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Ray Dalio, founder of Bridgewater Associates, speaks during a panel on the second day of the annual meeting of the World Economic Forum in Davos, Switzerland, Wednesday, Jan. 18, 2017. (AP Photo/Michel Euler)

Ray Dalio am WEF in Davos. Bild: AP/AP

Grösster US-Hedge-Fund-Manager warnt: Trump wiederholt die Fehler der Nazis

Ray Dalio von Bridgewater Associates zieht Vergleiche mit den Dreissigerjahren und reduziert seine Risiken.



Ray Dalio ist eine legendäre Erscheinung in der Investoren-Gemeinde. Er hat den Hedge-Fund Bridgewater Associates gegründet, der heute rund 150 Milliarden Dollar verwaltet und damit der grösste seiner Art ist. Dalio tritt auch regelmässig am TV und an Investoren-Kongressen auf.  

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Ray Dalio warnt vor Populisten. Video: YouTube/Business Insider

Als Donald Trump überraschend die Wahlen gewann, war auch Dalio zunächst begeistert. Inzwischen hat er seine Meinung radikal geändert. Vor allem die Vorfälle in Charlottesville mit Hakenkreuzfahnen und Ku-Klux-Klan-Fackeln haben ihn dazu bewogen, seine Anlagestrategie zu ändern und Risiken abzubauen. 

Via soziale Medien liess Dalio seine Fans wissen:

«Mir scheint, dass wir derzeit wirtschaftlich und sozial so geteilt und so belastet sind wie 1937. In solchen Zeiten nehmen die Konflikte (interne und externe) zu, der Populismus erscheint wieder, die Demokratie wird bedroht und Kriege geschehen. Ich weiss nicht, wie schlimm es diesmal werden wird.»

Dalio warnt nicht nur, er handelt auch. Die «Financial Times» meldet, dass Bridgewater «seine Risiken reduziert hat», weil der Fund befürchtet, dass die Konflikte nicht kompetent behandelt werden. Die Folgen hätten einen «grösseren Effekt auf die Wirtschaft, die Märkte und das allgemeine Wohlbefinden als die klassische Geld- und Fiskalpolitik».  

Dalio ist nicht der einzige Warner

Politische Risiken lassen sich in der Regel schlecht einpreisen. Deshalb haben sich die Finanzmärkte bisher erstaunlich resistent gegenüber dem Chaos der Trump-Regierung gezeigt. Doch nun mehren sich prominente Stimmen, die warnen. Dazu gehört etwa Mohamed El-Erian, heute Chefökonom bei der Allianz-Versicherung. «Zieht man alles in Betracht, dann ist es schwer zu argumentieren, die Märkte seien nicht überbewertet», erklärte er gegenüber der «Financial Times». Ähnlich äusserten sich Bill Ackerman von Pershing Square und Dan Ivascyn von Pimco.

Der Glanz des Trump-Booms beginnt abzublättern. Letzte Woche haben der Dow Jones und der S & P 500 erstmals seit langem wieder im Minus geendet. Der Dollar schwächelt seit längerem, die Investoren werden nervös.  

WOZ-Europakongress

Ist Europa noch zu retten? Gibt es Alternativen zum neoliberalen Kurs der Europäischen Union? Wie können neue Formen demokratischer Mitgestaltung entwickelt werden? Über solche Fragen wird an einem Europakongress der WOZ – Die Wochenzeitung am 8./9. September in Zürich diskutiert. An der Tagung im Zürcher Volkshaus und in der Bäckeranlage finden acht Podien und sechs Workshops statt. watson-Autor Philipp Löpfe wird ein Podium zur Ökonomie moderieren. Vollständiges Programm und Anmeldung unter www.europakongress.ch

Das Wirtschaftsestablishment geht auf Distanz zu Trump

Nicht nur überbewertete Aktien machen ihnen Kummer, sondern auch die Tatsache, dass der Honeymoon zwischen Trump und der Wirtschaft vorbei scheint. Nach dem Abgang von prominenten Mitgliedern hat Trump die Auflösung zweier Wirtschaftsgremien bekannt gegeben.  

epa05800135 Republican Majority Leader from Kentucky Mitch McConnell speaks to the media in the U.S. Capitol in Washington, DC, USA, 17 February 2017. McConnell spoke about the Pruitt vote, repealing Obamacare, and the  Trump campaign's contacts with Russia intelligence.  EPA/JIM LO SCALZOepa05800135 Republican Majority Leader from Kentucky Mitch McConnell speaks to the media in the U.S. Capitol in Washington, DC, USA, 17 February 2017. McConnell spoke about the Pruitt vote, repealing Obamacare, and the  Trump campaign's contacts with Russia intelligence.  EPA/JIM LO SCALZOepa05800135 Republican Majority Leader from Kentucky Mitch McConnell speaks to the media in the U.S. Capitol in Washington, DC, USA, 17 February 2017. McConnell spoke about the Pruitt vote, repealing Obamacare, and the  Trump campaign's contacts with Russia intelligence.  EPA/JIM LO SCALZOepa05800135 Republican Majority Leader from Kentucky Mitch McConnell speaks to the media in the U.S. Capitol in Washington, DC, USA, 17 February 2017. McConnell spoke about the Pruitt vote, repealing Obamacare, and the  Trump campaign's contacts with Russia intelligence.  EPA/JIM LO SCALZO

Neuestes Trump-Opfer: Mitch McConell. Bild: EPA/EPA

In Washington stehen derweil wichtige Traktanden auf der Liste. Die Schuldengrenze muss einmal mehr angehoben werden, ein politisch heikles Manöver. Trump hat bereits gedroht, er werde zulassen, dass die Regierung den Laden dicht macht, sollte ihm der Kongress das Geld für die Mexiko-Mauer verweigern.  

Gleichzeitig geht er immer konsequenter auf Kollisionskurs mit der eigenen Partei. So hat er einen üblen Twitter-Streit mit Mich McConnell, dem Anführer der Republikaner im Senat, vom Zaun gebrochen – ein böses Omen für die von der Wirtschaft erhoffte Steuerreform.  

Notenbank im Dilemma

Dabei braucht die US-Wirtschaft einen neuen Kick. Die Arbeitslosigkeit befindet sich zwar auf einem historischen Tiefststand, doch die Löhne steigen nicht. Zudem sind heute weniger Menschen im Alter zwischen 25 und 54 erwerbstätig als vor der Finanzkrise. Deshalb wird die Notenbank bis auf Weiteres wohl darauf verzichten, die Leitzinsen weiter anzuheben, denn eine Rezession hätte derzeit unberechenbare Auswirkungen.

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