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In this photo from Monday, Aug. 24, 2020, first lady Melania Trump speaks at an event celebrating the 100th anniversary of the 19th amendment which afforded the vote to women, at the White House in Washington. Mrs. Trump will step into the spotlight Tuesday to argue for a second term for her husband, President Donald Trump. (AP Photo/J. Scott Applewhite)
Melania Trump

Mag Ivanka nicht: Melania Trump. Bild: keystone

Warum ein Buch über die First Lady Donald Trump gefährlich werden kann

Die einst beste Freundin von Melania Trump beschreibt, wie bei der Inaugurationsfeier des Präsidenten Dutzende Millionen Dollar verschwunden sind.



Die Verfasserin heisst Stephanie Winston Wolkoff, das Buch trägt den Titel «Melania & Me». Eine harmlose Angelegenheit, dürfte man auf den ersten Blick meinen. Die Geschichte einer Frauenfreundschaft, die in die Brüche gegangen ist. Okay, shit happens.

Doch der Eindruck trügt. Das beginnt mit der Verfasserin. Stephanie Winston Wolkoff (49) gehört zur Elite von New York, die vornehmlich an der Upper East Side residiert. Sie ist mit einem reichen Immobilienmakler verheiratet, hat drei Kinder – und sie ist Trägerin des schwarzen Gürtels in Karate.

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Stephanie Winston Wolkoff. bild: shutterstock

Frau Winston Wolkoff war einst zuständig für die Anlässe der Modezeitschrift «Vogue». Unter anderem war sie damit beauftragt, die Met Gala zu organisieren, ein Event, an dem jede und jeder teilnehmen will, der jemand in New York sein will.

An der Met Gala lernte Winston Wolkoff auch Melania kennen. 2004 führte Donald Trump seine Verlobte der High Society vor. Der ewige Geizhals leistete sich jedoch bloss die billigsten Tickets für je 1500 Dollar.

Trotzdem verstanden sich die beiden gleichaltrigen Frauen auf Anhieb. Sie trafen sich fortan regelmässig in schicken Restaurants, besuchten sich bei Baby-Taufen und tauschten sich regelmässig per E-Mail oder WhatsApp aus. Winston Wolkoff bezeichnete «Melania als die Schwester, die sie nie hatte».

Als Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden war, musste bald einmal die Frage geklärt werden, wer seine Inaugurationsfeier organisieren sollte. Die Wahl fiel auf Winston Wolkoff, angesichts ihrer Verdienste bei der Met Gala eine logische Wahl.

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Mehr zu den Hintergründen erfährst du bei Rachel Maddow. Video: YouTube/Crumpet Playz

Geld für diesen Anlass stand reichlich zur Verfügung. Mehr als 100 Millionen Dollar wurden gesammelt, doppelt so viel wie bei der Inauguration von Barack Obama im Jahr 2009. Dabei traten damals Grössen wie Bruce Springsteen und Beyoncé auf. Trump musste sich mit der zweiten oder gar dritten Garde begnügen. Was also ist mit dem Haufen Geld passiert?

Winston Wolkoff gab rund 26 Millionen Dollar für die Feier aus, rund 450’000 Dollar bezog sie selbst. In der für das Steueramt eingereichten Schlussabrechnung sind rund 65 Millionen Dollar aufgeführt. Bald einmal rätselte man in Washington darüber, ob sich da jemand unrechtmässig bereichert hatte.

Das Weisse Haus geriet in Erklärungsnot und brauchte einen Sündenbock, der für die verschwundenen Millionen verantwortlich gemacht werden konnte. Erneut war Winston Wolkoff die logische Wahl. Sie wurde gefeuert und erhielt die übliche Trump-Behandlung: Melania will nichts mehr von ihr wissen und spielt ihre Freundschaft auf ein Minimum herab.

First lady Melania Trump speaks on the second day of the Republican National Convention from the Rose Garden of the White House, Tuesday, Aug. 25, 2020, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)
Melania Trump

Am Parteitag der Republikaner zeigte sich Melania Trump im Militärlook. Bild: keystone

Winston Wolkoff geriet bald auch ins Visier von Untersuchungsbehörden. Gleich drei Institutionen gehen der Frage der verschwundenen Millionen nach: der Southern District of New York, das House Intelligence Committee und der Justizminister von Washington D.C.

Die ehemalige beste Freundin der First Lady kommt ungeschoren davon. Sie kann eine fein säuberlich geführte Buchhaltung vorweisen. Sie ist jedoch weiterhin in regelmässigem Kontakt mit den Untersuchungsbehörden, kann jedoch aus verständlichen Gründen keine Auskunft darüber geben. Ebenso sind ihr die Hände wegen sogenannten «Non Disclosure Agreements» gebunden. Trump verpflichtet alle, die sich in seinem Umfeld bewegen, zu solchen Maulkörben.

Die Mauer des Schweigens beginnt jedoch, Risse zu zeigen. So meldet die «Washington Post», dass sich die Justiz intensiv für einen gewissen Elliott Broidy zu interessieren beginnt. Dieser zwielichtige Geschäftsmann bewegt sich seit längerem im Dunstkreis von Trump. Kurzzeitig in die Schlagzeilen geriet er, weil er ebenfalls Michael Cohen damit beauftragt hatte, Schweigegeld an ein ehemaliges Playboy-Model zu bezahlen, das er geschwängert hatte.

Broidy hat seine Finger in praktisch jedem grösseren Skandal der letzten zehn Jahre im Spiel. So taucht sein Name etwa im 1MDB-Fall auf, dem Milliardenbetrug mit einem malaysischen Staatsfonds. Zusammen mit Michael Cohen und dem wegen eines Sexskandals zum Rücktritt gezwungenen Casino-Tycoon Steve Wynn war Broidy kurzzeitig auch für die Finanzen der Grand Old Party zuständig. In diese Zeit fällt auch die Inaugurationsfeier.

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Unter Druck: Trump-Kumpel Elliot Broidy.

Broidy steht nun unter Druck, weil eine Partnerin sich für schuldig bekannt hat und bereit ist, mit den Untersuchungsbehörden zusammenzuarbeiten.

Nebst den verschwundenen Millionen schildert Winston Wolkoff Details aus dem Innenleben der Trumps. Kurz zusammengefasst sind dies: Melania ist eine kalte, egoistische Person. So soll sie auf das Schicksal der in Käfigen gefangen gehaltenen Kinder von illegalen Immigranten wie folgt geantwortet haben:

«Sie sind nicht bei ihren Eltern. Das ist traurig. Aber die Wärter haben mir geschildert, wie die Kinder sagen würden: ‹Wow, ich habe ein Bett? Ich habe einen Schrank für meine Kleider?› Das ist mehr, als sie in ihren Herkunftsländern haben, wo sie auf dem Boden schlafen.»

Ebenfalls bestätigt Winston Wolkoff, dass zwischen Melania und Ivanka Trump eine Art kalter Krieg herrscht. Die First Lady bezeichnet die Trump-Tochter verächtlich als «Prinzessin», ihr Umfeld als «Schlangengrube» und unternimmt alles, sie von wichtigen Fototerminen fernzuhalten.

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Mögen sich nicht wirklich: Melania und Ivanka Trump. Video: YouTube/Tony Dortie - 24/7 Eyes

Nicht bestätigt Winston Wolkoff, dass die Ehe mit Donald bloss Formsache sei. «Es mag verrückt tönen, aber die beiden mögen sich bestens», erklärt sie gegenüber der «Washington Post». «Sie lachen zusammen. Sie weiss, wen sie geheiratet hat, und er auch. Sie gleichen sich in jeder Hinsicht.»

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