Wirtschaft
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335 Millionen Franken: Migros 2019 erneut mit starkem Gewinnrückgang



ARCHIVBILD ZU DEN UMSATZZAHLEN VON MIGROS --- Das Migros Logo beim Ladeneingang, fotografiert am Samstag, 17. Februar 2018, am Flughafen Zuerich. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Bild: KEYSTONE

Das Geschäftsergebnis 2019 der Migros wurde erheblich durch den Verkauf der Dekoartikel-Ladenkette Gries Deco belastet. Und auch im laufenden Jahr dürften weitere Unternehmensverkäufe sowie die Corona-Krise auf das Ergebnis der Migros drücken.

Der Gruppengewinn der Migros belief sich 2019 auf 335 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr betrug der Überschuss noch 475 Millionen Franken. Hauptgrund für den Gewinnrückgang ist der Verkauf von schlecht laufenden Geschäftsteilen wie etwa der Warenhauskette Globus oder der Interio-Möbelhäuser, den die Migros Mitte letzten Jahres beschlossen hatte.

Mit diesem Schritt will sich der Grossverteiler stärker auf sein Kerngeschäft fokussieren und - wie er am Dienstag schreibt - die Ressourcen «dort investieren, wo dies den Kundinnen und Kunden besser zugutekommt».

Der Verkauf von Tochtergesellschaften führte nun erst einmal zu Verlusten. 2019 hat die Migros gemäss Geschäftsbericht durch den Verkauf von Unternehmensteilen - letztes Jahr hat man sich namentlich von der deutschen Gries-Deco-Gruppe mit der Marke Depot getrennt - einen Abschreiber von 485 Millionen Franken eingefahren.

Dies belastet das Ergebnis der Migros signifikant. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich gerade einmal noch auf 201 Millionen Franken. 2018 lag dieses noch bei 651 Millionen Franken, 2016 noch bei 911 Millionen Franken.

Operative Fortschritte

Die Migros weist im Mediencommuniqué vom Dienstag allerdings auf operative Fortschritte dank «umfassenden erfolgreich umgesetzten Massnahmen entlang der Wertschöpfungskette» hin. Diese hätten dazu geführt, dass der EBIT unter Ausschluss der Firmenverkäufe um 5,5 Prozent auf 686 Millionen Franken angestiegen sei.

Bereits im Januar bekannt gegeben hat die Migros-Gruppe ihre Umsatzzahlen. Insgesamt setzten die Migros-Genossenschaften und die zum Migros Genossenschaftsbund gehörenden Unternehmen 28,7 Milliarden Franken um. Gegenüber 2018 entspricht das einem Plus von 0,7 Prozent.

Gestiegen sind dabei die Umsätze im Onlinehandel, im Conveniencegeschäft sowie bei der Discount-Tochter Denner, während auf der anderen Seite die Umsätze in den Supermärkten - auch aufgrund von Preissenkungen - rückläufig waren.

Corona-Virus dürfte Geschäftsgang belasten

Über die weitere Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr äussert sich die Migros nicht konkret. Im Geschäftsbericht ist lediglich davon die Rede, dass der Ausblick für die gesamtwirtschaftliche Situation der Schweiz mit etlichen Unsicherheiten behaftet sei.

Die grösste Unsicherheit dürften dabei die Folgen der Corona-Krise auf den Geschäftsgang sein. Zwar verzeichnet die Migros im Lebensmitteldetailhandel derzeit eine Nachfragesteigerung. Diese führt aber auch zu Mehrkosten bei Betrieb, Reinigung und Logistik. Zudem werden auch viele andere Geschäftsbereiche der Migros-Gruppe durch die Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus hart getroffen. So dürften Non-Food-Geschäfte wie zum Beispiel SportXX, Micasa oder Hotelplan markante Umsatz- und Gewinneinbussen hinnehmen müssen.

Aber auch die Vergangenheit dürfte die Migros und deren Geschäftsergebnis 2020 weiter prägen. So erfolgt der Verkauf der Warenhauskette Globus an die Luxuswarenhausgruppe des österreichischen Signa-Konzerns und damit verbundene Verluste erst im Laufe dieses Jahres. Und auch die Abwicklung der Marke Interio könnte das Ergebnis belasten.

Ausserdem schwelt auch die Affäre um Damien Piller, den Präsidenten der Migros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg, weiter. Dieser steht im Verdacht, in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) hat deshalb eine Strafanzeige gegen Piller wegen Verdacht auf ungetreue Geschäftsführung eingereicht. (aeg/awp/sda)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 26.03.2020 05:59
    Highlight Highlight Migros stagniert. Wundert mich nicht bei der jahrelangen falschen Filial- und Sortimentspolitik. Zu viel Gewicht auf grosse Einkaufszentren und ein viel zu breites Sortiment.
  • Guido Zeh 24.03.2020 12:09
    Highlight Highlight Weniger (kurzfristiger) Gewinn für das Unternehmen = (kurzfristiger) Gewinn für die KonsumentInnen...Genossenschaften (ohne shareholder) investieren letztlich ihren Überschuss aber immer, deshalb gewinnt auch immer die Gesellschaft...
  • Licorne 24.03.2020 10:58
    Highlight Highlight Ich werde wohl nie verstehen, weshalb eine Genossenschaft, die solche Gewinne macht und somit unter dem Strich gesund ist, Geschäftsteile abstösst.

    Das führt fast Zwangsläufig zu einer Verschlechterung des Zustands der Arbeitnehmenden und hat mit einem Genossenschaftsdenken doch wenig gemein.
    • dä dingsbums 24.03.2020 11:40
      Highlight Highlight Es ist eigentlich gut nachvollziehbar. Es werden Geschäftsteile abgestossen, bei denen in absehbarer Zeit keine Aussicht auf Gewinn besteht oder grosse, riskante Investitionen dafür nötig wären. Das Kerngeschäft darf nicht dazu dienen, defizitäre Geschäftsteile zu subventionieren.

      Die Arbeitnehmenden der Tochtergesellschaften der Migros haben zudem nicht die gleichen Anstellungsbedingungen. Es war schon immer ein Unterschied ob man bei Globus angestellt war oder beim Migros Supermarkt.
    • Bits_and_More 24.03.2020 11:48
      Highlight Highlight Du musst den Gewinn im Verhältnis zum Umsatz betrachten. Dieser liegt in etwa bei 30 Mia.

      Das sind gerade einmal 1.12%. Oder anders ausgedrückt, steigen die Ausgaben der Migros nur schon um 2%, ohne das mehr Geld eingenommen wird, macht die Migros Verlust.

      Gewinne sind per se nicht schlecht, auch nicht für eine Genossenschaft. Es drückt unterm Strich nur aus, dass nicht mehr Ausgegeben als Eingenommen wird.
    • azoui 24.03.2020 12:20
      Highlight Highlight @Bits_and
      Absolut richtig dargestellt.
      Das gleiche geknatsche gab es auch, als Coop seinen "riesen" Gewinn publizierte.
    Weitere Antworten anzeigen

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