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Roger Federer meldete sich mit einer Videobotschaft auf «Sky» zu Wort. screenshot: youtube/sky news australia

«Grossartige Karriere» – Roger Federer gratuliert australischem Rassisten und Sexisten

Roger Federer gratuliert in einer Videobotschaft dem Radiomoderator Alan Jones zu seiner «grossartigen Karriere». Der Australier ist mehrfach wegen diffamierenden Äusserungen, Rassismus und Sexismus verurteilt.

Simon Häring / ch media



Autogramme verteilt Roger Federer fast schon im Akkord, auch für Erinnerungsfotos posiert er mit engelsgleicher Geduld. Seine Anhänger sind ihm heilig. Doch für persönliche Botschaften lässt er sich nur sehr selten einspannen.

Nun hat es der Baselbieter wieder einmal getan. In einer Videobotschaft des TV-Senders «Sky Australia» beglückwünscht er den australischen Radiomoderator Alan Jones zu dessen «grossartigen Karriere». Zuvor hatte Jones das Rugby-Nationalteam Australiens trainiert und war Redenschreiber von Premierminister Malcolm Fraser.

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Die Nachricht von Federer an Alan Jones. quelle: youtube/sky news australia

Was als schöne Geste gemeint war, entpuppt sich Schlangengrube. Denn der 79-jährige Alan Jones ist ein Vertreter eines konservativen Weltbilds, und wurde für rassistische und sexistische Aussagen schon mehrfach wegen Diffamierung verurteilt.

Über die neuseeländische Präsidentin Jacinda Ardern sagte er, Australiens Premierminister Malcolm Turnbull solle ihr «eine Socke in den Rachen schieben», man sollte sie in einen Sack stecken, ihn ins Meer werfen und sie nach Hause schwimmen lassen.

Flüchtlinge aus dem Libanon bezeichnete Alan Jones als Ungeziefer, das Australien und dessen Kultur unterwandere, vergewaltige und plündere. Über die damalige australische Präsidentin Julia Gillard sagte er 2012, deren Vater sei «aus Scham gestorben».

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Alan Jones sorgte immer wieder mit seinen Aussagen für Wirbel. bild: twitter

Zweifel am Klimawandel

Alan Jones leugnet zudem den Einfluss des Menschen am Klimawandel und ist ein Anhänger der Galileo-Bewegung. Diese bezeichnet den Klimawandel als orchestrierten Versuch der Eliten, eine neue politische Weltordnung zu installieren.

Und im März bezeichnete Jones die Corona-Pandemie als «gesundheitliche Version des Klimawandels. Pure Übertreibung». Am 29. Mai soll Jones zum letzten Mal auf dem Radiosender «2GB» zu hören sein. Gesundheitliche Beschwerden würden ihn dazu zwingen, kürzer zu treten.

Die Botschaft von Roger Federer wurde am Dienstag auf dem Sender «Sky Australia» ausgestrahlt, Alan Jones war live zugeschaltet. Roger Federer war für eine Stellungnahme zum gut gemeinten Video nicht erreichbar. (aargauerzeitung.ch)

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97 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Quacksalber
28.05.2020 08:46registriert November 2016
Wäre schön, wenn Roger Federer etwas politische Reife entwickelt.
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rönsger
28.05.2020 08:45registriert December 2014
Er ist ja nur konsequent, der Roger: Zuerst profilierte er sich als Nichtssager, z.B. im Zusammenhang mit der lesbenhassenden australischen Tennisspielerin ("ich bin Sportler, ich äussere mich nicht zu Sachen, die nichts mit Tennis zu tun haben"). Und nun beginnt er aktiv, sein Goldjungen-Image zu untergraben. Merke, ein Image zu verlieren, geht verdammt schnell, es wieder aufzupolieren hingegen Ewigkeiten.
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nine
28.05.2020 08:51registriert January 2014
Federer ist bekannt dafür, dass er gut überlegt wie er sich in der Öffentlichkeit gibt. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass er hier nicht abgeklärt hat oder abklären lies, um wenn es sich handelt..
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