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epa08189403 US singer Jennifer Lopez performs during halftime of the National Football League's Super Bowl LIV at Hard Rock Stadium in Miami Gardens, Florida, USA, 02 February 2020.  EPA/LARRY W. SMITH

Jennifer Lopez während er Halbzeit-Show des Super-Bowls. Bild: EPA

Jennifer Lopez mit politischer Botschaft gegen Donald Trump in der Super-Bowl-Halbzeitshow



Die Halbzeitshow beim Super Bowl ist traditionell eines der grössten Spektakel des Jahres. Politische Botschaften sind dort nicht gerne gesehen. Doch Shakira und vor allem Jennifer Lopez nutzten ihren Auftritt am Sonntagabend (Ortszeit), um ein klares Statement zu setzen – auch in Richtung des US-Präsidenten Trump.

So performte J. Lo ausgerechnet Bruce Springsteens «Born in the USA» in einem Mantel aus Kunstpelz, der auf einer Seite die Farben der US-Flagge, auf der anderen die der Fahne von Puerto Rico zeigte. Während des Songs drehte die in New York geborene Sängerin die Jacke um – ein klarer Verweis auf die Heimat ihrer Eltern.

Jennifer Lopez and daughter Emme Maribel Muniz perform during halftime of the NFL Super Bowl 54 football game Sunday, Feb. 2, 2020, in Miami Gardens, Fla. (AP Photo/Charlie Riedel)

Nur ein Mantel? Nein. Mit der Fahne darauf sandte J. Lo eine klare politische Botschaft. Bild: AP

Puerto Rico gehört zwar zum Hoheitsgebiet der USA, ist aber kein Bundesstaat. Die Menschen dort sind zwar US-Bürger, dürfen aber nicht an der Präsidentschaftswahl teilnehmen. Auch andere Rechte der US-Verfassung gelten für sie nicht. Eine eigenständige Aussenpolitik darf Puerto Rico nicht betreiben.

Trump hat Puerto Rico auf dem Kieker

Was aber hat das mit Trump zu tun? Der 45. US-Präsident hat die Insel in der Karibik besonders auf dem Kieker. Als 2017 der Wirbelsturm Maria Puerto Rico verwüstete, liess Trump nur sehr zögerlich und widerwillig Hilfszahlungen der USA zu – und beklagte später öffentlich, dass es viel zu viel Geld gewesen sei. Zudem warf er den Puerto Ricanern («grossartige Menschen») Undankbarkeit vor.

Hier Trumps Tweet:

Die Trump-Regierung verhängte Mitte Januar 2020 strenge Beschränkungen für die Nothilfe an Puerto Rico, einschliesslich einer Sperrung der Ausgaben für das Stromnetz der Insel und der Aussetzung des Mindestlohns von 15 Dollar pro Stunde für staatlich finanzierte Hilfsmassnahmen.

Im August 2019 nannte Trump Puerto Rico ausserdem «einen der korruptesten Orte der Welt».

J.Lo kritisiert auch Trumps Migrationspolitik

Vor diesem Hintergrund ist klar, dass Jennifer Lopez mit ihrer Jacke nicht nur auf ihre beiden Heimaten verweisen wollte. Das natürlich auch – aber jeder, der Trumps Aussagen zu Puerto Rico kennt, versteht auch die dahinterliegende Botschaft.

Zudem kritisierte Lopez auch Trumps Einwanderungspolitik. Ihre 11-jährige Tochter Emme kroch auf der Bühne aus einem erleuchteten Käfig. Auf dem Spielfeld standen weitere Käfige mit Kindern darin. Damit spielte J.Lo darauf an, dass Trump zeitweise an der Grenze zu Mexiko Kinder von ihren Eltern trennen und in Lagern hatte unterbringen lassen.

Zuletzt hatte Beyoncé die Halbzeitshow beim Super Bowl für eine politische Botschaft genutzt. Die R&B-Ikone präsentierte 2016 ihren tags zuvor veröffentlichten Song «Formation», der neben der feministischen Botschaft auch Kritik an der Polizeigewalt gegen Schwarze im Videoclip enthielt. Ihre Tänzerinnen trugen zudem Outfits im Stil der Black Panther Party: schwarzes Leder und schwarze Baretts.

Hier das Video von der Halbzeitshow:

abspielen

Video: YouTube/NFL

In den seitdem vergangenen vier Jahren waren die Auftritte dagegen durchweg unpolitisch und harmlos gewesen – bis zum Sonntagabend.

Mehr zum Super Bowl:

(om)

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Die besten Bilder des 54. Super Bowl

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quelle: ap / david j. phillip
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Brady, Busen und Bälle – so erklären Laien den Super Bowl

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