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Jeong Yeonga fängt den Ball im Strafraum – Penalty. Screenshot: Youtube/sportfeast

Unvergessen

Das muss wohl der dümmste Penalty der Fussball-Geschichte sein

29. Juli 2010: Der Halbfinal der U20-Frauen-WM zwischen Südkorea und Deutschland ist in der 67. Minute beim Stand von 1:4 aus Sicht Südkoreas längst entschieden. Doch dann sorgt eine Aktion von Jeong Yeonga für Aufsehen.



Nein, wir lachen nicht über Frauenfussball. Das Niveau an der Weltspitze gleicht sich immer mehr an. Karnevalteams wie beispielsweise bei den Männern Brasilien (wir erinnern uns noch immer ungläubig an das 1:7 gegen Deutschland an der WM 2014) schaffen es an einer Frauen-WM nicht mehr in die Halbfinals.

2010 bei der U20-WM in Deutschland ist dies noch etwas anders. Südkorea will dabei im Halbfinal den Gastgeber fordern. Doch dieser macht kurzen Prozess. Nach Toren von Svenja Huth, Alexandra Popp und zweimal Kim Kulig sowie dem Gegentor durch Ji So Yun liegt der Favorit in der 67. Minute vorentscheidend 4:1 vorne.

Die Deutschen stürmen aber weiter. Knipserin Popp hämmert alleine vor dem Goalie den Ball an die Lattenoberkante. Der Ball prallt kerzengerade hoch in die Luft, fliegt und fliegt und fliegt und landet ... in den Händen von Jeong Yeonga. Diese fängt das Leder so souverän, dass selbst Manuel Neuer vor Neid erblassen würde. Der Haken an der Geschichte: Jeong ist Verteidigerin und steht bei ihrer Aktion im Strafraum. Jeong ist davon ausgegangen, dass der Ball die Torauslinie überquert hat. Ein Irrtum.

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Jeong Yeonga fängt den Ball im Strafraum. Souverän zwar, aber leider unerlaubt. Video: YouTube/johnrahat

Ähnliche Aktion bleibt ein Jahr später unbestraft

Die Deutschen reklamieren Handspiel, Schiedsrichterin Silvia Reyes Juarez nimmt kurz Rücksprache mit ihrer Assistentin und entscheidet dann auf Elfmeter. Popp lässt sich diese Chance nicht entgehen und verwandelt zum 5:1-Endstand.

Wer jetzt denkt: «Typisch U20-Frauen-WM!», der liegt falsch. Ein Jahr später ereignet sich an der WM der «Grossen» eine sehr ähnliche, ja fast noch ein bisschen dümmere Aktion. Die Verteidigerin von Äquatorialguinea nimmt nach einem Pfostenschuss Australiens den Ball kurz in die Hand und wirft ihn der Torhüterin zu. Ihr Glück. Die Unparteiischen sehen nicht hin und lassen weiterlaufen. Den VAR gibt's damals noch nicht.

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Diese Szene würde das Handspiel der Südkoreanerin noch übertreffen. Aber die Unparteiischen sehen das Handspiel von Bruna nicht. Video: YouTube/BetStories

Deutschland siegt bei der U20-WM 2010 später im Endspiel gegen Nigeria 2:0 und holt sich den Titel. Südkorea gewinnt immerhin Bronze dank dem 1:0-Erfolg über Kolumbien im Spiel um Platz 3 – mit Jeong Yeonga über 90 Minuten im Einsatz. Der genaue Verlauf der Karriere von Jeong ist nicht bekannt. Aber an der WM 2015 in Kanada stand sie nicht mehr im Kader der A-Nationalmannschaft.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende sportliche Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Toni.Stark 29.07.2020 17:20
    Highlight Highlight Und ja, es ist beim Frauenfussball passiert.
    ⚽️
  • SeboZh 29.07.2020 11:43
    Highlight Highlight Ich hoffe die verdienen gleich viel wie Messi. Wenn nicht, liegts am Sexismus... Nicht am Können
  • Eidi 29.07.2020 07:21
    Highlight Highlight Ich frag mich wo der/die Schiris und Linienrichter*innen wohl ihren Fokus hatten beim zweiten Beispiel..
    • Asmodeus 29.07.2020 09:19
      Highlight Highlight Linienrichter*in konnte es vermutlich nicht sehen weil der Rücken der Spielerin im Weg ist.

      Aber keine Ahnung wegen dem/r Schiri
    • Glaedr 29.07.2020 12:00
      Highlight Highlight Wenn sich jemand über die schiris bei den Männern aufregt, der darf nie Frauenfussball schauen.
      Das was ich bis jetzt gesehen habe ist der schiris schon mehr eine art Deko.

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