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St. Gallens Cedric Itten, rechts, gegen Thuns Nikki Havenaar, im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Thun, am Sonntag, 28. Juni 2020, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Wird Cedric Itten mit seinem FC St Gallen durch den Spielplan gegenüber FCB und YB benachteiligt? Bild: keystone

Kuriose Erkenntnis: Super-League-Teams mit weniger Tagen Ruhepause gewinnen öfter

In St. Gallen beschwert man sich, dass der FCSG im Vergleich zu anderen Teams öfter weniger Tage Ruhepause zwischen den Spielen als der jeweilige Gegner hat. Doch die Auswertung der entsprechenden Spiele zeigt, dass dies bis jetzt überhaupt kein Nachteil ist. Im Gegenteil.

Jakob Weber / ch media



St.Gallen soll Meister werden. Die Ostschweizer haben es verdient, die spielen mit einer jungen Truppe schönen Offensivfussball. Sie wägen das geringere Budget im Vergleich zu YB und FCB mit Teamgeist auf und zeigen, dass man so sportlich mithalten kann. Der Titel wäre der verdiente Lohn. Oder nicht?

In den vergangenen Wochen witterte man in der Ostschweiz eine Verschwörung. Die Wörter «Benachteiligung» und «Wettbewerbsverzerrung» haben in grün-weissen Fankreisen seit Monaten Hochkonjunktur. Vor Corona war da der VAR, der es nicht immer gut mit den St.Gallern meinte. Schon am ersten Spieltag entschied er bei der 0:2-Niederlage gegen Luzern zweimal gegen die Ostschweizer. Aber vor allem die pingelige Wiederholung des Elfmeters von Guillaume Hoarau tief in der Nachspielzeit beim 3:3 im Spitzenspiel gegen YB hinterliess Ende Februar Spuren. «Als wollte man das Leicester der Schweiz nicht», titelte die Lokalpresse.

Es gibt Argumente für eine Benachteiligung

Und das «St. Galler Tagblatt» sucht auch nach dem Restart fleissig wettbewerbsverzerrende Benachteiligungsgründe. So fand der Fan-Kolumnist heraus, dass St.Gallen im Vergleich zur Konkurrenz aus Basel und Bern überdurchschnittlich oft weniger Ruhetage hat als der jeweilige Gegner: «Wettbewerbsverzerrung par excellence!» sei das.

Dazu spielt St.Gallen einmal mehr als Basel und zweimal mehr als YB in der brütenden Nachmittagshitze um 16 Uhr. Das schlaucht. Und natürlich passt es der Liga, dass der coronabedingt quarantänisierte FCZ ausgerechnet gegen Basel und YB mit der U21 beziehungsweise ohne Training spielen muss. Gratispunkte und Tore für YB und FCB gegen den FCZ, der in dieser Saison alle drei Spiele gegen den FSCG gewann und am Samstag gesund und munter zum Duell mit den Espen lädt.

Der Club selber hat sich bemerkenswerterweise nie kritisch zu all diesen Themen geäussert. Trainer Peter Zeidler und sein Team verzichten bislang auf Alibis und nehmen es sportlich. Vielleicht sind sich Zeidler und Co. aber auch einfach bewusst, dass die Benachteiligungs-Theorien teilweise Humbug sind. Vor allem die Ruhetags-Wettbewerbsverzerrung existiert schlicht nicht.

Die Auswertung der 44 Super-League-Spiele nach dem Restart zeigt, dass Teams mit weniger Ruhetagen als der Gegner sogar öfter das Spiel gewinnen als Teams mit mehr Ruhetagen. In dieser Statistik steht es 10:7 für die Schnellwiederspieler.

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Bild: jaw/ch media

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sir Riley 22.07.2020 16:11
    Highlight Highlight Verschwörungen haben ja sowieso gerade Hochkonjunktur. Wieso sollte das in der Super League anders sein?
  • Gondeli 22.07.2020 15:41
    Highlight Highlight Eishockeyspieler wissen das schon lange...
    • Blocher Jo 22.07.2020 17:30
      Highlight Highlight @ Gondeli. Ach komm schon. Ein Fussballer hat pro Spiel 90 Einsatzminuten, ein Hockeyspieler vielleicht 20 Minuten!
  • Jean Jacques Nagulagg 22.07.2020 14:23
    Highlight Highlight Wenn man schon weinen will, dann schon eher wegen den Anspielzeiten. YB durfte sehr oft am „kräfteschonenden“ Abend ran, verglichen mit dem restlichen Spitzenduo. Ne?

    Nur so. Sagt ein YB Fan 😉
  • Enliro89 22.07.2020 12:36
    Highlight Highlight Nach meinem befinden wird in der Super League von den Fans, wie auch von Präsidenten, Trainer und Spieler überdurchschnittlich viel über Benachteiligungen beklagt. Villeicht wäre mehr Konzentration auf das beeinflussbare von Vorteil. Gerade zbs. bei YB war das für mich die wichtigste Entwicklung der letzten Jahren auf dem Weg zu den Meistertiteln.
    • Bene883 22.07.2020 13:43
      Highlight Highlight Stimme ich völlig zu. Auch wenn es nicht offensichtlich ist, aber ich denke, dieser Wechsel im Mindset ist v.a. Christoph Spycher zuzuschreiben, der es geschafft hat, den Kulturwechsel mit klugen Positionsbesetzungen zu fördern.
  • Jonaman 22.07.2020 12:15
    Highlight Highlight Ähm, jakob weber scheint wohl das Prinzip von Korrelation und Kausalität nicht zu verstehen. Teams gewinnen nicht WEIL sie weniger Pause haben.

    Es geht darum, die gleichen Voraussetzungen zu schaffen. Und weder die unterschiedliche Anzahl Pausentage zwischen Spielen noch das Spielen der FCZ U21 gegen direkte Konkurrenten schafft gleiche Voraussetzungen.

    Da spielt doch überhaupt keine Rolle, wie viele Punkte YB, Basel und SG bisher gegen Zürich geholt haben! Dass ein Journalist überhaupt dieses Argument aufgreift zeigt eigentlich, dass er von sportlichem Wettbewerb keine Ahnung hat.
    • Felix Meyer 22.07.2020 12:55
      Highlight Highlight Das ist doch Quatsch. Gleiche Voraussetzungen für alle wird es nie geben, irgendetwas ist immer. Und für jede Mannschaft werden sich je nach Sichtweise an manchen Orten Benachteiligungen finden lassen.
    • Kyle C. 22.07.2020 13:18
      Highlight Highlight Ist kein Quatsch, Felix. Natürlich gibt es immer ein Vor- oder Nachteilchen, welche sich wieder ausgleichen dürften. Aber ein gleicher Spielrhythmus sollte man erwarten dürfen. Aber die TV-Gelder eben... Das mit dem FCZ war nun halt einfach Pech, aber wie Jona sagt, es ist nicht relevant, wie der FCSG bisher abgeschnitten hat gegen FCZ. Nochmals, soll keine Ausrede sein, aber wegdiskutieren kann man das auch nicht. Der Club hat sich diesbezüglich bisher auch vorbildlich verhalten und ich hoffe, dass man diese Haltung auf dem Feld vertreten wird in den nächsten Partien.
    • Jonaman 22.07.2020 13:19
      Highlight Highlight Ja aber man kann alles tun dafür, dass die Voraussetzungen für alle gleich sind. Es wäre möglich gewesen, den Spielplan so zu erstellen, dass alle Teams gleich viele Tage Pause haben wie der jeweilige Gegner. Ich werfe dem SFV in dem Punkt nicht einmal Absicht vor, aber sie haben nun mal ungleiche Voraussetzungen geschaffen, ganz einfach.
  • Eskimo 22.07.2020 12:08
    Highlight Highlight Das sind Profis. Wieso sollten sie wegen 2 bis 3
    90minütigen "Spaziergängen" pro Woche erschöpft sein?
    • BVB 22.07.2020 14:24
      Highlight Highlight Spaziergänge? LMAO
    • Eskimo 22.07.2020 14:30
      Highlight Highlight @BVB
      Durchschnittlich 10 bis 11 km in 90 Minuten ist definitiv ein Spaziergang. Mache ich jeden Sonntag mit meinen Kindern. Wer damit Mühe hat sollte sich nicht Sportler nennen.
    • beautyq 22.07.2020 14:43
      Highlight Highlight Da hat einer noch nie selbst Fussball gespielt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • McStem 22.07.2020 12:01
    Highlight Highlight An der Stelle sollte man vielleicht noch anmerken, dass der "Fan-Kolumnist" eine sehr grün-weisse Brille hat und meines erachtens gerne Dinge zu sehr aufbauscht.

    Anmerken möchte ich noch, dass es darauf ankommt, gegen wen eine Mannschaft spielt. YB gegen Xamax z.B. sollte es keine grosse Rolle spielen. Abschliessend kann das sowieso erst am Ende sagen. Vielleicht landet SG auf Platz 1, dann haben sich alle vergebens aufgeregt.

    Wer eine Verschwörung wittert sollte sich übrigens über Zufallsgenartoren schlau machen. Ich denke nämlich nicht, dass der Plan von Hand gemacht wird.
    • rauchfrei 22.07.2020 12:13
      Highlight Highlight @McStem: wir haben ja schon vorhin diskutiert, aber jetzt mal eine wirklich ernst gemeinte Frage. Du schreibst: "Abschliessend kann das sowieso erst am Ende sagen. Vielleicht landet SG auf Platz 1, dann haben sich alle vergebens aufgeregt." Heisst das im Umkehrschluss, dass man bei einem knappen Meisterschaftsausgang zu Ungunsten von SG den Spielplan bzw. Corona als Grund für die verpasste Meisterschaft sehen würde? Und nicht z.B. die verlorenen Spiele gegen Thun oder Zürich?
    • Staedy 22.07.2020 12:47
      Highlight Highlight Der Fan-Kolumnist hat das typische SG Syndrom. Hinter allem sieht er Verschwörung und Schlechtes. Stammtischgeschwätz aus dem Café. Dabei hätte es so viel Gutes zu berichten. Zum letzten Absatz: Am Ende eben doch. Ist ja kein Zufall, dass in de letzten Runde YB gegen SG spielt. Die Festlegung der Spieltage und Anspielzeiten erfolgt durch die SFL in Absprache mit Teleclub. Von Hand. Dadurch ergeben sich auch die unterschiedlichen Ruhetage.
    • McStem 22.07.2020 13:07
      Highlight Highlight @rauchfrei: Nein, heisst es nicht. Der Ärger hätte einfach eine Berechtigung gehabt. Als hinkender Vergleich:

      Wenn ich beim Darts vermehrt die 1 und nicht die 20 treffe rege ich mich darüber auf (während dem Spiel). Werde ich knapp 2. freue ich mich im nachhinein troztdem, da ich eigentlich so richtig schlecht bin. Gewinne ich ist mir aber sowieso alles egal.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Luca89 22.07.2020 11:47
    Highlight Highlight Hmmm, wirklich überraschend. Würden sich die Journalisten mal mit Trainingswissenschaft beschäftigen, wüssten sie, dass man nach einem 90' Fussballspiel innerhalb 24h körperlich erholt ist.
    • Connor McJesus 22.07.2020 12:06
      Highlight Highlight Und das behauptest du auf Basis von welcher genauen Quelle?
    • Kyle C. 22.07.2020 12:36
      Highlight Highlight Luca, an mir geht das Argument mit den Ruhetagen völlig vorbei. Aber wenn man denn will, dann geht es nicht darum wie schnell man sich erholt, sondern, dass alle Teams gleiche Voraussetzungen haben. Egal ob zum Vor- oder Nachteil.
    • Luca89 22.07.2020 12:59
      Highlight Highlight @ conner: Weineck, Hegner und alle anderen Bücher zu Grundlagen der Trainingslehre. Sehr intensive Krafttrainingseinheiten brauchen >24h Regeneration. Nach einem 90' Fussballspiel von trainierten Athleten mit Regenerationsmassnahmen ist es kein Problem 24h später wieder zu spielen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kyle C. 22.07.2020 11:30
    Highlight Highlight Lasst doch die Presse und gewisse Fankreise sagen was sie wollen. Entscheidend ist, dass sich der Club selbst dazu nicht polemisch geäussert hat. Im anderen Artikel wird hierzu gerade fleissig diskutiert.

    Ich finde es daher etwas sehr verallgemeinernd zu schreiben, dass man in der Ostschweiz Verschwörungen wittert. Auch ist es völlig irrelevant, ob der FCSG nun 3 Mal gegen den FCZ verloren hat oder nicht. Fakt ist, dass sowohl FCB als auch YB gegen ein massiv geschwächtes Team antreten durften. Verschwörung? Nein, Quatsch. Nachteil? Ja, kann sein, aber es ist halt wies ist. Vorwärts schauen.
    • Donny Drumpf 22.07.2020 11:43
      Highlight Highlight Auf der anderen Seite muss man sagen, dass die St. Galler sich auch selbst ein wenig im Weg standen, als sie gegen Thun verloren haben. Aber so ist das im Fussball. Die junge St. Galler Mannschaft wird uns dank der tollen Arbeit von Zeidler, Sutter und Hüppi noch lange freude bereiten und das sage ich als YB Fan. Also jetzt nicht weil die Chancen für YB gut stehen, einfach weil sie tollen Fussball spielen. Ganz nebenbei erwähnt macht Servette im Moment auch richtig freude! Schöner Offensiv Fussball.

Kommentar

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