Wirtschaft
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ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS DER SMI ZUM ERSTEN MAL 10'000 PUNKTE UEBERTRIFFT --- Aktuelle Kurse werden angezeigt an einer LED-Wand im Eingangsbereich der Neuen Boerse Zuerich-West des SIX-Hauptsitzes an der Pfingstweidstrasse, aufgenommen am Dienstag, 16. Mai 2017, in Zuerich. Mit dem Umzug des Hauptsitzes von der Selnaustrasse nach Zuerich-West werden die verschiedenen Unternehmensstandorte zusammengezogen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Wie rasch folgt der Aufschwung nach dem Wirtschaftscrash? Bild: KEYSTONE

Wie schlimm wird die Corona-Krise? Experte erklärt die Kaffesatz-Leserei

Geht es nach den Chefökonomen des Landes, bricht die Wirtschaft 2020 um fast sieben Prozent ein. Der Zürcher Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann sagt, warum diese Prognosen nicht viel Wert sind und weshalb sich die Wirtschaft rascher erholen könnte als erwartet.



Die Krux um die BIP-Prognose

Die Experten des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) rechnen für 2020 wegen Corona mit einem Absturz des Bruttoinlandprodukts um 6,7 Prozent. Dies, nachdem sie vor fünf Wochen einen Rückgang um 1,3 Prozent prognostiziert hatten.

Schlägt der Corona-Rezessionshammer mit voller Wucht zu? Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann sieht nicht so schwarz:

«Die Seco-Prognosen sind nicht viel mehr als Kaffeesatzlesen. Denn es gibt keine Konjunkturmodelle für diese Art von Krise. Die grosse Frage ist darum nicht, wie stark die Wirtschaft einbricht, sondern wie rasch der Aufschwung kommt.»

Straumann ist vorsichtig optimistisch: «Ich glaube inzwischen, dass wir mit einem blauen Augen davonkommen. Ab Mai geht es mit den Lockdown-Lockerungen wieder aufwärts.» Die Wirtschaft stabilisiere sich rascher als noch im März erwartet. Globale Lieferketten seien wider Erwarten nicht unterbrochen worden. Trotz Lockdown laufe in der Schweiz der Grossteil der Wirtschaft weiter. «Keine Frage: Es gibt ein Quartal mit einem krassen Wirtschaftseinbruch. Der fällt in der Schweiz vielleicht sogar stärker aus als in China.» Dort stürzte das BIP wegen Corona zeitweise um rund 10 Prozent ab.

Abgerechnet werde jedoch erst Ende Jahr. Dann könne man sagen, wie viel unter dem Vorkrisenniveau sich die Wirtschaft tatsächlich einpendle.

Konsum als Knackpunkt

epa08347551 Patrons eat in a restaurant where tables are divided by newly installed plastic screens in Hong Kong, China, 07 April 2020. Social-distancing measures put in place by the government are likely to continue beyond the initial 14-day period to combat the spread of SARS-CoV-2 coronavirus, which causes the COVID-19 disease.  EPA/JEROME FAVRE

Trotz Lockdown-Lockerung bleiben viele Chinesen den Restaurants fern. Bild: EPA

In China haben die meisten Unternehmen ihre Produktion wieder hochgefahren. Aber im Reich der Mitte ist längst nicht alles wie vor Corona: Viele Menschen konsumieren weniger in Restaurants und Läden, weil sie immer noch Angst vor dem Virus und dessen Folgen haben.

Zu Zeiten der Finanzkrise 2009 hatten ausgabefreudige Konsumenten noch dafür gesorgt, dass die Wirtschaftsleistung in der Schweiz nicht noch stärker abgerutscht war.

In der Schweiz geht das Seco davon aus, dass der Konsum um satte 7,5 Prozent einbricht. «Einen derartigen Konsum-Schock hat es zwar noch nie gegeben», erklärt Straumann. Aber auch hier gäbe es keine Modelle, die eine verlässliche Prognose zuliessen.

Bild

Tobias Straumann ist Wirtschaftshistoriker an der Uni Zürich. bild: zvg

Der Wirtschaftshistoriker sieht auch punkto Konsum nicht so schwarz wie das Seco. Vielmehr vermutet er, dass der Konsum rasch wieder anzieht – wenn es denn keine weitere Welle von Corona-Infektionen gibt.

«Wenn wir Glück haben, verlieren die Leute langsam die Angst und konsumieren wieder. Bereits im Sommer könnte sich der Konsum normalisieren – ausser im Tourismus.»

In den USA schickt Trump allen Bürgern einen 1200-Dollar-Check, um die Wirtschaft anzukurbeln. In der Schweiz fordert die SP 200 Franken für alle. Aus Sicht von Straumann bringt das nichts: «Konsum kann man nicht einfach mit einem Check stützen.» Die vorhandenen Instrumente des Staates wie die Kurzarbeit seien viel wirksamer.

Der Vergleich mit dem Crash von 1975

Nach dem Ölschock von 1973 geriet die Welt in eine Rezession. 1975 erwischte es die Schweiz dann mit voller Wucht: Das BIP sackte um 6,7 Prozent ab. Inbesondere wegen einer rigorosen Geldpolitik, die zu einer starken Aufwertung des Frankens führte, war die Schweiz damals im internationalen Vergleich viel stärker betroffen. Zudem befand sich die heimische Industrie im Hintertreffen zum Ausland.

Dann riss der Bundesrat das Steuer herum, wie Straumann erklärt:

«Die hausgemachten Fehler wurden damals rasch korrigiert. Die Krise dauerte nur rund ein Jahr.»

Leere Autobahnen an einem Autofreien Sonntag im November/Dezember 1973 in der Schweiz. Wegen der unsicheren Versorgungslage auf dem Erdoelmarkt erlaesst der Bundesrat am 21. November 1973 ein Autofahrverbot fuer drei Sonntage und beschliesst eine voruebergehende Kontingentierung des Treibstoffs.   (KEYSTONE/STR)

Wegen des Ölschocks gab es 1973 mehrere autofreie Sonntage in der Schweiz. Bild: KEYSTONE

Ein wichtiger Grund: Trotz des Totalabsturzes der Wirtschaft blieb die Arbeitslosigkeit damals unter der 1-Prozent-Marke. Aus einem einfachen Grund: Es kam zwar zu grossen Massenentlassungen und Betriebsschliessungen. Als Reaktion darauf wurden über 200’000 Gastarbeiter aus der Schweiz ausgewiesen. So konnte die entstandene Arbeitslosigkeit in die Herkunftsländer der Saisonniers exportiert und die Arbeitslosenzahlen tief gehalten werden.

Die Coronakrise ist nicht vergleichbar: Arbeitslose können nicht einfach ausgewiesen werden. Die Seco-Experten rechnen im laufenden Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent. Zum Vergleich: 2019 lag die Arbeitslosenquote im Jahresmittel bei 2,3 Prozent.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Die Folgen der Coronakrise

Der Ölpreisschock von 1973 bedeutete eine Zäsur: Nach fast 20 Boomjahren mit Wachstumsraten von teils über vier Prozent ging es plötzlich bergab. Aus war der Traum vom ewig wachsenden Wohlstand.

Wie wird die Coronakrise die Welt verändern? Buchstabieren wir punkto Globalisierung tatsächlich zurück? Wenn die Krise länger dauere, sei das sicher einschneidend für das Selbstverständnis eines Landes. «Aber ich sehe keine Trendwende bei der Globalisierung», bilanziert Straumann.

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • YvesM 26.04.2020 21:30
    Highlight Highlight Jetzt mal abwarten und Tee trinken. Die Pandemie ist noch nicht überstanden. Weiter fängt eine Krise immer zuerst in den Köpfen der Menschen an. Lasst uns jetzt in Massen den Sommer geniessen und ev. können wir die eine oder andere Produktion aus Chine zurückholen. 😄
  • cdrom 26.04.2020 19:03
    Highlight Highlight Hmmm. Komisch dass der nicht schon wegen seiner abweichenden Meinung in der Ecke der Verschwörungstheoretiker gelandet ist.
  • Antichrist 26.04.2020 18:08
    Highlight Highlight Historiker sind doch die Menschen, die es gebraucht hat, bevor es Wikipedia gab. Seit wann können die die Zukunft voraussagen?
  • Antichrist 26.04.2020 18:06
    Highlight Highlight Find ich jetzt schwach. Das Klima in 30 Jahren kennen wir aufs Zehntelgrad genau. Wie die Wirtschaft sich im Herbst entwickelt aber nicht.
    • Jonaman 27.04.2020 02:21
      Highlight Highlight @Antichrist Schwachsinn, wer kennt das Klima in 30 Jahren? Was wir haben sind Modellrechnungen, was sein könnte, wenn wir nichts am Klima ändern. Aber wieso versuch ich dir das zu erklären...
  • Queen C 26.04.2020 17:57
    Highlight Highlight Und wieder ein Experte... Alles, was Corona mit sich bringt, ist neu. Dennoch wimmelt es von Experten... Der eine sagt dies, der andere das Gegenteil. Ich suche jeweils immer die mir am ehesten zusagende Expertenmeinung.
  • Couleur 26.04.2020 17:53
    Highlight Highlight Was Tobias Straumann von sich gibt, ist mir viel zu optimistisch. Warum? Weil zwar mit dem Ende des Lock Downs die Produktion, sprich das Angebot wieder hoch gefahren wird. Was dabei vergessen geht: Wir haben einen massiven Nachfrage Einbruch auf Seiten der Konsumenten und Unternehmen. Welche Airline kauft sich jetzt neue Jets? Wer kauft sich in dieser Situation ein neues Auto, solange das alte noch fährt? Welche Unternehmung kauft jetzt eine neue Maschine, wenn die alte noch funktioniert? Und wer bucht jetzt Ferien? An den aufgezählten Industrien hängen global hunderte Mio. Arbeitsplätze.
    • re-spectre 26.04.2020 18:04
      Highlight Highlight weniger arbeitsplätze gleich weniger arbeit. wenn wir das auf alle verteilen, ergibt das mehr freizeit für alle. man hat zeit, lokal mehr unvergiftete lebensmittel zu produzieren, die erziehung zu verbessern, die bildung voranzutreiben und die zwischenmenschlichen beziehungen zu verbessern.
  • TheRealSnakePlissken 26.04.2020 16:13
    Highlight Highlight Am besten finde ich bei diesen Wirtschaftsprognosen immer den Detailliertheitsgrad wie "6 KOMMA 7%" etc. Warum nicht grad "6 KOMMA 745%"?
    Erinnert mich an die sogenannte "Karl-May-Regel" in der Altphilologie, die besagt, dass, je genauer etwas beschrieben ist, desto mehr muss man vermuten, dass es komplett erfunden ist. Zum Beispiel der Baubeschrieb der Arche Noah in der Bibel.😅
    Beim WirtschaftsHISTORIKER Straumann weiss man immerhin, dass er in grösseren Zeiträumen denkt als manche "Fachleute", die in Quartalen, bestenfalls Jahren, im Extremfall bis zu den nächsten Wahlen denken.
  • Ilovepies 26.04.2020 16:06
    Highlight Highlight Damit sich der mensch nachhaltig ändert müsste das erlebte deutlich gravierender sein. Faktor hundert gravierender.
  • Jonaman 26.04.2020 16:05
    Highlight Highlight Das alles setzt voraus, dass im Verlauf des Jahres das Virus irgendwie auf magische Art verschwindet. Wenn sich aber die Leute wieder mehr bewegen gibt es wieder mehr Ansteckungen und die Massnahmen müssen wieder verstärkt werden. Nach 6 Wochen Lockdown spekuliert man die Gesamtinfektionsrate ja auf nicht mehr als etwa 10%.

    Wir müssten also noch etwa 6 solcher Lockdowns durchmachen für eine Herdenimmunität, falls es die denn auch gibt.
    Oder einen Impfstoff finden, was noch über 1 Jahr dauern wird.
    Oder das Virus ausrotten, was uns nicht gelingen wird.

    Oder wie soll das Virus sonst weggehen?
    • lilie 26.04.2020 17:14
      Highlight Highlight @Jonaman: Du hast die wahrscheinlichste Variante vergessen: Halt einfach mit dem Virus leben. Zahlen tief halten, Massnahmen immer gezielter (mit zunehmendem Wissen über den Virus) einhalten und ansonsten halt einfach weiterleben.
    • Eiswalzer 26.04.2020 17:21
      Highlight Highlight Ähm, bei 6 solcher Lockdowns werden die Folgen derart katastrophal weltweit, dass jegliche Todeszahlen durch das Virus verblassen. Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Wir müssen MIT dem Virus leben lernen, bis ein Impfstoff vorhanden ist. Versuchen, das Gesundheitswesen nicht zu überlasten. Bereits mit den bisherigen Massnahmen werden weltweit Millionen von Menschen leiden und auch sterben. Bei 6 solcher Lockdowns in vielen Ländern mag man sich gar nicht ausmalen, wie gross das Leid wird.
    • Jonaman 26.04.2020 17:36
      Highlight Highlight @lilie Das heisst über Monate hinweg Massnahmen aufrecht erhalten und Kontakte vermeiden? Kein Kontaktsport machen (Kein Kampfsport, Fussball, Handball, Unihockey usw.)? Niemanden die Hand geben oder umarmen usw.? Mit aktuellen Massnahmen würde es noch etwa 6 Mal so lange dauern, also 9 Monate. Mit weniger Massnahmen in dem vielleicht Fall 1-2 Jahre, aber immer noch mit deutlichen Einschränkungen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • fools garden 26.04.2020 15:59
    Highlight Highlight Ich stell mir gerade die Fahrstühle vor, nach dem Lockdown. 20 Pers. Lift und schon 2 drinn...🤔, ich mach was für meine Fitnes.

    Vielleicht sollten Die SBB auch mehr Zeit berechnen an den Haltestellen. Ein und Aussteigen könnte länger dauern, nicht nur in Bern.
    • re-spectre 26.04.2020 16:38
      Highlight Highlight ich werde das 'gratis durch die schweiz reisen in 1. klasse' vermissen ;-))
    • the Wanderer 26.04.2020 20:07
      Highlight Highlight vielleicht gar nicht so schlecht, wenn wir Schweizer mal lernen, beim Ein - Ausstieg aus Zügen nicht zu drängeln.
  • Mikey51 26.04.2020 15:58
    Highlight Highlight Sehe es ähnlich. Unsere Wirtschaft hat gemerkt, dass die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer und das Aufrechthalten der Lieferketten gestört werden kann. Verschiedene Produktionen werden nach Europa zurückkehren und da diese Firmen nach neusten Technologien produzieren werden, wird der Faktor Manpower und Lohnkosten eine weniger grosse Rolle spielen. Eine solch grosse Zäsur in unserem Leben - wie durch Corona - wird viele neue Geschäftsmodelle der Zusammenarbeit und Interaktion hervorbringen, welche unsere work life Balance besser berücksichtigt und neu Jobs bringt.
    • Töfflifahrer 26.04.2020 17:53
      Highlight Highlight Gerne würde ich daran glauben. Leider wird nur all zu schnell wieder die Kostenreduktion und der Sharholdervalue das Geschäftsgebaren dominieren. Nur der Staat kann es durchsetzen, dass gewisse Materialien zwingend wieder hier hergestellt werden und dass die jetzt gemachten Erfahrungen auch Niederschlag in Gesetzten und Verordnungen finden.
  • blong 26.04.2020 15:49
    Highlight Highlight Dann können sich ja der Straumann und der Wodarg dereinst an einen Tisch setzen und darüber palavern, dass ja alles gar nicht so schlimm war. :-)
  • re-spectre 26.04.2020 15:36
    Highlight Highlight nach der staatlich verordneten entschleunigung bleibt zu hoffen, dass nach der wiederaufschaltung des kaputtalismus sich der konsum auf einem vernünftigen niveau einpendelt. lebensqualität und materialismus korrelieren nur bedingt. alles wird besser :)
  • lilie 26.04.2020 15:21
    Highlight Highlight Endlich ein Wirtschaftsheini, der die Sache objektiv betrachtet. 👍

    Abgerechnet wird (frühestens) Ende Jahr. Das gilt für die Wirtschaft, das gilt aber auch für die Einschätzung, wie bedrohlich die Epidemie überhaupt war.

    Jetzt reagieren wir einfach und hoffen, dass wir nicht komplett verkehrt liegen. Zumindest kann man bei uns sagen, dass die Spitäler bisher nie überlastet waren und dass bei uns auch niemand hungern muss.

    Nun werden wir weitersehen. Es wird alles nicht so heiss gegessen, wie es gekocht wird.
    • Eiswalzer 26.04.2020 17:28
      Highlight Highlight Stimmt natürlich. Es ist ein Abwägen. Man muss eine halbwegs rationale Strategie verfolgen. Was mich etwas stört: Es ist glasklar, dass weltweit durch die Massnahmen wieder einmal die Ärmsten am meisten leiden werden. Wie üblich in einer derart vernetzten Welt. Wir klopfen uns auf die Schultern, wie viele Todesfälle wir (vermeintlich) verhindert haben, und die Ärmsten dieser Welt werden in grösserer Zahl zugrunde gehen. Aber die sind ja weit weg (oder zumindest in Nachbarländern). Und können nicht direkt einem Virus zugesprochen werden. Darum wirds auch keinen kratzen. Wie immer.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 26.04.2020 17:48
      Highlight Highlight Heute Nachmittag in Solothurn auf die Saftbar geguckt - superfeines Eis, by the way. Trotzdem kein Eis für mich, weil die Leute bis an die Aare runter standen - auf 50 Metern ohne Abstand. In Baumärkten und Gartencentern wird das morgen und die nächsten Tage ähnlich aussehen. Ich hau mal eine These raus: Wenn die Infektionszahlen in 10 Tagen trotzdem unten bleiben, ist die erste Welle durch. Wenn nicht, zurück auf Feld 1. Das wird dann hässlich.
    • lilie 26.04.2020 18:16
      Highlight Highlight @saradchandra: Genau. Und dadurch kann er eben einen weiteren Blickwinkel einnehmen und grundsätzliche Prozesse und Muster besser erfassen.

      @Eiswalzer: Sprich für dich selbst.

      @Zepheros: Es ist fast unmöglich, dass die Zahlen wieder explodieren werden. Allein durch das Veranstaltungsverbot ü1000 und die Hygieneregeln konnte die Ausbreitung von exponentiell auf linear gesenkt werden.

      Mit einem linearen Wachstum der Grössenordnung, die wir jetzt haben, können wir jahrelang weitermachen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • landre 26.04.2020 15:20
    Highlight Highlight Habe letzte Woche vergessen das Geschirrwaschmaschinenmittel zu erwerben.

    Märkte (Nachfrage/ Angebot) werden, vielleicht anders als gewohnt, auch nach der Krise weiterhin bestehen. Dies bezüglich, zu Gunsten einer zukünftig haltbaren Wirtschaft ist nicht die Geschwindigkeit entscheidend sondern die Haltbarkeit...

    Heute habe ich zB im TV eine Reklame einer bekannten Waschmittelmarke (bei der übermächtige Hedge-Fonds usw dahinterstehen) gesehen. Vermarktet wird nun ein Produkt mit welchem man das Geschirr nicht mehr vorspülen muss...(?!)

    ...Leute, wir werden perfid von wenigen verarscht.
    • landre 26.04.2020 16:40
      Highlight Highlight @Blitzer-innen

      Seid Ihr Nutzer-innen von Geschirrwaschmaschinen?

      ...Bzw kennt Ihr wirklich ein "Pülverchen" (Produkt...) dass das physikalisch(!) bedingte Vorwaschen von Geschirr wirklich kontextuell(!) haltbar ersetzen kann?

      (Falls ja, so bitte geht damit in den Markt und schaltet zB auch eine TV-Reklame auf.)
    • re-spectre 26.04.2020 17:57
      Highlight Highlight der schlussatz hat's in sich. sie meinen, es wird nicht so heiss gegessen, wie herr koch es gekocht hat? :))
      (...schutzmasken bringen nix, ausser es hat genug für alle...)
  • Lowend 26.04.2020 15:12
    Highlight Highlight Es gibt ja doch noch vernünftige Ökonomen, die noch nicht vom „Die Welt geht nun zu Grunde“-Virus befallen sind!

    Das macht wirklich Hoffnung, dass wir sogar eine bedächtige, der Gesundheit verpflichtete Ankurbelung der Welt wirtschaftlich überleben könnten! 😉
    • 7immi 26.04.2020 15:45
      Highlight Highlight @lowend
      Das sehe ich auch so. Ich denke, dass halt derzeit vor allem die Lauten (Vertreter der Verbände und unser drei grössten Parteien) gehört werden und deren Meinung verbreitet wird. Dass es daneben die anderen 99.x % Leute gibt, die das ganze venünftig angehen möchten, werden medial nicht erfasst. Die Schweiz besteht nicht aus Politikern und und Verbandsvorsitzenden, daher wird es auch gut kommen.
  • Heb dä Latz! 26.04.2020 14:56
    Highlight Highlight Wirtschaft, Konsum, fadenscheiniges Prestige der macht- und geldgeilen Anzugträger und gekaufte Politiker die das Schmieröl bereit stellen. War das wirklich schon alles?

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