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Bayer erzielt Milliardenvergleich mit US-Glyphosat-Klägern



epa08506475 (FILE) - The logo of German pharmaceutical giant Bayer AG is seen in Wuppertal, Germany, 09 April 2019 (reissued 24 June 2020). According to media reports, German pharmaceutical and agrochemical company Bayer has reached an agreement with a majority of the more than 100,000 plaintiffs in the US in relation to the herbicide glyphosate.  EPA/SASCHA STEINBACH *** Local Caption *** 55190608

Bild: keystone

Es gleicht einem Befreiungsschlag: Der deutsche Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat sich im Rechtskonflikt mit US-Klägern wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter auf einen milliardenschweren Vergleich geeinigt.

Durch den Kompromiss sollen etwa 75 Prozent der aktuellen Verfahren zum Abschluss gebracht werden - mit insgesamt etwa 125'000 eingereichten und nicht eingereichten Klagen, teilte der Konzern am Mittwochabend mit. Der Konzern ist dazu bereit, dafür insgesamt 9.1 Milliarden bis 9.8 Milliarden Euro zu zahlen.

Mit diesem Kraftakt will Bayer fast alle der zahlreichen Glyphosat-Verfahren in den USA aus der Welt schaffen und drohenden Rechtsrisiken in der Zukunft vorbeugen. Darüber hinaus erzielte der Konzern auch Einigungen bei weiteren Klagen, die den umstrittenen Unkrautvernichter Dicamba betreffen.

Bayer hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto immense Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Glyphosat und anderen Agrarprodukten ins Haus geholt. Nachdem Bayer in den ersten drei Prozessen hohe Schadenersatz-Urteile kassiert hatte, warfen immer mehr Menschen dem Konzern vor, durch die Verwendung von Monsantos Unkrautvernichtern Krebs bekommen zu haben.

Die Leverkusener wiesen die Vorwürfe stets zurück und bekamen dabei zuletzt nochmals Rückendeckung von der US-Umweltbehörde EPA, die Glyphosat bei vorschriftsmässigem Gebrauch nicht als Gesundheitsrisiko einstuft. Die anstehenden Berufungsprozesse in den USA, in denen anders als bislang keine Geschworenen, sondern Berufsrichter geurteilt hätten, sollen trotz des Vergleichs weiterlaufen.

Die Glyphosat-Klagewelle hatte Bayer an der Börse massiv unter Druck und die Konzernführung um Vorstandschef Werner Baumann stark in die Kritik gebracht. Finanziell ist Bayer gerüstet für einen Vergleich. Allein der Verkauf der Tiermedizin soll Bayer 7.6 Milliarden Dollar einbringen - den Grossteil davon in bar, einen kleineren Teil in Aktien des Käufers Elanco. (sda/awp/dpa)

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