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Weitere Nati-Legende tot: Fritz Künzli stirbt nach langer Krankheit



Der Captain des FC Zuerich Fritz Kuenzli haelt nach dem 1:0-Sieg beim Cup-Final zwischen dem FCZ und dem FC Basel am 22. Mai 1972 im Wankdorfstadion in Bern den Siegerpokal in die Hoehe. (KEYSTONE/Str)

So kannte man ihn: Künzli im FCZ-Trikot mit Meisterpokal. Bild: KEYSTONE

Wenige Wochen nach dem Tod von Köbi Kuhn trauert die Fussball-Schweiz um eine weitere Legende: Fritz Künzli ist im Alter von 73 Jahren im Beisein seiner Frau Monika Kaelin gestorben.

Künzli war wie Kuhn über Jahre hinweg eine dominante Figur beim FC Zürich. Mit den Stadtklub gewann er zweimal den Meistertitel. Zudem spielte Künzli für Winterthur und Lausanne.

FCZ-Praesident Ancillo Canepa, der ehemalige Schweizer Nationaltrainer Jakob Koebi Kuhn und der ehemalige FCZ Spieler Fritz Kuenzli, von links, schauen ein Bild an anlaesslich der Verabschiedung von Jakob Kuhn am Freitag, 12. September 2008 auf der Fritschiwiese in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Kuhn und Künzli. Bild: KEYSTONE

Für die Nationalmannschaft bestritt Künzli in den 60er und 70er Jahren 44 Spiele und traf 15 Mal ins Netz. Mit der SFV-Auswahl nahm er an der WM 1966 in England teil.

Künzli war der Mittelstürmer der klassischen Prägung. In der Nachkriegszeit ab der Saison 1945/46 brachten es nebst ihm nur zwei andere Stürmer fertig, für zwei verschiedene Vereine insgesamt dreimal Torschützenkönig zu werden. Dies waren Peter Risi ab 1978 für Zürich und Luzern sowie in der jüngsten Zeit Seydou Doumbia für YB und Basel.

Den Hattrick als Torschützenkönig realisierte Künzli in der Saison 1977/78, als er mit 32 Jahren im Herbst der Karriere für Lausanne spielte. Als er den FCZ im Sommer 1973 verliess, spielte er zunächst drei Saisons für den FC Winterthur. In seiner besten Saison, 1967/68, erzielte er 28 Meisterschaftstore. Künzlis Gesamtbilanz von 201 Toren in 313 Spielen ist unerreicht.

Als 17-Jähriger hatte Künzli in einer 2.-Liga-Auswahl auf dem Letzigrund im Vorspiel einer Europacup-Begegnung des FCZ gegen Galatasaray Istanbul mitgewirkt und wurde dort vom damaligen FCZ-Präsidenten Edy Naegeli entdeckt und zum FCZ geholt.

Künzli beendete trotz neuer Perspektiven seine KV-Lehre. Ab der Saison 1964/65 war der Goalgetter aus dem Fanionteam des FCZ nicht mehr wegzudenken. Er lief so direkt in den gegnerischen Strafraum, schoss und köpfelte derart schnell, dass die Gegner schwindlig gespielt wurden und die FCZ-Mittelfeldstrategen Köbi Kuhn und Rosario Martinelli immer eine Anspielstation fanden.

Vier Cupsiege, zwei Meistertitel, vier Titel als Torschützenkönig (Rekord), 44 Länderspiele mit 17 Toren erspielte Künzli in den folgenden Jahren, wobei für den FCZ ein Glück war, dass Italien ab 1968 die Grenzen für Spieler aus dem Ausland schloss. Denn an Angeboten fehlte es nicht – Goalgetter von Künzlis Klasse waren rar.

Die AC Milan wollte Künzli nach seinen zwei Toren beim legendären 7:1-Sieg über Rumänien noch just im letztmöglichen Moment unter Vertrag nehmen. Künzli hatte bereits einen Vorvertrag unterschrieben, doch scheiterten die Verhandlungen an der Hartnäckigkeit des Präsidenten Naegeli, der sein Juwel unter keinen Umständen ziehen lassen wollte, auch nicht zu Bordeaux und zahlreichen anderen Vereinen, die um die Gunst des Glarners warben.

ZUM 70. GEBURTSTAG DES EHEMALIGEN SCHWEIZER FUSSBALLSPIELERS FRITZ KUENZLI AM FREITAG, 8. JANUAR 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Singer Monika Kaelin and her partner, former soccer player Fritz Kuenzli, pose during the friendly women's soccer match between Switzerland and the under-23 team of Sweden, in Wohlen, Switzerland, Wednesday August 12, 2009. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Kälin und Künzli. Bild: KEYSTONE

Nach Abschluss seiner Karriere führte Fritz Künzli an der Seite seiner Gattin Monika Kaelin jahrelang das Restaurant Ochsen in Zürich, war später im Aussendienst für Baur au Lac Vins tätig, spielte oft und gerne mit Freunden Tennis, ehe ihn die Krankheit ans Bett fesselte und er zusehends schwächer wurde.

Unser herzlichstes Beileid. (aeg)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Fox on the Run 22.12.2019 17:55
    Highlight Highlight Ende 70er hatten sie das "Revolution" an einer Seitengasse der Langstrasse.
    Es lief Jimi Hendrix, The Who, Ten Years After, Led Zeppelin usw.
    • Larry 22.12.2019 18:46
      Highlight Highlight Das war Anfang der 70er Jahre, hatte aber nichts mit Fritz und Monika zu tun, die hatten viel später den Ochsen nähe Langstrasse. Das "Revolution" ist im Film «Zwischen 12 und 12 – 24 Stunden rund um die Langstrasse» verewigt.
      Play Icon
  • Larry 22.12.2019 14:18
    Highlight Highlight Rest peacefully Fritz. Zur Bildlegende: Dies ist nicht der Meisterpokal sondern die Sandoz Trophäe für den Cup.
  • Rasta281 22.12.2019 12:35
    Highlight Highlight Mit Künzli, Kuhn und Grob sind die drei wohl grössten FCZ-Legenden innerhalb kurzer Zeit verstorben. Ein sehr trauriges Jahr für den Stadtclub. Herzliches Beileid an alle Angehörigen.
    • The fine Laird 22.12.2019 13:51
      Highlight Highlight "Stadtclub"
  • Sport wie früehner 22.12.2019 12:07
    Highlight Highlight R.I.P. 😥

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