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Software-Problem: Countdown des Cheops-Starts automatisch gestoppt



Der Start des Schweizer Weltraumteleskops Cheops ist am Dienstagmorgen rund eine Stunde und zehn Minuten vor dem Start in Kourou, Französisch-Guayana, automatisch gestoppt worden. Grund für den Abbruch ist ein Softwareproblem.

Das Problem sei in der Fregat-Oberstufe aufgetreten, wie eine Reporterin von Keystone-SDA vor Ort berichtete. Dabei handelt es sich um die oberste Raketenstufe, in der sich die Nutzlast, also die Satelliten, befinden. Diese, inklusive Cheops, seien aber in Sicherheit, hiess es.

epa08075328 A handout photo made available by the European Space Agency (ESA) shows an artist's impression of the moment shortly after CHEOPS spacecraft separated from the launch vehicle's Fregat stage, issued 16 December 2019. ESA is set to launch CHEOPS, its 'Characterising Exoplanet Satellite', from Europe's Spaceport in Kourou, French Guiana, on 17 December 2019.  EPA/ATG medialab / ESA HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Hier trennt sich Cheops von der Fregat und schwenkt in eine Erdumlaufbahn entlang der Tag-Nacht-Grenze in 700 Kilometern Höhe ein. Bild: EPA

Offenbar waren die Daten vom Wetterballon gut. Und auch betankt war die Rakete bereits, als der Countdown abgebrochen wurde.

Das Startfenster ist auf die Sekunde genau. Deshalb gibt es erst in 24 Stunden die nächste Startmöglichkeit. Dieser muss spätestens in den nächsten drei Tagen erfolgen, sonst muss der Tank wieder entleert und die Rakete für ein Checkup deinstalliert werden.

Das erste Schweizer Weltraumteleskop hätte am Dienstagmorgen um 9.45 Uhr an Bord einer Sojus-Fregat-Rakete abheben sollen. Es handelt sich um die erste ESA-Mission unter Schweizer Leitung. Wäre alles nach Plan verlaufen, würde der Ablauf des Starts so aussehen:

Minus 5 Stunden: Grünes Licht zum Betanken der Trägerrakete. Dies dauert etwa drei Stunden.

Minus 1 Stunde 10 Minuten: Das mobile Gerüst wird von der Rakete entfernt.

Minus 5 Minuten: Die Startsequenz wird eingeleitet.

Minus 2 Minuten 25 Sekunden: Die oberen Haltevorrichtungen werden von der Sojus-Rakete abgelöst.

Minus 40 Sekunden: Die Stromzufuhr der Rakete von aussen wird gekappt und auf autonom umgestellt

Minus 16 Sekunden: Zündung

Minus 14 Sekunden: Hochfahren des Antriebs

Minus 1 Sekunde: Volle Schubkraft und ...

0 Sekunden: Liftoff

Plus 1 Minute 57 Sekunden: Die vier Booster (erste Raketenstufe) werden abgestossen, die zweite (Kern-) Stufe zündet.

Plus 3 Minuten 16 Sekunden: Die Nutzlastverkleidung wird abgestossen.

Plus 4 Minuten 47 Sekunden: Die zweite Raketenstufe wird abgestossen, die dritte zündet.

Plus 8 Minuten 49 Sekunden: Die dritte Raketenstufe wird abgestossen.

Plus 9 Minuten 49 Sekunden: Die Fregat-Oberstufe, das Raumschiff mit der Nutzlast, zündet den Antrieb für etwa elf Minuten und schaltet ihn dann ab.

Plus 22 Minuten 43 Sekunden: Der Erdbeobachtungssatellit Cosmo-Skymed, die eigentliche Hauptlast der Sojus-Rakete, wird im Orbit abgesetzt.

Plus 1 Stunde bis 2 Stunden 21 Minuten: Manöver mit mehreren kurzen Zündungen des Antriebs der Fregat-Oberstufe folgen.

Plus 2 Stunden 24 Minuten: Cheops wird von der Fregat abgelöst und schwenkt in eine Erdumlaufbahn entlang der Tag-Nacht-Grenze in 700 Kilometern Höhe ein. Erste Tests folgen, ob der Satellit reagiert. Ob alles wie erwartet funktioniert, zeigt allerdings erst eine ausführliche Testphase von mehreren Monaten. (sda)

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Cheops, das Schweizer Weltraumteleskop

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