Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gestatten: Das ist Fedor. Der erste russische humanoide Roboter auf der ISS



Was ist passiert?

Beim zweiten Versuch hat's geklappt: Eine russische Sojus-Kapsel hat in der Nacht auf Dienstag erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS angedockt, meldete die US-Raumfahrtbehörde NASA.

epa07789523 A handout frame grab taken from video footage released by the Russian Space Agency (Roscosmos) shows a view from the Soyuz MS-14 spacecraft carrying Russian anthropomorphous robot Fedor (Skybot F-850) during an unsuccessful docking maneuver with the International Space Station (ISS), 24 August 2019. The Soyuz capsule carrying a Russian-built android, which left Earth on 22 August, failed the docking process on 24 August morning due to issues related to the automatic docking system, media reported citing a live broadcast. The ship was reported to have moved to 'safe distance' from the ISS with officials reportedly planning to attempt docking again on 26 August morning, media reported.  EPA/ROSCOSMOS HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Hier dockt die Sojus-Kapsel an die Internationale Raumstation ISS. Bild: EPA

Was ist so speziell daran?

Neben Nahrungsmitteln hat die russische Kapsel auch Medikamente für die Besatzung sowie einen menschenähnlichen Roboter namens Fedor dabei.

Der humanoide Roboter Fedor soll die Astronauten auf der Internationalen Raumstatin ISS unterstützen. (Foto: Internetseite der Russian State Space Corporation ROSCOSMOS via EPA)

Das ist Fedor. Bild: EPA ROSCOSMOS

Menschenähnlich?

Ja, Fedor ist 1.80 Meter gross, wiegt etwa 160 Kilo und sein Aussehen ähnelt dem menschlichen Körper. Er hat einen eigenen Twitter-Account, mit dem über die Arbeit mit dem Roboter berichtet wird. Seine Arbeitskollegen auf der ISS: drei US-Amerikaner, zwei Russen und ein Italiener.

Bild

Mehr zu Fedor. bild: roskosmos

Was macht Fedor auf der ISS?

Auf der ISS sollen die Fähigkeiten des Roboters getestet werden. Unter der Anleitung des russischen Kosmonauten Alexander Skwortsow wird Fedor während zehn Tagen lernen, wie der Roboter die Kosmonauten auf der ISS unterstützen kann.

So performt Fedor:

Nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos soll ausserdem beobachtet werden, wie die Feinmotorik des Roboters in der Schwerelosigkeit funktioniert, zum Beispiel wenn Fedor nach Werkzeugen greift.

Und danach?

Der nächste Schritt nach einer Rückkehr zur ISS sei ein Ausseneinsatz, sagte Roskosmoschef Dmitri Rogosin der Agentur Interfax zufolge. «Dies ist der Anfang der Arbeit.»

Ist Fedor der Erste?

Der erste russische Roboter auf der ISS, ja. Aber im Jahr 2011 schickte die NASA den «Robonaut 2» auf die Raumstation. Dieser musste letztes Jahr wegen technischer Probleme ausgemustert werden. 2013 schickten die Japaner ebenfalls einen Roboter ins Weltall. Dieser konnte allerdings nur Japanisch sprechen.

Warum scheiterte der erste Versuch?

Am Samstag war das Andockmanöver rund 400 Kilometer über der Erde wegen eines technischen Problems abgebrochen worden. Die Raumfahrer am Aussenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde sollen nicht in Gefahr gewesen sein. Die Trägerrakete war am Donnerstag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.

epa07790145 A handout photo dated 24 August 2019 and  made available by NASA, showing the unpiloted Soyuz MS-14 spacecraft pictured near the International Space Station. The spacecraft containing Fedor, Russia's humanoid robot Skybot F-850, on-board failed to dock with the International Space Station early 24 August. NASA says the next docking attempt will take place on Monday, 26 August.  EPA/NASA TV HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Die unbemannte Kapsel Sojus MS-14, aufgenommen am 24. August 2019. Bild: EPA

Nach Angaben von Rogosin kann die defekte Andockstation innerhalb einer Woche repariert werden. «Diese Ausrüstung ist zehn Jahre alt.» Experten sollten nun mit Blick auf eine Verlängerung der Betriebsdauer über 2024 hinaus den Zustand der ISS untersuchen. (jaw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

50 Jahre Mondlandung

Wir machen uns bald sesshaft auf dem Mond

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Rasti
27.08.2019 09:10registriert October 2016
Ein Paar Zusatzinformationen: Das erste Docking Maneuver scheiterte, weil ein Verstärker einer Antenne für das automatische Kurs Docking System nicht richtig funktionierte. Eine andere Sojus wurde manuell umgedockt und diese konnte dann automatisiert an das Svesda Modul andocken.
Dieser Roboter ist wahrscheinlich der interessanteste, der bis jetzt auf der ISS war, da er Lernen kann und sich frei wie ein Mensch bewegen kann. Das Ding von der NASA war eher ein Prestige Objekt. Fedor ist ja einer der ersten Funktionsfähigen humanoiden Roboter überhaupt.
271
Melden
Zum Kommentar
5

Seltsame Datenmuster – Forscher vermuten Manipulation beim Impfstoff «Sputnik V»

Am 11. August verkündete der russische Präsident Wladimir Putin erstaunliche Neuigkeiten: Der weltweit erste Impfstoff gegen SARS-CoV-2 – der symbolträchtig unter dem Namen «Sputnik V» vertrieben werden soll – sei zugelassen worden; eine seiner Töchter habe sich bereits damit impfen lassen. Die Erfolgsmeldung aus Moskau stiess im Westen allerdings kaum auf Begeisterung – hier bemängelte man die überhastete Genehmigung eines Impfstoffs, der offenbar kaum in klinischen Studien erprobt worden war.

Artikel lesen
Link zum Artikel