Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ex-Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand fürchtet «Katastrophe» in Europas Finanzsektor



Der frühere SNB-Präsident Philipp Hildebrand fürchtet, dass es nach dem Brexit-Votum in Europas Finanzsektor zu einer «Katastrophe» kommt. «Jetzt kommt so etwas wie die zweite Welle – neun Jahre nach der Finanzkrise», sagte er der «Süddeutschen Zeitung» vom Montag.

Europa habe es in dieser Zeit verpasst, das Bankensystem zu sanieren. «Das war ein riesiger Fehler.» Immer, wenn etwas schiefgehe – so wie jetzt das Votum der Briten für ein Ausscheiden aus der Europäischen Union –, komme an den Finanzmärkten die Frage auf, ob Europas Banken wirklich stabil seien.

EU hat Bankenproblem unter den Teppich gekehrt

Es sei eines der grossen Versäumnisse Europas, «dass wir das Bankenproblem immer unter den Teppich gekehrt haben», kritisierte Hildebrand, mittlerweile Vize-Chef der US-Vermögensverwaltung Blackrock.

Dass Italien seinen Geldinstituten nun mit Steuergeld helfen will, begrüsst Hildebrand. Wenn die Finanzstabilität gefährdet sei, dann dürfe ein Euro-Staat seinen Bankensektor mit frischem Kapital ausstatten, sagte er der Zeitung.

Italien will Medienberichten zufolge beim Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel die Zustimmung zu einem Bankenrettungsplan einholen. Dazu müsste Rom eine Ausnahmeklausel der neuen EU-Abwicklungsregeln für Banken nutzen. (egg/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

10
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Wilhelm Dingo 11.07.2016 15:06
    Highlight Highlight Es gilt sehr genau zu prüfen wer profitiert bei einer weiteren 'Rettung' von Banken.
    • FrancoL 11.07.2016 16:10
      Highlight Highlight Und wenn wir dann wissen wer profitiert, was machen wir denn genau?
      Entweder rettet der Staat oder die die ihr Geld bei der Bank deponiert haben. Beides trifft kaum die Schuldigen.
    • Wilhelm Dingo 12.07.2016 06:41
      Highlight Highlight @FrancoL: oder man lässt sie konkurs gehen.
    • FrancoL 12.07.2016 11:47
      Highlight Highlight @Wilhelm Dingo; Konkurs bedeutet dass die die Ihr Geld im Institut haben alles verlieren, also zB meine Grossmutter oder ein KMU dass ein Depot bei der in Konkurs gehenden Bank hat. Auch bei den Aktionären hat es nicht nur Spekulanten, die den Verlust mit Fassung tagen würden. Das sind alles Verlierer die kaum die Schuldigen sind. Ich glaube Du hast eine etwas zu einfache Sicht des Konkursverfahrens. Konkurse treffen meistens die Falschen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Str ant (Darkling) 11.07.2016 12:55
    Highlight Highlight Der Status zur Zeit scheint mir der "Schrecken ohne Ende" zu sein statt wie Island ein "Ende mit Schrecken" durchzusetzen und dann einen geordneten Neustart zu vollziehen.
  • smoking gun 11.07.2016 12:42
    Highlight Highlight Wenn einer Vice-Chef von einem Monster wie Blackrock ist, sollte er besser den Mund halten.
    • phreko 11.07.2016 15:28
      Highlight Highlight Weshalb?
    • smoking gun 11.07.2016 16:33
      Highlight Highlight Weil Blackrock die grösste Finanzfirma der Welt ist und mittels iShares/ETFs "toxische" Finanzvehikel anbietet. Das kommt uns doch bekannt vor ...

      Und weil Hildebrand als Vice-Chef genau weiss, dass in seiner Firma "Leichen" im Keller liegen.

      Deshalb hätte er gerne, dass wir Steuerzahler einmal mehr die Banken sanieren. Zum wohle von Blackrock ...
  • Madison Pierce 11.07.2016 12:17
    Highlight Highlight Im ersten solchen Fall gleich die Ausnahmeregel aktivieren, das erzeugt Vertrauen! Man hat nichts gelernt aus dem Debakel um den Euro-Stabilitätspakt. Dort konnten die Länder die Neuschuldengrenzen auch immer ohne Konsequenzen verletzen und tun dies zum Teil heute noch. Oder man schaut bei der Bilanz nicht so genau hin wie im Fall Griechenland...

    Wenn jetzt der Staat eingreift, lernen die Banken nie was. 2008 hat es geheissen, das sei garantiert ein Einzelfall und der Staat werde zukünftig nicht mehr helfen.

Globaler Geldwäsche-Skandal: Banken geben sich bedeckt

Im weltweiten Kampf gegen Geldwäsche gibt es laut Recherchen eines internationalen Journalistennetzwerks nach wie vor erhebliche Defizite. Auch Namen von Schweizer Banken kommen in den ausgewerteten Daten vor.

Informationen aus einem Datenleck des US-Finanzministeriums offenbaren nach Angaben der beteiligten Medien, dass Banken aus aller Welt über Jahre hinweg Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt haben. Die Institute hätten trotz strenger Regularien mutmassliche Kriminelle als Kunden …

Artikel lesen
Link zum Artikel