DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Kansas City Chiefs free safety Husain Abdullah (39) celebrates after making an interception and running in for a touchdown during the second half against the New England Patriots at Arrowhead Stadium Sepember 29, 2014 in Kansas City, Missouri.  REUTERS/Mandatory Credit: Denny Medley/USA TODAY Sports   (UNITED STATES - Tags: SPORT FOOTBALL)

Stimmt die Richtung? Husain Abdullah. Bild: X02835

Bet-Skandal nach Touchdown 

Religionsfreiheit steht über den Football-Regeln in den USA — Wie haben Sie es mit dem Beten?

Die US-Football-Profi-Liga NFL pfeift die Schiedsrichter zurück: Sie hatten den Kansas City Chiefs-Defensivspieler Husain Abdullah bestraft, weil er nach einem Touchdown seinen Kopf zum Gebet in den Rasen steckte.



«Salat» nennen die Muslime ihr rituelles Gebet. Fünfmal am Tag soll es verrichtet werden, das Beugen in Richtung Mekka. Einmal zu viel hat sich Husain Abdullah am Montag verbeugt, zumindest, wenn es nach den Schiedsrichtern ginge, die das Football-Spiel zwischen den Kansas City Chiefs und den New England Patriots leiteten.

abspielen

Sie hatten sein Team aus Kansas mit einer Raumverluststrafe über 15 Yards belegt, weil Abdullah nach einem Touchdown seine Stirn für einige Sekunden auf den Boden presste. Die Unparteiischen hatten die Aktion als «unsportliches Verhalten» taxiert. Zu-Boden-Gehen fällt gemäss Regel 12, Abschnitt 3, Artikel 1 unter die Kategorie «exzessiver Jubel». Eigentlich.

Doch nun hat die NFL das Urteil kritisiert. Denn es gibt eine Ausnahme der Regel. Geht ein Spieler aus religiösen Gründen auf den Boden, darf es keine Strafe geben.

Ibrahim Hooper vom Rat Amerikanisch-Islamischer Beziehungen hatte laut der Zeitung «Huffington Post» von der NFL gefordert, das Verhältnis zu Gebeten zu klären. Er verwies auf die zahlreichen christlichen Spieler, die ihre Tochdowns betend auf den Knien feierten, wie etwa der ehemalige NFL-Star Tim Tebow. Hooper war denn auch erfreut über den raschen Entscheid des Verbandes.

Der umstrittene Entscheid sorgte auf den sozialen Netzwerken für viele Reaktionen. Abdullah selbst veröffentlichte das Bild der Szene auf seinem Instagram-Account. Mit dem Kommentar: «Subhana Rabbial-'Ala (Glory be to my Lord The Most High)».

Wie haben Sie es eigentlich mit betenden Sportlern?

Abdullah, hatte 2012 dem Football für eine Saison den Rücken gekehrt, um die Pilgerreise nach Mekka, Haddsch, zu absolvieren. Diese gehört genauso wie das Gebet und das Einhalten des Ramadan zu den fünf Säulen des Islam. US-Präsident Barack Obama hatte Husain Abdullah und seinen Bruder Hamza 2011 zum Fest des Fastenbrechens ins Weisse Haus eingeladen. (kad)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Schmutziges Eishockey – wie Lausanne «Krieg» auf dem Eis führt

Hat Lausannes Captain Mark Barberio versucht, Zürichs Topskorer und Leitwolf Sven Andrighetto zu verletzen? So scheint es. Er ist vorsorglich für eine Partie gesperrt worden und gegen ihn laufen gleich zwei Verfahren, die ihn bis Saisonende vom Eisfeld verbannen könnten. Ein Rückfall ins finstere Mittelalter des nordamerikanischen Hockeys.

Das hässliche Wort «Krieg» sollten wir im Sport eigentlich tunlichst vermeiden. Aber die Nordamerikaner verwenden es in der Eishockey-Sprache. Sie …

Artikel lesen
Link zum Artikel