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epa08598160 Yannick Marchand of Basel (C) reacts after the UEFA Europa League quarter final match between Shakhtar Donetsk and FC Basel in Gelsenkirchen, Germany, 11 August 2020.  EPA/Wolfgang Rattay / POOL

Gegen Schachtar Donezk konnte der FCB nicht mithalten. Bild: keystone

Kommentar

Ein unwürdiger Abschied des FC Basel nach einer grossen Kampagne

Der FC Basel ist im Viertelfinale gegen Donezk absolut chancenlos und scheidet nach 1:4 aus der Europa League aus.

Céline Feller / CH Media



Es sind 40 Minuten gespielt in Gelsenkirchen, da ist über die Mikrofone ein Ausruf eines Basler Spielers zu hören. Man solle ihm den Buckel runter rutschen – nur etwas weniger schön ausgedrückt. Eben ist der Abschluss von Marcos Antonio an das Lattenkreuz geknallt, einen Nachschuss kann Raoul Petretta durch eine Fluggrätsche verhindern.

Es wäre das 3:0 für Schachtar Donezk gewesen und das endgültige Ende aller Basler Hoffnungen. Wobei diese schon zu diesem Zeitpunkt klein sind. Sie sind dies bereits nach nicht einmal zwei gespielten Minuten.

Denn dann muss Djordje Nikolic, die neue Basler Nummer 1, ein erstes Mal hinter sich greifen. Weil er Sekunden zuvor beim Rauskommen daneben greift, Junior Moraes im Raum zwischen Omar Alderete und Fabian Frei sträflich alleine gelassen wird und per Kopf zum 1:0 trifft.

Ähnlich unbeholfen zeigt sich die nach der Sperre Eray Cömerts neu formierte Basler Defensive beim 0:2. Jasper Van der Werff, Cömerts Ersatz, köpft in der Vorwärtsbewegung in die Füsse des Gegners, nach einem schnellen Umschalten, einem cleveren Diagonalpass sowie einem Querpass durch den Basler Strafraum landet das Spielgerät beim ungedeckten Taison. Dieser trifft via Freis Knie zum 2:0.

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Die Highlights des Spiels im Video. Video: YouTube/Teleclub Zoom

Gerade einmal 22 Minuten sind zu diesem Zeitpunkt um. Aber bereits da ist für alle Verfolger dieser Partie klar: Dieses Basel wird gegen dieses Donezk keinen Weg zurück finden. Die Ukrainer sind eine Nummer zu gross, zu abgezockt, zu stark individuell sowie zu perfekt eingestellt.

Zu viele Basler Unsicherheiten

Aber es liegt nicht ausschliesslich an der Qualität des Gegners, der sich noch ein bisschen mehr zum Geheimfavoriten in diesem Finalturnier mausert. Es liegt vor allem auch an der Darbietung des FCB. Sinnbildlich dafür steht Frei. Im Nachgang des Frankfurt-Spiels noch als «Mister Europacup» geadelt, ist er gestern bei den ersten beiden Toren mitschuldig und so früh verwarnt, dass er sich zurück nehmen muss.

Nicht nur Frei, sondern alle Basler wirken im Vergleich zu den bisherigen Europacup-Auftritten in dieser Saison nicht so gierig, präsent und auf den Punkt bereit. Die schwächelnde Defensive und die kaum vorhandene Präsenz vor dem gegnerischen Tor ergänzen die Misere.

«Wir wussten, dass es schwierig werden würde. Wir hätten einen sehr guten Tag haben müssen und Schachtar einen schlechten. Aber sie hatten halt selber einen guten Tag. Deshalb war für uns nicht viel zu holen. Trotzdem bin ich stolz auf unsere Mannschaft, auch auf ihre ganze Kampagne. Schachtar hat uns nicht viele Chancen gegeben, und die wenigen Chancen, die wir hatten, haben wir nicht genutzt. Schachtar hat eine unglaubliche Qualität in der Mannschaft, auch mit seinen Brasilianern.»

Das Fazit von Valentin Stocker nach dem Spiel. quelle: sda/srf

Es ist zu wenig auf diesem Niveau. Im Spielaufbau sind lange Bälle Alderetes und Energieanfälle Silvan Widmers die einzigen Lichtblicke. Die kleine Leistungssteigerung nach der Pause reicht nicht. Es fehlen Genauigkeit und Ideenvielfalt in den Abschlüssen. Der Anschluss zum 1:4 durch Ricky van Wolfswinkel kommt viel zu spät.

FC Basel's Ricky van Wolfswinkel, right, scores his side's opening goal during the Europa League quarter finals soccer match between FC Shakhtar Donetsk and FC Basel at the Veltins-Arena in Gelsenkirchen, Germany, Tuesday, Aug. 11, 2020. (Wolgang Rattay/Pool Photo via AP)

Ricky van Wolfswinkel gelingt immerhin noch der Basler Ehrentreffer. Bild: keystone

Der Cup als Trostpflaster

Nur wenige Minuten nach dem Ehrentreffer hallt ein Pfiff durch die leere Veltins-Arena. Das Spiel ist zu Ende, und damit auch der Basler Traum vom zweiten Halbfinal-Einzug der Vereinshistorie. Es ist das Ende einer bis zu diesem Spiel grossen Kampagne des FC Basel in Europa.

Es ist aber auch das baldige Ende des Schweizer Fussballs auf den grössten Bühnen des europäischen Fussballs. Denn mit dem Ausscheiden im Viertelfinale verbleibt die Schweiz in der Koeffizienzwertung auf Rang 17. Dieser befähigt ab der Saison 2021/2022 nur noch zum Start in der Conference League, Plätze für die Champions sowie die Europa League gibt es nicht mehr. Das ist ein Rückschlag für die Schweiz, ihre Reputation und die Attraktivität der Liga.

Für den FCB bleibt also nur noch der Cup. In diesem stehen die Basler schon im Halbfinal. Es könnte nach einer verpatzten Meisterschaft und einem unwürdigen Abschied in Europa ein versöhnliches Ende werden.

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