Wirtschaft
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ARCHIVBILD ZUR REDUKTION DER KAPAZITAETEN DER SWISS IM MAERZ UND APRIL UM BIS ZU 50 PROZENT, AM FREITAG, 6. MAERZ 2020 - Ein Airbus A220-300, hinten, der Swiss rollt am Flughafen Zuerich am Dienstag, den 18. September 2018 in Kloten.(KEYSTONE/Christian Merz)

Die Schweizer Fluggesellschaft hat Probleme. Die Reise-Einschränkungen wegen Corona machen ihr zu schaffen. Bild: KEYSTONE

Swiss beantragt Kurzarbeit – sogar Staatshilfe ist nun ein Thema

Die Schweizer Airline zieht die Konsequenzen aus dem massiven Buchungseinbruch im Zuge der Corona-Krise, wie Recherchen von CH Media ergeben haben. Und die Lufthansa verhandelt über Staatshilfe - auch in der Schweiz!

Benjamin Weinmann / ch media



Die Lufthansa-Tochter Swiss hat sich entschlossen, Kurzarbeit beim Staat zu beantragen, wie Recherchen von CH Media ergeben haben. Demnach hat Swiss-Chef Thomas Klühr die Belegschaft per Videobotschaft darüber informiert. Demnach gilt die Kurzarbeit ab 1. April - sofern das Staatssekretariat für Wirtschaft den Antrag gutheisst. Auf Anfrage stellt die Swiss eine Medienmitteilung in Aussicht.

Die Swiss zieht damit die logische Konsequenz aus den schwerwiegenden Folgen der Corona-Krise. Bereits vergangene Woche hatte sie jeden zweiten Flug streichen müssen, insbesondere in Europa und nach Asien. Am Donnerstag folgte der nächste Hammer mit dem US-Einreisestopp für Europa. Die Nordamerika-Destinationen gehören zu den wichtigsten und profitabelsten Zielen der Swiss. Ein Grossteil ihrer Flugzeugflotte ist derzeit gegroundet.

Bereits am Freitagmorgen gab die Mutter-Airline Lufthansa bekannt, dass sie einen Teil ihres Kabinenpersonals in Kurzarbeit schickt. Wie viele der insgesamt 22'000 Lufthansa-Flugbegleiter von der Massnahme betroffen sind, hängt von den Gesprächen des Konzerns mit der Bundesagentur für Arbeit ab.

Doch nicht nur das: Wie die «Süddeutsche Zeitung» und das deutsche «Handelsblatt» berichten, will die Lufthansa-Gruppe angesichts der dramatischen Lage in vier Ländern Staatshilfe beantragen. «Wir sprechen mit den Regierungen der Heimmärkte über mögliche Staatshilfen», sagte ein Konzernsprecher in der «Süddeutschen Zeitung». Zu den Heimmärkten gehören Deutschland, Belgien, Österreich - und die Schweiz. Also jene Länder, in denen die Fluggesellschaften Lufthansa, Brussels Airlines, Austrian und Swiss ihren Sitz haben.

Swiss informiert nächste Woche über Corona-Folgen

Die Swiss bedient ab den Landesflughäfen Zürich und Genf weltweit über 100 Destinationen in 44 Ländern. Mit einer Flotte von rund 90 Flugzeugen befördert sie jährlich knapp 18 Millionen Passagiere. Die Fracht-Division Swiss World Cargo bedient rund rund 175 Destinationen in über 80 Ländern. 2018 erwirtschaftete die Lufthansa-Tochter mit 9000 Mitarbeitenden einen Umsatz von über 5 Milliarden Franken. Die Geschäftszahlen und die Auswirkungen der Corona-Krise stellt die Swiss kommende Woche vor.

Für Aviatik-Experte Andreas Wittmer von der Universität St. Gallen steht die Swiss trotz allem in einer vergleichsweise guten Position da: «Die Swiss hat in den vergangenen Jahren sehr gut gewirtschaftet, da sollte einiges an Reserven vorhanden sein.» Auch die Lufthansa sei ein solider Konzern. Andere Airlines würden auf deutlich wackligeren Beinen stehen, sagt Wittmer.

Wittmer glaubt, sollte die Krise drei bis sechs Monate andauern, dass die Swiss diese Phase überbrücken kann. «Dann geht 2020 einfach als miserables Geschäftsjahr in die Geschichtsbücher.» Und wenn die Krise länger dauert? «Dann wird es für jede Fluggesellschaft eng, vor allem wenn auch das Sommergeschäft flöten geht.» (chmedia)

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 14.03.2020 05:53
    Highlight Highlight In einem Interview diese Woche wurde davon gesprochen, dass die Swiss dank der Zugehörigkeit zur Lufthansa mehr Gewinn machen konnte...

    Einmal mehr zeigt es sich, dass Gewinne privatisiert und Verluste der Gesellschaft abgeschoben werden...
  • Jörg K. 14.03.2020 01:20
    Highlight Highlight Wir haben die heruntergewirtschaftete Swissair für einen Franken verkauft und jetzt sollen wir Steuerzahler nochmals Geld nachschiessen? Wenn ein Pfer tot ist steige ab.
    • Coffeetime ☕ 14.03.2020 11:04
      Highlight Highlight Die Swiss ist nicht tot. 🤦🏻‍♀️

      Und wenn du wüsstest, was sie alles im Frachtraum mittransportiert... Aber Okay, Hauptsache dagegen 🤷🏻‍♀️
  • Jörg K. 14.03.2020 01:13
    Highlight Highlight Fehlt nur noch, dass beispielsweise die CS die mehrheitlich arabischen Investoren gehört Staatshilfe beantragt. Für alle Unternehmen steht die Kurzarbeit zur Verfügung. Zuerst muss ein Unternehmen die eigenen Mittel und Reserven aufbrauchen und dann müssen die Eigentümer zur Kasse gebeten werden.
  • Juliet Bravo 14.03.2020 00:46
    Highlight Highlight Es geht um die Gewährung von Kurzarbeit, um diese Krise zu meistern - damit geht es darum, Entlassungen zu vermeiden und die Leute in Arbeit und Lohn zu halten.
  • Coffeetime ☕ 14.03.2020 00:19
    Highlight Highlight Eins hoffe ich, dass durch diese Krise irgendwie diese Dumpingpreise verschwinden werden. Es ist einfach nicht realistisch, für 350 CHF in die USA zu reisen, bzw. Für 50 CHF nach London oder Hamburg.
  • Knety 13.03.2020 23:01
    Highlight Highlight Das kommt mir doch bekannt vor
  • fools garden 13.03.2020 22:12
    Highlight Highlight Die Swissair liessen unsere Politiker einfach flöten gehn, ihr wollt sie doch hoffentlich nicht jetzt retten wo sie uns nicht mehr gehört.
    • buffettino 13.03.2020 22:28
      Highlight Highlight Dir gehörte die Swissair? Das tut mir echt leid, war ein Totalverlust. Wenn du antizyklisch investieren willst, kannst du jetzt Lufthansa kaufen (ISIN: DE0008232125).
    • Amboss 13.03.2020 23:08
      Highlight Highlight @fools: Finde den Unterschied;
      Swissair: unrettbares Unternehmen in gesundem wirtschaftlichen Umfeld.
      Swiss: gesundes Unternehmen in ausserordentlichem Umfeld.

      Sorry, bei der Swissair gab's nichts zu retten. Das war gut, dass dies so früh und so schnell zu Ende ging. Jede Geldspritze wäre innert kürzester Zeit einfach weg gewesen. Dieses Geld hätte man genausogut verbrennen können.

      Um 180 Grad andere Situation als aktuell mit der Swiss
    • fools garden 14.03.2020 08:02
      Highlight Highlight Amboss, nein ich bin auch gar nicht der Meinung, die Swissair hätte gerettet werden müssen, schade war allemal das sie durch Größenwahn und Misswirtschaft flöten ging.
      Ich fände es aber auch heuchlerisch es jetzt zu tun, da die Swiss quasi die Ersten sind die überhaupt Hilfe anfordern.
      Hilfe wird wohl fast allerort nötig, aber mit etwas Fingerspitzengefühl wär schön.

      Schöne Suntig, danke für Eure Einwände und bleibt gesund!!!
  • Eisvogel 13.03.2020 21:47
    Highlight Highlight Kein Geld aus der öffentlichen Hand für eine klimaschädliche Branche.
    • für d' Füchs 13.03.2020 23:13
      Highlight Highlight Aber dann Geld aus der öffentlichen Hand für alle, die dadurch ihren Job verlieren werden?
    • blueberry muffin 14.03.2020 00:04
      Highlight Highlight @fuer d'Fuechs ja? Besser als den CEO mit subventionieren?
    • Eisvogel 14.03.2020 07:37
      Highlight Highlight Für d'Füchs - ja, das ist ok, lieber in Menschen investieren als in zweifelhafte Branchen. Menschen brauchen wir, Flugzeuge eher weniger.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 13.03.2020 21:43
    Highlight Highlight Also warum schreibt man, das sei eine Schweizer Fluggesellschaft? Man muss schauen, wem die Fluggesellschaft gehört und soweit ich weiss, gehört die Swiss der Lufthansa und die Lufthansa gehört den Aktionären. Und Aktionäre kennen keine Nation sondern nur ihr Kapitalinteresse.
    • buffettino 13.03.2020 22:09
      Highlight Highlight Ja, das stimmt. Aber es gibt ein gesamtgesellschaftliches Interesse, dass die Wirtschaft nicht völlig zusammenbricht. 2008 standen wir am Abgrund, es wurden relativ erfolgreich Gegenmassnahmen ergriffen und es folgte der längste Aufschwung seit langem.
    • blueberry muffin 14.03.2020 00:05
      Highlight Highlight @ buffettino Aufschwung? Und hier dachte ich das wir Lohnstagnation seit ueber 30 Jahren haben.

      Moment, haben wir.
    • Citizen321 14.03.2020 00:42
      Highlight Highlight Vielleicht, weil der überwiegende Teil der 9000 Mitarbeitenden Schweizer sind?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Whaaaat?_Son 13.03.2020 20:48
    Highlight Highlight Jaja, die alte Leier... Gewinne privatisieren und Verluste verstaatlichen...
  • Romeo1976 13.03.2020 20:37
    Highlight Highlight Aha, jetzt ist sie Swiss wieder Schweizerisch.
    • Balikc 13.03.2020 21:09
      Highlight Highlight Auch wenn es um eine Tochter der Lufthansa geht: Die Arbeitsplätze sind hier, rechtlicher Sitz ist Basel und die Gewinne werden in der Schweiz versteuert.
    • buffettino 13.03.2020 22:06
      Highlight Highlight Ja, klar und sie beschäftigt viele SchweizerInnen und AusländerInnen mit Wohnsitz in der Schweiz, wie viele andere Firmen auch, die Aktionären aus aller Welt gehören.
    • Coffeetime ☕ 14.03.2020 00:12
      Highlight Highlight Swiss war und ist immer noch eine schweizer AG.
  • plataoplomo 13.03.2020 20:19
    Highlight Highlight CH-Bundesgelder? Nein danke. Das soll die Lufthansa selbst berappen. Und wenns nicht reicht, weisen wir das der Kategorie "Marktbereinigung" zu. Die Umwelt dankt.
    • Pisti 13.03.2020 20:42
      Highlight Highlight Wenn man nichts tut und es die Swiss lupft, haben wir dann halt ein paar tausend Arbeitslose mehr.
    • sealeane 13.03.2020 20:49
      Highlight Highlight Seh ich auch so. Tut mir leid um die Angestelten. Aber viel swiss ist da eh nicht mehr drin. Und immer jamern und von wegzug drohen. Dann aber Bundesgelder wollen. Passt mir also auch nicht....
    • buffettino 13.03.2020 22:21
      Highlight Highlight Die Swiss darf Kurzarbeit beantragen, wie jede andere Firma in der Schweiz auch. Der Flughafen Zürich und ettliche Betriebe darin können das übrigens auch. Zudem bezweifle ich, dass die Lufthansa der Swiss den Geldhahn je zudrehen wird, denn mit der Swiss kann ordentlich Schweizer Kaufkraft abgegriffen werden. Oder glauben sie, dass die Schweizer im Herbst nach Abklingen der Krise nicht wieder bequem direkt nach z.B. BKK oder JNB fliegen wollen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Balikc 13.03.2020 20:08
    Highlight Highlight Flugsicherheit!
    Benutzer Bild

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