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Frauen und Geld

10 Tipps, wie du das Thema «Sparen» am besten angehst

Wann Sparen trotz niedriger Zinsen Sinn macht und 10 Tipps, wie du das meiste aus deinem Sparbatzen machst.

Olga Miler
Olga Miler



Es ist wirklich ein Trauerspiel. Wenn man Geld spart, dann kriegt man dafür fast gar keine Zinsen, zahlt Gebühren und die Inflation tut ihr Übriges, um langsam und fast unmerklich zu schmelzen. Eindrücklich zeigt es dieser Rechner: Gibt man 1000 CHF 1980, also vor 30 Jahren ein, dann ist die Wertminderung gegenüber heute satte −38,4%. Es gibt sie in Massen, die Graphen, die Vergleiche zeigen, wie Geld auf dem Sparkonto langfristig nur wenig bringt.

Mathematisch macht das sicher Sinn, trotzdem fühlt es sich für mich immer ein bisschen einseitig an, als würden diese Kurven nur einen Teil des echten Lebens anzeigen.

Das Leben ist unberechenbar und braucht ein vielseitiges Geldkonzept

Kurven hin oder her, Geld hat nicht nur die Aufgabe, sich zu vermehren. Es ist ein Mittel, um unser Leben zu finanzieren, heutige und zukünftige Wünsche zu erfüllen, neue Möglichkeiten zu eröffnen und Sicherheit zu schaffen. Und da das Leben oft unberechenbar ist, braucht es einen vielfältigen «Geld-Plan», gerade für Frauen.

Frauen in der Schweiz sind 2-mal so sehr von Altersarmut betroffen wie Männer

Drei Gründe

1. Frauen arbeiten oft Teilzeit oder verrichten unbezahlte Arbeit und haben somit bei geringerem Verdienst kleinere Beiträge in die 2. Säule (Pensionskasse) eingezahlt.

2. Heute haben nur ca. 57% der Frauen eine Leistung aus der 2. Säule (Männer 77%) und nur etwa jede 5te (22%) hat zusätzlich einen Beitrag aus der Säule 3a (Männer 33%).·

3. Bei längerer Lebenserwartung muss das Geld nicht nur länger, sondern auch höheren Fix-Kosten eines 1-Personen-Haushaltes standhalten (gut ¾ der älteren Allein-Lebenden sind Frauen).

BFS Armut im Alter

Sparen alleine mit wenig oder keinen Zinsen wird nicht genügen, um diese Lücken aufzufüllen. Aber deswegen ist Sparen noch lange nicht altmodisch oder schlecht.

Sparen oder Investieren? Wann passt was? Auf die Ziele und die Zeitdauer kommt es an

Beides, Sparen und Investieren, ist nützlich je nachdem, was man in welcher Zeitspanne erreichen will und wie wichtig einem die Sicherheit oder der Ertrag ist.

Wann eignet sich Sparen?

Wann eignet sich Sparen weniger?

Wenn du dein Geld längerfristig (5–10 Jahre oder mehr) vermehren möchtest, wie das bei der Altersvorsorge, für eine grössere Anschaffung in der Zukunft wie z. B. ein Haus der Fall ist. Für Ziele weit in der Zukunft kann eine gezielte Anlage gut sein. Je nach eigenem Risikoempfinden kann man auch nur einen Teil anlegen. Warum es für Investieren nie zu spät ist und Tipps zeigt dieser Artikel. In jedem Fall lohnt es sich, die Zeit aufzubringen und Angebote von mehreren Anbietern einzuholen, da die Unterschiede sehr gross sein können.

10 Tipps, wie du aus deinem Sparbatzen trotz geringer Zinsen mehr machen kannst

  1. Ein Sparkonto mit günstigen Konditionen und Möglichkeiten für Austritt/Bezug wählen.
  2. Steuern wenn möglich im Voraus (geht auch monatlich) bezahlen. Die Regelungen sind kantonal unterschiedlich, in Zürich bekommt man 2020 0,25% Zins.
  3. Hypotheken und Schulden optimieren. Bei Hypotheken Steueroptimierung beachten, allenfalls gibt es einen steueroptimalen Schuldenbetrag.
  4. Debitkarten den Kreditkarten vorzuziehen, hilft das Budget im Griff zu haben und allfällige Überraschungskosten wie hohe Verzugszinsen zu vermeiden.
  5. Rundungssparfunktion einrichten, dabei rundet man bei Käufen den ausgegebenen Betrag auf den nächsten Franken oder die nächsten 5 Franken etc. auf, dieses Geld wird angelegt oder gespart.
  6. Regelmässige Geldhygiene: laufende Kosten prüfen und versteckte Geldfresser wie z. B. Abos und Online-Dienste regelmässig prüfen.
  7. Anschaffungen vorausplanen, um von Rabatten zu profitieren, und kurzfristige Schulden wie Kleinkredite oder Leasing mit hohen Zinsen nach Möglichkeit meiden.
  8. Vorsorge nutzen, auch wenn man nicht investiert: Säule 3a einzahlen, Pensionskasse auffüllen, mögliche AHV-Lücken prüfen und schliessen. Allerdings steht dieses Geld dann nicht kurzfristig zur Verfügung.
  9. In die eigene Aus- und Weiterbildung investieren.
  10. Sachen, die man nicht oft braucht, leihen, anstatt sie zu kaufen.
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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pascolo 23.05.2020 15:23
    Highlight Highlight Ich hab nich viel zum Sparen, leg was geringes aber auf die Seite um bei Aktionen dann schonungslos den Tiefkühlschrank füllen zu können! Das Glück des kleinen Mannes !
  • Schneider Alex 23.05.2020 06:01
    Highlight Highlight Ist das Schlechtreden des Aktienmarktes eine Strategie der Linken und der Banken? Sollte man den Leuten nicht schon in der Schule die Funktion des Eigenkapitals erklären? Wollen wir wirklich, dass sich immer mehr ausländische Staaten oder Fonds unsere Aktiengesellschaften unter den Nagel reissen? Sollen doch die "Reichen" das Risiko der Aktien tragen; der Rest holt sich dann den Gewinn daraus via Umverteilung?
    • OlgaMiler 23.05.2020 17:54
      Highlight Highlight Ich glaube am nützlichsten ist zu wissen welche Finanzinstrumente wofür gut sind, welche Vor-und Nachteile man dabei hat und dann gemäss den eigenen Zielen die bewusst aussucht, die zu einem passen. Studien haben gezeigt dass z.B. viele Menschen einfach auf dem Sparkonto auch für sehr langfristige Ziele sparen, ohne wirklich zu wissen wie das Sparziel noch, oder anders erreicht werden könnte.
      https://blog.migrosbank.ch/de/so-spart-die-schweizer-bevoelkerung/
  • Madison Pierce 22.05.2020 15:28
    Highlight Highlight Es hilft, sich zweier Dinge bewusst zu sein:

    1.) Es ist einfacher, weniger auszugeben, als mehr einzunehmen.
    2.) Kleinvieh macht auch Mist.

    Ein Kollege hatte während der Lehre immer Geldprobleme. Er wusste aber nicht, wo das Geld hin ist, denn grosse Anschaffungen hat er nicht getätigt.

    Lösung: er hat jeden Morgen am Kiosk ein Red Bull und ein Gipfeli gekauft. Abends dann wieder ein Red Bull. Macht über 200 Fr. im Monat.

    Ich denke nach den letzten Wochen mit geschlossenen Bars werden sich viele junge Leute wundern, dass sie plötzlich Geld haben.
    • OlgaMiler 23.05.2020 17:43
      Highlight Highlight Ist sicher spannend zu schauen wie sich das Konsumverhalten jetzt vielleicht verändert. Ich glaube auch dass das Budget, egal in welcher Form wirklich wichtig ist. So viel Geld wird oft einfach "weggefressen", ich stelle das an meinen Jungs auch immer wieder fest:-)
    • Ökonometriker 24.05.2020 10:08
      Highlight Highlight Ich habe für ich eine einfache Lösung gefunden: ich gebe mir jede Woche einen bestimmten Betrag als Sackgeld. Von dem werden die Konsumausgaben bezahlt. Für das restliche Geld habe ich nicht mal eine Karte - es ist auch am härtesten Wochenende einfach nicht zugänglich. Das schützt zuverlässig vor dummen Ideen im Ausgang und macht den Konsum einfacher planbar.
  • Maya Eldorado 22.05.2020 14:20
    Highlight Highlight Ich spare tagtäglich, damit hoffentlich der Geldbeutel nicht vor Ende Monat leer ist.
    Ich brauch ja auch die letzten Tage im Monat noch zu essen.

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