Wirtschaft
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Das Bundeshaus fotografiert waehrend der Coronavirus (Covid-19) Pandemie, am Sonntag, 15. Maerz 2020 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bild: KEYSTONE

Analyse

V, U oder L: Warum die Wirtschafts-Massnahmen des Bundes von drei Buchstaben abhängen

Die vom Bundesrat getroffenen Massnahmen dürften uns durch eine Rezession tragen. Aber wehe, wenn es zu einer lange dauernden Stagnation kommt.



«Wir befinden uns im Krieg gegen einen unsichtbaren Gegner.» Das sagen von Donald Trump über Emmanuel Macron die Staatsoberhäupter der verschiedensten Länder. Nun hat auch der Bundesrat reagiert und ein Massnahmenpaket vorgestellt. Es soll die wirtschaftlichen Verwerfungen auffangen.

Konkret will der Bundesrat 32 Milliarden Franken zur Verfügung stellen, um vor allem sicherzustellen, dass die Schweizer Unternehmen genügend liquid sind, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Zusammen mit den bereits bewilligten 10 Milliarden umfasst das Hilfspaket damit 42 Milliarden Franken.

Bundesrat Alain Berset, 2. von rechts, spricht an der Seite von Bundesrat Ueli Maurer, Bundesrat Guy Parmelin und Bundesratssprecher Andre Simonazzi, von links, waehrend einer Medienkonferenz ueber die Situation des Coronavirus, am Freitag, 20. Maerz 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Bundesräte Ueli Maurer, Guy Parmelin und Alain Berset (von rechts) vor den Medien. Bild: KEYSTONE

Zwei sich aufdrängenden Fragen nahm Finanzminister Ueli Maurer den Wind aus den Segeln: Können wir uns das leisten? «Ja, wir können das», sagt Maurer mit Verweis auf die blendende Finanzlage des Bundes.

Der Bund bürgt, die Banken leihen

Wie rasch wird das Geld zur Verfügung stehen? Bereits Mitte nächster Woche, denn «wir arbeiten mit den Profis der Banken zusammen», so Maurer. Das System ist einfach: Der Bund bürgt, die Banken leihen. Die Unternehmer können sich direkt an ihre Hausbank wenden, die Kredite bis zu einer halben Million Franken sofort und unbürokratisch bewilligen kann.

Nicht nur der Bund, auch die Kantone werden aktiv. So hat der Zürcher Regierungsrat den Banken eine Garantie für Kreditausfälle in der Höhe von 425 Millionen Franken zugesichert. Für Selbstständigerwerbende, die keine Kurzarbeit beantragen können, hat er 15 Millionen Franken freigegeben.

Die Massnahmen dürften auf keinen nennenswerten politischen Widerstand treffen. Selbst die ordoliberalen Gralshüter der Marktwirtschaft haben den Ernst der Lage erkannt. So spricht die wirtschaftsnahe Denkfabrik Avenir Suisse von mindestens zwölf Milliarden Franken, die der Bund nun monatlich zusätzlich ausgeben muss.

Die noch orthodoxeren Ökonomen von Economiesuisse leisten ebenfalls keinen Widerstand. Man müsse den Fünfer auch aus ordnungspolitischer Sicht für einmal gerade sein lassen, konzidiert Chefökonom Rudolf Minsch in der NZZ und begründet es wie folgt:

«Aus der Sicht der betroffenen Unternehmen kommen die staatlichen Massnahmen einer Teilenteignung gleich. Der Staat steht daher in der Verantwortung, die Unternehmen zu unterstützen, die durch seine Entscheide plötzlich in schwerwiegende wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.»

Dass der Staat handeln muss, ist daher weitgehend unbestritten. Wer heute noch die Schuldenbremse ins Feld führt, der lebt auf einem anderen Planeten. Schliesslich will etwa US-Präsident Donald Trump Helikoptergeld in der Höhe von 500 Milliarden direkt an die Haushalte verteilen. Die Europäische Zentralbank hat ein Hilfspaket von 750 Milliarden Euro geschnürt.

In der Schweiz fordern ETH-Professoren ein Hilfspaket in der Höhe von 100 Milliarden Franken, im Internet werden bereits Unterschriften für ein auf sechs Monate begrenztes bedingungsloses Grundeinkommen gesammelt.

Über all dem schwebt die Kardinalsfrage: Wird das reichen? Die Antwort hängt davon ab, welches der drei von den Ökonomen diskutierten Szenarien eintreten wird. Sie lassen sich mit drei Grossbuchstaben umschreiben:

V: Rasche Erholung

Dass die Pandemie auf «wundersame Weise» im Frühling verschwinden wird, ist reines Trump'sches Wunschdenken. Sollte jedoch bald ein Impfstoff oder ein wirksames Medikament gegen das Coronavirus gefunden werden, ist auch eine schnelle Erholung denkbar.

Fachleute dämpfen jedoch diese Erwartungen. Sie sprechen davon, dass es mindestens ein Jahr gehen wird, bis ein Impfstoff verfügbar sein werde. Neuerdings wird ein Malaria-Medikament gehypt, das angeblich auch gegen Covid-19 wirken soll. Auch diesbezüglich sind die Experten sehr skeptisch.

epa08298034 Traders work at the opening bell at the New York Stock Exchange in New York, New York, USA, 16 March 2020. Stocks opened sharply lower this morning and trading was halted for 15 minutes at the opening bell as investors continue to react to the impact of the coronavirus COVID-19 pandemic.  EPA/JUSTIN LANE

Ratloser Trader. Die Börsen sind derzeit unberechenbar. Bild: EPA

Wer an das grosse V glaubt, der sollte jetzt an der Aktienbörse zuschlagen. Kommt es nämlich zu einer raschen Erholung, wird an den Börsen ein Feuerwerk gezündet werden. Aber Vorsicht: Nicht auf Kredit kaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Szenario eintreffen wird, ist gering. Viel wahrscheinlicher ist:

U: Zuerst Rezession, dann allmähliche Erholung

Selbst die grundsätzlich optimistisch gestimmten Bankökonomen erwarten nun eine Rezession der Weltwirtschaft. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat die Wachstumsprognose für das laufende Jahr für die Schweizer Wirtschaft dramatisch nach unten geschraubt. Aus einem Plus von 1,7 Prozent für das Bruttoinlandprodukt ist ein Minus von 1,3 Prozent geworden.

Das bedeutet, dass wir, bevor wir wieder auf einen Aufschwung hoffen können, eine Talsohle durchschreiten müssen. Nach dem Beinahe-Zusammenbruch des Finanzsystems 2008/09 war diese Talsohle schmal und die Rezession mild. Mit staatlicher Unterstützung für Kurzarbeit und dank dem Sozialstaat konnte sie ziemlich schmerzlos bewältigt werden.

Auf ein U-Szenario richtet sich auch der Bund ein, und mit den ergriffenen Massnahmen sollte es möglich sein, dass wir auch diesmal mit einem blauen Auge davonkommen. Es könnte aber auch viel schlimmer kommen:

L: Lange Stagnation

Dieses Szenario sollten wir fürchten. Es bedeutet nämlich, dass die Weltwirtschaft in eine lang anhaltende Rezession, ja gar Depression verfallen wird. Erinnerungen an die Dreissigerjahre werden wach.

Leider gibt es handfeste Gründe für ein L-Szenario. Der Boom der letzten Jahre ist hauptsächlich einer Politik des billigen Geldes geschuldet. Das hat nicht nur zu einer Blase bei den Vermögenswerten (Aktien, Immobilien) geführt. Auch die Schulden aller Art haben weltweit einen Höchststand erreicht.

Die Weltwirtschaft ist somit angreifbar für eine Katastrophe geworden, und die Tatsachen, dass das Coronavirus nun im Begriff ist, die globalen Supply Chains lahmzulegen, stimmt ebenfalls wenig tröstlich. Vom aufkommenden Nationalismus ganz zu schweigen.

Parkierte Maschinen der Swiss auf dem Flughafen in Duebendorf, am Freitag, 20. Maerz 2020 aufgenommen von Duebendorf. Aufgrund des stark reduzierten Flugangebots der Fluggesellschaft Swiss werden Flugzeuge der Airbus A320er-Familie temporaer an den Flughafen Duebendorf verlegt. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Am Boden: Fast die gesamte Swiss-Flotte ist gegroundet. Bild: KEYSTONE

Sollte es tatsächlich zu einem L-Szenario kommen, dann werden selbst die von den ETH-Professoren geforderten 100 Milliarden Franken nicht ausreichen. Dann explodieren die Arbeitslosenzahlen und bringen die Sozialversicherungen (AHV, Pensionskassen) in Schwierigkeiten. Der Börsencrash hat bereits dazu geführt, dass die Gewinne der letzten Jahre verpufft sind und einzelnen Kassen eine Unterdeckung droht.

In der Volkswirtschaft wird sich eine riesige Nachfragelücke auftun. Arbeitslosigkeit wird den Konsum dämpfen und das wiederum den Unternehmern die Lust auf neue Investitionen nehmen. Firme werden ihre Kredite nicht mehr bedienen können, und das wiederum wird das Bankensystem ins Wanken bringen.

Eine solche Deflationsspirale kann gestoppt werden. Das zeigt das Beispiel von Japan, das nach einem monumentalen Börsencrash 1990 den Absturz in eine Depression mit einem resoluten Eingreifen des Staates verhindert hat – allerdings zum Preis einer gigantischen Staatsverschuldung.

Nur den Fünfer gerade sein lassen wird dann allerdings nicht mehr reichen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nicht wichtig 21.03.2020 23:11
    Highlight Highlight Ich rechne im besten Fall mit dem U. Für das V fehlt jede Grundlage. Woher soll denn der Investor (für neue Investitionen) auf die Schnelle kommen? Banken werden die Risikoaversion deutlich erhöhen.
    Woher soll denn der Konsument nach dem Schock (in mehrfacher Hinsicht) seine Zuversicht hernehmen, sein Geld wieder für Zeug auszugeben, das er eigentlich gar nicht braucht? V fällt flach. HOFFEN WIR, DASS ES NICHT L WIRD! Das wäre (gelinde gesagt) fürchterlich
  • Nicht wichtig 21.03.2020 23:01
    Highlight Highlight Grümscheli, anscheinend muss man Berner sein, um in dem ganzen Gschtürm einen Schritt zurückzutreten und das Positive zusehen. Deine Posts sind zutreffend und gefallen mir!
  • Der Rückbauer 21.03.2020 13:35
    Highlight Highlight Das ist skandalös, schon wieder ein Rettungspaket für die Banken. Statt dass sie nur als Relaisstation für die Verteilung des Geldes der Steuerzahler/innen an die KMU fungieren, haben die Banken wieder Kompetenzen wie Nero: Daumen rauf oder Daumen runter.
    Unsere KMU's, welche die Schweizer Wirtschaft repräsentieren, werden den Banken zum Frasse vorgeworfen! 2% Kreditzins plus 0.75% Minuszinsersparnis gleich 2.75%, ohne Risiko, dank Bürgschaft des Steuerzahlers. Sparer werden enteignet. Unglaublich. Der Bundesrat, willfähiger Diener des Neo-Kapitalismus. Und dann noch BRD-Swiss vor KMU!
  • stevemosi 21.03.2020 09:05
    Highlight Highlight Ist auch schon jemandem aufgefallen dass sämtliche Leute die noch arbeiten und nicht im Home Office sind Systemrelevante Berufe wie Pflege, Verkäufer, Pöstler, Bau usw ausüben und es genau diese Berufe die sind die mitunter am schlechtesten bezahlt werden? Ich höre niemanden nach mehr Hedge Fonds Manager schreien. Der Markt richtet eben nicht alles. Wir sollten schauen dass die Löhne für wirklich wichtige Berufe nach der Krise steigen. Ein angleich an die Wichtigkeit für die Gesellschaft und nicht der Wirtschaft
  • baumi92 21.03.2020 00:29
    Highlight Highlight Die Bildbeschreibung stimmt nicht bei den Bundesräten. Ueli Maurer, Guy Parmelin und Alain Berset wie es oben steht wäre die Reihenfolge von links und nicht von rechts ;-)
  • geissenpetrov 21.03.2020 00:28
    Highlight Highlight Man sollte trotz der misslichen Lage positiv bleiben. Triff U oder L ein (bei D. Müller abgeschaut?), wird sich uns die historisch einmalige Gelegenheit bieten, das System von Grund auf neu zu gestalten.

    Play Icon


    Bleibt mutig!
  • Zat 20.03.2020 22:18
    Highlight Highlight Ich tippe auf eine Mischung aus U und L, also sowas wie ein umgekehrtes J. Nach der Talsohle und dem Überstehen der gesundheitlichen Gefährdung zieht der Konsum und die Industrie langsam wieder an, davon abhängig wie die Arbeitslosenzahlen aussehen.
    Für die Wirtschaft wäre wohl eine heftige kurze Krise besser, aber für das Gesundheitssystem ist es eindeutig wichtig, wenn die Krise verlangsamt wird. Ob sie dadurch weniger heftig ist, aber länger andauert, mag ich nicht zu beurteilen.
  • Ökonometriker 20.03.2020 22:13
    Highlight Highlight Diese Konjunkturmassnahmen sind vernünftig und sogar mit der Schuldenbremse kompatibel. Die Ökonomen des Bundes machen hier wirklich gute Arbeit und der BR entscheidet nach besten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

    Das Schicksal unserer kleinen exportorientierten Wirtschaft ist auch stark vom Ausland abhängig. Aber unsere Regierung tut was man als kleines Land tun kann.
    • Ökonometriker 21.03.2020 08:34
      Highlight Highlight @news2read: stattdessen die Bundesverwaltung mit tausenden neuen Stellen aufzublähen um die Bilanzen der 588'000 KMUs in der Schweiz zu prüfen würde zu lange dauern und wäre ineffizient.

      Und einfach allen KMUs einen bestimmten Betrag zu geben würde zu massivem Missbrauch führen: dann könnte ja jeder kurz eine GmbH gründen, 500'000 Franken vom Bund ausleihen, sich einen fetten Lohn zahlen und die GmbH Konkurs gehen lassen.
  • Lilamanta 20.03.2020 22:12
    Highlight Highlight Ich fürchte das L. Und einen massiven Anstieg der Sozialhilfequoten. Und viele Menschen, die unter dem Existenzminimum leben müssen, da alle immer bei der Sozialhilfe sparen wollen. Und was passiert dann? Gibt es endlich eine das Existenzminimum deckende Sozialhilfe oder haben wir ein Lumpenprekariat?
  • Bort? 20.03.2020 21:40
    Highlight Highlight Hmm warum der Vergleich mit der USA? BIP USA entspricht ca 30 x BIP CH
    ...also sind die 42 mrd ja überproportional hoch. Ein gleich grosses US Paket müsste somit mehr als 1 billion sein?



    • Ökonometriker 21.03.2020 21:51
      Highlight Highlight Tatsächlich planen die USA derzeit sogar ein 2 Billionen USD Paket. Dort hat die Wirtschaft aber eine ganz andere Struktur und es gibt eine viel weniger umfassende automatische Absicherung durch die Sozialwerke. Daher macht der Vergleich nicht wirklich viel Sinn.
  • Platon 20.03.2020 21:07
    Highlight Highlight "Der Bund bürgt, die Banken leihen"
    Ich will gar nicht daran denken, was es da für Probleme geben wird... Adverse Selektion ist das Stichwort. Kennen Ueli und Guy vermutlich leider nicht... Vergeben die Banken nun einfach blind Kredite an Unternehmen, die schon vor Corona nicht kreditwürdig waren?
    Wie bereits gesagt, den Selbstständigen und Kulturschaffenden muss nun geholfen werden und zwar nicht mir Krediten, sondern mit richtigem Geld. Schliesslich wird den Unternehmen mit der Kurzarbeit auch die Arbeit subventioniert. Leider kommt den Kleinen aber genau nichts zu, weil SVP...
    • Ueli der Knecht 20.03.2020 22:38
      Highlight Highlight Ich glaube, soweit haben Ueli und Guy gar noch nicht gedacht. Das wollen sie jetzt übers Weekend und Anfangs nächster Woche machen.

      In den nächsten Tagen werden die beiden vermutlich noch merken, dass es gar nicht so einfach ist, das Geld aus dem Fenster zu werfen, damit es dann möglichst zur Tür wieder reinkommt.

      Also mal abwarten... ;)
  • Platon 20.03.2020 21:01
    Highlight Highlight Tschuligom, aber das was Ueli und Guy hier zusammengebastelt haben, ist ein schlechter Witz.
    1. "Der Bund bürgt, die Banken leihen" wollen die uns für dumm verkaufen? Das Risiko der Allgemeinheit und die Gewinne den Banken? Typisch SVP! Der Bund soll für Krisensituationen gefälligst selbst die Bank spielen. Da kann er zum 0-Zins Darlehen verleihen und bekommt dabei erst noch Geld! Wir haben Negativzinsen!!! Wann checkt Ueli das endlich?!
    2. Darlehen sind ein schwacher Trost für Selbständige. Die werden auch mit 0-Zins noch Jahre ihr Loch stopfen müssen. Keynes dreht sich gerade im Grab...
    • baumi92 21.03.2020 00:36
      Highlight Highlight Schau mal beim SECO vorbei. Es wird für Selbstständige eine Art Taggeld geben (wie beim RAV), welches aber über die AHV Zweigstelle laufen wird. Die angekündigte Notfallverordnung die nächsten Mittwoch kommt sollte hier Klarheit bringen. Beim SECO gibt's aber schon ein Dokument das Maurers Aussagen genauer definiert. Die Mitarbeiter kriegen Kurzzeitentschädigungen und der Einzelunternehmer Taggeld bis maximal etwas über 5000 Franken pro Monat. Der versicherte Verdienst wird hier anhand der vom Selbstständigen bezahlten AHV Beiträge berechnet wie ich das verstanden habe.
  • Rueeggs 20.03.2020 20:02
    Highlight Highlight Ich bin nicht ganz einverstanden. Der Unterschied zwischen Kurzarbeit und Kredit durch eine Bank ist eigentlich ganz einfach zu durchschauen. Leider wird es wieder an den kleinsten und dem Arbeitervolk ausgetragen. Die Bauarbeiter sollen jetzt auch weiterhin ihre Gesundheit aufs Spiel setzten, denn jeder der schon einmal auf einer Baustelle war, weiss auch dort ist der Abstand und die Hygiene nicht immer gewährleistet. De Facto ist leider immernoch Geld und nicht das Leben an erster Stelle. Aber ich hoffe wir werden nach dieser Krise eine fairere Welt bekommen und dafür Danke ich.
  • M.Ensch 20.03.2020 19:41
    Highlight Highlight Aufgewacht wie Rick Grimes im Spitalbett. Es gibt aber einen Unterschied zu den Walkers. In Ricks Welt hatten die Menschen kaum eine Chance. Wir aber haben noch eine. Nutzen wir sie und halten wir uns an die Regeln. Zeigen wir Respekt, aber nicht Angst. Und wenn alles vorbei ist, sollten wir den Notstand in unserem Gesundheitssystem korrigieren. Einige Berufsgattungen und Branchen haben sich in diesem System bisher auf Kosten anderer eine goldene Nase verdient.
  • Dong 20.03.2020 19:30
    Highlight Highlight Für die Banken sicher eine gute Löst. Für alle andern ... 🤔
  • Sternentraum 20.03.2020 19:21
    Highlight Highlight Es braucht klare Kriterien und Bedingungen. Sonst profitieren v.a. jene, die es gewohnt sind, die hohle Hand zu machen und die Firmenbestatter. Kredite erhalten ohne Prüfung - Geld sich selber auszahlen - Firma pleite gehen lassen....
  • Fischra 20.03.2020 18:53
    Highlight Highlight Zum Glück Lebe ich in der Schweiz. Wir haben eine fähige Regierung welche Wirkungsvolle Massnahmen, in der richtigen Dosierungen anordnet. Wenn ich nach Amerika schaue wird mir Angst und bange um die Menschen. Der grösste Präsident aller Zeiten baut Lego Häuser und will die Menschen vor der Einwandererinvasion welche Corv19 mitbringt schützen. Da bin ich Sprachlos.
  • Lolita 20.03.2020 18:40
    Highlight Highlight Also bringen wir jetzt Wirtschaftsnews und ignorieren Infizierte und Tote. Das ist an den BR gerichtet, so sieht das Fähnchen aus.
    Leider ist es auch für die Wirtschaft das falsche Szenario. Durch die Vermeidung des Shutdowns wird es länfger dauern mehr Tote geben, wichtige Tote. Aber ev, ist das als Kolletaralsachaden ja iok, da es nur schwache und alte trifft. Netter Nebeneffekt, AHV wird saniert.
    US Superkapitalismus evben, vertuscht.
    • äti 20.03.2020 19:36
      Highlight Highlight Kannst du mir den Effekt des Shutdowns mit Zahlen beweisen? Und welche Variante des Shutdowns meinst du? Total Alle, Alle Ü60,65,70, Alle Kranken. Welche Ausnahmen gäbe es?
    • Walter Sahli 20.03.2020 19:39
      Highlight Highlight Auf dem Planeten, den Du regierst, möchte ich nicht wohnen.
  • brudi 20.03.2020 18:06
    Highlight Highlight Ich fürchte eine drastische Erhöhung der krankenkassenprämien im nächsten Jahr. Oder übernimmt die außerordentlichen Kosten auch der bund
    • just sayin' (haters will be ignored) 20.03.2020 19:46
      Highlight Highlight nächstes jahr wird vieles anders sein.
    • mrgoku 20.03.2020 19:51
      Highlight Highlight denke nicht dass die KK das tragen.. zumindest was wir intern mitbekommen haben
    • Zat 20.03.2020 22:26
      Highlight Highlight @mrgoku: Wer dann? Die Kantone?
  • paddyh 20.03.2020 17:57
    Highlight Highlight Aus der Sicht der betroffenen Unternehmen kommen die staatlichen Massnahmen einer Teilenteignung gleich." Interessant wie diese Marktfundamentalisten alles irgendwie in ihre Ideologie verwursten können. Es ist also nicht das Virus, welche den Schaden anrichtet, sondern der böse Staat. Und aus diesem Grund könnte die magische, unsichtbare Hand des Marktes auch unmöglich ein mögliches Risiko einberechnen. Also Staatshilfe beantragen und dann nächstes Jahr weiter wie gewohnt. Top!
    • Kurmann 20.03.2020 19:12
      Highlight Highlight Eigentlich richtig, die Unternehmen sollten auch für Unvorhergesehenes vorsorgen. Allerdings ist es nicht möglich ein so extremes ereigniss in eine Kalkulation miteinzubeziehen, da man in der freien Marktwirtschaft sonst schlichtweg nicht mehr Konkurenzfähig ist. Abgesehen davon ist jedem geholfen wenns in der Wirtschaft rund läuft...
    • paddyh 20.03.2020 21:43
      Highlight Highlight Da widerspreche ich dir auch gar nicht. Finde einfach die Argumentation zum kotzen.
  • Ueli der Knecht 20.03.2020 17:31
    Highlight Highlight Das Backslash-Szenario (\) scheint offenbar sogar einem Löpfe noch undenkbar.

    Es kann natürlich gut sein, dass sich das System mit den neuen Trlliardenfluten nochmals retten lässt. Aber auf die Dauer kann das so nicht gut gehen.

    Der Kapitalismus muss überwunden werden, weil Kapitlismus weder für die Welt noch für ihre Bewohner gesund ist.
    • Ueli der Knecht 20.03.2020 20:12
      Highlight Highlight "Und die Alternative ist dann Sozialismus und Planwirtschaft."

      Natürlich nicht, Grümscheli. Das ist nur das Schreckgespenst, um nicht zu sagen das Hirngespinst, welche die Gegner von Änderungen jedesmal an die Wand malen. Da haben die Betonköpfe aus dem Kalten Krieg immer gleich die Sozialismus-/Planwirtschaft-USSR-/DDR-Keule zur Hand, freilich ohne zu bemerken, dass wir längst in einem totalitären planwirtschaftlichen, Stasi¹⁰⁰⁰-Neokapitalismus leben.

      Demgegenüber war die Planwirtschaft, der Sozialismus und die Stasi der DRR Waisenknaben.

      Es gibt auch vernünftigere Alternativen, Gümscheli.
    • Weninumewüsst 20.03.2020 21:51
      Highlight Highlight Nein Grümscheli, dass sind nicht die Alternativen. Diese kennen wir wohl noch gar nicht. Aber wir sollten offen für neues sein und uns nicht stur an etwas altem Festhalten. Kein System war schon immer da und genau so wird auch kein Sytem für immer bleiben.
      Evtl. wäre es doch einfach sinvoller gewesen Ueli anzufragen was er dann Vorschlagen würde als sofort mit der Bazooka zu schiessen.
      Lieber gruss von jemandem der doch schon was zustande bekommen hat, sich aber selber auf das nötigste Beschränkt, da er merkt dass die Konsumgesellschaft ihn nicht glücklich macht.
    • Ueli der Knecht 20.03.2020 22:32
      Highlight Highlight Mein Vorschlag wäre einfach:

      Bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen auf dem Planeten. Alle bekommen genau gleich viel.

      Konkret:

      1. Alle primären Ressourcen (Boden, Schürfrechte für Rohstoffe, Funkfrequenzen, Emmissionsrechte, usw) gehören allen Menschen gleichermassen.

      2. Wer primäre Ressourcen für sein Geschäft braucht, muss diese Erwerben, zB. an Auktionen ersteigern.

      3. Der ganze Erlös aus diesen primären Ressourcen wird dann gleichmässig allen Menschen verteilt.

      Voilà: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Die freie/soziale Marktwirtschaft prosperiert auf dieser Basis.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DocShi 20.03.2020 17:31
    Highlight Highlight Reiche (also über 10 Millionen) mit 30% und Superreichen (mit mehr als 500 Millionen) mit 40% besteuern und schon ist genug Geld da um die lange Stagnation auszuhalten.
    Dann wieder Steuern senken und die Reichen können weiter noch reicher werden und der Rest normal vor sich hinvegitieren.
    😎
    • joevanbeeck 20.03.2020 18:14
      Highlight Highlight Mit linken feuchten Träumen kommt man nicht weiter, Reiche mit 10 Mio. Einkommen oder Vermögen? Wenn meine Firma auf einen Wert von 10 Mio. geschätzt würde und ich 30% Steuern bezahlen müsste wären 10 Mitarbeiter auf der Stelle ihren Job los.
    • lilie 20.03.2020 18:40
      Highlight Highlight @DocShi: 😅😅😅

      Also, im Kanton Zürich ist man je nach Gemeinde längst bei diesen Sätzen, auch mit geringeren Einkommen (und je nach Vermögen).

      Die Steuerprogression ist giftig und bringt selbst einen Menschen mit einem guten Einkommen und sagen wir einem Haus auf Sätze von 25-30%. Bei den wirklich Vermögenden schenkt es noch mehr ein.
    • loquito 20.03.2020 18:45
      Highlight Highlight Superreiche besitzen weiz über 50% von ALLEM. Sie bezahlen also deutlich zu wenig steuern... Die sind nicht nal Linear...
    Weitere Antworten anzeigen
  • actualscientist 20.03.2020 17:27
    Highlight Highlight Warum aber word mit den Banken gearbeitet. Und diese dürfen das Geld des Bundes auch noch für sich verzinsen. Das ist doch Schwachsinn. Warum kann der Bund nicht direkt Finanzmittel über Sozialabgaben bereit stellen. Das Geld wird bei den Leuten und Unternehmen gebraucht aber wir schoppen es Lieber wieder zu den Banken. Die übrigens die letzte Rezession in der Verantwortung haben!
    • Yummy 20.03.2020 17:49
      Highlight Highlight Wenn der Bund das selber machen soll, dann sind alle Firmen bankrott bis das Geld kommt.
    • samsam88 20.03.2020 18:00
      Highlight Highlight Die Hausbank eines Unternehmen kennt das Unternehmen und kann so relativ schnell einschätzen ob a) das Geld benötgt wird und b) wie viel.

      Der Bund / Das Seco kennt di eUnternehmen nicht, wenn du das Geld ber den Bund verteilen willst, braucht es lange komplizierte Anträge viel hin und her und irgendwann in 6 Monaten hast du Geld - aber das ist zu spät.

      Wie Maurer sagte - ab nächsten Donnerstag kannst du als Kleinunternehmer zu deiner Bank und 30 Minuten später hast du Geld. Die Lösung ist ziemlich gut.
    • blueberry muffin 20.03.2020 18:00
      Highlight Highlight Aber wie profitieren die Banken von deinem Vorschlag? Glaubst du, die kaufen die Politiker .. aeh spenden den Parteien einfach so Geld?
  • Heidi73 20.03.2020 17:25
    Highlight Highlight Ich finde das eine super Lösung für die kleinen Geschäfte 👍 Bleibt noch abzuwarten, was ein bescheidener Zins ist und wie es weiter geht, aber fürs erste top, Hauptsache unbürokratisch!
    • plataoplomo 20.03.2020 17:35
      Highlight Highlight Bei 100% Bürgschaft durch den Bund müsste der Zins etwa bei 0,8% liegen (ähnlich der Libor-Prämie)
    • Heidi73 21.03.2020 11:32
      Highlight Highlight @news2read: dann geben sie uns mal andere Ideen, wie das gelöst werden kann. Nicht vergessen, es muss flexibel, unbürokratisch und schnell umsetzbar sein. Wir sind uns doch sicher einig, dass das "sich selbst überlassen" keine Lösung ist, oder?

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