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epa05414029 Germany players react after the 2-0 goal for France during the UEFA EURO 2016 semi final match between Germany and France at Stade Velodrome in Marseille, France, 07 July 2016.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/PETER POWELL    EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY  EPA/PETER POWELL    EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY

Bittere Pille für die Deutschen, der Welt- wird nicht Europameister. Bild: PETER POWELL/EPA/KEYSTONE

Die Deutschen hadern mit dem Schicksal: «Wir haben heute unser bestes Spiel der EM gemacht»

Frankreichs Nationalmannschaft zieht zum dritten Mal im Abstand von jeweils 16 Jahren zu Hause in einen EM-Final ein. Auch weil Deutschland auf dem Zahnfleisch ging. Natürlich sitzt die Enttäuschung dort nach dem Halbfinal-Aus tief.



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Mats Hummels gesperrt, Sami Khedira und Mario Gomez verletzt, Bastian Schweinsteiger angeschlagen. Und dann verletzte sich im Spiel auch noch Jerôme Boateng, der derzeit wohl beste und dominanteste Innenverteidiger. «Ja, es fehlten uns einige wichtige Spieler», hielt Deutschlands Trainer Joachim Löw nach dem 0:2 gegen die Franzosen fest und verwies auf den (zu) vollen Terminkalender der Fussballer, der durch die Aufstockung der EM noch weiter strapaziert wurde.

epa05414079 Toni Kroos of Germany reacts after the UEFA EURO 2016 semi final match between Germany and France at Stade Velodrome in Marseille, France, 07 July 2016.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/OLIVER WEIKEN   EDITORIAL USE ONLY

Toni Kroos mit leeren Augen.
Bild: OLIVER WEIKEN/EPA/KEYSTONE

Deutschland ging an der EM zusehends auf dem Zahnfleisch. Das hielt den Weltmeister aber nicht von einer starken Leistung gegen Frankreich ab. Wäre die Hand von Bastian Schweinsteiger kurz vor der Pause nicht zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, das Spiel hätte womöglich eine andere Wendung genommen. Toni Kroos meinte nicht zu Unrecht: «Wir haben heute unser bestes Spiel an dieser EM gemacht. Tönt vielleicht blöd, wenn man 0:2 verloren hat. Aber ich kann niemandem von der Mannschaft etwas vorwerfen.»

«Wir haben heute unser bestes Spiel der EM gemacht.»

Toni Kroos

Kroos' Teamkollegen schätzten den Auftritt ähnlich ein. Manuel Neuer befand: «Ich will nicht sagen, dass wir die bessere Mannschaft waren, aber 2:0 für Frankreich ist kein gerechtes Ergebnis für dieses Spiel.» Teammanager Oliver Bierhoff sah, dass die Deutschen «mehr Spielanteile hatten».

Und Löw sagte: «Wir haben ein klasse Spiel gemacht. Die Mannschaft ist dominant aufgetreten, hat die Franzosen in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Klar, wir haben kein Tor geschossen, und das ist enttäuschend. Aber ich kann keinem einen Vorwurf machen. Die Mannschaft hat bravourös gekämpft.»

Löw «trotz allem» zufrieden

So verabschiedeten sich die Deutschen erhobenen Hauptes von der EM. «Unsere EM war gut – trotz allem. Wir sind enttäuscht, aber ich glaube, dass wir ein gutes Turnier gespielt haben», urteilte Löw. Und Neuer sagte: «Es wäre eine Katastrophe, wenn wir hier untergegangen wären. Aber das war nicht der Fall», so Neuer.

«Ich kann keinem einen Vorwurf machen. Die Mannschaft hat bravourös gekämpft.»

Jogi Löw

epa05414117 French coach Didier Deschamps (R) and German coach Joachim Loew react after the UEFA EURO 2016 semi final match between Germany and France at Stade Velodrome in Marseille, France, 07 July 2016.

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Aufatmen bei Deschamps, Enttäuschung bei Löw.
Bild: GUILLAUME HORCAJUELO/EPA/KEYSTONE

Der Weltmeister überliess die Bühne den «Bleus» und dem Doppeltorschützen Antoine Griezmann, der jenes offensive Element verkörpert, das den Deutschen an der EM wohl fehlte und dem die Auszeichnung zum besten EM-Torschützen nach sechs Treffern nicht mehr zu nehmen sein dürfte. Und Löw war überzeugt, dass Frankreich am Sonntag im Final «auch Portugal bezwingen wird».

Den dritten Heimsieg vor Augen

Davon will Frankreichs Trainer Didier Deschamps aber noch nichts wissen. Viel lieber als über den Final sprach er von der Leistung seiner Spieler. «Wir haben ein grosses Team. Als wir zum Stadion gefahren sind, haben wir die Fans gesehen. Die Begeisterung war Wahnsinn. Am Sonntag wird sie noch grösser sein. Ich habe immer an meine Spieler geglaubt, sie haben diesen Sieg verdient.»

Football Soccer - Germany v France - EURO 2016 - Semi Final - Stade Velodrome, Marseille, France - 7/7/16
France's Paul Pogba and Antoine Griezmann celebrate at the end of the game
REUTERS/Christian Hartmann
Livepic

Regisseur Pogba und Vollstrecker Griezmann.
Bild: Christian Hartmann/REUTERS

«Das ganze Land steht hinter uns. Und wir dürfen alle weiterträumen.»

Antoine Griezmann

Griezmann freute sich nach Spielschluss vor allem über das erste seiner beiden Tore. Aus gutem Grund: «Ich habe den Elfmeter im Champions-League-Finale verschossen und wollte ganz sichergehen, dass ich ihn versenke», so der Torjäger. «Das ganze Land steht hinter uns. Das war sehr viel Arbeit, die wir geleistet haben. Alle haben sich voll ins Zeug gelegt. Und wir dürfen alle weiterträumen.»

Und die Chancen stehen gut, dass sie eine spezielle Serie fortsetzen können: jene der EM-Titelgewinne im Abstand von jeweils 16 Jahren. 1984 schlug die «Equipe Tricolore» um Michel Platini im Final Spanien 2:0, 2000 bezwang sie Italien 2:1 nach Verlängerung dank dem Golden Goal von David Trezeguet. Und 2016? Sorry, Portugal, aber der Gastgeber hat den Titel mehr verdient. (pre/sda)

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4 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
rodolofo
08.07.2016 08:02registriert February 2016
Nachdem das erste "Strohfeuer" der Franzosen in der Anfangsphase vorbei war, begann die Deutsche Angriffsmaschinerie wie geschmiert zu laufen. Die Franzosen wurden regelrecht eingeschnürt, wie eine Handball-Mannschaft am eigenen Torkreis.
Wir raunten einander zu: "Die Deutschen Tore sind nur eine Frage der Zeit..."
Doch mein Sitznachbar ahnte es bereits: "Das Deutsche Spiel ist schematisch und gut lesbar."
Und so kam es anders, als wir geglaubt hatten:
Ungestüme Leidenschaft siegte über ein raffiniertes und perfektioniertes Spielsystem!
Vive l'amour fou!
Es lebe auch das Frühfranzösisch, hehe!
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MB präsentiert
08.07.2016 10:53registriert July 2016
Ich hadere dafür mit der Bemerkung "...aber 2:0 für Frankreich ist kein gerechtes Ergebnis für dieses Spiel." Es sind nunmal immernoch die Tore die entschieden und nicht der Spielverlauf. Finde so eine Äusserung schade.
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