Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schuldig! UBS muss in Frankreich 3,7 Milliarden Euro Busse zahlen



epa07308847 UBS CEO Sergio P. Ermotti speaks at a press conference announcing the bank's 2018 full year and fourth quarter result in Zurich, Switzerland, 22 January 2019.  EPA/WALTER BIERI

Dieses Urteil dürfte UBS-Chef Sergio Ermotti nicht gefallen. Bild: EPA/KEYSTONE

Im Prozess am Pariser Strafgerichtshof gegen die UBS, in dem es im Kern um den Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung geht, haben die Richter am Mittwoch ihr Urteil verkündet. Die Bank muss eine hohe Busse und Schadenersatzzahlungen leisten.

Die grösste Schweizer Bank wurde von den Richtern schuldig gesprochen und muss eine rekordhohe Busse von 3,7 Milliarden Euro bezahlen. Auch die französische UBS-Tochter wurde für die obigen Vergehen schuldig gesprochen und zu einer Busse von 15 Millionen Euro verurteilt. Das Gericht sprach von einem «aussergewöhnlich schweren» Vergehen der Bank.

Ausserdem muss die Bank Schadenersatzzahlungen in Höhe von 800 Millionen Euro an den französischen Staat zahlen. Dieser hatte 1,5 Milliarden gefordert. Der Anwalt der Republik hatte den Aufbau eines ausgeklügelten Betrugs- und Geldwäschereisystems beanstandet. Im Juli 2014 hatte die UBS bereits eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen müssen.

Begonnen hatte der Prozess gegen die UBS am 8. Oktober. Vor dem französischen Strafgericht musste sich die Grossbank gegen die Vorwürfe der Geldwäscherei und unerlaubten Anwerben von Kunden verteidigen. Auf der Anklagebank sassen auch sechs gegenwärtige und ehemalige UBS-Manager.

Die Bank habe französische Kunden dazu angestiftet, Gelder am Fiskus vorbeizuschmuggeln, warf die Staatsanwaltschaft der Bank vor. Zwischen 2004 und 2012 seien in Frankreich Kunden von Bankern aus der Schweiz angeworben worden, was das französische Recht als illegal taxiert.

Die Tochter UBS France soll für die Anwerbung reicher Kunden exklusive Anlässe organisiert haben. So wurden die Kunden etwa ans Tennisturnier Roland Garros, Golfturniere oder Konzertabende eingeladen.

Die UBS hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen und will nun Berufung einlegen, wie sie angekündigt hat. In einer früheren Stellungnahme hatte die Bank festgehalten, dass sie «klare und präzise Argumente» vorgebracht habe und der «Anklage die Grundlage für diesen Fall» fehle.

Die UBS hat gemäss ihrem Geschäftsbericht per Ende 2018 für die Bereiche 'Global Wealth Management' und 'Personal & Corporate Banking' Rückstellungen über 716 Millionen US-Dollar getätigt.

An der Börse hat die UBS-Aktie stark auf die ersten News zum Urteil reagiert und verliert zur Berichtszeit um 14.40 Uhr 4,4 Prozent. (aeg/sda/awp)

Auftakt zur grössten Krise seit der Grossen Depression

Video: srf/SDA SRF

Banken im Umbruch

«Banken sehen immer stabil aus – bis sie es nicht mehr sind»

Link zum Artikel

Warum der Bankenstreit zwischen Deutschland und Italien eine neue Finanzkrise auslösen könnte

Link zum Artikel

«Ohne Fiat Money wäre unser Wohlstand undenkbar»

Link zum Artikel

Von der Goldschmiede in die Bank: Der grosse Haken der Vollgeld-Initiative 

Link zum Artikel
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Droht uns ein Winter ohne Skifahren? Diese 8 Dinge musst du wissen

Die Skisaison steht auf der Kippe. Also zumindest ihr Beginn in den grösseren umliegenden Ländern. Am Anfang stand eine Forderung des italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte. Er will den Beginn der Wintersaison auf europäischer Ebene nach hinten verschieben – bis mindestens Mitte Januar. «Es ist nicht möglich, einen Winterurlaub zuzulassen. Wir können uns das nicht leisten», sagte er am Montag dem Sender «La 7».

Und er ist nicht alleine.

Conte hat gewichtige Unterstützung aus …

Artikel lesen
Link zum Artikel