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FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - FEBRUARY 14:  Fans of Frankfurt welcome the teams with a choreography for the Bundesliga match between Eintracht Frankfurt and FC Schalke 04 at Commerzbank-Arena on February 14, 2015 in Frankfurt am Main, Germany.  (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Die Fans von Eintracht Frankfurt galten zuletzt als besonders enthusiastisch. Bild: Bongarts

Kommentar

Fans im Stadion?! Frankfurt steht mit dem seltsamen Entscheid quer in der Landschaft

Das Achtelfinal-Hinspiel der Europa League zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Basel wird morgen Abend vor vollen Rängen stattfinden. Der Entscheid und die Begründung der Behörden erstaunen.



Ganz Europa ist vom Coronavirus betroffen. Ganz Europa? Nein. Ein Bundesland im Herzen Deutschlands ist bislang mehr oder weniger verschont geblieben. «In Hessen gibt es 35 Fälle bei sechs Millionen Einwohnern», sagt René Gottschalk, der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts. Und deshalb folgert er: «Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass man sich da infizieren kann, liegt bei Null.» Das Spiel gegen den FC Basel könne «bedenkenlos» ausgetragen werden.

Nun ist der Leiter einer Gesundheitsbehörde unbestritten wesentlich qualifizierter als ein Sportredaktor, wenn es darum geht, das Risiko zu beurteilen. Aber der Sportredaktor reibt sich dennoch verwundert die Augen.

Ist es denn nicht so, dass sich das Virus quer über den Kontinent verbreitet? Dass überall Sportanlässe abgesagt oder ohne Zuschauer durchgeführt werden? Dass von denjenigen, die sich noch nicht infiziert haben, Solidarität verlangt wird? Sie zuhause bleiben sollen, möglichst nicht pendeln, möglichst nicht unter Leute gehen?

Sollten die Hessen nicht froh sein, dass sie erst so wenige Infizierte haben? Sollten sie sich nicht darum kümmern, dass diese Zahl so gering wie möglich bleibt? Wurde uns nicht beigebracht, dass sich die Ausbreitung verzögere und sie weniger verheerend sei, je früher harte Massnahmen ergriffen werden?

Die Frankfurter Behörden haben Auflagen für das Europa-League-Spiel gegen den FC Basel erlassen. Wer erkältet oder erkrankt ist, soll ebenso wenig im Stadion erscheinen wie Risikopatienten. Und was, wenn sich auch nur einer nicht daran hält und das Virus unter die Leute bringt? Was, wenn es ein Basler Anhänger in die hessische Oase einschleppt?

Alles sehr theoretisch, schon klar. Vor zwei Wochen hätte ich noch gelacht. Aber nach allem, was in den vergangenen Tagen seitens der Schweizer Behörden unternommen wurde, steht für mich der Ernst der Lage fest.

Basel players celebrates their win against APOEL during the Europa League round of 32 first leg soccer match between APOEL and FC Basel at GSP stadium, in Nicosia, Cyprus, Thursday, Feb. 20, 2019. (AP Photo/Petros Karadjias)

Basler Spieler feiern mit mitgereisten Fans den Sieg über APOEL Nikosia in der letzten Runde. Bild: AP

«Für uns als Spieler ist es morgen vermutlich die vorerst letzte Möglichkeit, in diesem Stadion vor diesen wunderbaren Fans zu spielen», sagte Frankfurts Schweizer Nationalspieler Djibril Sow heute Mittag. Denn die Eintracht wird zwar gegen den FCB mit Fans im Stadion antreten dürfen, nicht aber am Sonntag in der Bundesliga. Da kommt mit Borussia Mönchengladbach ein Team «aus einer Region, wo es Übertragungen gegeben hat», wie das Frankfurter Gesundheitsamt verlauten lässt.

Ich masse mir kein Urteil zur Arbeit der hessischen Behörden an. Aber verstehen kann ich den Entscheid, der völlig quer in der Landschaft steht, nicht. Ausserdem können sich die Ereignisse derzeit jederzeit überschlagen. Selbst Professor Gottschalk, der Leiter des Gesundheitsamtes, betonte: «Sollte sich die Lage noch drastisch ändern, kann sich die Entscheidung natürlich noch ändern. Auch bis morgen.»

Diskussion über Rückspiel

Für morgen in einer Woche ist das Rückspiel angesetzt, doch in Basel kann es nicht stattfinden. Die Kantonsbehörden haben eine Austragung untersagt. Nun wird diskutiert, wann und wo es gespielt wird.

Probleme gibt es auch anderswo. Viele Partien werden ohne Zuschauer stattfinden. Die Mannschaft der AS Roma konnte heute nicht zum Hinspiel nach Sevilla fliegen, weil Spanien dem Flugzeug aus Italien keine Landeerlaubnis erteilte. Der Präsident von Getafe sagte, sein Klub verliere lieber forfait gegen Inter, als sich in Mailand in Gefahr zu begeben: «Wir wollen nicht ins Epizentrum des Coronavirus reisen.»

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bieler95 11.03.2020 17:35
    Highlight Highlight Naja, jetzt kommt gerade die Meldung rein das es trotzdem ohne Fans stattfindet..
  • Sauäschnörrli 11.03.2020 16:50
  • mrgoku 11.03.2020 15:39
    Highlight Highlight Immer kommt man mit EU pipapo "eine einheit" "alle für einen" etc...

    aber jedes land, und gar jedes bundesland, kanton, region, what ever handelt und macht wie es will...

    ist zwar drastisch aber ich bin der meinung wenn man schon so die kriese schiebt, dann sollte ganz europa die selben bedingungen haben und nicht einer so der andere so....

    wie will Hessen wissen ob ein fan der Eintracht in Gladbach lebt und dort hin reist für das spiel? er muss sich nicht einmal krank fühlen und schon geht die party los...
    • Amboss 11.03.2020 17:05
      Highlight Highlight Naja viel eher hört man die Stimmen von der EU als Koloss, der alles entscheidet und den Nationalstaaten, Bundesländern etc... keine Luft lässt.

      ich denke, man sieht jetzt mal wieder, dass das eben nicht so ist....
  • Âventiure 11.03.2020 15:18
    Highlight Highlight 35 Fälle bei sechs Millionen Einwohnern? Na, dann wird es aber Zeit, was positives dazu beizutragen, und wenn es nur die Diagnose ist.
  • Varanasi 11.03.2020 15:09
    Highlight Highlight Denke, dieser Entscheid steht noch auf der Kippe - siehe Berlin.
    Spahn kann das übrigens nicht entscheiden. Durch das förderale System In Deutschland werden diese Entscheidungen vor Ort getroffen. Der Bund kann nur empfehlen.
    Denke hier geht es, wie so oft, wieder mal nur um das Geld.
    Benutzer Bild
  • Hagel Hans 11.03.2020 15:02
    Highlight Highlight Noch einmal: Das Risiko, sich im täglichen Pendlerverkehr anzustecken ist x-tausendmal höher, als eine Ansteckung im Fussballstadion.

    Deshalb: guter Entscheid!
    • Papedipupi 11.03.2020 15:18
      Highlight Highlight Einfach mal etwas schreiben. 🙄
    • Hagel Hans 11.03.2020 15:24
      Highlight Highlight Schreib doch einfach mal Dein Gegenargument auf :-)

      Elf Millionen Menschen in Deutschland benötigen für ihren Weg zur Arbeit täglich mindestens 30 Minuten, teilt das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung mit.
    • joerckel 11.03.2020 15:31
      Highlight Highlight ....und dies ohne zu überlegen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Militia 11.03.2020 14:57
    Highlight Highlight Als ob sich das Virus um Hessen scheren würde.
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  • c_meier 11.03.2020 14:54
    Highlight Highlight wie ich heute gehört habe, waren etliche Schweizer am Samstag 07.03.2020 in Freiburg beim Spiel Freiburg gegen Union Berlin...
    jeder kann sich ja selber die möglichen Konsequenzen denken bei 24'000 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion...
  • Peter R. 11.03.2020 14:47
    Highlight Highlight Es ist nicht zu fassen was in unserem nördlichen Nachbarland passiert. Fussball-Stadien mit vollen Zuschauerrängen, Desaster in der Kommunikation von Gesundheitsminister Spahn, Merkel die Panik macht und nichts unternimmt ausser fremde Hygieneartikel zu blockieren, Spitäler welche über fehlende Materialien klagen etc.
    • Varanasi 11.03.2020 16:09
      Highlight Highlight Könntest du deine Punkte näher ausführen bitte:
      Wo macht Merkel Panik?

      Welche Fußballstadien sind noch voll?
      Wo lag das Desaster bei Spahn?
      usw.
      klingt für mich mehr nach Bashing als nach handfesten Argumenten.
    • c_meier 11.03.2020 17:59
      Highlight Highlight Spahn hat soweit ich weiss nicht die Befugnis Zuschauer bei Veranstaltungen zu verbieten.

      Dies ist in Deutschland auf Landes- oder Kreisstufe geregelt. (wäre in der Schweiz wohl der Kanton oder sogar Region)
      Spahn hat getan was er konnte und die Empfehlung abgegeben, Anlässe über 1000 Personen nicht mehr mit Publikum durchzuführen.
      Das Verbot aussprechen müssen dann in untergeordneten Stellen.
  • Dr. Cooper 11.03.2020 14:47
    Highlight Highlight Ich mag die Geisterspiele ja auch nicht aber wenn wir schon zu Hause bleiben sollen will ich nicht auf den Fussball verzichten.....
    Die Spiele zu verschieben wie in der Schweiz führt nur neue Probleme mit sich oder glauben die ernsthaft ich besuchen danach 2 Heimspiele pro Woche?!
    • Pipikaka Man 11.03.2020 14:57
      Highlight Highlight Kinderkommentar. Es wird wegen der Sicher- und Gesundheit getan, wie will man Fussballspiele stattfinden lassen, wenn Zich tausende von Menschen eng im Stadion sitzen und nur so Viren herumschleudern? Denkst du im ernst die Ligen werden noch fertig gespielt?
    • Pipikaka Man 11.03.2020 14:59
      Highlight Highlight Ausserdem können sich auch die Spieler auf dem Feld anstecken. Sieht man bei Olympiakos und Arsenal, sowie Hanover. Fussballer und Vereinsmitarbeiter müssen auch geschützt werden. Es gibt nunmal kein Anrecht auf Fussball im TV glotzen.
    • P. Meier 11.03.2020 16:08
      Highlight Highlight @ Ferd Blue; kennt man den genauen Ort der Infektion bei den Fussballern? Ich zweifle,dass die Ansteckung von den Zuschauern kommt?
  • Pipikaka Man 11.03.2020 14:45
    Highlight Highlight Wenn Basler oder deren Spieler infiziert worden sind, dann können wir wohl abschätzen, warum und von wo.
  • The oder ich 11.03.2020 14:44
    Highlight Highlight Die wissen halt nicht, dass der FCB am Rande der Todeszone der Schweiz mit 50% der Todesfälle tschuttet
    Benutzer Bild
    • Brockoli 11.03.2020 15:40
      Highlight Highlight Allerdings werden dort die Menschen gerade zum Seifenboss weitergebildet. Das wird das Virus nun stoppen.
  • Mr. Spock 11.03.2020 14:37
    Highlight Highlight Logic clearly dictates that the needs of the many outweigh the needs of the few.

    Logik schreibt klar vor, dass die Bedürfnisse vieler, die Bedürfnisse einiger übersteigen.

    Setzt euren Verstand ein und setzt die Gesundheit vieler nicht aufgrund eurer Eigeninteressen aufs spiel!
  • pacoSVQ 11.03.2020 14:37
    Highlight Highlight Dann müssen sie es halt auf die harte Tour lernen. Schade dass die falschen (med. Personal) darunter leiden werden.
  • Nonkonformist 11.03.2020 14:33
    Highlight Highlight Die hessischen Behörden sind offenbar die einzigen Vernünftigen im Moment.
    • Amboss 11.03.2020 14:47
      Highlight Highlight Hehe, immer witzig, solche Kommentare von Leuten die weit weg sitzen und null Verantwortung zu tragen haben.
    • Sandro Lightwood 11.03.2020 15:08
      Highlight Highlight Passiert, wenn man zwanghaft Nonkonformist ist. Das Resultat ist ein verkappter Zynismus.
    • TJ Müller 11.03.2020 16:44
      Highlight Highlight Nonkonformist, wir reden in 4 Wochen nochmal darüber, wie harmlos alles ist. Aber dann ist wahrscheinlich der Staat Schuld, da er zuwenig getan hat.
  • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 11.03.2020 14:33
    Highlight Highlight Unglaublich! Die Verantwortlichen dafür gehören wegen grobfahrlässiger Tötung in den Knast.
    • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 11.03.2020 15:32
      Highlight Highlight An die Blitzer. Sorry ihr habt ja Recht. Das ist natürlich nicht grobfahrlässig, sondern eventualvorsätzlich.
    • Winschdi 11.03.2020 17:36
      Highlight Highlight Welche Tötung?
    • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 11.03.2020 23:52
      Highlight Highlight Na also. Geht doch. Gratuliere den Verantwortlichen dass sie sich um entschieden haben. Menschenleben hat mehr Wert als das Geld aus Ticket-Verkäufen.
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Kommentar

Das Ende der Berner Sportwelt wie wir sie kannten

Die Berner Kantonsregierung verbietet bis auf Weiteres Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen. Es ist das Ende des Berner Sportes mit den SCL Tigers, dem SC Bern, Biel und YB. Dieser Alleingang der Berner lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Eine Regierung dreht durch.

Zuerst einmal ein paar Reaktionen auf den Alleingang der Berner. Hockey-Ligadirektor Denis Vaucher ist fassungslos. «Wir haben alle Schutzkonzepte umgesetzt und es hat bei den Spielen nicht das kleinste Problem gegeben. Weil die Berner Regierung den Ausbau des Contact-Tracing verschlafen hat, gibt es nun diese Regelung.»

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