Wirtschaft
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Uber Eats

Food-Delivery-Dienst Uber Eats: Gut für die Konsumenten, aber problematisch für die «Gig Worker». Bild: Unsplash/Robert Anasch

Funktioniert die Gig Economy?

Marko Kovic



Du musst von A nach B, aber zu Fuss gehen oder der öffentliche Verkehr sind keine Option? Kein Problem: Einfach kurz Uber auf dem Smartphone öffnen und eine Fahrt bestellen. Am Abend hast du Hunger, aber keine Lust, ins Restaurant zu gehen? Kein Problem: Einfach mit Uber Eats oder Smood oder einem anderen Food-Delivery-Dienst ein feines Abendessen aus dem Restaurant nach Hause liefern lassen. Am Wochenende geht es für einen Kurztrip nach Paris, aber du hast keine Lust auf ein Hotel? Kein Problem: Auf Airbnb findet sich in Windeseile eine Unterkunft.

Wir befinden uns in der Blütezeit der Gig Economy. Dank Smartphones und omnipräsenter Internetanbindung ist es heute möglich, auf Online-Plattformen willige Privatpersonen für praktisch jede Form von einmaliger und kurzweiliger On-Demand-Dienstleistung (das sind die «Gigs») zu finden. Die Gig Economy hat einerseits zahlreiche grosse und sogar gigantische Unternehmen hervorgebracht. Uber beispielsweise generierte alleine 2018 einen Umsatz von über 11 Milliarden US-Dollar (richtig gelesen: 11 Milliarden, also 11 Tausend Millionen).

Andererseits zelebrieren wir die Gig Economy zurecht als «disruptive» Kraft, die alten und verkrusteten Branchen neuen Wind einhaucht. So lehren Uber und Lyft (Ubers grösster Konkurrent im Westen) die oft monopolistische Taxibranche das Fürchten, und Airbnb sticht so manch ein Hotel in punkto Gastfreundschaft und Authentizität aus.

Die Gig Economy bedeutet auch, dass neue Formen der Arbeit entstehen, wie sie besonders für die Generation der Millennials attraktiv sind. Gigs in der Gig Economy bedeuten nämlich, dass es keine klassischen festen Arbeitszeiten und Verbindlichkeiten gibt. Das Motto ist stattdessen maximale Flexibilität und Freiheit – arbeiten ist möglich, wann, wo und wie es einem beliebt.

Marko Kovic

Bild: zVg

Dr. phil. Marko Kovic ist Präsident von ZIPAR – Zurich Institute of Public Affairs Research. Zudem ist er CEO der Beraterfirma ars cognitionis.

Soweit, so positiv. Mit der Gig Economy haben sich innovative Formen der Arbeit etabliert, die es ermöglichen, neue Dinge auf neue Art und Weise zu tun bzw. zu konsumieren. Bedeutet das aber auch automatisch, dass die Gig Economy eine Win-Win-Situation für alle Betroffenen bedeutet? Nein: Die Evidenz der letzten Jahre zeigt, dass die Gig Economy schwerwiegende Schattenseiten hat.

Wo die Gig Economy glänzt

Ein grosser Gewinner der Gig Economy sind wir Konsumentinnen und Konsumenten, denn die zahlreichen Gig-Plattformen und -Apps machen uns das Leben in vielerlei Hinsicht einfacher und bequemer. Zwar sind viele Gig-Angebote auf grössere Städte konzentriert (wer auf dem Land Uber nutzen möchte, wartet vergebens auf eine Fahrt), aber der allgemeine Mehrwert der Gig-Angebote ist kaum zu leugnen.

Wir können dank der Gig Economy mehr Dinge machen, und die Art und Weise, wie wir Dinge machen können, ist vielfältiger geworden – und zwar ohne dass bestehende Optionen gestrichen würden. Wir können heute über Airbnb eine Bleibe finden, aber wir können nach wie vor in einem Hotel übernachten. Wir können Uber nutzen, um von A nach B zu kommen, aber wir können nach wie vor auch den öffentlichen Verkehr oder ein Velo oder das eigene Auto nutzen.

Die Gig Economy ist zudem auch im B2B-Kontext («Business to Business») enorm wertvoll. Zum Beispiel wäre der aktuelle Boom im Bereich der künstlichen Intelligenz kaum möglich, gäbe es nicht die vielen unermüdlichen Helfer auf Crowdworking-Plattformen wie Amazon Mechanical Turk, die tagein, tagaus Datensätze erstellen und bereinigen, mit denen KI gefüttert und schlauer gemacht wird.

Airbnb Symbolbild

Airbnb schreibt schwarze Zahlen. Bild: Pixabay

Der zweite grosse Gewinner der Gig Economy sind die Gig-Unternehmen selber. Einige grosse Gig-Unternehmen wie zum Beispiel die Fahrdienste Uber und Lyft sind zwar berühmt und berüchtigt dafür, dass sie seit Jahren Milliardenverluste schreiben (und trotzdem von Investoren mit Geld überschwemmt werden). Viele Gig-Unternehmen schafften aber den Sprung in die schwarzen Zahlen und sind wirtschaftlich nachhaltig unterwegs; darunter Giganten wie Airbnb, Upwork (eine Plattform für Freelance-Gigs im Bereich Kreativität und Computer-Coding) und Grubhub (ein Ess-Lieferdienst). Gig-Unternehmen können also funktionierende und nachhaltige Geschäftsmodelle haben.

Die Kehrseite: Das harte Los der Gig Worker

Wie ist es eigentlich, ein «Gig Worker» zu sein? Gig-Unternehmen buhlen, wenig überraschend, mit den Schokoladenseiten des Gig-Daseins um neue Arbeitskräfte. Uber beispielsweise wirbt in der Schweiz mit der Aussicht, der «eigene Chef» zu werden, der als «selbstständiger Partner-Fahrer» die «Freiheit und Flexibilität» hat, den eigenen «Tagesablauf selbst zu bestimmen». Das klingt sehr attraktiv, doch ein kritischer Blick hinter die PR-Kulissen zeigt, dass längst nicht alles Gold ist, was glänzt.

Ein erstes Problem für Gig Worker ist ihr arbeitsrechtlicher Status. Die meisten Gig-Unternehmen behandeln Gig Worker nicht als angestellte Arbeitnehmende, sondern als «Selbstständige». Gegen die berufliche Selbstständigkeit ist natürlich nichts einzuwenden. In vielen Fällen ist die angebliche «Selbstständigkeit» von Gig Workern aber nicht so klar, wie die Gig-Unternehmen es gerne hätten.

epa05126557 French and european taxi drivers clash with riot police as they attempt to disrupt rush hour traffic on the ring-road around Paris, during a demonstration against the app-based transportation network and taxi company Uber's service in Paris, France, 26 January 2016. The protest caused traffic disruption in Paris and its region. Despite a law making Uber service illegal, the US-based company continues to develop in French cities, provoking reactions of taxi drivers.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Disruptive Kraft der Gig Economy: Gewalttätige Proteste von Taxifahrern gegen Uber 2016 in Paris. Bild: EPA

Ein zentrales Kriterium für Selbstständigkeit ist beispielsweise die Freiheit, Preise für die feilgebotenen Dienstleistungen eigenständig zu bestimmen – eine selbstständige Unternehmerin bestimmt selber, wie viel ihre Arbeit kostet. Bei einigen Gig-Plattformen ist es denn auch möglich, die Preise selber zu setzen. Wer zum Beispiel auf Airbnb ein Zimmer vermietet, entscheidet selber, wie teuer es sein soll. Bei vielen anderen Plattformen aber – von Amazon Mechanical Turk über Grubhub bis hin zu Uber – diktiert das Gig-Unternehmen die Preise. Von «Selbstständigkeit» kann in solchen Fällen eigentlich keine Rede sein.

Das Problem der «Selbstständigkeit» hat auch mit der kuriosen vertraglichen Regelung bei Gig-Unternehmen zu tun. Formal gesehen verrichten Gig Worker keine Gigs für die Gig-Unternehmen, sondern für die Endkunden, also z. B. für den Passagier im Uber-Auto. Trotzdem diktieren die Gig-Unternehmen minutiös, wie das Arbeitsverhältnis zwischen Gig Worker und auftraggebendem Endkunden aussehen darf. Auch das stellt im Grunde einen Eingriff in die Gewerbefreiheit dar, wie er bei richtiger Selbstständigkeit nicht zulässig ist.

Normale Selbstständigkeit bedeutet zudem auch die Freiheit, Aufträge abzulehnen. Sogar diese elementare Freiheit fehlt bei einigen grossen Gig-Unternehmen wie TaskRabbit oder Amazon Flex (ein Gig-Lieferdienst von Amazon, bei dem Gig Worker Amazon-Pakete verteilen): Nehmen Gig Worker zu wenige ihnen zugewiesene Gigs an, werden sie sanktioniert oder sogar gänzlich verbannt.

Ein zweites zentrales Problem für Gig Worker ist der Umstand, dass ihr Einkommen umso mehr schrumpft, je besser eine Gig-Plattform funktioniert. Ein gutes Beispiel hierfür sind Fahrdienste wie Uber und Lyft. Wenn nur wenige Gig Worker für Uber und Lyft auf den Strassen unterwegs sind, ist die Auslastung der einzelnen Fahrerinnen und Fahrer hoch – aber wir Konsumentinnen und Konsumenten müssen dann entsprechend lange auf eine Fahrt warten. Das finden wir blöd.

Was wir stattdessen wollen, und was die reale Entwicklung ist: Möglichst viele Fahrerinnen und Fahrer sollen unterwegs sein, damit wir möglichst schnell eine Fahrt kriegen. Das macht uns das Leben ein bisschen bequemer, aber das bedeutet gleichzeitig, dass sich mehr Fahrerinnen und Fahrer den Kuchen teilen müssen. Dieser Mechanismus ist kein blosses Gedankenexperiment. So sind in den USA die Einkommen von Fahrerinnen und Fahrern bei Uber und Lyft in den letzten Jahren um rund die Hälfte eingebrochen. Das ist letztlich die brutale ökonomische Logik der Gig Economy: Je schlechter es den Gig Workern finanziell geht, desto nützlicher sind Gig-Plattformen für uns.

Drivers for ride-hailing giants Uber and Lyft hold a rally at a park near Los Angeles International Airport, Wednesday, May, 8, 2019, in Los Angeles. Some drivers for ride-hailing giants Uber and Lyft turned off their apps to protest what they say are declining wages as both companies rake in billions of dollars from investors. (AP Photo/Damian Dovarganes)

Fahrer für Uber und Lyft protestieren 2019 in Los Angeles gegen sinkende Löhne. Bild: AP

Was haben Gig Worker unter dem Strich von der Gig Economy? Wenig, wie die Soziologin Alexandrea Ravenelle in ihrem Buch «Hustle and Gig» beschreibt: Gig Worker befinden sich in einem nie endenden Zustand der Unsicherheit und Ungewissheit. Die angebliche Freiheit und Flexibilität wird für Gig Worker in Tat und Wahrheit zu einer Art Gefängnis – es gibt keine Freizeit und keine Erholung mehr, denn der nächste Gig könnte schon schon bald anfallen. Ihn sausen zu lassen, kann sich niemand leisten. Das alles immer in der Hoffnung, dass nichts Schlimmes passiert; kein Unfall, keine Autopanne, keine Krankheit. Alle Risiken tragen die Gig Worker nämlich selber. Passiert doch etwas, stehen sie komplett alleine da.

Das Dasein als Gig Worker ist eine auf die Spitze getriebene prekäre Arbeitsform. Das schlägt sich nicht nur im Einkommen nieder: Wer in prekären Verhältnissen arbeitet, ist weniger gesund, gründet eher keine Familie, und hat ein weniger engmaschiges Netz an Freunden und Arbeitskollegen.

Der nicht ganz lupenreine Nutzen für die Allgemeinheit

Wir könnten (mit einer gehörigen Portion Zynismus) über die Probleme der Gig Worker hinwegschauen, wenn der Nutzen der Gig Economy für die Gesellschaft allgemein sehr hoch wäre. Einen Nutzen für die Allgemeinheit haben Gig-Unternehmen durchaus. Einerseits schaffen Gig-Unternehmen auch richtige, normale Arbeitsplätze, und sie zahlen, wie andere Unternehmen auch, Steuern. Andererseits gehört das Gig-Economy-Gewusel fast schon zum Hintergrundrauschen moderner, weltoffener Städte. Wenn in einer Stadt alle namhaften Gig-Apps funktionieren, kann das die Stadt für Einheimische, für potenzielle Zuwanderer und für Unternehmen attraktiv machen.

Foodora-Fahrer auf eigenem Rad (2017)
Von Tiia Monto, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62513540

Foodora-Fahrer: Das Velo gehört ihm selbst. Bild: Wikimedia/Tiia Monto

Gerade auf lokaler Ebene kann die Gig Economy aber auch Schaden anrichten. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Airbnb. Weil das Vermieten von Zimmern und ganzen Wohnungen auf Airbnb lukrativ ist, mutieren immer mehr private Wohnungen zu De-facto-Hotels. Diese Dynamik ist umso stärker, als sich auf Airbnb längst nicht mehr nur Privatpersonen tummeln. Ein grosser Teil der Angebote auf Airbnb stammt nämlich nicht von Privatpersonen, die ein Zimmer oder ihre Wohnung vermieten.

Stattdessen stecken hinter Airbnb-Angeboten oft Unternehmen, die grossflächig Wohnungen mieten oder aufkaufen, um sie auf Airbnb profitabel weiterzuvermieten. Die Folge davon ist eine Art touristische Gentrifizierung: Städtischer Wohn- und Lebensraum geht verloren, weil er zu Pseudo-Hotels umgenutzt wird.

Opponents of Airbnb hold a rally outside City Hall, Tuesday, Jan. 20, 2015, in New York. With home-as-hotel sites like Airbnb doing booming business, New York City lawmakers are holding a hearing to scrutinizing how the trend affects the housing market and economy. (AP Photo/Bebeto Matthews)

«Egoistische Wirtschaft»: Protest gegen Airbnb 2015 in New York. Bild: AP

Ein anderer städtischer Kontext, in dem die Gig Economy negative Auswirkungen hat, ist Verkehr. Fahrdienste wie Uber könnten rein theoretisch zur Entlastung der Strassen beitragen, wenn Leute vermehrt das Auto zuhause lassen und stattdessen eine Gig-Fahrt buchen. In den letzten Jahren hat sich in den USA aber gezeigt, dass Gig-Fahrdienste nicht primär mit dem motorisierten Privatverkehr, sondern vor allem mit dem öffentlichen Verkehr konkurrenzieren. Gig-Fahrdienste werden tendenziell also als Ersatz für Bus, Tram und Zug genutzt – was in der Konsequenz dazu führt, dass nicht weniger, sondern mehr Autos auf den Strassen unterwegs sind.

ARCHIV -- ZUM BOERSENGANG VON UBER AM FREITAG, 10. MAI 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- 
In this Wednesday, March 19, 2014 photo, an Uber taxi driver drives his car through a street in New Delhi, India. Riding on its startup success and flush with fresh capital, taxi-hailing smartphone app Uber is making a big push into Asia. The company has in the last year started operating in 18 cities in Asia and the South Pacific including Seoul, Shanghai, Bangkok, Hong Kong and five Indian cities. (AP Photo/Saurabh Das)

Gig-Fahrdienste wie Uber konkurrenzieren in erster Linie den öffentlichen Verkehr. Bild: AP

Die Gig Economy bedeutet also einerseits prekäre Arbeitsverhältnisse für Scharen von Gig Workern, und andererseits kann die Gig Economy unerwünschte Externalitäten haben, die ihren Nutzen ein Stück weit in Frage stellen.

Wohin geht die Gig-Economy-Reise?

Eine zentrale Rechtfertigung für unsere kapitalistische Gesellschaftsordnung ist, dass damit Win-Win-Situationen für alle beteiligten Parteien möglich sind. Wenn ein Bäcker eine Bäckerei eröffnet, verdient der Bäcker Geld; wir geniessen des Bäckers Backwaren; die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bäckerei haben einen geregelten Arbeitsplatz; die Bäckerei macht das Quartier ein kleines Stück lebenswerter.

Die Gig Economy bricht mit diesem Versprechen. Die Erfahrungen der letzten rund 10 Jahre zeigen, dass die Gig Economy in erster Linie uns Konsumentinnen und Konsumenten sowie den Gig-Unternehmen selber zum Nutzen gereicht. Die Gig Worker hingegen bilden eine neue Schicht – oder Unterschicht – der Digitalisierungsverlierer.

Die rasante Digitalisierung der letzten Jahre (die grossen Sprünge bei Smartphones, Online-Konnektivität, Algorithmen und Apps) haben ihre Jobs erschaffen – aber die Gig Worker sind nicht diejenigen, die von der Existenz ihrer Jobs profitieren. Die Beispiele der Tourismus-Gentrifizierung und der Konkurrenzierung des öffentlichen Verkehrs durch Fahr-Apps demonstrieren zudem, dass «Disruption» nicht immer Fortschritt zeitigt, sondern auch einfach sein kann, was der Begriff wortwörtlich bedeutet: Eine lästige Störung, die Probleme schafft.

Uber (Symbolbild)

Lassen sich die Interessen der Gig-Unternehmen, Gig-Konsumenten und Gig Worker ausgleichen? Bild: Unsplash/Austin Distel

Wie ist der Gig Economy beizukommen? Eine zentrale Baustelle ist die Frage des zukünftigen Schicksals der Gig Worker. Gegenwärtig liegen drei Optionen auf dem Tisch, wie die Problematik angegangen werden könnte.

Eine denkbare Lösung ist, eine neue Form von Arbeitsverhältnis zu schaffen, zwischen selbstständig und angestellt. Eine solche hybride Kategorie wäre ein möglicher Kompromiss, der einerseits den Gig Workern mehr Rechte einräumt, aber gleichzeitig den Wünschen der Gig-Unternehmen entgegenkommt. Bis aber eine sinnvolle hybride Kategorie arbeitsrechtlich definiert wird, dürften Jahre vergehen.

Eine zweite mögliche Lösung ist, Gig Worker schlicht als Angestellte zu klassifizieren. Dieser Schritt, der aus Sicht der Gig-Unternehmen den GAU darstellt, könnte ausgerechnet in den USA, dem Mutterland der Gig Economy, gemacht werden. In Kalifornien könnte nämlich noch in diesem Jahr ein Gesetz verabschiedet werden, das es Gig-Unternehmen erschwert, Gig Worker als Selbstständige zu klassifizieren. Dadurch würden sie automatisch zu Angestellten.

Eine dritte, auf den ersten Blick radikale Lösung ist die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Mit einem Grundeinkommen hätten Gig Worker die Möglichkeit, die Risiken ihrer Arbeit abzufedern, zum Beispiel, indem sie Versicherungen abschliessen und in die Vorsorge investieren. Diese Variante hätte den zusätzlichen Vorteil, dass damit auch die zukünftigen Verwerfungen der Digitalisierung und Automatisierung abgefangen werden könnten, und nicht nur die gegenwärtigen Herausforderungen rund um die Gig Economy.

Unabhängig davon, wie genau die Entwicklung der Gig Economy voranschreiten wird, dürften wir in nicht allzu ferner Zukunft auf die heutige Zeit mit einer Mischung von Nostalgie und Verwunderung zurückblicken – die Jahre des digitalen Wilden Westens, in denen wir Gig-Unternehmen erlaubten, frei nach dem Silicon-Valley-Motto «move fast and break things» (sei schnell und mach dabei Dinge kaputt) zu tun, wie ihnen beliebt.

Alte Mieter werden wegen Touristen rausgeschmissen

Video: srf

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Fahrdienst Uber

Das übelste Airbnb der Schweiz

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