DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Tuesday, Dec. 6, 2016, file photo, President-elect Donald Trump, left, accompanied by SoftBank CEO Masayoshi Son, speaks to members of the media at Trump Tower in New York. Trump gave himself kudos for the creation of 8,000 new U.S. jobs by Japanese tech mogul Son, saying it was proof of

Verstehen sich prächtig: Trump und Son. Bild: Andrew Harnik/AP/KEYSTONE

Verscherbelt Trump das Silicon Valley an die Saudis?

Zusammen mit dem japanischen Unternehmen Softbank hat Saudi-Arabien einen 100-Milliarden-Dollar-Fonds gegründet mit dem Ziel, vielversprechende IT-Start-ups aufzukaufen. Ausgerechnet der «Make-America-Great-Again»-Präsident findet das toll.



Der «Financial Times» war es eine Titelstory wert: Softbank verkauft 25 Prozent von ARM, einer englischen Chip-Entwicklerfirma, an einen von Saudis unterstützten Fond. Tatsächlich ist der Vorgang politisch brisant. Zur Vorgeschichte:  

FILE PHOTO: SoftBank Group Corp Chairman and CEO Masayoshi Son attends a news conference in Tokyo, Japan, February 8, 2017.    REUTERS/Toru Hanai/File Photo

Vor sechs Monaten hat Son den englischen Chiphersteller Arm gekauft. Bild: TORU HANAI/REUTERS

Softbank ist ein Unternehmen des japanischen Milliardärs Masayoshi Son. Der Selfmademan und Technofreak gehörte zu den frühen Investoren bei Yahoo und Alibaba. Vor sechs Monaten hat Son den englischen Chip-Entwickler ARM gekauft. Dieses Unternehmen gilt als Perle in der britischen IT-Szene und ist führend in der Herstellung von Mikrochips, die für das Internet der Dinge gebraucht werden.  

Der 100-Milliarden-Dollar-Fonds

Nun hat Son 25 Prozent von ARM zu einem Preis von acht Milliarden Dollar an einen von den Saudis unterstützten Investmentfonds verkauft. Auch hier muss man wissen: Zusammen mit den Saudis hat Son einen 100-Milliarden-Dollar-Fonds gegründet, der gezielt aufstrebende IT-Unternehmen aufkaufen soll.  

Nebst Son hat in diesem Fonds Prinz Mohammed bin Salman das Sagen. Er gilt als starker Mann in Saudi-Arabien. Auch Abu Dhabi ist mit 15 Milliarden Dollar an diesem Fonds beteiligt. Die Amerikaner sind mit Apple, Qualcomm und Larry Ellison vertreten, aber nur in der Höhe von einer Milliarde Dollar.  

Son und Prinz Mohammed haben mit dem Fonds Grosses vor, vor allem in den USA. Letzten Monat kaufte Son die auf IT-Unternehmen spezialisierte Fortress Investment Group für drei Milliarden Dollar. Zu Beginn des Jahres liess er sich mit Donald Trump im Trump Tower ablichten und versprach vor laufenden Kameras, 50'000 neue Jobs in den USA zu schaffen. «Er ist einer der grössten Männer in der Industrie. Ich will ihm nur meinen Dank aussprechen», säuselte derweil Trump.  

«Ich komme bestens mit den Saudis klar.»

Donald Trump

Zu den Saudis hat der 45. Präsident der Vereinigten Staaten ein zwiespältiges Verhältnis. Einerseits befindet er sich bekanntlich in einer Art Kreuzzug gegen den Islam. Andererseits sind sie ihm als Geschäftspartner hoch willkommen. «Ich komme bestens mit ihnen aus. Sie kaufen meine Appartements», sagt er im Wahlkampf. Die Tatsache, dass 15 der 19 Terroristen von 9/11 aus Saudi-Arabien stammen, blieb unerwähnt.  

FILE PHOTO: Saudi Arabia's Deputy Crown Prince Mohammed bin Salman reacts upon his arrival at the Elysee Palace in Paris, France, June 24, 2015.  REUTERS/Charles Platiau/File Photo

Starker Mann in Saudi-Arabien: Prinz Mohammed. Bild: Charles Platiau/REUTERS

Der von Trump abgesegnete Deal mit Son und Prinz Mohammed wirft Fragen auf. Andrew Ross Sorkin schreibt in der «New York Times»: «Mr. Trump unterstützt Mr. Son und damit auch Saudi-Arabien im Bemühen, einige der vielversprechendsten Unternehmen und geistiges Eigentum zu erwerben. Das passt schlecht zu seinem nationalistischen Gerede.»  

Im Wahlkampf hat Trump Hillary wegen Saudi-Spenden kritisiert

Es passt auch schlecht zu seinen Aussagen im Wahlkampf. Auf die Frage von Sean Hannity bei Fox News, ob er Geld von den Saudis annehmen würde, hatte Trump mit einem glasklaren «Nein» geantwortet. Gleichzeitig hat er Hillary Clinton dafür kritisiert, dass sie 25 Millionen Dollar Spenden aus Saudi-Arabien für die Clinton-Stiftung angenommen hatte.  

Das seltsame Gespann Son/Mohammed/Trump passt ins Bild der neuen US-Regierung. Trump hat versprochen, der Wall Street die Zähne zu ziehen – und sein Kabinett mit Goldman Sachs-Bankern vollgestopft. Er will «America great again» machen – und verhökert das Tafelsilber in den Nahen Osten.

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Warum dieser Bio-Bauer keine Angst vor der Trinkwasser-Initiative hat

Es brodelt in der Bio-Branche. Die Trinkwasser-Initiative spaltet die Gemüter. Der Berner Bio-Bauer ist enttäuscht über die Nein-Parole von Bio Suisse. Bei einem Rundgang über seinen Hof erzählt er von seiner Vision – und erklärt, warum er kein Nutella isst.

Durch die malerische Landschaft des Berner Seelands, vorbei an den typisch rund geschwungenen Dächern der Berner Bauernhäuser, durch die Gemeinde Grossaffoltern führt ein einsamer Weg auf den Hof von Markus Bucher. Er trägt den lieblichen Namen «Farnigasse». Und die Farnigasse gibt Buchers Reich seinen Namen. Das «Farngut» des Bio-Bauern ist umgeben von blühenden Apfelbäumen und frisch bepflanzten Knoblauch-Feldern. Es ist ruhig auf dem Hof. In der Ferne sind einige Feldarbeitende zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel