Wirtschaft
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Police officers patrol outside the Central Government Offices in Hong Kong, Friday, May 22, 2020. Hong Kong's pro-democracy lawmakers have sharply criticized China's move to take over long-stalled efforts to enact national security legislation in the semi-autonomous territory. They say it goes against the

Polizisten riegeln ein Regierungsgebäude in Hongkong ab. Bild: AP

Analyse

Warum Peking jetzt Hongkong unter Kontrolle bringen will

Politisch ist der Zeitpunkt günstig, wirtschaftlich steht langfristig viel auf dem Spiel.



Als die Briten 1997 Hongkong wieder an China zurückgaben, haben sie sich dabei herausbedungen, dass die Menschen in der ehemaligen Kolonie noch 50 Jahre lang in einem System mit dem Titel «ein Land, zwei Systeme» weiterleben dürfen. Westlicher Rechtsstaat und Demokratie sollten bis Mitte des 21. Jahrhunderts nicht angetastet werden dürfen.

Damit scheint bald Schluss zu sein. Im Vorfeld des Nationalen Volkskongresses ist durchgesickert, dass die Führung in Peking im Rahmen eines nationalen Sicherheitsgesetzes plant, Hongkong stärker an die Kandare zu nehmen. Neue Proteste zur Verteidigung der demokratischen Rechte wie letztes Jahr sollen somit im Keim erstickt werden.

Warum erfolgt dieser Schritt gerade jetzt? Innenpolitisch kann Präsident Xi Jinping mit grosser Zustimmung rechnen. Auf dem Festland sind die rund 7,5 Millionen Hongkonger nicht sehr beliebt. So stellt der deutsche Wirtschaftsjournalist Wolfgang Hirn in seinem kürzlich erschienen Buch «Shenzhen» fest:

«Hongkonger und Festlandchinesen – ein schwieriges Verhältnis. Ein Verhältnis, das sich seit Beginn der Unruhen im Juni 2019 rapide verschlechtert hat, ja geradezu feindselig geworden ist.»

Anti-government protesters carry British flags as residents gather to protest a teenage demonstrator shot at close range in the chest by a police officer and condemn police tactics and demand accountability, in Hong Kong, Wednesday, Oct. 2, 2019. The shooting Tuesday during widespread anti-government demonstrations on China's National Day was a fearsome escalation in Hong Kong's protest violence. The 18-year-old is the first known victim of police gunfire since the protests began in June. He was hospitalized and his condition was described by the government as stable on Wednesday. (AP Photo/Kin Cheung)

Das will Peking nicht mehr sehen: Demonstranten mit dem Union Jack im Herbst 2019. Bild: AP

Etwas salopp ausgedrückt: Für die Festlandchinesen sind die Hongkonger verwöhnte ungezogene Kinder reicher Eltern. Zeit also, dass ihnen Xi den Tarif durchgibt.

Auch der Einsatz des Westens für Hongkongs Demokratie ist in den Augen der Festlandchinesen reine Heuchelei. So erklärte etwa der Wirtschaftsprofessor Jongweng Chiang in einem Interview mit «watson»:

«Unter britischer Herrschaft gab es in Hongkong keine einzige freie Wahl. Und plötzlich sagt der Westen: China unterdrückt freie Wahlen. Das ist Heuchelei auf Stelzen.»

Gleichzeitig hat die wirtschaftliche Bedeutung Hongkongs in den letzten Jahren tendenziell abgenommen. Das Finanzzentrum gerät in Gefahr, in den Schatten von Shenzhen zu geraten. Um es mit einem Vergleich auszudrücken: Shenzhen ist die neue betörende Frau, Hongkong die Schönheit von gestern, die Mühe mit dem Altern hat.

epa08436671 Chinese President Xi Jinping applauds during the opening session of China's National People's Congress (NPC) at the Great Hall of the People in Beijing, China, 22 May 2020. China held the Chinese People's Political Consultative Conference (CPPCC) on 21 May and will hold the National People's Congress (NPC) on 22 May, after the two major political meetings initially planned to be held in March 2020 were postponed amid the ongoing coronavirus COVID-19 pandemic.  EPA/Ng Han Guan / POOL

Präsident Xi Jinping am Nationalen Volkskongress. Bild: EPA

Es gibt sehr widersprüchliche Einschätzungen, ob und wie weit die Coronakrise Präsident Xi geschadet hat. Die meisten China-Experten kommen jedoch zum Schluss, dass seine rigorosen Lockdown-Massnahmen nicht nur das Ausbreiten des Virus verhindert, sondern auch seine Stellung gestärkt haben.

Auch die jüngsten Angriffe des US-Präsidenten Donald Trump spielen Xi in die Hände. Sie versetzen die Chinesen in eine nationalistische Empörung, die Xi geschickt für seine Zwecke einspannen kann. So schreibt Tom Mitchell in der «Financial Times»:

«Mit einem Schlag am Donnerstagabend hat Mr. Xi die Chinesen gefragt: ‹Steht ihr hinter mir oder den Demonstranten von Hongkong und Mr. Trump?›.»

Die Antwort darauf dürfte nicht allzu schwer zu erraten sein.

Und was ist mit den Folgen? Schliesslich haben die Meldungen über Xis Absichten sogleich einen Kurssturz an der Börse von Hongkong und einen Proteststurm in Washington ausgelöst. Offenbar geht Peking davon aus, dass das Verhältnis zu Washington so zerrüttet ist, dass es hier nichts mehr zu verlieren gibt.

Daher nimmt man die Proteste des Präsidenten gelassen zur Kenntnis im Wissen, dass das Image eines «Trump-als-Kämpfer-für-die-Demokratie» selbst die Hühner zum Lachen bringen würde.

Langfristig steht jedoch viel auf dem Spiel. Hongkong ist Teil der Greater Bay Area (GBA), eines ehrgeizigen Projekts, das China wirtschaftlich und technologisch an die Spitze führen soll. Im Perlflussdelta entsteht ein Machtzentrum, das dereinst Silicon Valley und Kalifornien in den Schatten stellen wird. Wolfgang Hirn beschreibt es wie folgt:

«Was ist nun die GBA? Der Zusammenschluss der beiden Sonderverwaltungszonen und ehemaligen Kolonien Hongkong und Macau mit neun Städten in der Provinz Guandong. Zwei der neun Städte kennt man: Shenzhen und die Provinzhauptstadt Guangzhou (früher Kanton genannt). […] [Die anderen heissen]: Zhuhai, Zhnogshan, Jiangmen, Foshan, Zhaoqing, Dongguan und Huizhou. Es sind übrigens alles Millionenstädte und jede von ihnen grösser als Berlin.»

Shenzhen

Lässt Hongkong alt aussehen: Shenzhen.

Hongkongs Demokratie wird somit ein Opfer der ehrgeizigen wirtschaftlichen Ziele Pekings. Washington wird kaum etwas dagegen unternehmen können. So erklärt Elizabeth Economy vom Council on Foreign Relations gegenüber der «New York Times»:

«Offenbar hat Peking die Kalkulation gemacht, dass ihm kein Preis zu hoch ist, um das Spektakel von Millionen demonstrierender Hongkonger zu verhindern. Leider hat das Weisse Haus von Trump derzeit keinen Einfluss mehr auf die Regierung von Xi. Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China befinden sich im freien Fall.»

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Bilder des Protestes in Hongkong vom Sonntag, 16. Juni 2019:

Mit Big Brother gegen das Coronavirus

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65
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    Alle Leser-Kommentare
  • SKA (1) 23.05.2020 16:40
    Highlight Highlight Da kann man nur froh sein, in einem so tollen Land wie der Schweiz zu leben.
  • Cocalero 23.05.2020 16:06
    Highlight Highlight komunisten. man braucht nicht mehr zu sagen.
    • karl_e 23.05.2020 16:58
      Highlight Highlight Wo in China findet man Kommunisten? Jenes System nennt man Staatskapitalismus.
      P.S.: Wenn du schon über Kommunisten schreibst, dann bitte mit "mm".
  • Skeptischer Optimist 22.05.2020 23:39
    Highlight Highlight Als Hong Kong eine Kronkolonie war es keine Demokratie, die Briten haben sich nicht einmal die Mühe gemacht eine solche vorzutäuschen.

    Im Klartext, die Briten haben versucht das Raubgut vergiftet zu retournieren.

    Wieso sollten die Chinesen eine Geste der Demut gegenüber den heruntergekommenen, verlogenen ehemaligen Kolonialherren machen?
    • Magnum 23.05.2020 12:26
      Highlight Highlight Wer sich in dieser Frage als Einwohner eines freien, demokratischen Landes auf die Seite eines in Fragen der Menschenrechtende fürchterlichen Regimes stellt und darum Demokratie als Gift und Hong Kong als verlogen bezeichnet, ist ein Sprachrohr des totalitären Regimes in Peking.

      Ich halte mich zwar für durchaus wort- und redegewandt, aber für diese Art geistiger Verräter an all unseren Freiheiten habe ich leider kein passendes Wort zur Hand, das nicht zu einer umgehenden Löschung dieses Kommentars führen würde.
    • Skeptischer Optimist 23.05.2020 16:18
      Highlight Highlight Ich habe nicht Hong Kong sondern die Briten als verlogen bezeichnet, die als Kolonialmacht nachweislich ein diktatorisches Regime geführt haben. In den 1980er Jahren hat der Economist, das Kampfblatt der englischen Finanzelite, ganz unverhohlen festgestellt, dass wirtschaftliche Erfolg der Kolonie auf der Alternativlosigkeit zur Diktatur zurück zuführen sei. In anderen Kolonien seien ambitionierte junge Leute Politiker oder Terroristen geworden, in Hong Kong sei dies aussichtslos.

      Ich empfehle dir von deinem hohen Ross runter zu steigen.
    • karl_e 23.05.2020 17:02
      Highlight Highlight Magnum, der Optimist hat ja nur gesagt, dass Hongkong unter den Briten keine Demokratie war. Es galten brit. Gesetze und die Eingeborenen hatten wenig zu melden.
  • Swen Goldpreis 22.05.2020 22:07
    Highlight Highlight Hongkong ist verloren. Aber wir müssen uns nun alle sehr viel stärker für Taiwan einsetzen. Denn das kleine demokratische Land wird das nächste ein, dass sich Xi(tler) in seiner Allmachtsfantasie heim ins Reich holen wird.

    Mein Vorschlag wäre ein Klausel, dass die Schweiz oder besser noch ganz Europa automatisch Taiwan als eigenen Staat anerkennt, sobald China eine festgelegte rote Linie überschreitet.

    Bei Hitler meinte man: Wenn er Polen hat, wird er den Rest in Ruhe lassen. Diesen Irrtum haben wir mit dem zweiten Weltkrieg bezahlt. Einen dritten, durch China verursacht, wollen wir nicht.
    • Ueli der Knecht 23.05.2020 00:36
      Highlight Highlight Dein Vergleich hinkt gewaltig, @Swen Goldpreis. Du betreibst reinste ideologisch verklärte Propaganda.

      Als Hitler Polen einverleibte, hat er gegen das Völkerrecht verstossen. Schon der Hitler-Stalin-Pakt war völkerrechtswidrig.

      Taiwan gehört völkerrechtlich zu China, so wie die Krim völkerrechtlich zur Ukraine gehört, und Kosovo zu Serbien.

      So ist nun mal das Recht. Wenn dir das nicht passt, und du glaubst, du könntest dich einfach über das Recht hinwegsetzen, dann bist du vielmher auf der primitiven Ebene von Hitler als Xi Jinping.

      Wer wie du auf das Völkerrecht pfeifft, der ist primitiv.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 23.05.2020 00:43
      Highlight Highlight Polen gehörte nie Deutschland und Deutschland hatte auch nie einen zeitlich terminierten Anspruch darauf. Hongkong dagegen gehörte zweifelsfrei China und wurde von den Briten per Krieg (Erster Opiumkrieg) belagert. Du solltest dich mal etwas mit dieser widerlichen Geschichte der Briten befassen.
      Wenn es einen Krieg gibt, dann sind die USA die Firestarter. China wird nur reagieren. Insofern ist es klüger, ihnen ihr Hongkong einfach im Sinne des Friedens zu überlassen.

      Was die Anerkennung Taiwans betrifft, kuschen praktisch alle vor China, weil die wirtschaftlichen Beziehungen zu wichtig sind.
    • rodolofo 23.05.2020 07:00
      Highlight Highlight Im Moment sieht es zwar mehr danach aus, dass die Trump'sche USA den 3. Weltkrieg sucht...
      Gerade heute steht in der Zeitung, dass die USA ein weiteres wichtiges Vertragswerk der Rüstungskontrolle kündigen will, sehr zum Bedauern der Europäer: Das "Open-Sky-Abkommen".
      Putin-Russland liefert mit seinen Lügen und seinen Betrügereien die willkommenen Gründe dazu.
      China verhält sich zwar heute auch militärisch ziemlich aggressiv, ist aber vor allem an wirtschaftlicher Einbindung interessiert.
      So blöd, nur auf militärische Gewalt zu setzen, ist China sicher nicht! (Im Gegensatz zu Russland)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ouvrier 22.05.2020 20:25
    Highlight Highlight China wird die Welt bald beherrschen, die Wirtschaft ist enorm und Geld regiert die Welt.
    • Bildung & Aufklärung 23.05.2020 00:15
      Highlight Highlight Hat schon was, ist aber auch nicht das Ende der Wahrheit.

      Freiheit, Herz und Gerechtigkeit z.B. spielen meist dann doch eine grössere Rolle.

    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 23.05.2020 00:44
      Highlight Highlight Das tun sie bereits. Es tun sich nur die meisten noch schwer, das in ihren Kopf zu bekommen. Manche haben sogar das Gefühl, man könne noch etwas gegen China ausrichten. 🤣
    • rodolofo 23.05.2020 06:53
      Highlight Highlight Peking ist weit weg...
      Wir werden Mittel und Wege finden müssen, damit wir uns etwas Freiraum bewahren können!
      Einige solche Mittel sind Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und ein gesundes Misstrauen, das nicht gleich in eine Verschwörungstheoretiker-Paranoya abstürzt.
      Denn Verschwörungen gibt es zweifellos!
      Als Republik-Leser, der vom Chefredaktor der Zeitung ziemlich ruppig und machtbewusst für drei Monate mundtot geschaltet wurde, nachdem ich die Corona-Pandemie nicht in seinem Sinne interpretierte, kam mir sofort der Verdacht, dass da "das Reich des ewigen Lächelns" seine Finger ausstreckt...
  • rodolofo 22.05.2020 19:08
    Highlight Highlight Trump hilft Xi Shin Pin und leistet einen Bärendienst für die Hongkonger Demokratie-Bewegung.
    Wenn nämlich Einer nichts mit Demokratie und mit Menschenrechten am Hut hat, dann ist das Donald Trump!
    Und ebenso unglaubwürdig macht sich die Atommacht mit tausenden von Atomraketen und -Sprengköpfen, wenn sie Nordkorea und den Iran dazu zwingen will, ÜBERHAUPT KEINE Atombombe zu haben.
    Japan haben die USA mit dem Abwurf von zwei Atombomben zur Kapitulation gezwungen.
    Da müssen doch Nordkorea und der Iran befürchten, dass mit ihnen das Gleiche passieren würde, wenn sie sich auf so etwas einliessen!
    • Ueli der Knecht 23.05.2020 00:50
      Highlight Highlight Trump wartet wie ein kleines Kind gierig auf die nächstbeste passende Gelegenheit, wo er endlich mal den roten Knopf drücken darf.

      Die beiden Atombomben auf Japan brachten die Japaner schliesslich auch dazu, die 1895 kriegerisch eroberte und annektierte Insel Taiwan an China zurückzugeben.

      Denn was man heute gerne vergisst, dass im Zweiten Weltkrieg auch die Chinesen mit ihrem Blut gegen die Faschisten kämpften, und rund 25 Millionen Tote zu beklagen hatten. Die heute regierende Kommunistische Partei wurde damals gross und mächtig (und radikal und totalitär).
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 23.05.2020 00:54
      Highlight Highlight Japan hatte damals aber keine Atombombe. Sie hatten nichts, was sie den USA hätten entgegensetzen können. Anders der Iran und Nordkorea: Die haben Atomwaffen. Und selbst die gut informierten USA wissen nicht so genau, wie stark diese wirklich sind.

      Sowieso fanden die beiden, durch nichts zu rechtfertigenden Atombombenabwürfe in Japan in einem bereits bestehenden Krieg statt. Einfach Bomben auf den Iran oder Nordkorea abzuwerfen bedeutet, dass die USA diesen den Krieg erklären würde.

      Brisant:
      https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-04/nato-usa-atomwaffen-modernisierung-deutschland-buechel
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 23.05.2020 04:34
      Highlight Highlight Was die "Demokratie" betrifft, so hattest du gerade wieviel Mitspracherecht, als es um die schrittweisen Lockerungen ging? Null, oder?

      Diktiert hat das Tempo der Lockerungen der Kapitalismus. Aber selbst da haben viele noch nicht bemerkt, wie sehr der Kapitalismus ihr Leben bestimmt. Vielleicht merken sie es in den kommenden Monaten, wenn die Bilanz dann nicht stimmt.
      In einer Diktatur jammern selten die, die von der Diktatur profitieren. Sondern immer die, die entweder unter ihr leiden oder sie kritisch betrachten. Und die Kapitaldiktatur aka "Demokratie" ist äusserst kritisch zu betrachten.
  • fools garden 22.05.2020 19:02
    Highlight Highlight Und die ganze Welt kriecht ihnen in den Allerw..., oh du liebe Kohle.

    Mit einem freundlichen Gruß nach GC.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 23.05.2020 04:42
      Highlight Highlight In der Teppichetage und darüber hinaus sitzen immer die Kapitalisten. Auch in China.

      Bloss nutzen die Kapitalisten in China die Ignoranz und Dummheit des kapitalistischen und konsumistischen Westens geschickt aus, um aus deren eigenem System und Kapital Profit zu schlagen. Der Westen hat China sozusagen auf das eigene Niveau heruntergeholt und wird nun von den eigenen Waffen geschlagen. Man könnte auch sagen, irgendwann kommt immer einer, der schlauer ist. Diesen Schlaueren hat der Westen nun in China gefunden. Well done!
  • K1aerer 22.05.2020 17:49
    Highlight Highlight Naja Millionen von Leuten so zu ersticken, wird sicher lustig sein. Da wird China definitiv massiven Brain Drain haben.
    • rodolofo 22.05.2020 19:16
      Highlight Highlight Die haben bereits intensiv an den Tibetern und an den Figuren geübt...
      - Rädelsführer und Menschen mit eigenwilligem Charakter drangsalieren, einschüchtern und wegsperren.
      - Den Willen brechen.
      - Einen menschlichen Roboter aus der zerschlagenen und zertretenen Rest-Persönlichkeit machen.
      - Karrieremöglichkeiten in der Partei anbieten

      Schliesslich ist Xi Shin Pin selber das beste Beispiel für den Erfolg der kommunistischen Umerziehung!
      Als Sohn eines "Verräters" in die Provinz verbannt und mit harter Arbeit gestählt, rackerte er sich hoch und wurde schliesslich:
      "Der allseits geliebte Führer!"
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 23.05.2020 05:36
      Highlight Highlight @K1aerer: Ich würde sagen, du täuschst dich ziemlich. Die Chinesen schicken ihre Studenten in den Westen, um hier zu lernen. Diese sind in der Regel ihrem Heimatland gegenüber ultraloyal, so patriotisch wie du es der Schweiz gegenüber bist.

      Die eigentliche Gefahr sind die USA, die sich in ihrer Macht bedroht sehen und im Bedarfsfall die Aggressoren sein werden, um diese Macht mit allen Mitteln zu verteidigen.

      Schau:
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    • K1aerer 23.05.2020 11:08
      Highlight Highlight Ein Volk, das die Freiheit einmal geleckt hat, wird man nicht einfach so einschüchtern können. Die Chinesen machen den gleichen Fehler wie immer, denken, dass das, was sie gelernt haben, können sie auf allen projizieren. Festlandchinesen mag es egal scheinen, weil sie es nie erlebt haben, aber Hong Konger schon. Wenn man die letzten Protesten gesehen hat, dann muss China def. ein hohes Opfer zahlen, mur um eine kleine Insel zu erziehen. 🤷‍♂️
  • Donald 22.05.2020 17:38
    Highlight Highlight Ich spüre hier leider etwas viel "aufgeben" und "ist halt so". Kämpfer und Idealisten scheinen sich bei Watson nicht in den Kommentaren herumzutreiben.
    In diesem Sinne, alles ist möglich. Kein System ist 100% stabil. Das Ausland ist wichtig für China und Hong Kong (als Finzanz- und Handelsplatz) viel wichtiger, als oben dargestellt. China will eigentlich, dass es nicht mehr so wichtig ist, aber das haben sie in 20 Jahren nicht geschafft. Diese Aktion dürfte sehr unüberlegt sein. Aber passt ja zu Grossmächten 2020.
    • Popo Catepetl 23.05.2020 02:23
      Highlight Highlight Unüberlegt und scheissegal. Das passt zu unserer Zeit.
    • Jo Blocher 23.05.2020 06:27
      Highlight Highlight @Donald. Hong Kong ist für China die Freihandelszone und wichtiger denn je. Da ist mit kämpfen und Idealismus nicht anzukommen. Realismus ist angesagt bei den meisten Watson Lesern. Ich denke, dazu hat der Pöbel auf HKs Strassen beigetragen und die nachgewiesene direkte Einmischung der USA.
  • Majoras Maske 22.05.2020 17:06
    Highlight Highlight Wer hätte auch ahnen können, dass man in einer anständigen Kooperation eher Einfluss auf den Gegenüber hat als während einer Konfrontation?
  • redeye70 22.05.2020 16:56
    Highlight Highlight Einmal mehr zeigt sich das unter Trump der Niedergang der USA beschleunigt wird.
    • AdvocatusDiaboli 22.05.2020 23:15
      Highlight Highlight Es ist schon interessant. Diesen Kommentar höre ich genau so (jeweils auf den momentanen POTUS angepasst) schon seit den 80ern, immer wieder in der Schweiz.

      Immer entweder von linken oder rechten Schweizer, je nach dem, ob gerade ein Republikaner oder ein Demokrat das Amt besetzt.

      Und die Tatsache welche so einen Kommentar eigentlich irrelevant macht, nämlich dass die USA schon mehrmals niedergegangen und wieder heraufgestiegen sind wird dabei immer ignoriert.
  • mycredo 22.05.2020 16:45
    Highlight Highlight Schade um Hongkong. Und bis 2030 wird es Taiwan gleich ergangen sein.
    • hello_world 22.05.2020 17:21
      Highlight Highlight Taiwan und USA werden das aber nicht kampflos zulassen.... hoffentlich artet da nichts aus.
    • Sarkasmusdetektor 22.05.2020 18:01
      Highlight Highlight Was die USA zulassen werden, ist keineswegs so klar. Wenn Trump wiedergewählt wird, kann es noch viel schneller gehen, der hat eh kein Interesse, irgendwo militärisch einzugreifen, und das weiss China auch. Und Taiwan allein wird sich wohl nicht sehr lange wehren.
    • Magnum 22.05.2020 18:16
      Highlight Highlight Nein, @mycredo:
      Nach diesem kalten Staatsstreich in Hong Kong hat China Taiwan gar nichts mehr an Anreizen zu bieten. Es bleibt einzig die Drohkulisse mit dem Papiertiger namens Volksbefreiungsarmee.

      Taiwan wird sich NIE friedlich einem autoritären Einparteien-Staat anschliessen - dafür sind Demokratie, Bürgerrechte und gesellschaftliche Freiheiten längst zu etabliert in Taiwan. Ein zurück in die Unfreiheit kann es nur mit Waffengewalt geben. Und das will sich die KP Chinas eher nicht antun. Begreiflich, wenn man die Topographie Taiwans kennt: Die ist mechanisierte Truppen ein Alptraum.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Therealmonti 22.05.2020 15:43
    Highlight Highlight Klar ist: Die Hongkonger können sich ihre demokratischen Freiheiten abschminken. Das war schon klar, als der Vertrag zwischen China und Grossbritannien 1997 auslief. Jetzt geht es halt einfach schneller als bis 2047, wie damals ausgehandelt. Und Trump hat auch noch das Seine dazu getan.
    • etoilefilante 23.05.2020 16:15
      Highlight Highlight Sorri, es geht nicht um Trump.

      Und es ist nicht "halt einfach schneller", es ist ein Vertragsbruch (Sino-British Joint Declaration) !!!

      Genau darum kann und soll UK was gegen CCP tun, aber ob sie in der Tat was machen, ist leider fraglich.
  • Pinkerton 22.05.2020 15:34
    Highlight Highlight Erst jetzt?

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