Sport
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Super League, 1. Runde

St.Gallen – Luzern 0:2 (0:0)

Thun – Xamax 2:2 (0:1)

Schiedsrichter Lionel Tschudi konsultiert den VAR im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC St. Gallen 1879 und dem FC Luzern im Kybunpark in St. Gallen, am Samstag, 20. Juli 2019. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Schiedsrichter Tschudi nimmt einen Elfmeter für St.Gallen nach dem Kontakt mit dem VAR zurück. Bild: KEYSTONE

VAR-Drama in St.Gallen! Luzern profitiert doppelt – Thun holt Punkt gegen neun Neuenburger

St.Gallens Fluch gegen Luzern überträgt sich auch in die Super-League-Saison 2019/20. Die Ostschweizer verlieren ihr Auftaktspiel gegen den FCL durch zwei späte Gegentore und zweifachen VAR-Einfluss.



St.Gallen – Luzern 0:2

Die Super League hat bereits am 1. Spieltag die erste grosse VAR-Kontroverse: St.Gallen erwischt gegen Luzern einen starken Start und kriegt in der 16. Minute nach einer Grätsche von Lazar Cirkovic an FCSG-Stürmer Axel Bakayoko einen Elfmeter zugesprochen.

Doch der VAR schreitet ein und Schiedsrichter Lionel Tschudi schaut sich die Szene am Spielfeldrand noch einmal am Bildschirm an. Prompt entscheidet sich der Unparteiische um: Statt Elfmeter für St.Gallen gibt es Gelb für Schwalbe gegen Bakayoko.

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Die Frage aller Fragen: Hat Cirkovic Bakayoko wirklich getroffen? bild: screenshot teleclub

Ein fragwürdiger Entscheid: Denn eigentlich darf der VAR nur nach einer klaren Fehlentscheidung des Schiedsrichters einschreiten. Doch selbst nach mehrmaligem Studium der entsprechenden Szene in fünf verschiedenen Kamera-Einstellungen ist nicht klar ersichtlich, ob Cirkovic Bakayoko wirklich getroffen hat oder nicht.

Der VAR-Entscheid im Video.

FCSG-Sportchef Alain Sutter:

«Von der Tribüne sah es nach einem ganz klaren Elfmeter aus. Auch die Reaktion von Bakayoko zeigt, dass ein Kontakt stattgefunden haben muss.»

Was sagst du zum VAR-Entscheid in St.Gallen?

St.Gallen lässt sich vom nicht gegebenen Penalty jedoch nicht aus der Ruhe bringen und powert weiter. Weil die Durchschlagskraft auf den letzten Metern fehlt, sind Topchancen aber Mangelware. Die Beste macht Luzern-Goalie Marius Müller in der 28. Minute mit einer Doppelparade gegen Victor Ruiz und Jérémy Guillemenot zunichte. Und auch nach der Pause kommt St.Gallen nicht an Müller vorbei: Nach einem Kopfball von Captain Silvan Hefti ist der deutsche Neuzugang wieder zur Stelle und verhindert den Gegentreffer mirakulös.

Das Drama erreicht in der 85. Minute seinen Höhepunkt: Weil St.Gallen-Keeper Dejan Stojanovic Luzerns Lucas Alves bei einem Kopfball-Abschluss mit den Fäusten trifft, entscheidet Schiri Tschudi nach VAR-Studium zu Recht auf Penalty für die Gäste.

Dieser Fall ist klar: Stojanovic trifft Alves am Kopf.

Blessing Eleke verwandelt wenig später souverän zum glücklichen 1:0 für die Innerschweizer. In der Nachspielzeit macht Christian Schneuwly mit dem 2:0 alles klar und während die Luzerner auf dem Platz den Sieg zum Saisonstart bejubeln, quittiert das St.Galler Publikum das Geschehen rund um den VAR mit einem gellenden Pfeifkonzert. Es ist definitiv eine ärgerliche Niederlage zum Saisonstart für die Ostschweizer, die zehnte in Folge gegen Luzern.

Kurios:

Thun – Xamax 2:2

Im Duell der beiden meistgenannten Abstiegskandidaten erwischt Xamax in Thun den besseren Start. Das 1:0 für die Gäste in der 26. Minute fällt nach einem Freistoss von Raphael Nuzzolo: Thuns Basil Stillhart wird in der Mauer am Ellbogen getroffen, worauf Schiedsrichter Alessandro Dudic sofort auf den Punkt zeigt. In der Wiederholung ist keine klare Fehlentscheidung zu sehen, weshalb der VAR nicht eingreift. Nuzzolo verwandelt den Penalty weniger später souverän.

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Der Ellbogen von Stillhart geht zum Ball – der Penalty-Pfiff ist vertretbar. bild: screenshot teleclub

Kurz nach der Pause hat Simone Rapp den Ausgleich auf dem Fuss, doch der Rückkehrer trifft nur den Pfosten. Wenige Sekunden später zappelt der Ball dann auf der anderen Seite im Netz: Einen Konter schliesst Nuzzolo herrlich zum 2:0 ab.

Thun kann aber sofort reagieren und kommt drei Minuten später durch einen verwandelten Foulpenalty von Dejan Sorgic zum 1:2 heran. Weil zwischen der 74. und 79. Minute Xamax' Taulant Seferi und Pietro Di Nardo mit Gelb-Rot vom Platz fliegen, spielt Thun zehn Minuten vor Schluss plötzlich mit zwei Mann mehr. Und die Berner Oberländer nutzen die numerische Überzahl auch aus: In der 80. Minute erzielt Simone Rapp den vielumjubelten 2:2-Ausgleich.

Die Telegramme:

St. Gallen - Luzern 0:2 (0:0)
11'672 Zuschauer. - SR Tschudi.
Tore: 87. Eleke (Foulpenalty) 0:1. 95. Schneuwly (Schulz) 0:2.
St. Gallen: Stojanovic; Hefti, Stergiou, Letard, Muheim; Görtler, Quintilla (87. Campos), Ruiz (71. Costanzo); Bakayoko (60. Itten), Guillemenot, Kutesa.
Luzern: Müller; Schwegler, Lucas, Cirkovic, Sidler; Voca, Ndenge; Schulz, Margiotta (68. Demhasaj), Schürpf; Eleke (91. Knezevic).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Vilotic, Lüchinger, Nuhu und Wiss (alle verletzt), Luzern ohne Zibung (nicht im Aufgebot). 83. Kopfball an die Latte von Lucas. Verwarnungen: 18. Bakayoko (Schwalbe nach VAR-Entscheid). 26. Lucas (Foul). 42. Schürpf (Foul). 60. Schwegler (Foul). 62. Schneuwly (Foul). 73. Guillemenot (Foul). 85. Stojanovic (Foul). 89. Müller (Unsportlichkeit).

Thun - Neuchâtel Xamax 2:2 (0:1)
5111 Zuschauer. - SR Dudic.
Tore: 26. Nuzzolo (Handspenalty) 0:1. 52. Nuzzolo (Di Nardo) 0:2. 55. Sorgic (Foulpenalty) 1:2. 80. Rapp (Tosetti) 2:2.
Thun: Faivre; Glarner, Rodrigues (88. Havenaar), Sutter, Joss (64. Tosetti); Castroman, Stillhart, Bigler (78. Chihadeh), Hefti; Sorgic, Rapp.
Neuchâtel Xamax: Walthert; Neitzke, Oss, Djuric; Di Nardo; Gomes, Corbaz (89. Xhemajli), Doudin (66. Mveng), Seydoux; Nuzzolo (87, Haile-Selassie), Seferi.
Bemerkungen: Thun ohne Hediger, Ziswiler, Karlen, Kablan, Hunziker (alle verletzt), Righetti und Wanner (krank), Xamax ohne Dugourd, Kamber (beide verletzt). 51. Pfostenschuss Rapp. 73. Gelb-Rote Karte gegen Seferi (Foul). 79. Gelb-Rote Karte gegen Di Nardo (Foul). Verwarnungen: 13. Doudin (Foul). 26. Stillhart (Hands). 56. Seferi (Foul). 64. Di Nardo (Foul). 67. Rapp (Foul). 92. Djuric (Unsportlichkeit). 93. Walthert (Unsportlichkeit). (pre/sda)

Die Tabelle:

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bild: screenshot srf

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