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FCZ Spieler Oliver Buff hilft Alexander Kerzhakov auf die Beine im Super League Fussballspiel zwischen dem FC Zuerich und dem FC Vaduz im Letzigrund, am Mittwoch, 25. Mai 2016 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Hoch mit dir! Der FCZ muss nach dem Abstieg sofort wieder nach vorne schauen.
Bild: KEYSTONE

Der FCZ muss sich jetzt wieder aufrappeln: Der 10-Punkte-Plan zum direkten Wiederaufstieg

Der Abstieg ist besiegelt, der FCZ muss sich in der kommenden Saison in der Challenge League beweisen. Das Ziel ist klar: Der sofortige Wiederaufstieg. Der Weg dorthin ist allerdings lang und steinig.



Abstieg verdauen

Der Schock sitzt tief. Deshalb geht beim FCZ heute erstmal gar nichts. Nachdem gestern Abend der Abstieg in die Challenge League trotz eines 3:1-Siegs gegen Vaduz nicht verhindert werden konnte, herrscht Leere allenthalben und der Stadtklub will seine Ruhe. Es steht ein geschlossenes Training auf dem Programm, Spieler und Trainer werden keine Auskünfte geben. Auch die FCZ-Führung will sich nicht zum Abstieg äussern. Kopf lüften, lautet die Devise.

Die Spieler des FCZ verlassen den Platz nach dem  Fussballspiel der Super League FC Zuerich gegen den FC Vaduz im Stadion Letzigrund in Zuerich am Mittwoch, 25. Mai 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri )

Nach dem Abstieg ist Ruhe angesagt. Bild: KEYSTONE

Canepa-Frage klären

Wie es mit der Führungsetage des FC Zürich weitergeht, ist einen Tag nach dem Abstieg noch völlig offen. Präsident Ancillo Canepa, der nach der Partie gegen Vaduz abtauchte, wird sich am Freitag an einer Pressekonferenz erstmals äussern. Dort wird er verkünden, dass er bleiben werde. Alles andere würde nicht zu Canepa passen. So will er «seinen» FCZ nicht verlassen und stürzen kann man ihn ohnehin nicht. Ob der Präsident wenigstens den einen oder anderen Fehler eingestehen wird? Wir werden sehen.

FCZ-Praesident Ancillo Canepa im Gespraech mit FCZ Fans auf dem Areal der Saalsporthalle in Zuerich, am Donnerstag, 12. Mai 2016. Die gestrige 0:4 Niederlage gegen den FC Lugano stellt fuer den FC Zuerich einen Tiefpunkt dar. FCZ-Praesident Ancillo Canepa war nach dem Debakel gegen Lugano besonders enttaeuscht. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Wie weiter mit Präsident Canepa? Er bleibt – natürlich.
Bild: KEYSTONE

Cupfinal gewinnen

Wie heisst es so schön: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Vier Tage nach dem Abstieg in die Challenge League steht das wichtigste Spiel der Saison auf dem Programm: Der Cupfinal gegen Lugano. Mit einem Sieg würde der FCZ nicht nur einen Titel gewinnen, einen positiven Schlusspunkt auf eine Horror-Saison setzen und die Fans etwas versöhnlich stimmen, sondern auch einen wichtigen Schritt in Richtung direkten Wiederaufstieg machen.

Als Cupsieger wäre man direkt für die Europa-League-Gruppenphase qualifiziert, was allein 2,4 Millionen Euro in die Klubkasse spülen und so das Budget erst einmal entlasten würde. Ausserdem würde man in internationalen Duellen regelmässig auf hohem Niveau gefordert.

Ein Spieler des FC Zuerich uebergibt den Pokal an ihrer Feier zum Cupsieg gegen Basel, am Montag, 21. April 2014, in Zuerich. Mit einem 2:0 gegen den FC Basel nach Verlaengerung errang der FC Zuerich zum insgesamt 8. Mal den Schweizer Cup. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Eine Cupfeier auf dem Helvetiaplatz ist das grosse Ziel.
Bild: KEYSTONE

Trainerfrage klären

Nach dem Cupfinal sollte so schnell wie möglich geklärt werden, welcher Trainer den FCZ wieder in die Erstklassigkeit zurückführen soll. Uli Forte hat einen Vertrag bis zum Ende der Saison, also bis nach dem Cupfinal. Unter dem 42-Jährigen hat der FCZ in drei Spielen vier Punkte geholt und spielerisch eine leichte Aufwärtstendenz gezeigt. Forte kann sich vorstellen weiterzumachen, das letzte Wort hat aber die Klubführung.

25.05.2016; Bern; Fussball Super League - FC Zuerich - FC Vaduz;
Trainer Uli Forte (Zuerich)
 (Urs Lindt/freshfocus)

Darf er bleiben oder muss er gehen? Uli Forte würde gerne weitermachen.
Bild: freshfocus

Sportchef einstellen

Dass der FCZ seit dem Abgang des Technischen Direktors Marco Bernet im Sommer 2014 faktisch auf einen Sportchef verzichtete, erwies sich als fatal. Für kurze Entscheidungswege – Canepa als Alleinbestimmer – wurde das nötige Know-how aufgegeben. Ausserdem prasselte sämtliche Kritik plötzlich mehr oder weniger ungefiltert auf die Trainer ein, die Rückendeckung in schwierigen Zeiten fehlte. Nach dem Super-GAU wäre der FCZ deshalb gut beraten, die Verantwortung wieder auf zwei Schultern mehr zu verteilen.

YBs Sportchef Fredy Bickel, waehrend einem Interview, am Dienstag 8. Juli 2014 im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Wer wird der neue Fredy Bickel?
Bild: KEYSTONE

Rückbesinnung auf alte Strategie

Es ist noch nicht allzu lange her, da definierte sich der FCZ noch als Ausbildungsverein. Die Idee war es, eigene Trainer auszubilden sowie junge Spieler zu fördern, um eine einheitliche Spielphilosophie zu entwickeln. Doch je mehr Canepa zum Alleinherrscher wurde, desto mehr wurde die Strategie verraten. Junge Spieler wurden viel zu früh ins Ausland abgegeben, alte mit klingendem Namen geholt. Das Resultat: Eine wild zusammen gewürfelte Mannschaft ohne Charakter – dabei hätte man ja gewusst, wie's geht ...

07.03.2015; Zuerich; Fussball - FC Zuerich U21 - FC Rapperswil-Jona; Die FCZ Spieler vor dem Spiel (Andreas Meier/freshfocus)

Die Nachwuchs-Abteilung des FCZ geniesst einen guten Ruf.
Bild: Andreas Meier/freshfocus

Kader bereinigen

Mit einem Abstieg hat beim FCZ niemand gerechnet. Anders ist es nicht zu erklären, dass sämtliche Spielerverträge bei gleichen Löhnen auch für die Challenge League gültig sind. Den Klub verlassen im Sommer nur die Leihspieler Vinicius und Alexander Kerschakow, ausserdem läuft Philippe Kochs Vertrag aus.

Ein Neuanfang ist so natürlich schwierig. Deshalb sollte der FCZ versuchen, sich einvernehmlich von ein paar Spielern zu trennen. Nur so könnte eine neue Mannschaft für die Challenge League um Identifikationsfiguren wie Koch (Vertrag muss verlängert werden), Kevin Bua, Oliver Buff oder Marco Schönbächler aufbauen. 

FC Zuerich Mittelfeldspieler Oliver Buff, von links, feiert seinen Treffer zu 2-0 mit seinen Teamkollegen Gilles Yapi, Philippe Koch, Alain Nef und Davide Chiumiento beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich  und dem FC Thun am Sonntag, 13. September 2015, im Letzigrund Stadion in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Können Stammkräfte wie Philippe Koch und Oliver Buff gehalten werden?
Bild: KEYSTONE

Köpfe freikriegen

Steht das Grundgerüst des Kaders für die neue Saison, stehen Ferien auf dem Programm. Seele baumeln lassen, negative Erlebnisse verarbeiten, neuen Mut fassen. Frisch erholt geht es dann in die Saisonvorbereitung. Und vielleicht wird der eine oder andere ja von den Auftritten der Schweizer Nati an der EM in Frankreich inspiriert.

Bild

Einfach mal abschalten.
bild: shutterstock

Teamgeist fördern

Eines war der FCZ in der Abstiegssaison sicher nicht: Eine verschworene Einheit, die solidarisch füreinander spielte. Hier muss der neue oder alte Trainer den Hebel als erstes ansetzen. Die Floskel mag abgedroschen sein: Doch selbst in der Challenge League kann der FCZ nur als Mannschaft Erfolg haben.

14.05.2016; Zuerich; Fussball Super League - Training FC Zuerich;
Die Mannschaft nach dem ersten Taining mit Uli Forte (Zuerich) von rechts Davide Chiumiento (Zuerich) Philippe Koch (Zuerich) Cabral (Zuerich) Torhueter Yanick Brecher (Zuerich) Oliver Buff (Zuerich) Cedric Brunner (Zuerich) 
(Andy Mueller/freshfocus)

Eine Wanderung? Warum nicht, Hauptsache, es schweisst zusammen.
Bild: freshfocus

Siegermentalität entwickeln

Ein guter Start in die neue Saison ist entscheidend für den direkten Wiederaufstieg. Muss man sich allzu früh für die ausbleibenden Resultate rechtfertigen, findet man sich wieder in der altbekannten Negativspirale. Was ein paar Siege in Serie, ein guter Teamgeist und eine Strategie bewirken können, zeigte zuletzt Leicester City, das unaufhaltsam in Richtung Titel stürmte.

Sie schafften den direkten Wiederaufstieg

Die Chronologie des FCZ-Niedergangs

Der FCZ steigt ab

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