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Dortmund kassiert zum Saisonabschluss eine heftige Klatsche. Bild: imago images / Poolfoto

Kommentar

Sorry Marco Reus, aber der BVB hat eben doch ein Mentalitätsproblem

Statt die Saison mit einem Sieg positiv abzuschliessen, lässt sich ein unmotiviertes Borussia Dortmund von Hoffenheim im eigenen Stadion mit 0:4 vom Platz schiessen. Die Partie hat gezeigt, warum der BVB im Meisterschaftsrennen gegen die Bayern stets den Kürzeren zieht.



Ende September 2019. Die Coronakrise war noch weit weg. Borussia Dortmund spielte auswärts in Frankfurt trotz zweimaliger Führung nur 2:2. Die Gegentore kassierte der BVB kurz vor der Pause und nur wenige Minuten vor dem Schlusspfiff. Captain Marco Reus nahm vor den laufenden Kameras sichtlich angesäuert Stellung.

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Das Interview von Marco Reus. Video: streamable

Auf die Frage, ob das Problem in den Köpfen liege, meinte der 31-Jährige:

«Woah, das geht mir so auf die Eier mit euch. Mit eurer Mentalitätsscheisse. Ganz ehrlich. Ist das Ihr Ernst jetzt? Das war jetzt ein Mentalitätsproblem? Ist das euer Ernst? Komm schon, wir haben uns dumm angestellt beim 2:2, auf jeden Fall. Aber kommt mir jetzt nicht mit eurem Mentalitätsscheiss. Jede Woche immer dieselbe Kacke.»

Marco Reus

Dortmunds talentiertester Einzelspieler hat vielleicht auch so empfindlich reagiert, weil der TV-Reporter den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

Springen wir im Zeitstrahl nach vorne: Ende Juni 2020. Die Bundesliga-Saison geht nach der Coronapause zu Ende. Für Dortmund geht es im letzten Spiel um nichts mehr. Entsprechend unmotiviert steht die Mannschaft auf dem Feld und lässt sich von Hoffenheim gleich mit 0:4 abschiessen.

epa08512397 Goalkeeper Roman Buerki of Borussia Dortmund during the Bundesliga match between Borussia Dortmund and TSG 1899 Hoffenheim at Signal Iduna Park on June 27, 2020 in Dortmund, Germany.  EPA/Martin Rose / POOL DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Roman Bürki war nach der Klatsche gegen Hoffenheim ziemlich sauer. Bild: keystone

Viele BVB-Profis scheinen die Klatsche ziemlich gleichgültig hinzunehmen, nur einer ist richtig sauer: Goalie Roman Bürki. Er fasst nach dem Spiel zusammen:

«Das sind die kleinen Spiele, die Punkte, die uns am Ende immer fehlen. Bayern hat diese absolute Winner-Mentalität. Wir nicht.»

Roman Bürki

Auch hier: Nagel. Kopf. Volltreffer.

Borussia Dortmund fehlt es an Charakter, an diesem Willen, in jeder Situation um jeden Preis siegen zu wollen. Es ist eben tatsächlich ein Mentalitätsproblem.

Das zeigt dieses letzte Saisonspiel gegen Hoffenheim genau so wie das 0:2 gegen Mainz zwei Wochen zuvor und diverse andere Punktverluste gegen vermeintlich kleine Mannschaften. Auch die ängstlichen Auftritte in den Direktduellen mit den Bayern sind ein Resultat dieses Problems. Lucien Favre – so brilliant er als Taktiker auch ist – schafft es nicht, seine Mannschaft in den wichtigen Momenten entscheidend zu motivieren.

Ein Charakterproblem lässt sich auch neben dem Platz erkennen. Immer wieder kam es während der Saison zu vermeidbaren Unruhen rund um die Mannschaft. Da wurde Manuel Akanji kurz vor der Saison seines Amtes als dritter Captain enthoben. Und immer wieder fiel insbesondere Jungstar Jadon Sancho negativ auf. Er kassierte Bussen, weil er mit eintägiger Verspätung aus einer Länderspielpause zurückkehrte und weil er während der Corona-Quarantäne unzureichend geschützt zum Coiffeur ging.

Aus all diesen Gründen konnte die Borussia die Münchner trotz deren Fehlstart auch diese Saison nicht gefährden. Während sich der BVB von Hoffenheim abschlachten liess, feierten die Bayern einen diskussionslosen 4:0-Sieg in Wolfsburg. Auch beim Meister ging es um nichts mehr, doch dort werden unmotivierte Auftritte offensichtlich nicht toleriert.

Es scheint, als hätte sich der BVB mit der Rolle des ewigen Zweiten abgefunden. Daran ändert sich auch nichts, wenn man vor der Saison den Meistertitel als Ziel herausgibt. Die Taten auf dem Feld sind grösser als die Worte.

Die sportliche Führung Dortmunds muss deshalb dringend über die Bücher und die Mentalität innerhalb der Mannschaft hinterfragen und entsprechende Korrekturen vornehmen. Tut sie das nicht, steht sie in einem Jahr wieder vor der gleichen Situation.

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Sunaru
29.06.2020 13:58registriert March 2019
Was mich besonders ärgert ist, dass so unglaublich viele Leute auf Favre rumhacken und zwar seit er beim BVB ist. Die Spieler sind doch keine Kinder, die vom Trainer noch motiviert werden müssen! Favre macht seinen Job Klasse, er hat den besten Punkteschnitt von allen BVB-Trainern, 84 Tore in einer Saison sind ebenfalls Rekord. Klopp brauchte 3 Saisons, bis er Dortmund zu einem Titel führte, aber Favre solls sofort schaffen, mit einem sehr jungen und "wilden" Kader (mit brillanten aber auch heiklen Spielern wie Sancho). Dieses Ständige Bashen aus den eigenen Reihen schadet dem Team am meisten.
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demian
29.06.2020 13:02registriert November 2016
Bayern hat nun einmal mehr solche Mentalitäts- und Führungsspieler im Kader. Das hat nicht einmal gross etwas mit dem Alter zu tun wie man am Beispiel von Kimmich sieht.
Ich denke das liegt vorallem an der Stärke der Mannschaft. Bei Bayern ist die Leistungsdichte so extrem hoch, dass Spieler ohne die Gewinnermentalität sich nie durchsetzen können.
Da kann Favre dann relativ wenig dafür.
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Sir Albert
29.06.2020 12:28registriert June 2020
Ich verstehe dieses BVB-Bashing nicht. Es kam schon immer vor, dass Mannschaften Spiele abgeschenkt haben, in denen es um nichts mehr ging. Hätte Herr Bürgler etwas recherchiert, hätte er gemerkt, dass sein Positiv-Beispiel, der FCB, in den vergangenen Jahren öfters ebenfalls Spiele zum Schluss der Saison abgeschenkt hat.
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