Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05419871 Supporters of Portugal celebrate their team's victory at the end of the public viewing of the UEFA EURO 2016 final match between Portugal and France at Terreiro do Paco in Lisbon, Portugal, 10 July 2016. Portugal won 1-0.  EPA/MARIO CRUZ

Portugal ist im Himmel angekommen – alle mögen es ihnen nicht gönnen. Bild: EPA/LUSA

Wer behauptet, der Titel für Portugal sei unverdient, ist nur neidisch – oder sehr naiv

Neid ist bekanntlich die höchste Form der Anerkennung. Dass Portugal gestern den EM-Titel holte, stiess offensichtlich vielen sauer auf. Dabei haben sich Éder und Co. diesen Titel verdient – wer sieben Spiele nicht verliert, hat den Pokal zu Recht gewonnen.



Durch die Gruppenphase gemogelt

Drei Unentschieden in der Gruppenphase. Deshalb war bereits der Einzug in die K.o.-Phase für viele unverdient, doch der Schein trügt: Portugal hatte in der Gruppenphase förmlich die «Scheisse am Fuss kleben». Gegen Island (27:4 Torchancen), Österreich (23:3) und Ungarn (19:10) war das Team von Fernando Santos jeweils deutlich überlegen.

Im letzten Gruppenspiel gegen Ungarn geriet Portugal zudem drei Mal in Rückstand und zeigte Moral. Mit dem Bewusstsein, dass ein Remis für die K.o.-Phase reicht, war nur logisch, dass die Portugiesen das Unentschieden mitnahmen. Dass der Modus fragwürdig ist, steht ausser Frage, aber da kann Portugal doch nichts dafür. 

FILE - The July 11, 1982 file photo shows Italian captain and goalkeeper Dino Zoff, right, holding the World Cup trophy aloft,after the presentation ceremony, in Santiago Bernabea Stadium, Madrid. Italy defeated West Germany in the Final by three goals to one.  On Thursday, June 28, 2012 both team face each other again in the second Euro 2012 soccer championship semifinal match. (AP Photo)

Italien holte 1982 den Weltmeistertitel – mit drei Unentschieden in der Gruppenphase.
Bild: WCSCC AP

1982 wurde Italien mit drei Unentschieden übrigens Gruppenzweiter (dank der mehr erzielten Tore gegenüber Kamerun) und anschliessend noch Weltmeister – von wegen sowas gab's noch nie.

Die «einfache» Tableau-Hälfte

Einfache Hälfte? Quatsch. Die Fussball-«Grossmächte» Spanien, Italien, England, Deutschland und Frankreich waren zwar alle in der gleichen Tableau-Hälfte, wirklich überzeugt hat aber keine dieser Mannschaften. Oder hat dich das «vorweggenommene Finale» zwischen Italien und Deutschland vom Sofa gerissen? Eben.

Portugal hat im Achtelfinal mit Kroatien übrigens eine der besten Mannschaften an diesem Turnier ausgeschaltet. Auch Polen und Wales sind keine einfachen Gegner, davon können Deutschland (0:0 gegen Polen) und Belgien (1:3 gegen Wales) ein Liedchen singen. Wir haben an dieser EM einmal mehr gesehen: Gegen Teams die gut Verteidigen können, ist es unglaublich schwierig zu spielen. 

Portugal goalkeeper Rui Patricio saves a penalty by Poland's Jakub Blaszczykowski during the Euro 2016 quarterfinal soccer match between Poland and Portugal, at the Velodrome stadium in Marseille, France, Thursday, June 30, 2016. Portugal won 5-3 in a penalty shootout. (AP Photo/Frank Augstein)

Gegen Polen brauchte es im Penaltyschiessen die langen Arme von Rui Patricio.
Bild: Frank Augstein/AP/KEYSTONE

Nur ein Sieg nach 90 Minuten

Portugal hat aber auch keines der sieben Spiele verloren. Musste in den K.o.-Spielen zwei Mal in die Verlängerung und hatte dennoch die Kraft, auch gegen Frankreich 120 Minuten zu spielen und sogar den Siegtreffer zu erzwingen. 

Und so sind Turniere halt: Es reicht nicht, fast immer zu gewinnen – du darfst nie verlieren, dann holst du den Pott. 

Ein unverdienter Titel

Portugals Titel ist unverdient? Weil sie Frankreich das Spieldiktat überlassen haben? Die Portugiesen waren gegen den Gastgeber doch klarer Aussenseiter, haben gerade Mal 11 Millionen Einwohner und sind damit nach Dänemark das Land mit der zweittiefsten Einwohnerzahl, das Europameister wurde. Während Island, Wales und Co. für destruktiven Fussball gelobt wurden, muss sich Portugal wegen einem defensiven Spiel schämen? 

Portugal goalkeeper Rui Patricio, right, celebrates with Pepe winning the Euro 2016 final soccer match between Portugal and France at the Stade de France in Saint-Denis, north of Paris, Sunday, July 10, 2016. (AP Photo/Thanassis Stavrakis)

Pepe, Rui Patricio und Co. haben dafür gesorgt dass die Null steht.  Bild: Thanassis Stavrakis/AP/KEYSTONE

One-Hit-Wonder Éder

Éder hat genau ein wichtigstes Tor in seiner Karriere geschossen. Na und, wofür kennt man denn Mario Götze in ein paar Jahren noch?

Wer hätte es sonst verdient?

Fussballerisch war die ganze EM doch ziemlich durchwachsen, um es nett auszudrücken. Wer im Final ein Spektakel erwartete ist ziemlich naiv. Das macht den Titel von Portugal aber nicht unverdienter, an dieser EM gab es schliesslich keine Mannschaft, die wirklich zu überzeugen vermochte.

Ronaldos Ausfall

Alleine wegen Ronaldo hat Portugal diesen Titel verdient. Wie intensiv dieser Mann für den Fussball lebt ist schwer beeindruckend – das hat nun auch Sportchef Fehr eingesehen. So bitter die Verletzung von Ronaldo war, so sehr hat er mit Portugal diesen Titel verdient.

Erst Tränen des Schmerzes, dann solche der Freude: So verlief Cristiano Ronaldos EM-Final

Der Fussball schreibt oft die schönsten Geschichten

Märchenprinz Volker Eckel legt GC mit 300-Millionen-Versprechen aufs Kreuz

Link zum Artikel

Die Schweizerin Nicole Petignat pfeift als erste Frau ein Europacup-Spiel der Männer

Link zum Artikel

Marco van Basten schiesst den «ewigen Zweiten» mit seinem Traumtor zum EM-Titel

Link zum Artikel

Mit dem letzten Spiel im Hardturm gehen 78 Jahre Schweizer Fussball-Geschichte zu Ende

Link zum Artikel

Ein Carlos Varela in Höchstform: «Heb de Schlitte, du huere Schissdrägg»

Link zum Artikel

«Decken, decken, nicht Tischdecken» – als man(n) im TV noch über Frauenfussball lästerte

Link zum Artikel

Jay-Jay Okocha demütigt Oliver Kahn und drei Verteidiger mit einem Wahnsinnstanz

Link zum Artikel

«Hoch werd mas nimma gwinnen» – der legendäre Ösi-Galgenhumor beim 0:9 gegen Spanien

Link zum Artikel

Nati-Goalie Zuberbühler schiebt die Schuld für ein Riesen-Ei dem «Blick» zu

Link zum Artikel

Martin Palermo schafft's ins Guinness-Buch – weil er 3 Penaltys in einem Spiel verschiesst

Link zum Artikel

Der «entführte» Raffael wird zum Fall für die Polizei – und muss ein Nachtessen blechen

Link zum Artikel

Ronaldo kämpft vor dem WM-Final mit dem Tod – warum er trotzdem spielt, bleibt ein Rätsel

Link zum Artikel

Roberto Baggios Penalty in die Erdumlaufbahn lässt ganz Italien weinen

Link zum Artikel

Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

Link zum Artikel

Andrés Escobar wird nach einem Eigentor an der WM mit 12 Schüssen hingerichtet

Link zum Artikel

«Oh Zinédine, pas ça!» Zidanes Kopfstoss im WM-Final gegen Materazzi erschüttert die Welt

Link zum Artikel

Cabanas fordert Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel

Ailton wettert: «For mi das nicht Profi-Mannschaft, das nicht Profi-Fussball. Unglaublig»

Link zum Artikel

Das schlimmste Foul im Schweizer Fussball: Gabet Chapuisat zertrümmert Lucien Favres Knie

Link zum Artikel

Der Goalie mit Pudelmütze sorgt für eine der grössten Sensationen der Fussball-Geschichte

Link zum Artikel

Filipescu macht den FC Zürich in Basel in der 93. Minute zum Meister

Link zum Artikel

Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Die Schweiz versinkt im Flaggenmeer: So schön feierten die Portugiesen den EM-Titel

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

49 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
natzenwe
11.07.2016 13:10registriert May 2015
Wobei sich die Aufzählung noch erweiteren lassen:
- unter Fernando Santos noch kein Spiel verloren
-mutige Einwechslung Eder (Sturmspitze) für R. Sanches (Mittelfeld)
Zeigt einfach das Portugal immer einen Plan und den Willen zum Sieg hat! Das schöner Offensivfussball nicht unbedigt zum Pan gehörte, kann ihen doch nicht vorgeworfen werden! Allein das Resultat und der Sieg zählen im Fussball! Wer Stilnoten mag soll Eiskunstlaufen schauen!!
7817
Melden
Zum Kommentar
NWO Schwanzus Longus
11.07.2016 12:20registriert November 2015
Ich kann nicht verstehen wie man den Griechen den Titel 2004 nicht gönnen kann, si wurden verdient Europameister nach dem sie Frankreich (Topfavorit) und Tschechien (Geheimfavorit) in der KO Phase schlugen sowie Portugal zweimal besiegt haben die auch Topfavoriten waren. Nur 0815 FussballEventfans behaupten es seie unverdient. Griechenland hatte eben die Taktik mit der sie am Erfolgreichsten Spielen konnten. SolcheTeam verfügen nicht über die Spielerischen Mittel um Schön zu spielen. Würden sie so spielen würden sie kassierenund immer die gleichen gewinnen.
596
Melden
Zum Kommentar
Randy Orton
11.07.2016 12:21registriert April 2016
Danke, es scheint soch noch Sportjournalisten zu geben, denen Fakten wichtiger sind als gezupfte Augenbrauen und Huh-Rufe.
6615
Melden
Zum Kommentar
49

«Froh, dass ich immer noch klar im Kopf bin» – Pelé wird 80 Jahre alt

Er gilt als einer der grössten Fussballer aller Zeiten: Edson Arantes do Nascimento, kurz Pelé, feiert heute Freitag seinen 80. Geburtstag.

Die legendäre Nummer 10 gewann mit Brasilien drei WM-Titel und gilt zusammen mit dem Argentinier Diego Armando Maradona als bester Fussballer aller Zeiten. «O Rei», den König, nennen sie ihn in seiner Heimat. In den vergangenen Jahren hatte Pelé aber immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Edson Arantes do Nascimento kam am 23. Oktober 1940 in der Stadt Três Corações in Minas Gerais in armen Verhältnissen zur Welt. Mit 15 Jahren bestritt er sein erstes Spiel für den FC Santos …

Artikel lesen
Link zum Artikel