalb eine naheliegende Lösung. «Ich bin in Monza aufgewachsen, war dann 31 Jahre an Milan verliehen und bin dann wieder nach Hause gekommen», erklärte Galliani an einer Pressekonferenz.

Neuer Besitzer, neues Team

Nach seiner Übernahme 2018 krempelte Berlusconi den ganzen Verein ganz nach seinen Vorstellungen um. Galliani sollte nicht der einzige Mann aus seinem engeren Umfeld bleiben, der angestellt wurde: Berlusconi machte seinen Bruder Paolo zum Präsidenten und verpflichtete Cristian Brocchi als Trainer, welcher bereits bei Milan erst unter Berlusconi gespielt und dann auch trainiert hatte.

«Die Spieler sollen keinen Bart haben. Und sicher keine Tattoos.»

Silvio Berlusconi

Auch die Mannschaft wurde in der Saison von Berlusconis Übernahme richtiggehend revolutioniert: Ganze 29 Spieler wurden in der Saison 18/19 neu vepflichtet oder ausgeliehen, darunter auch einige mit Serie-A-Erfahrung.

Bei den Transfers hatte Berlusconi ebenfalls klare Vorstellungen: «Die Spieler sollen gepflegte Haare und keinen Bart haben, und sicher keine Tattoos. Auch Ohrringe sollen sie nicht tragen. Es müssen vorbildliche Spieler sein. Sie werden sich nach einem Foul entschuldigen, den Schiedsrichter fair behandeln und dem Gegner am Ende der Partie die Hand schütteln», erklärte der Mailänder bei der Vereinsübernahme.

Plötzlich ganz neue Möglichkeiten

Einer der wenigen, der unter der neuen Führung seinen Platz behalten konnte, ist Sportchef Filippo Antonelli. Der ehemalige Monza-Spieler ist nach wie vor für die Transfers des Vereins mitverantworlich – und begeistert über die Entwicklung unter Berlusconi, wie er gegenüber der «New York Times» sagte: «Früher musste ich vier oder fünf Mal anrufen, bis jemand antwortete. Mittlerweile rufen die Leute mich an. Viele Spieler aus höheren Ligen würden gerne bei uns spielen.»

Mit der Übernahme von Berlusconi und Galliani sind auch die Ambitionen des Vereins gestiegen. «Die Serie C ist nur eine Zwischenstation. Wir müssen in die Serie B und dann sofort in die Serie A», gab Galliani nach der Verpflichtung des Vereins bekannt. Oder noch konkreter: 2021 soll in Monza Serie-A-Fussball gespielt werden.

Der Aufstieg ist schon praktisch sicher

Und tatsächlich läuft es Monza in dieser Saison, der ersten vollständigen seit dem Besitzerwechsel, ausgezeichnet. Mit 61 Punkten aus 27 Partien führen die Lombarden die Serie C souverän an. Der erste Verfolger, Carrarese Calcio, liegt 11 Runden vor Ende der Saison schon 16 Punkte zurück. Die Rückkehr in die Serie B nach 19 Jahren scheint nur noch Formsache zu sein.

Bild

Monza ist der Aufstieg in die Serie B wohl nicht mehr zu nehmen. tabelle: weltfussball.ch

Dass es anschliessend gleich zum Aufstieg in die Serie A reicht, ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich. Mit Lecce, SPAL, Benevento und Parma schafften gleich mehrere Teams in jüngster Vergangenheit genau dieses Kunststück. Und Silvio Berlusconi hat sicher das nötige Kleingeld, um diese Mission noch etwas realistischer zu machen.

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 06.03.2020 12:46
    Highlight Highlight Hat sich hier was geändert, oder war eine der "Benimmregeln" nicht auch, dass die Spieler keine Ausländer sein dürfen?
  • Pax Mauer 06.03.2020 11:46
    Highlight Highlight ehm, helft mir mal mit der tabelle: dunkelgrün aufsteigerplatz, das ist klar. Aber mittelgrün und hellgrün? Beide save wegen Abstieg? Oder gibts playoffs? Und weiss? Und hellblau alle Barrage?
    • Dario Bulleri 06.03.2020 12:00
      Highlight Highlight Der Modus in der Serie C ist tatsächlich etwas kompliziert: Es wird in drei Gruppen gespielt, von jeder steigt der beste auf. Die Mittelgrünen machen in einem Riesen-Playoff den vierten Aufsteiger aus. Hellgrün ist Pistoia deshalb, weil Juve 2 nicht aufsteigen kann, deshalb könnte man trotzdem in den Playoffs mitspielen. Und weiss bedeutet Klassenerhalt, hellblau Playout und dunkelblau direkter Abstieg.
    • Pax Mauer 06.03.2020 18:04
      Highlight Highlight Danggeschön. Dasch emol e Meisterschaft 😃
  • 044 508 39 39 het sie gseit 06.03.2020 11:36
    Highlight Highlight Mal eine sympathische Meldung von Berlusconi.
    👍
  • LeBandiereaux 06.03.2020 11:32
    Highlight Highlight Wie steht der gute Katholik eigentlich zu ausserehelichem Bunga Bunga von verheirateten Spielern?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Füürtüfäli 06.03.2020 11:01
    Highlight Highlight Anderen Metall am Kopf verbieten, aber selbst mit Plastik im Gesicht herumrennen... naaaaja
  • Dan Rifter 06.03.2020 10:54
    Highlight Highlight Ein Gauner mehr oder weniger spielt in dem Business doch auch keine Rolle mehr.
    • cheko 06.03.2020 12:11
      Highlight Highlight Dachte ich mir auch.. In Italien sowieso..
    • moedesty 07.03.2020 00:19
      Highlight Highlight In italien sowieso... FIFA, mit sitz wo? im grössten gaunerland.
  • Dominik Treier 06.03.2020 10:50
    Highlight Highlight Also die Benimmregeln finde ich ja mal ausnahmsweise was gutes von Berlusconi auch wenn das mit den Tattoos für mich wie altbackener Blödsinn wirkt, nur wirkt es ein wenig heuchlerisch wenn man Berlusconis "Benimmregeln" kennt...
    • mrgoku 06.03.2020 11:34
      Highlight Highlight Nun ihm geht es wohl eher darum dass ein Fussballer heute mehr mit Instagram und sich zur Schau stellen beschäftigt ist, als seine Leistung zu bringen...

      Mit keine Tattoos und gepflegte Haare meint er wohl eher sowas in diese Richtung :)

      Halt noch richtige Fussballer und keine Fame Huren
    • Ig nid är 06.03.2020 11:48
      Highlight Highlight Ist etwa so wie wenn die UFEA Finanzregeln aufstellt 😂
  • mrgoku 06.03.2020 10:43
    Highlight Highlight Keine Tattoos, gepflegte Haare... irgendwie sympatisch :)
    • Jol Bear 07.03.2020 09:39
      Highlight Highlight Aber findet er auf dem Transfermarkt überhaupt noch solche Spieler, wenn sie denn mal in der Serie A vorne mitspielen wollen?
    • mrgoku 07.03.2020 13:51
      Highlight Highlight locker.. ich denke nicht dass er nun keine spieler verpflichtet welche tattoolos sind..sondern dass er einfach keine modeschau spieler will ala Naingolan, Neymar etc.. lol

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