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ARCHIV ? ALS VORSCHAU AUF DIE LAUBERHORN-ABFAHRT IN WENGEN IM BERNER OBERLAND, SCHWEIZ, AM 18. JANUAR 2020 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Didier Defago of Switzerland clears the Silberhorn jump during the men's Ski World Cup downhill race, in Wengen, Switzerland, Saturday, January 17, 2009. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Olympiasieger Didier Défago beim Silberhornsprung. Bild: KEYSTONE

So kämpfen Berner Politiker um den Erhalt der Lauberhorn-Rennen

Der Streit zwischen dem Skiverband Swiss-Ski und den Veranstaltern der Lauberhornrennen hat die Politik auf den Plan gerufen. Zahlreiche Berner Nationalratsmitglieder haben einen offenen Brief unterzeichnet und ein Ende des Machtkampfs gefordert.



Die Weltcup-Skirennen am Lauberhorn seien sportlich, gesellschaftlich und volkswirtschaftlich von grösster Wichtigkeit, heisst es in dem vom Berner SVP-Nationalrat Lars Guggisberg verfassten Schreiben, das der «Blick» am Freitag publik machte. Der Ski-Klassiker in Wengen habe eine weltweite Ausstrahlung, nicht nur im Sport, sondern auch im Tourismus. Werde der Anlass aus dem Weltcup-Kalender gestrichen, stünden tausende Arbeitsplätze im Berner Oberland auf dem Spiel.

«Wir fordern Sie eindringlich auf, sich noch einmal an den Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden, damit die Lauberhornrennen auch in Zukunft weiterhin stattfinden können», wenden sich die Poltikerinnen und Politiker an die Chefs von Skiverband und Rennorganisation. Und weiter: «Für die Skination Schweiz ist das Sterben der Lauberhornrennen undenkbar. Wir setzen grosses Vertrauen in Sie und bitten Sie, alles daran zu setzen, dass das Undenkbare nicht eintritt.»

Der Streit zwischen dem Skiverband um Präsident Urs Lehmann und dem Organisationskomitee der Lauberhornrennen um Urs Näpflin schwärt schon geraume Zeit. Seit diesem Jahr weiss auch die Öffentlichkeit darum. Gestritten wird um Einnahmen aus Fernsehrechten und deren Verteilung. Der Fall ist beim internationalen Sportgerichtshof hängig. Aus diesem Grund beantragte der Skiverband, den Weltcup-Klassiker am Lauberhorn ab 2022 provisorisch aus dem längerfristigen Rennkalender des Weltverbandes zu streichen. Dagegen wehren sich die Wengener Organisatoren heftig.

Zermatt schon in den Startlöchern

Sollte das «Lauberhorn» tatsächlich vom Rennkalender gestrichen werden, könnte davon Zermatt profitieren. Der Wintersportort plant zusammen mit dem italienischen Nachbarn Valtournenche die Durchführung von Damen- und Herrenabfahrten des Skiweltcups.

Im Wallis will man die Anstrengungen aber nicht als Konkurrenz verstehen: «Es ist nicht unsere Absicht, Wengen etwas wegzunehmen. Dieser Klassiker soll nicht aus dem Skizirkus verschwinden, denn er ist für den Schweizer Tourismus und den Skisport essenziell», wird der Zermattter Kurdirektor Daniel Luggen in einer Mitteilung zitiert. Diese Haltung widerspreche aber nicht dem Vorhaben der Destination Zermatt-Matterhorn, ihre eigenen Weltcuppläne voranzutreiben.

Die Lauberhronrennen gehören zusammen mit den Rennen auf der «Streif» in Kitzbühel zu den bekanntesten Skirennen der Welt. Das Traditionsrennen im Berner Oberland fand erstmals in den 1930-er Jahren statt. Die Wertschöpfung der Rennen für die Region ist nicht unbeträchtlich. Eine Studie für das Jahr 2002 spricht von 9 Millionen Franken. (ram/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jürg Müller - Der Katzenmann 23.05.2020 23:36
    Highlight Highlight Na ja, seit zig Jahren schaue ich nur noch Wengen / Kitz. Da ich Schichtarbeiter bin, ist eines weniger jetzt nicht soo schlimm. Für Zermatt werde ich sicher nicht aufstehen.

    Aber für so ein Theater, wie es der Windweltmeister (und sonst nur eine Pfeife) veranstaltet, habe ich null Verständnis. Der soll mal seine seine eigenen Kügelchen fressen. Oder selber Taxi fahren. Als im Aargau wohnhafter -> schäm hoch zwei
  • zellweger_fussballgott 22.05.2020 17:26
    Highlight Highlight Peinliches Verhalten von Swiss Ski aber auch des OK von Wengen. Jeder denkt für sich selbst, obwohl man sich gegenseitig braucht. Bravo!
  • Leader 22.05.2020 15:43
    Highlight Highlight Ich habe Verständnis für alle Kommentarschreiber die sich für den Weiterbestand der Lauberhornrennen ins (Schreib)Zeug legen.
    Darf ich aber auch darauf hinweisen Swiss Ski hat noch andere Bereiche als die Alpinabteilung. Wenn Wengen auf seine Forderungen pocht- diesen nachgegeben werden sollte ( was ich nicht hoffe) bleibt einfach für die anderen Sparten weniger übrig.
    Dies ist übrigens weder ein Statement für den Gockel Näpflin noch für den gleichen Gockel Lehmann.
    • Jürg Müller - Der Katzenmann 23.05.2020 23:37
      Highlight Highlight Lehmann. Mutschellen. Fragen?
  • Atavar 22.05.2020 15:11
    Highlight Highlight Da wurden aber schwere Geschütze aufgefahren. Immer beeindruckend, diese offenen Briefe.

    Sollte die Problematik wirklich auf die Herren Lehmann und Näpflin beschränkt sein, frage ich mich schon, wie autokratisch diese ihre jeweiligen Gremiumsmitglieder führen.

    Wenn es einfach "um's Geld" geht, dürfte es Moderationsmöglichkeiten seitens Politik geben - ich befürchte aber, dass es um die Verteilung in % geht, also welche "Wichtigkeit" hat welcher Teil der Veranstaltungskette und damit eigentlich nur ein Kampf um Eitelkeiten... (ok, ist niemand gänzlich vor gewappnet)
  • Neemoo 22.05.2020 15:05
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass sich noch andere Politiker und Sportler bezüglich des Lauberhornrennen einsetzten weden.
    Jetzt muss Druck gemacht werden auf der SwissSki Teppichetage!
  • Citizen321 22.05.2020 14:37
    Highlight Highlight Aus dem Brief: “Die Rennen am Lauberhorn sind sportlich, gesellschaftlich und volkswirtschaftlich für unser Land von grösster Wichtigkeit."

    Wirklich? Ich mag das Rennen ja auch, aber so eine wahnsinnige Bedeutung für die Schweiz hat es nun auch nicht...

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