Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Wicky über Bord

Trainer Raphael Wicky muss aufpassen, dass er bei seiner zweiten Saison beim FCB nicht über Bord geht. Bild: shutterstock, keystone, watson

Der FCB-Kahn muss zurück auf Meisterkurs, sonst fliegt Wicky über Bord

Erneut hat sich viel verändert beim FCB, nur die Erwartungen in Basel sind gleich geblieben: Der Titel muss her.

sébastian lavoyer / Aargauer Zeitung



Stürmische Zeiten sind das beim FC Basel. Zuerst den Titel verloren, dann drei Teamstützen und zuletzt auch die Testspiele. Mitunter auch gegen Challenge-Ligist Aarau. Der FCB-Kahn ist unter der neuen Führung so richtig vom Kurs abgekommen, so der Eindruck vieler Fans kurz vor Beginn der neuen Saison.

Dabei dachte man, die Leute um Präsident Bernhard Burgener hätten die Lehren gezogen aus dem verpassten Titel 2018, hätten analysiert, warum die Meisterserie nach acht fetten Jahren riss. Zu viele Wechsel, einen zu tiefen Einschnitt im Winter machte man als einen der Gründe aus. Zu viele verlorene Punkte im Joggeli auch. Das sagten Sportchef Marco Streller und Trainer Raphael Wicky vor wenigen Wochen. Deshalb wollte man das Team zusammenhalten, am liebsten gar keine Veränderungen zulassen

epa05560998 Basel players (L-R) Mohamed Elyounoussi, goalkeeper Tomas Vaclik, Michael Lang, and Marek Suchy show their dejection after the UEFA Champions League group A soccer match between Arsenal FC and FC Basel 1893 in London, Britain, 28 September 2016. Arsenal won 2-0.  EPA/GIAN EHRENZELLER

Elyounoussi, Vaclik, Lang: Sie verlassen den FC Basel allesamt.  Bild: EPA/KEYSTONE

Es kam anders. Der Torhüter Tomas Vaclik (Sevilla), der stürmende Verteidiger Michael Lang (Gladbach) und der unermüdliche Flügel Mohamed Elyounoussi (Southampton) sind dem Lockruf der grossen Ligen erlegen. «Es gab Spieler, die haben sich persönlich bei mir gemeldet, um zu fragen, ob sie gehen dürften», erzählt FCB-Präsident Burgener gestern.

Er und seine Führungsriege haben ihnen keine Steine in den Weg gelegt. Nicht bloss aus Nettigkeit, sondern auch, weil der FCB dafür fürstlich entlöhnt wurde. Über 30 Millionen Franken haben die Basler mit den drei Transfers eingenommen.

«Die Situation ist komplett anders als im vergangenen Winter.»

Sportchef Marco Streller über die Abgänge beim FC Basel.

Aber damit haben sie doch genau den gleichen Fehler gemacht wie im Winter. Ein neuerlicher tiefer Einschnitt ins Team. Man hat den Titel verkauft, könnte man meinen. Sportchef Marco Streller widerspricht entschieden: «Die Situation ist komplett anders. Wir haben dieses Mal drei Spieler geholt, die in ihren Klubs einen Stammplatz hatten. Silvan Widmer in der Serie A (für Lang, d. Red.), Aldo Kalulu, der von vielen Klubs umworben war, bei Sochaux in der Ligue 2 (für Elyounoussi) und Jonas Omlin bei Luzern (für Vaclik). Diese Spieler haben Rhythmus.»

Frei und Stocker müssen Lücken füllen

Im Gegensatz zu den vielen Wechseln im Winter ist jetzt etwas passiert, das in den letzten Jahren zu den Basler Sommern gehörte wie das Schwimmen im Rhein: Die Besten wurden abgeworben, man hat neue, talentierte Leute geholt.

Zudem soll sich jetzt bezahlt machen, dass man die Transfers von Valentin Stocker und Fabian Frei vorgezogen hat. Jetzt haben sie schliesslich den Rhythmus, der ihnen im Winter noch fehlte – und was als ein Grund des Scheiterns ausgemacht wurde. An Persönlichkeit hat es ihnen ohnehin nie gefehlt. Und damit soll die Lücke, die insbesondere Lang und Vaclik im Teamgefüge hinterlassen, durch Frei und Stocker möglichst geschlossen werden.

Basels Valentin Stocker, links, und Albian Ajeti, rechts, bei ihrem Torjubel nach dem 5:1 im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Thun im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 29. April 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Valentin Stocker muss eine Leader-Position übernehmen. Bild: KEYSTONE

Der Druck auf die beiden, die Erwartungen an sie, sie sind enorm. Von ihnen wird vieles abhängig sein, sie werden vieles abfedern müssen, um die Jungen, die Neuen, den Rest des Teams zu schützen. Stocker und Frei müssen funktionieren, Eingewöhnung hatten sie eigentlich nie, aber jetzt definitiv nicht mehr.

Wicky, das schwächste Glied

Dass sie diese Situation meistern, davon ist insbesondere Trainer Raphael Wicky abhängig. Denn er ist zum einen das schwächste Glied in der Kette, zum anderen geniesst er – obwohl er das anders sieht – nicht den unbedingten Rückhalt aller FCB-Exponenten. Dass er bei der gestrigen Pressekonferenz als Einziger im T-Shirt statt im Hemd erschien, dürfte nicht gerade helfen. Er wird der Erste sein, der die Koffer packen muss, sollte der Kahn nicht schleunigst auf Meisterkurs kommen.

Basels Trainer Raphael Wicky im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC St. Gallen im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Samstag, 17. Februar 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Wickys Position wackelt schon vor der Saison. Bild: KEYSTONE

Denn obwohl das Konzept ein neues ist, man viel stärker auf eigene und junge Spieler setzt und damit ein grösseres Risiko eingeht, sind die Ansprüche gleich geblieben. Der FCB muss Meister werden. Der FCB muss in den Cupfinal, muss europäisch spielen. Am liebsten Champions League. Das sind übrigens nicht nur die Erwartungen der Fans, es sind die Ziele des Klubs. So hat man das gestern kommuniziert.

Basel muss liefern. Allen voran Trainer Raphael Wicky. Schon gegen St. Gallen (Samstag, 19 Uhr). Und vor allem am Dienstag, denn dann geht es schon um die Königsklasse. Die Reise nach Saloniki steht an. Hinspiel gegen Paok. Da darf es keine Rolle mehr spielen, dass man lange um Widmer gefeilscht hat und er entsprechend wenig Eingewöhnungszeit hat (obwohl er die eigenen Angaben zufolge noch bräuchte).

Da darf der desaströse Auftritt gegen Feyenoord am Uhrencup (0:5) nicht mehr in den Köpfen sein. Der FCB-Kahn muss Kurs aufnehmen, sonst fliegt Wicky über Bord.

Wer wird Schweizer Meister?

Keine Ahnung von Fussball? Hier wird dir geholfen

Video: watson/Emily Engkent, Sandro Zappella, Angelina Graf, Lukas Schmidli, Lya Saxer

Die Super-League-Absteiger seit 2005

Van Wolfswinkel über seine Hirn-OP: «Der Arzt, der das gemacht hat, ist ein Künstler»

Link zum Artikel

Der neue Globi-Band ist grausam, unzensiert und nicht jugendfrei – er war zu Gast bei GC

Link zum Artikel

Am Geburtstag seines Sohns entlässt sich Christian Constantin selbst

Link zum Artikel

8 Orte, an denen ein neues Zürcher Stadion niemanden stören würde

Link zum Artikel

Zürich stimmt erneut über Fussballstadion ab – auch das «Ensemble»-Tram soll verschwinden

Link zum Artikel

FC Luzern reicht nach Sachbeschädigungen durch Basel-Fans Anzeige ein

Link zum Artikel

Die Statistik zeigt es deutlich: Der Wintermeister müsste Basel statt YB heissen

Link zum Artikel

YB nach 0:0 Wintermeister, weil Basel an Luzern-Goalie Müller verzweifelt

Link zum Artikel

FCZ als Spielverderber für St.Gallen – Thun mit nächstem Rückschlag

Link zum Artikel

Der FCZ schlägt St.Galler und lässt deren Traum von der Tabellenspitze platzen

Link zum Artikel

Peter Zeidler über den Teamgeist des FCSG: «Mir kamen fast die Tränen»

Link zum Artikel

Prädikat ungenügend – der Schweizer Klubfussball kommt in Europa nicht vom Fleck

Link zum Artikel

Servette holt den FCZ auf den Boden der Realität zurück – klare Siege für die YB-Verfolger

Link zum Artikel

YB fügt Luzern dank Eigentor die sechste Niederlage in Serie zu – war's das für Häberli?

Link zum Artikel

Das Gespött der Nation! GC landet trotz hochkarätigem Kader in der Abstiegsrunde

Link zum Artikel

YB neuer Leader, weil Basel beim FCZ verliert – St.Gallen siegt weiter

Link zum Artikel

Heimsieg im Klassiker – dem FCZ gelingt gegen Basel ein Coup

Link zum Artikel

Luzern taucht bei Xamax – kein Sieger im Rhone-Derby

Link zum Artikel

Warum die Schweiz keine Top-Schiedsrichter mehr hat

Link zum Artikel

Wie voll sind eigentlich die Stadien? Ein Blick in Europas Fan-Kurven

Link zum Artikel

FCB-Stürmer Kemal Ademi: «Ich bete vor dem Spiel auch für den Gegner»

Link zum Artikel

Inter bodigt harmloses Dortmund ++ Barça, Liverpool und Napoli gewinnen

Link zum Artikel

Dank Traumtor an Messis Weltrekord dran – der unfassbare Lauf von Ex-YB-Stürmer Martinez

Link zum Artikel

Sympathischer als die Königsklasse: Die Schweizer Chancen in der Europa League

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Nach Spuck-Affäre: Schiedsrichter Klossner tritt Ende Jahr zurück

Link zum Artikel

Strellers Abgang beim FCB: Endgültig, und doch «nicht für immer»

Link zum Artikel

Das schlimmste Foul im Schweizer Fussball: Gabet Chapuisat zertrümmert Lucien Favres Knie

Link zum Artikel

«Kein Abschied für immer» – Marco Streller tritt aus dem Verwaltungsrat des FCB zurück

Link zum Artikel

Ex-Sion-Stürmer Kuljic aus dem Knast, aber weiter im Visier: «Habe Angst um mein Leben»

Link zum Artikel

Basel verliert Balanta – und hat einen weiteren Partnerklub an der Angel

Link zum Artikel

Der FC Basel ist neuer Leader, weil YB in Luzern Punkte liegen lässt

Link zum Artikel

Das Ende einer Ära – im Zürcher Hardturm gehen nach 78 Jahren die Lichter aus

Link zum Artikel

Grandiose Aufholjagd! Servette holt gegen Xamax noch einen Punkt

Link zum Artikel

Wie 2016 unter Hyypiä – der FCZ marschiert mit Magnin Richtung Challenge League

Link zum Artikel

Champions League, wann sehen wir dich wieder in unserem Land?

Link zum Artikel

Ex-Profi Frontino nach Rücktritt mit 29: «Der Lohn ist Horror, es ist lächerlich»

Link zum Artikel

Servette verpasst Thun eine Packung – St.Gallen triumphiert bei Spektakel gegen Lugano

Link zum Artikel

YB gewinnt gegen desolaten FCZ im Schongang – Basel siegt bei Xamax

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Fast jeder fünfte Profifussballer kämpft mit Langzeitfolgen des Coronavirus

Müde Fussballer und ein Bundesligaspieler mit Atemproblemen: Auch für Profifussballer können die Langzeitfolgen des Covid schlimme Folgen haben – nicht nur bei schweren Verläufen. Ein Experte fordert deshalb mehr Tests.

Irgendwann geht es nicht mehr. Wolfsburg-Verteidiger Marin Pongracic stützt die Arme in die Knie, versucht nach Luft zu ringen. Es sind Bilder, die man sonst vielleicht in einer Verlängerung sieht. Gespielt in dieser Bundesligapartie sind aber erst 15 Spielminuten. Pongracic beisst weiter, stützt sich auch in den folgenden Minuten bei Unterbrüchen immer wieder auf seine Knie. Zur Pause muss er raus. Seine Atemnot ist eine Folge einer überstandenen Coronavirus-Erkrankung.

Pongracic ist kein …

Artikel lesen
Link zum Artikel