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epa08287040 Cologne's Mark Uth (L) in action during the German Bundesliga soccer match between Borussia Moenchengladbach and 1. FC Koeln in Moenchengladbach, Germany, 11 March 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

So könnte die nähere Zukunft der Bundesliga aussehen. Bild: EPA

4 Balljungen, 30 Ordner, 117 TV-Leute – so könnte die Geister-Bundesliga aussehen



Letzte Woche hatte die DFL auf ihrer Mitgliederversammlung die empfohlene Ausweitung der Bundesliga-Pause bis mindestens 30. April abgesegnet. Danach soll der Ball aber wieder rollen. Der Plan ist folgender: Ab Anfang Mai soll es mit Geisterspielen weitergehen. Bis zum 30. Juni sollen die restlichen neun Spieltage dann absolviert sein.

Bereits wurden für alle 36 Standorte der 1. und 2. Bundesliga Produktionskonzepte erstellt, wie sich mit geringstmöglichem Personaleinsatz Spiele ohne Anwesenheit von Zuschauern durchführen lassen könnten.

epa08298331 Christian Seifert, CEO of the DFL, attends a press conference after the general assembly of the German Football League (Deutschen Fu?üball Liga / DFL) in Frankfurt, Germany 16 March 2020. Representatives of Germany's 36 clubs from the Bundesliga and 2nd Bundesliga confirmed the decision to suspend all games up until and including 02 April over the COVID-19 coronavirus pandemic.  EPA/Arne Dedert / POOL

DFL-Boss Christian Seifert macht in der Krise bislang eine gute Figur. Bild: EPA

Die «Bild»-Zeitung hat Einblick in die Planungen der DFL bekommen und rechnet vor, dass nur 239 Personen im Stadion zugelassen werden. Das wären nicht einmal mehr die Hälfte der Personen, die am 11. März beim ersten Bundesliga-Geisterspiel zwischen Gladbach und Köln im Stadion waren. Damals waren rund 600 Personen anwesend.

Und so sieht der neue DFL-Plan aus: Im Stadion-Innenraum dürfen sich die 20-Mann-Kader der beiden Teams, pro Mannschaft acht Trainer, Betreuer oder Ärzte befinden. Ausserdem vier Schiedsrichter, vier Balljungen, drei Doping-Kontrolleure, fünf Fotografen, sechs Sanitäter, zehn Ordner und 36 TV-Leute.

epa08287238 Players of Moenchengladbach walk on empty stands after they celebrated their victory with fans outside the closed gates after winning the German Bundesliga soccer match between Borussia Moenchengladbach and 1. FC Koeln in Moenchengladbach, Germany, 11 March 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Pro Team sind nur noch acht Betreuer erlaubt, auch auf der Tribüne dürfen nur acht Klub-Mitglieder sitzen. Bild: EPA

Zu diesen 126 Personen kommen 113 auf den Tribünen – darunter 30 Journalisten, sechs weitere Sanitäter, zwei Feuerwehrleute, vier Polizisten, fünf Techniker, zwei Schiri-Betreuer und 28 weitere Personen vom Fernsehen. VIP-Gäste und Klub-Mitarbeiter ohne Funktion dürfen nicht auf die Ränge. Nur acht Mitglieder pro Delegation sind erlaubt. Zu trinken und zu essen gibt es nichts. Vor dem Stadion sind nochmals 50 Ordner geplant, um Fan-Ansammlungen zu verhindern. Ausserdem braucht es dort 50 weitere TV-Leute.

Training in Kleingruppen

Noch sind aber viele Hürden zu nehmen, dass es Anfang Mai mit der Bundesliga wirklich wieder losgeht. Die deutsche Bundesregierung müsste vor allem die strengen Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung lockern. Dass unter Grossaufwand Fussball gespielt wird, während Schulen und Geschäfte weiterhin geschlossen sind, ist undenkbar.

Die Klubs bereiten sich für den Fall der Fälle trotzdem vor. Bereits letzte Woche hatten einige Klubs das Training wieder aufgenommen, am Montag ging auch Liga-Krösus Bayern München wieder auf den Platz. Trainiert wurde in Kleingruppen, mit Mindestabstand und ohne Zweikämpfe. Geduscht werden soll zu Hause. Es ist der Versuch, einen halben Schritt zurück zur Normalität zu machen.

Um allfällige Ansteckungen nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu verhindern, hat die DFL eine medizinische Task Force eingerichtet. Sie soll unter anderem die «engmaschige, unabhängige Testung von Spielern und weiterem Personal unter anderem unmittelbar vor den Spieltagen» durchführen. (pre)

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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Heiniger(s) 07.04.2020 15:18
    Highlight Highlight Als Stadiongänger vermisse ich den Fussball zwar, aber eine solch erzwungenes TV-Theater kann mich dennoch nicht begeistern.

    Das einzige Argument welches dafür spricht ist die Konkursabwendung einiger Vereine, wobei sich das sicher auch anders finanzieren liesse, wenn denn nicht alle die im Geld schwimmen so geizig wären.
  • dillinger 07.04.2020 14:10
    Highlight Highlight Bevor der wegen des Coronavirus bedingten Fussball-Pause war ich klar gegen Geisterspiele, die Atmosphäre im Stadion ohne Fans verdirbt einem die Freude am Fussball. Jetzt, nach einer gefühlt ewig langen Pause vom Fussball, wünsche ich mir einfach nur wieder einmal ein Fussballspiel anschauen zu können, Atmosphäre hin oder her.
  • c_meier 07.04.2020 12:54
    Highlight Highlight geht wohl nur darum die tv-gelder abzugreifen, wenn diese Gelder nicht fliessen, wird es für einige Vereine je länger je mehr an die Existenz gehen
  • champedissle 07.04.2020 11:44
    Highlight Highlight Bisher ging es doch wunderbar ohne Fussball. Wieso behalten wir es nicht einfach bei? Eine Welt ohne Fussball ist eine deutlich ruhigere und ausgeglichenere Welt. Keine Stars, die pro Minute 10'000 Franken verdienen, ist doch super.
    • Raddadui 07.04.2020 12:23
      Highlight Highlight Es geht auch wunderbar ohne Kino, ohne Theater, ohne Wellness.

      Lassen wir dies doch auch gleich sein.

      Und ohne Fussball sind momentan auch Hunderttausende Kids in diesem Land, die Wochenende für Wochenende sportlich betätigen.

      Also wären obenstehende Massnahmen sogar noch viel einfacher auszuhalten, da massiv weniger Menschen betroffen...
    • PlayaGua 07.04.2020 13:01
      Highlight Highlight Verdienen die Platzwarte 10'000 pro Minute? Nein. Genauso wie etliche andere Personen, die bei solchen Fussball-Unternehmen arbeiten.
    • Mia_san_mia 07.04.2020 19:50
      Highlight Highlight Was geht wunderbar?? Gar nichts ist wunderbar ohne Fussball!
  • mrgoku 07.04.2020 10:48
    Highlight Highlight leute, vergesst nicht dass fussballvereine nichts anders als unternehmen sind. und die verdienen indem gespielt wird. fussball oder auch andere sportarten

    für uns als zuschauer und fans mag es ein hobby sein. für die spieler ist es aber arbeit und für den verein ist es existenzrelevant...

    mir geht nicht in den kopf dass viele immernoch meinen dass profisport nur zur belustigung ist... es gibt vereine wo hunderte wenn nicht tausende personen angestellt sind... das sind zum teil regelrecht Grosskonzerne!
  • Filzstift 07.04.2020 10:44
    Highlight Highlight Ich verstehe das nicht: Der gesamten Bevölkerung wird Social Distancing eingeimpft. Alle ohne Ausnahme sollen sich daran halten. Und jetzt kommt der Fussball. Kann auf Social Distancing keine Rücksicht nehmen.

    Und alle anderen so: Wenn die das dürfen, dann darf ich das auch!
    • PlayaGua 07.04.2020 13:00
      Highlight Highlight Solange Baustellen etc. erlaubt sind, kann man auch Fussballspiele ohne Publikum durchführen. Die Handwerker können den 2-m-Abstand auch nie und nimmer durchziehen und stehen sich länger als 90 Minuten gegenüber.
    • Mia_san_mia 07.04.2020 19:51
      Highlight Highlight Ich arbeite imfall auch noch. Das geht auch.
  • arty the pug 07.04.2020 10:09
    Highlight Highlight Einfach nur spielen damit gespielt ist.

    Ohne Emotionen. Teams müssen sich In Kleingruppen fit halten. Das ist doch Stumpfsinn..

    Es braucht Eier um eine Saison zu annullieren 🐓
    • mrgoku 07.04.2020 10:45
      Highlight Highlight für dich mag es stumpfsinnig sein aber für viele vereine geht es um existenz ob gespielt wird oder nicht

      oder würdest du es cool findet wenn dein arbeitgeber sagt so dieses jahr bis geschäftsjahr ende geschlossen?
    • w'ever 07.04.2020 12:36
      Highlight Highlight @mrgoku
      es geht auch bei anderen geschäften um die existenz.
      sollten wir desswegen die gesundheit der bevölkerung aufs spiel setzen?
    • mrgoku 07.04.2020 13:42
      Highlight Highlight nein logisch nicht.
      ich meine damit ja nur dass die genau so abhängig sind erträge zu erzielen wie jedes andere unternehmen auch
  • Bratansauce 07.04.2020 10:07
    Highlight Highlight Profifussball ohne Fans ist absolut sinnlos. Und wenn ich es mir länger überlege, ist Profifussball generell ziemlich bedenklich
    • Junge Schnuufer 07.04.2020 10:48
      Highlight Highlight Solange es eine Nachfrage nach absolutem Spitzensport gibt, wird es auch ein Angebot geben. Und Spitzensport ist nun mal ein Vollzeitjob der auch entlohnt werden soll. Dass die Löhne, vor allem im Fussball, dabei absolut hirnrissig sind ist klar.
    • mrgoku 07.04.2020 16:22
      Highlight Highlight schau mal die Gehälter im der NFL, NBA oder MLB... da sind die Fussballgehälter bereits wieder ein Witz.

      was nicht rechtfertigt dass die Gehälter trotzdem hirnrissig sind.
  • Uno 07.04.2020 09:59
    Highlight Highlight Geisterspiele sind grauenhaft. Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, diese Übung durchzuboxen.
  • w'ever 07.04.2020 09:54
    Highlight Highlight die zahl die dann im stadion sein darf, find ich noch immer relativ hoch.
    • Blitz Gordon 07.04.2020 11:47
      Highlight Highlight finde ich auch. 3 Dopingkontrolleure für 40 Spieler. 12 Sanitäter. Ganze 4 Polizisten im leeren Stadion. Irgendwas verpass ich da gerade.

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