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epa07784666 Rangers' manager Steven Gerrard smiles during a press conference in Warsaw, Poland, 21 August 2019. Rangers FC will face Legia Warsaw in their UEFA Europa League playoff, first leg soccer match on 22 August 2019.  EPA/PIOTR NOWAK POLAND OUT

Glasgows bekanntester Mann ist Trainer Steven Gerrard. Bild: EPA

YBs Rumpfteam gegen den grossen Gerrard – FC Basel will die gute Laune mitnehmen

Die Young Boys – oder wer von ihnen verfügbar ist – spielen am Donnerstag am 2. Spieltag der Europa League daheim gegen einen attraktiven Gegner, die Glasgow Rangers. Lugano tritt in St. Gallen gegen Dynamo Kiew an, der FC Basel reist nach Trabzon in die Osttürkei.



Schweizer Meister YB lässt in diesen Wochen viele Kräfte liegen. Mit den Verletzten und Rekonvaleszenten liesse sich eine Mannschaft mit Meisterpotential zusammenstellen. Bei der Auslosung der Europa-League-Gruppen hatten die Berner immerhin das Glück, dass die Reisen an die Auswärtsspiele nicht noch zusätzliche Reserven anzapfen. Die Destinationen Porto, Glasgow und Rotterdam liegen in der Summe 3290 Kilometer Luftdistanz von Bern weg. Die Mannschaft des FC Basel muss demgegenüber 6263 Kilometer zurücklegen, um nach Trabzon, Getafe (Madrid) und Krasnodar zu gelangen. Die Berner haben die weiteste Reise, jene zur 1:2-Niederlage nach Porto, schon hinter sich.

YBs Trainer Gerardo Seoane dürfte noch deutlich vor der Winterpause Miralem Sulejmani, Marvin Spielmann und Christopher Martins wieder zur Verfügung haben, während Sandro Lauper, Ali Camara und Vincent Sierro erst im Frühling eingreifen werden. Aber nie war die Auswahl an starken Spielern so klein wie gerade jetzt vor der Partie gegen die Rangers. Nicolas Moumi Ngamaleu und Roger Assalé haben muskuläre Probleme, und Goalgetter Guillaume Hoarau bekam spät im Match gegen Sion (3:2) am letzten Samstag einen Schlag auf den Fuss. Seoane hofft, wie er an der Medienkonferenz vom Mittwoch im Stade de Suisse sagte, dass er wenigstens einen der drei kurzzeitig Ausfallenden wird einsetzen können.

YBs Guillaume Hoarau, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Sion, im Stade de Suisse in Bern, am Samstag, 28. September 2019. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Auch YB-Goalgetter Guillaume Hoarau ist angeschlagen. Bild: KEYSTONE

Der Star ist der Trainer

Die Glasgow Rangers haben 54 nationale Meistertitel errungen, mehr als jeder andere Fussballklub der Welt. Ein grosser Teil ihres Charismas verdanken sie auch der ewigen Rivalität mit Celtic Glasgow, den legendären «Old-Firm»-Derbys. Letztmals Meister waren sie 2011. Nach dem Bankrott und der Zwangsrelegation 2012 vergingen nur vier Jahre, bis sie wieder in der 1. Division auftauchten. Heute dominieren die «Katholischen» (Celtic) und die «Protestantischen» (Rangers) die Konkurrenz zwischen Aberdeen und Ayr wieder nach Belieben.

epa07803008 Alfredo Morelos (bottom L) of Rangers celebrates with teammates after scoring the winning goal during the UEFA Europa League playoff, second leg soccer match between Glasgow Rangers and Legia Warsaw in Glasgow, Britain, 29 August 2019.  EPA/ROBERT PERRY

Die Rangers qualifizierten sich über die Playoffs für die Europa League. Bild: EPA

Der bekannteste Akteur der Rangers ist der Cheftrainer, der grosse Steven Gerrard. Der ewige Liverpooler, 39-jährig, trainiert die Mannschaft seit letzter Saison, nachdem er sich ein Jahr lang um Liverpools Nachwuchs gekümmert hatte. Der zweite bekannte Name im Kader der Rangers ist der eines Ersatzspielers. Jermain Defoe spielte allein für Tottenham Hotspur 276 Mal (91 Tore). 57 Mal lief er für England ein. Aber nächsten Dienstag wird er 37 Jahre alt, und so wird er von Gerrard hauptsächlich als Joker verwendet – als wirksamer Joker: Mit sechs Toren in sieben Spiele führt Defoe die schottische Torschützenliste an. Das erste Gruppenspiel der Europa League gewannen die Rangers daheim gegen Feyenoord Rotterdam 1:0.

Progres' goalkeeper Sebastien Flauss, left, goes in for a save against Rangers' Jermain Defoe during a Europa League soccer match between Progres Niederkorn and Rangers at the Josy Barthel stadium in Luxembourg, Thursday, Aug. 1, 2019. (AP Photo/Francisco Seco)

Aufgepasst auf Defoe! Auch mit 37 Jahren weiss der Stürmer noch, wo das Tor steht. Bild: AP

FCB in bester Laune

Beim FCB darf man sich in diesen Wochen in die besten Zeiten zurückversetzt fühlen. In der Meisterschaft läuft es, und in der Europa League hätte der erste Auftritt (beim 5:0 daheim gegen Krasnodar) nicht überzeugender sein können.

Trainer Marcel Koller kann auf alle wichtigen Spieler zurückgreifen, sieht man von Stürmer Ricky van Wolfswinkel ab, der für den Rest der Saison ausfallen wird. Aber der Brasilianer Arthur Cabral, zweifacher Torschütze beim 3:0 gegen Luzern, scheint die Lücke schon gefüllt zu haben.

Basels Arthur Cabral jubelt nach seinem Tor zum 2-0, im Super League Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Luzern am Sonntag, 29. September 2019 im Stadion St. Jakob-Park in Basel. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Kann Arthur Cabral auch in der Türkei jubeln? Bild: KEYSTONE

Gegner Trabzonspor spielte in den letzten Jahren regelmässig in den europäischen Wettbewerben. In der Saison 2011/12 reichte es sogar für die Gruppenphase der Champions League. Aus Trabzonspors Kader ragen der 30-jährige englische Stürmer Daniel Sturridge, im Sommer vom FC Liverpool gekommen, und der junge, hochbegabte türkische Mittelfeldspieler Abdülkadir Ömür heraus. Zum Auftakt der jetzigen Gruppenphase verlor Trabzonspor bei Getafe 0:1.

Lugano gegen Kiew in St. Gallen

Wie vor zwei Jahren muss Lugano seine Europa-League-Heimspiele nördlich des Gotthard austragen. Diesmal ist St. Gallen der Schauplatz der Spiele, auf die die Tessiner wegen ihrer gravierenden Probleme in der Super League vielleicht am liebsten verzichten würden.

Lugano's Trainer Fabio Celestini, during the Super League soccer match FC Lugano against Neuchatel Xamax FCS, at the Cornaredo stadium in Lugano, Sunday September  29, 2019. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Fabio Celestini hätte eigentlich auch ohne die Europa League genügend Sorgen. Bild: KEYSTONE/Ti-Press

Gegner Dynamo Kiew ist der bekannteste, aber unterdessen nicht mehr der stärkste Klub der Ukraine. An Schachtar Donezk kommen die Hauptstädter nicht heran. Vor zwei Jahren scheiterte Dynamo in der Champions-League-Qualifikation an den Young Boys, aber seither hat sich das Gesicht der Mannschaft stark verändert. (zap/sda)

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