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Ancillo Canepa, Praesident des FC Zuerich, rechts, und Uli Forte, links, der neue Trainer des FC Zuerich, aeussern sich an einer Medienkonferenz, am Freitag, 13. Mai 2016, in Zuerich. Der FC Zuerich hatte sich am Donnerstag von Sami Hyppiae getrennt. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Ancillo Canepa hat keine Überraschung im Köcher: Uli Forte heisst der neue FCZ-Trainer. Bild: KEYSTONE

Ex-GC-Coach Uli Forte als neuer FCZ-Trainer vorgestellt: «Ich bin der einzige richtige Zürcher»



Uli Forte heisst der neue, starke Mann beim FC Zürich. Der 42-jährige Zürcher tritt die Nachfolge von Sami Hyypiä an. Forte erhielt beim Cupfinalisten und Tabellenletzten der Super League einen Vertrag bis Saisonende. In den ausbleibenden vier Spielen soll der Ex-GC- und YB-Trainer den FCZ vor dem Abstieg retten und den Cup-Titel nach Zürich holen.

Die prekäre Ausgangslage

Bild

Wie er das machen will, weiss Forte schon ganz genau. Am Freitagmittag präsentierte er bei seiner Vorstellung in der Zürcher Saalsporthalle seine Ideen:

Forte über die Gründe, warum er den FCZ übernimmt:

«Ich hätte es mir einfach machen und den Vertrag bei YB aussitzen können, aber ich wollte helfen und deshalb sitze ich jetzt hier. Jetzt sind diese drei Hauptspiele in der Liga das Wichtigste, der Cup-Final ist nur das Dessert. Erst müssen wir die Pflicht erfüllen.»

«Klar braucht es Mut, aber hier geht es nicht um mich, sondern um den FC Zürich. Der FCZ hat mehr zu verlieren als ich. Ich bin nur der Feuerwehrmann.»

«Wenn du bei YB Trainer gewesen bist, gibt's nur noch einen Klub in der Schweiz, der besser ist. Die Frage war, ob Aus- oder Inland. Aber das ist ein interessantes Projekt hier. Ich höre mir das immer an. Ich mache dieses Spiel. Ich hoffe, ich gehe am Ende am Pokertisch auch als Sieger weg.»

Uli Forte, neuer FCZ Trainer, an einer Medienkonferenz in Zuerich am Freitag, 13. Mai 2016. Uli Forte uebernimmt die Nachfolge von Sami Hyypiae beim FC Zuerich. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Uli Forte wirkt fokussiert und gibt eloquent Antwort.
Bild: KEYSTONE

Forte über das Programm der nächsten Tage:

«Es gibt keine Trainingseinheiten. Die Köpfe sollen nun frei bekommen werden. Da wird es etwas geben. Aber das ist eine Überraschung. Nichts für die Medien.»

Forte über sein Rezept: 

«Qualität ist vorhanden. Es geht jetzt darum, Feuer zu entfachen. Da geht es auch um Emotionen. Es bringt nichts, jetzt zwei Stunden Waldläufe zu machen. Wir müssen im mentalen Bereich arbeiten, da gilt es, an den richtigen Schrauben zu drehen. Im Plenum fühlt sich keiner angesprochen. Es geht vor allem um Einzelgespräche.»

13.05.2016; Zuerich; Fussball Super League; FC Zuerich -  Der neue Trainer Uli Forte an einer Pressekonferenz
 (Steffen Schmidt/freshfocus)

Forte geniesst es, zurück im Rampenlicht zu sein.
Bild: freshfocus

Forte über die Mannschaft des FCZ:

«Wir haben mehr Qualität als damals bei GC, die Spieler sind lediglich verunsichert. Die Spieler sind momentan unter eigenem Wert geschlagen, die Spieler müssen befreit auf den Platz kommen, das ist Kopfsache!»

Forte über die Zukunft:

«Es ist noch nicht wichtig, über die Zukunft zu sprechen. Das interessiert mich im Moment noch nicht. Es geht derzeit nur darum, den Klassenerhalt zu schaffen, damit der FCZ auch in der nächsten Saison in der Super League spielt.»

Forte erklärt, warum er beim Spiel gegen Lugano nicht im Stadion war:

«Ich habe den Match am TV verfolgt, bewusst ging ich nicht ins Stadion aus Respekt vor Sami Hyypiä. Das hätte nur zu Gerüchten geführt. Aber ich habe nicht mit dem Job geliebäugelt. Klar, ich kenne die Mechanismen und den Fussball, es ist irgendwann normal, dass etwas passiert. Das habe ich auch schon selber genug oft erfahren.»

Forte über sein «Sabbatical»:

«Ich habe viel gelernt. Ich war vier Tage bei Pep Guardiola. Das war interessant. Ausserdem war ich bei Sassuolo in Italien und habe mir viele Bundesliga-Spiele angeschaut.»

13.05.2016; Zuerich; Fussball Super League; FC Zuerich -  Der neue Trainer Uli Forte an einer Pressekonferenz
 (Steffen Schmidt/freshfocus)

Mit einem «Hallo mitenand» beginnt Forte sein Engagement beim FCZ.
Bild: freshfocus

Forte über sein ehemaliges Engagement bei GC:

«Ich habe früher Red Star trainiert. Ich bin ein Zürcher. Ich war früher im Hardturm an GC-Spielen, ging aber auch oft FCZ schauen. Es gab nie nur einen Klub.» Der einzige neutrale Zürcher? «Der einzige richtige Zürcher!»

«Ich war kein Leben lang GC-Trainer und glaube nicht, dass die Fans jetzt überlegen, wo Uli Forte vorher war. Ich hoffe, die Fans helfen mit. Sie sind ein wichtiger Faktor. Eindrücklich, wie die Südkurve immer dagestanden hat. Sie war immer voll. Das brauchen wir weiterhin.»​

Fortes Werdegang

Forte war seit seiner Entlassung bei YB im letzten August ohne Job. Der 42-Jährige coachte zu Beginn seiner Karriere den FC Red Star und den FC Wil, bevor er 2008 zum FC St.Gallen wechselte. Mit den Ostschweizern schaffte er 2009 die Rückkehr in die Super League.

2013 führte er die Grasshoppers zum Cupsieg und auf Rang 2 in der Super League. Doch bereits nach dieser einen Saison verliess Forte die Grasshoppers für ein erstklassig dotiertes Angebot aus Bern.

ZUR SOFORTIGEN ENTLASSUNG VON YB TRAINER ULI FORTE STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - YB Trainer Uli Forte mit leichter Bestuerzung waehrend dem Spiel, aufgenommen am Samstag, 1. August 2015, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen gegen die Berner Young-Boys in der AFG Arena in St. Gallen. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Als YB-Trainer zuletzt glücklos: Uli Forte.
Bild: KEYSTONE

Der 42-Jährige führte dort ein zuvor kriselndes YB zu den Rängen 3 und 2, ehe zu Beginn der dritten Saison das baldige Out folgte. Die Entlassung in Bern konnte Forte nicht so einfach verdauen, da er wenige Wochen zuvor noch Signale der Wertschätzung seiner Tätigkeit erhalten hatte. Nun gilt seine ganze Konzentration dem FCZ. (pre/zap/sda)

Ohne Worte: Der Untergang des FCZ gegen Lugano in Bildern

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