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Panama's Alberto Quintero holds up a T-shirt to celebrate his team's qualifying for the 2018 Russia World Cup after defeating Costa Rica 2-1 in Panama City, Tuesday, Oct. 10, 2017. (AP Photo/Arnulfo Franco)

«Panama pa Rusia» – stolz zeigt Alberto Quintero das Souvenir-Shirt. Bild: AP/AP

Rommel, der Kanal und das Kinderbuch: 10 Fakten über WM-Debütant Panama

Nach Island schafft es in der Nacht ein zweites Land, sich zum ersten Mal in seiner Geschichte für Fussball-Weltmeisterschaften zu qualifizieren: Panama. Dank eines Tors in der 88. Minute schlagen die Mittelamerikaner Costa Rica mit 2:1 und reisen deshalb nächsten Sommer nach Russland.



Panama hat sich zum ersten Mal in seiner Geschichte für eine WM-Endrunde qualifiziert. Die «Canaleros» setzten sich wegen der besseren Tordifferenz im Fernduell gegen Honduras durch. Die Entscheidung fiel erst in der 88. Minute: Roman Torres wurde durch seinen Treffer zum 2:1-Sieg gegen Costa Rica zum gefeierten Matchwinner. Umgehend deklarierte der Staatspräsident den heutigen Mittwoch zu einem Feiertag.

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Der Schlusspfiff gegen Costa Rica: Ekstase in Panama-Stadt. Video: streamable

Panama ist ein Fussball-Exot – und auch abseits des grünen Rasens ein für uns Schweizer eher unbekanntes Land.

Wo liegt das?

In Zentralamerika, das Land bildet den Übergang von Nord- zu Südamerika, eingeklemmt von Costa Rica im Westen und Kolumbien im Osten. Dank dem Panamakanal können Schiffe von der Karibik in den Pazifik fahren und dank dieser Abkürzung verdient das Land viel Geld. Panama gilt dadurch als einer der reichsten Staaten Lateinamerikas.

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Rund vier Millionen Menschen leben auf einer Fläche, die knapp doppelt so gross wie die Schweiz ist.

Oh, wie schön ist Panama

Das Kinderbuch mit diesem Titel ist wohl für viele Menschen im deutschsprachigen Raum die grösste Verbindung zum Staat in Mittelamerika. Janoschs Geschichte handelt von einem kleinen Tiger und einem kleinen Bären, die gemeinsam nach Panama reisen.

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Der Trailer zum Kinofilm «Oh, wie schön ist Panama». Video: YouTube/filmportal

Rommel Fernandez

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Der einstige Fussballstar ist ein Nationalheld, dessen Eltern bei der Wahl des Vornamens einen zweifelhaften Geschmack bewiesen. «El Panzer» wechselte 1986 als erster Fussballer Panamas nach Europa (Teneriffa, Valencia, Albacete). Nachdem er 1993 bei einem Autounfall bloss 27-jährig starb, wurde ihm zu Ehren das Nationalstadion in Estadio Rommel Fernandez umbenannt. Dort schafften seine Nachfolger gestern den historischen 2:1-Sieg gegen Costa Rica.

Seine Nachfolger

epa06258092 Roman Torres of Panama, who scored the winning goal, celebrates the victory of the team during the FIFA World Cup CONCACAF qualifier match between Panama and Costa Rica in Panama City, Panama, 10 October 2017.  EPA/ALEJANDRO BOLIVAR

Der Siegtorschütze im entscheidenden Spiel: Roman Torres. Bild: EPA/EFE

Im aktuellen WM-Kader sucht man lange, bis man einigermassen bekannte Namen findet. Man stösst auf Stürmer Gabriel Torres von Lausanne-Sport, der in der vergangenen Super-League-Saison acht Mal traf, in der aktuellen Spielzeit aber noch kein Tor erzielte. Oder man stösst auf Captain Roman Torres (Seattle Sounders), Verteidiger Michael Murillo (New York Red Bulls) oder Mittelfeldspieler Anibal Godoy (San Jose Earthquakes), die ihr Geld in der MLS verdienen. Den grossen Star gibt es in der Auswahl von Panamas Nationaltrainer Hernan Dario Gomez, einem Kolumbianer, nicht.

So fiebern die Reporter dem Schlusspfiff entgegen:

Die grössten Erfolge

Die WM-Qualifikation ist das Beste, was Panama jemals auf einem Fussballplatz geschafft hat. In der Verbandsvitrine setzt wenig Silberware Staub an: Der Erfolg bei der Mittelamerika-Meisterschaft 2009 ist der einzige Titelgewinn der Neuzeit. Hinzu kommen seit 2005 je zwei zweite und dritte Plätze am Gold Cup, der «EM» des CONCACAF-Verbands.

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Historisch: 2009 ist Panama das beste Team Mittelamerikas. Video: YouTube/CONCACAF

Als Panama im letzten Jahr erstmals als Gastteam zur Copa America eingeladen wurde, scheiterte es in der Vorrunde. Einem Sieg gegen Bolivien folgten Niederlagen gegen Argentinien und Chile.

Berühmte Panamaer

Ruben Blades ist ein gefeierter Salsa-Musiker, der schon mit Michael Jackson zusammenarbeitete. Er gründete auch schon eine recht erfolgreiche Partei, war UNO-Sonderbotschafter gegen Rassismus, während fünf Jahren Tourismus-Minister Panamas und spielte in Hollywood-Filmen wie «Once Upon a Time in Mexico» oder «Safe House» mit.

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Ruben Blades: «Decisiones». Video: YouTube/Roberto Delgado

Gefürchtet war der ehemalige Diktator Manuel Noriega, der in den 80er-Jahren die Macht an sich riss. Im Mai starb der Mann, der CIA-Agent und Drogendealer war, nach 27 Jahren im Gefängnis:

Der berühmteste Sportler des Landes ist Irving Saladino. 2008 wurde er in Peking Olympiasieger im Weitsprung – es ist das bislang einzige Olympiagold in Panamas Geschichte und es war erst die dritte Medaille insgesamt nach zwei bronzenen Auszeichnungen des Sprinters Lloyd LaBeach im Jahr 1948.

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Weitspringer Irving Saladino wird Olympiasieger 2008. Video: YouTube/Carlos Enrique Kreitz Estrada

In der von den USA kontrollierten Panamakanalzone kam 1918 Ingenieur Edward Murphy auf die Welt. Von ihm stammt das berühmte Murphy's Law: «Alles was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.»

Panama-Hut

Der berühmte handgeflochtene Strohhut kommt … aus Ecuador. Bekannt ist er dennoch als Panama-Hut. Eine Vermutung für die Verwechslung: Als 1855 ein Hut für Napoleon III. nach Frankreich geschickt wird, wird der Hut in Panama verschifft und die Franzosen glauben daher, dass er aus diesem Land kommt.

Panama Papers

Panamas Finanzgesetze bieten Steuerschlupflöcher, die von reichen Ausländern und Firmen gerne genutzt werden. 2016 kamen durch ein Datenleck eine Unmenge vertraulicher Unterlagen an die Öffentlichkeit. Journalisten enthüllten unzählige Gesetzesbrüche und lösten in vielen Ländern eine Diskussion über Geldwäsche, Steueroasen und Briefkastenfirmen aus.

Auch wir, auch wir … 😉

Der Name «Panama»

Es gibt verschiedene Theorien, weshalb das Land so heisst. Eine der schöneren lautet, dass Panama in einer Sprache der Ureinwohner «viele Schmetterlinge» bedeute. Eine andere, weit verbreitete Version behauptet, Panama sei einst der Name eines Fischerdorfs gewesen, in dessen Gewässern es besonders viel zu holen gab.

Der weltreisende watson-Kolumnist Thomas Schlittler war nur kurz in Panama:

Der beste Balljunge der Welt

Das entscheidende Spiel gegen Costa Rica ist kurz vor dem Ende, nur noch wenige Augenblicke trennen Panama von der Sensation. Ein Balljunge erfasst die Situation deshalb goldrichtig, als das Spielgerät ins Seitenaus fliegt. Er sprintet heran und haut die Kugel vor einem gegnerischen Spieler weg, so dass dieser mit dem Einwurf zuwarten muss.

Ganz anderes Thema: Morgen beginnt in St.Gallen die OLMA!

Video: watson/Emily Engkent

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