DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Gilt auch für die Börsengewinne: Vom Winde verweht. bild: Shutterstock.

Anschnallen bitte: Im Herbst drohen heftige Wirtschafts-Stürme!

China taumelt, Europa stagniert – und in den USA werden die Anleger nervös. Die Weltwirtschaft steuert auf eine Sturmfront zu.



Die Prognosen für das laufende Jahr hätten aus Sicht der westlichen Staaten nicht besser sein können: Mehr Konsum dank billigem Öl und mehr Investitionen und Konsum dank billigem Geld. Zudem schien die nach wie vor grösste Volkswirtschaft der Welt, die USA, endlich wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Kein Wunder boomten die Aktienmärkte zu Beginn des Jahres als gäbe es kein Morgen.

Davon ist wenig übrig geblieben. Die Gewinne sind grösstenteils wieder ausradiert worden, die Stimmung unter den Investoren ist nervös. Die Bullen (Optimisten) machen den Bären (Pessimisten) Platz. Selbst der erklärte Börsen-Liebling Apple hat über zehn Prozent an Wert verloren, obwohl die Quartalszahlen «umwerfend» waren, wie CEO Tim Cook sich ausdrückte: 33 Prozent mehr Umsatz und gar 45 Prozent mehr Gewinn pro Aktie. Nur weil die Verkäufe der neuen Apple Watch nicht ganz den Vorstellungen entsprachen, wurden die Apple-Papiere abgestraft.

A bronze bull and a bear stand in front of the stock market in Frankfurt, Germany, Monday, June 29, 2015. The stock market lost around 500 points right after its opening. (AP Photo/Michael Probst)

Die Börsenbullen – hier vor der Frankfurterbörse – sind auf dem Rückzug. Bild: Michael Probst/AP/KEYSTONE

Die Hektik an den Börsen widerspiegelt die Situation der realen Weltwirtschaft: In Europa ist der zaghafte Aufschwung des Frühsommers bereits wieder am Abklingen; und das, obwohl auch die Europäische Zentralbank mit dem so genannten Quantitativen Easing für tiefe Zinsen sorgt. Nur in Deutschland brummt die Wirtschaft  – vorläufig noch.

Zwist zwischen Deutschland und dem IWF 

Die Griechenland-Krise hat tiefe wirtschaftliche und politische Wunden hinterlassen. Selbst wenn das neue Hilfspaket endlich geschnürt sein wird, ist keine Erleichterung zu verspüren. In Deutschland muss Angela Merkel gegen wachsenden Widerstand in den eigenen Reihen der CDU ankämpfen. Gleichzeitig macht Direktorin Christine Lagarde eine Beteiligung des IWFs an der Sanierung von einem Schuldenerlass abhängig. Genau das hat jedoch die Kanzlerin ausdrücklich ausgeschlossen.

In den USA starren Anleger, Unternehmer und Konsumenten auf die Notenbank, wie das viel zitierte Kaninchen auf die Schlange: Wird Fed-Präsidentin Janet Yellen im September die Leitzinsen erhöhen oder nicht? Eigentlich sprechen alle Anzeichen dafür. Die amerikanische Volkswirtschaft schafft derzeit Monat für Monat mehr als 200'000 neue Jobs und sollte auf keine Krücken mehr angewiesen sein. 

Chinese 100-yuan banknotes are seen in this file illustration picture taken in Beijing July 11, 2013. China's yuan opened weaker against the dollar on August 17, 2015 but was stronger than the official midpoint fixed by the central bank.  REUTERS/Jason Lee/Files

Hat überraschend abgewertet: Der chinesische Renminbi. Bild: Jason Lee/REUTERS

Das grosse Aber ist jedoch der Dollar. Der Greenback hat gegenüber dem Durchschnitt der anderen Währungen rund 15 Prozent zugelegt. Das macht einerseits der amerikanischen Exportwirtschaft zu schaffen – aber vor allem auch den Schwellenländern. Diese haben sich mehrheitlich in Dollar verschuldet und ächzen deshalb unter der immer schwerer werdenden Schuldenlast. 

Was will uns Peking sagen?

Am meisten Bauchweh bereitet jedoch derzeit China. Die überraschende Abwertung des Yuan letzte Woche hat für grosse Verunsicherung gesorgt. Was will uns Peking damit sagen? Ist es bloss eine Korrektur einer zuvor immer stärker werdenden chinesischen Währung, wie die Optimisten erklären? Oder ist es Ausdruck einer strukturellen Krise, wie die Pessimisten befürchten? 

Tatsache ist, dass die jüngsten Wirtschaftszahlen aus China zu Sorge Anlass geben: Im Juli sind die Exporte um 8 Prozent zurückgegangen und die Preise um 5,4 Prozent gefallen. Damit fallen die Preise für chinesische Güter seit 41 Monaten, «ein Anzeichen dafür, dass es grosse Überkapazitäten gibt», wie der «Economist» vermutet. 

Einen Schock weg von der nächsten Rezession

Eine reife Wirtschaft fällt in eine Rezession, wenn das Wirtschaftswachstum negativ wird. Wegen des grossen Aufholbedarfs der Schwellenländer gilt für die Weltwirtschaft bereits ein Unterschreiten der 3-Prozent-Marke als Rezession. Davon sind wir nur einen Schock weit entfernt.  

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Initiative steht: Ein bedingungsloses Grundeinkommen für 500 Menschen aus Zürich

In einem wissenschaftlichen Pilotversuch sollen 500 Menschen in der Stadt Zürich während drei Jahren ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten. Dies fordert eine Initiative vom Zürcher Stadtrat. Über 4000 Unterschriften wurden gesammelt.

Innerhalb der letzten 6 Monate konnten mehr als 4000 Unterschriften für die Initiative «Wissenschaftlicher Pilotversuch Grundeinkommen» gesammelt werden. Heute werden diese nun dem Zürcher Stadtrat übergeben, wie das Initiativkomitee mitteilt.

Im Rahmen des Projektes sollen mindestens 500 Personen während drei Jahren ein Grundeinkommen erhalten. Die Höhe des Grundeinkommens ist im Pilotversuch noch nicht festgelegt. Bedingung ist aber, dass das soziale Existenzminimum der Stadt Zürich nicht …

Artikel lesen
Link zum Artikel