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epa08534953 Riyad Mahrez (L) of Manchester City celebrates with teammates after scoring the 2-0 lead during the English Premier League soccer match between Manchester City and Newcastle United in Manchester, Britain, 08 July 2020.  EPA/Michael Regan/NMC/Pool EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 120 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications.

Grund zur Freude: Manchester City darf auch in der nächsten Saison in der Champions League spielen. Bild: keystone

«Eine Katastrophe» und «RIP FFP» – so reagiert die Fussball-Welt auf den City-Freispruch



Am Montag hat der internationale Sportgerichtshof (CAS) hat die zweijährige Europacup-Sperre gegen Manchester City aufgehoben. Damit werden die «Citizens» auch im kommenden Jahr in der Champions League antreten dürfen.

Während sich ManCity über das Aufheben der Sperre freute, waren viele Vertreter aus der Fussball-Welt nicht zufrieden mit dem Urteil. Von allen Seiten hagelte es Kritik für den CAS und die milde Strafe gegen den englischen Vizemeister.

Javier Tebas (Präsident von LaLiga)

Tebas, der Chef der spanischen Primera Division, sparte nicht mit Kritik an den CAS. «Wir müssen neu beurteilen, ob der CAS die richtige Stelle ist, um institutionelle Entscheidungen im Fussball zu fällen», kritisierte der Spanier. Der internationale Gerichtshof in Lausanne entspreche nicht den Schweizer Werten, so Tebas weiter: «Die Schweiz ist ein Land mit einer grossen Geschichte, was Urteile angeht. Der CAS entspricht aber nicht diesem Standard.»

epa07837772 Spanish National Professional Football League LaLiga President Javier Tebas attends the presentation of the sports application LiveScore in Madrid, Spain, 12 September 2019. The newly released LiveScore application is the new sponsor of the Spanish first division LaLiga.  EPA/RODRIGO JIMENEZ

LaLiga-Boss Tebas schiesst heftig gegen den CAS. Bild: EPA

Gary Lineker (ehemaliger Fussball-Spieler)

Der ehemalige englische Nationalspieler sieht das Urteil als Rückschlag für die UEFA. «Ich sehe nicht, wie die Regeln des Financial Fair Plays das überleben können», so Lineker auf Twitter und ging noch einen Schritt weiter: «Wird die UEFA die Konsequenzen überleben können?»

Dietmar Hamann (ehemaliger Spieler bei Manchester City)

Auch der ehemalige deutsche Nationalspieler und heutige Experte hatte kein Verständnis für den Entscheid des CAS. Das Urteil sei Fatal, so Hamann gegenüber der «Münchner Abendzeitung»: «Heute ist kein guter Tag für den Fussball, die Auswirkungen könnten verheerend sein. Es sollte in diesen Zeiten eher Aufgabe der Verbände und Grossklubs sein, sich dem Fan wieder anzunähern. Wenn sich der Fan vom Fussball abwendet, haben wir alle ein Problem.»

Auch die UEFA müsste sich fragen, ob die richtigen Leute für das Financial Fair Play verantwortlich sind, so Hamann weiter. Sonst drohte eine Situation «wie im Wilden Westen».

Bildnummer: 03151912  Datum: 29.09.2007  Copyright: imago/Sportimage
Mark Viduka (Newcastle, li.) gegen Dietmar Hamann (Manchester City) - PUBLICATIONxNOTxINxUK; Vdig, quer, Duell, Ball English Premier League 2007/2008, 1. Englische Liga, Manchester City - Newcastle United 3:1 Manchester Dynamik, Kampf,  Fußball Herren Mannschaft England Gruppenbild Aktion Personen

Dietmar Hamann (rechts) spielte von 2006 bis 2009 für Manchester City. bild: imago images / sportimage

Christian Müller (Mitentwickler des FFP)

Müller, der einst Finanzchef der Deutschen Fussball Liga und eine der treibenden Kräfte an der Ausarbeitung der Financial-Fairplay-Regeln der UEFA, reagierte erschrocken und mit ungewöhnlich heftiger Kritik auf den CAS-Entscheid zum Europacup-Startrecht für Manchester City.

«Ich bin wirklich fassungslos und total enttäuscht. Es ist eine Katastrophe, das Waterloo für die Sportregelwerke. Eine Busse von zehn Millionen Euro ist einfach eine Lachnummer, das hätte man sich auch sparen können», sagte Müller in der Sendung «ARD Radio Recherche Sport».

Müller hat gemäss eigener Aussage «aus dem Hause der UEFA oder des europäischen Fussballs in Nyon», gehört, dass ein «unglaublich hoher Druck aufgebaut wurde von Manchester City und dass die Anwälte wirklich bis an die Zähne bewaffnet aggressiv aufgetreten sind». Es hätten «Einschüchterungsversuche» stattgefunden, sagte der 56-Jährige in dem ARD-Interview.

epa08476997 German Federal Minister of Economic Cooperation and Development, Gerd Mueller, attends a press conference on Germany's National Hydrogen Strategy, Berlin, Germany, 10 June 2020.  EPA/CHRISTIAN MARQUARDT / POOL

Müller kann nicht glauben, dass Manchester City freigesprochen wurde. Bild: keystone

Antoine Duval (Experte für Europäisches und Internationales Sportrecht)

Duval sieht das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs ebenfalls sehr kritisch. «Als Image bleibt hängen: Grosse Klubs, die sich teure Anwälte und kreative Wirtschaftsprüfer leisten können, die kommen viel besser mit den Financial-Fairplay-Regeln zurecht als mittlere und kleinere Klubs, die sich diese Anwälte und Buchhalter nicht leisten können», meinte Duval. Das Financial Fairplay scheine seiner Meinung nach «tot oder im Koma zu sein».

Fussball-Fans

Auch auf den sozialen Medien war der Entscheid des CAS ein grosses Thema. Der grösste Teil der Fussball-Fans zeigte sich enttäuscht über die Citys Begnadigung. Viele Twitter-User zeigten ihre Enttäuschung unter dem Hashtag #RIPFFP.

«Die Regeln sind nicht auf die grossen Klubs mit viel Geld anwendbar, die Regeln wurden offiziell zu Grabe getragen.»

«Es ist gleich wie alles in der Gesellschaft, in der wir leben. Die Reichen kommen dank Schlupflöchern immer davon, während die Armen Probleme haben, einen Weg zu finden. FFP ist ein Witz der UEFA. Die Sperre war von Anfang an nicht geplant.»

«Ruhe in Frieden, FFP. Todesursache: Ölgeld»

«Die Botschaft für die anderen Klubs ist simpel: Man muss nicht mit der UEFA kooperieren, wenn man nicht will, man kann ausgeben, was man will, man kann Deals mit Sponsoren falsch angeben, wenn man will, man muss nur 10 Millionen beiseite legen, falls die UEFA mal etwas untersucht.»

(dab/sda)

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