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Simon Sohm, links, und Becir Omeragic, rechts, beim Zusammenzug der Schweizer Fussball Nationalmannschaft in Pratteln, am Montag, 31. August 2020. Im Rahmen der UEFA Nations League wird die Schweiz Partien gegen die Ukraine und gegen Deutschland bestreiten. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Simon Sohm und Becir Omeragic reisen an bei ihrem ersten Nati-Zusammenzug. Bild: keystone

Darum sind zwei FCZ-Teenager auf Schnupperlehre in der Schweizer Nati

Zwei FCZ-Spieler im Teenager-Alter gehören erstmals zum Kreis der Schweizer Nationalmannschaft: Becir Omeragic (18) und Simon Sohm (19) schnuppern in diesen Tagen Länderspielluft.

Stefan Wyss / keystone-sda



Die beiden haben nicht nur keinen Umweg genommen, sie haben auf dem direkten Weg sogar noch eine Etappe übersprungen. Ohne Einsatz in der U21-Nationalmannschaft wurden Simon Sohm und Becir Omeragic ins A-Team berufen.

«Ich lag zuhause auf dem Bett, als mich mein Trainer Ludovic Magnin anrief und mir zum Aufgebot gratulierte – für die Nationalmannschaft», sagte Sohm vor dem Abflug mit der SFV-Auswahl am Dienstag in die Ukraine, wo am Donnerstag das erste Spiel in der Nations League ansteht.

«Beim FCZ bleibt man als junger Spieler im Team, auch wenn man mal eine schlechte Leistung zeigt.»

Simon Sohm

Dass Ludovic Magnin die beiden Teenager über die Beförderung in die Nationalmannschaft informierte, passte zur bisherigen Karriere der beiden Youngsters. Ihren Trainer beim FC Zürich erwähnen beide unisono als den wichtigsten Begleiter in dieser ersten Phase der Profi-Karriere. «Ich habe vor zwei Jahren von Servette zum FC Zürich gewechselt, weil ich wusste, dass Magnin die jungen Spieler einsetzt in der Super League», erklärte Omeragic.

Würdigung für den FCZ

So kam es, dass der 18-jährige Genfer Omeragic in der abgelaufenen Saison zu 24 Einsätzen in der Super League kam. 19 Mal spielte er von Beginn weg. Der um ein Jahr ältere Zürcher Sohm absolvierte bisher 37 Spiele in der höchsten Liga. In der letzten Saison gehörte er zum Stammpersonal beim FCZ. Beide waren sie Teil einer Mannschaft, die im Kollektiv oft enttäuschte, viele Niederlagen und noch mehr Gegentore kassierte. «Aber man weiss beim FCZ als junger Spieler, dass man im Team bleibt, auch wenn man zwischendurch eine schlechte Leistung zeigt», so Sohm.

«Wir reden nicht nur davon, junge Spieler zu fördern, wir machen das auch.»

Ancillo Canepal, FCZ-Präsident

Die Berufung von Sohm und Omeragic ins Nationalteam ist auch eine Würdigung für die Philosophie des FCZ. Nämlich konsequent auf den eigenen Nachwuchs zu setzen sowie auf einen Trainer, der diesem das Vertrauen schenkt. «Wir investieren viel in die Ausbildung und waren der erste Verein, der vom SFV als Leistungszentrum zertifiziert wurde. Wir wissen, wie man junge Spieler ausbildet, wie sie zu fördern und zu fordern sind. Wir reden nicht nur davon, wir machen das auch», sagte FCZ-Präsident Ancillo Canepa unlängst.

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Ein Kurzporträt über Becir Omeragic (Französisch). Video: YouTube/Teleclub Romandie

In dieses Bild passte auch, dass Sohm das erste wichtige Spiel von Beginn weg für den FCZ vor anderthalb Jahren in der Europa League auswärts gegen Napoli absolvierte. In der Super League hatte er zuvor noch nie in der Startformation gestanden. Dennoch lobten die italienischen Medien hinterher den Auftritt des damals 17-jährigen Zürchers. Seine Ruhe am Ball und seine Härte im Zweikampf beeindruckten die Beobachter. «Mein Vorbild ist Paul Pogba. Er bringt alles mit: Technik, Athletik, Offensivdrang», sagte Sohm.

International auf dem Radar

Der italienische Spielerberater Tommaso Manicone, der Sohn von Petkovics Assistenten Antonio Manicone, sagte kürzlich gegenüber der italienischen Presse, Omeragic und Sohm gehörten zu den interessantesten Nachwuchsleuten der Schweiz. Über Omeragic meinte er sogar: «Er ist ein Hochbegabter. In seinem Alter gibt es auch international nicht viele, die besser sind.» Der Boden für einen Transfer ins Ausland ist bestellt. Es scheint klar, dass Sohm und Omeragic nicht mehr Jahre beim FCZ bleiben werden.

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Einige Highlights von Sohms letzter Saison. Video: YouTube/ProStats Videos

Die nahe internationale Zukunft ist vorerst aber wohl auf das einwöchige SFV-Camp und die Länderspiele gegen die Ukraine und Deutschland beschränkt. In der Nationalmannschaft werden Sohm und Omeragic zunächst kaum dauerhaft bleiben. Das wissen die beiden. Sie absolvieren sozusagen eine Schnupperlehre. Ihre Nomination wurde begünstigt durch die Absenz von acht Spielern, die sonst zum Kader von Nationalcoach Vladimir Petkovic gehören. Auf der Position von Omeragic in der Innenverteidigung mussten Fabian Schär und Eray Cömert absagen. Im zentralen Mittelfeld, da, wo Sohm eingesetzt wird, fehlen Denis Zakaria und Remo Freuler.

Vorerst aber freuen sie sich beim FCZ darüber, wieder einmal Spieler im Kreis der Nationalmannschaft untergebracht zu haben. Im Doppel ist dies seit einem Länderspiel im Juni 2013 und der Nomination der Stürmer Mario Gavranovic und Josip Drmic nicht mehr geschehen. (abu/sda)

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3 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
bokl
02.09.2020 15:50registriert February 2014
Neben den vielen Absenzen spielt es sicher auch eine Rolle, dass die Beiden Doppelbürger sind.
582
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Raembe
02.09.2020 15:41registriert April 2014
Gratuliere den Beiden.
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