DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Facebook stellt nach Mordvideos 3000 neue Kontrolleure ein



Facebook will nach dem Schock über Gewaltvideos bei dem Online-Netzwerk 3000 weitere Mitarbeiter zum Herausfiltern von Inhalten einstellen. Sie sollen im Laufe eines Jahres weltweit dazukommen, schrieb Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch.

Es ist eine drastische Ausweitung des Teams: Facebook enthüllte bei der Ankündigung auch, dass die «Millionen Hinweise pro Woche» bisher von 4500 Mitarbeitern geprüft würden.

Das Online-Netzwerk mit rund 1.9 Milliarden Nutzern war in den vergangenen Wochen massiv in die Kritik geraten, nachdem mehrfach Videos mit Gewalttaten stundenlang auf der Plattform blieben. Erst filmte ein US-Amerikaner, wie er einen Passanten erschoss. Dann übertrug ein Mann in Thailand live bei Facebook, wie er seine kleine Tochter tötete, und brachte sich dann selbst um.

Facebook verlässt sich bei verbotenen Inhalten in den meisten Fällen auf Hinweise von Nutzern, die dann von Mitarbeitern geprüft werden. Lediglich bei Kinderpornografie wird Software eingesetzt, die sie automatisch herausfiltert. Seit kurzem werden auch sogenannte «Rachepornos» – intime Bilder, die ohne Zustimmung veröffentlicht werden – per Computer gefunden, sofern das Foto einmal gemeldet wurde.

«Schnell reagieren»

Zuckerberg nannte die jüngsten Fälle mit bei Facebook veröffentlichter Gewalt «herzzerreissend». Er habe darüber nachgedacht, wie das Netzwerk damit besser fertig werden könne. «Wenn wir eine sichere Gemeinschaft aufbauen wollen, müssen wir schnell reagieren», schrieb er.

Die zusätzlichen Prüfer sollen auch Hinweisen auf andere Probleme wie Hassrede nachgehen. In den vergangenen Monaten hatte Facebook bereits zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, auf Nutzer hinzuweisen, die bei Livestreams Anzeichen für Selbstmordgedanken zeigen.

Vergangene Woche sei nach einem solchen Hinweis die Polizei alarmiert worden und habe einen Nutzer gestoppt, bevor er sich etwas antun konnte, hob Zuckerberg als positives Beispiel hervor. «In anderen Fällen hatten wir weniger Glück», räumte er ein. Zuckerberg machte keine Angaben dazu, in welchen Regionen die zusätzlichen Mitarbeiter hinzukommen sollen. (sda/dpa)

Die besten Facebook-Fails, bei denen man sehnlichst hofft, dass sie nicht echt sind

Facebook-Kommentare

Wegen dieses Bildes hat Facebook meinen Account gesperrt #JeSuisCharlie

Link zum Artikel

«Hier löschten Fachkräfte» – so reagiert das Internet auf die Facebook-Sperre von Mörgeli

Link zum Artikel

Der Herr gibt, der Herr nimmt: Was kann man gegen die Sperrung seines Facebook-Kontos machen? NICHTS

Link zum Artikel
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Frau dreht Aerobic-Video in Myanmar – und filmt versehentlich Militärputsch

Eine Lehrerin macht Aerobic zu einem beliebten Charthit, dann passiert ein Konvoi schwarzer Militärfahrzeuge die Strasse im Hintergrund. Die Sportlerin hat ungeahnt einen Coup gefilmt.

Es wirkt wie ein surreal gestelltes Video, doch es zeigt den Militärcoup in Myanmar in Echtzeit – während eine Frau im Vordergrund ihre Aerobic-Routine zu einem populären Popsong absolviert. Ihr Name: Khing Hnin Wai. Die Lehrerin filmt seit längerer Zeit in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw ihre Übungen vor der breiten Yaza-Htarni-Strasse, die zum Parlamentsgebäude führt. Auf ihrem Facebook-Profil verbreitete sie die Clips mit verschiedenen Songs vor immer derselben Kulisse.

Bislang diente ihr die …

Artikel lesen
Link zum Artikel