DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Viel Nestwärme macht aus Kindern (leider) keine sozialeren Erwachsenen



ZUR NEUSTEN UMFRAGE DES BUNDESAMTES FUER STATISTIK, UEBER DEN KINDERWUNSCH VON JUNGEN MAENNERN UND FRAUEN, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - A mother tell her six-year-old and four-and-a-half-year-old sons a story, pictured on Juliy 9, 2011 in Daillens in the canton of Vaud, Switzerland. (KEYSTONE/Gaetan Bally) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Viel Nestwärme führt nicht dazu, dass die Kinder später selbst engagierter sind.
Bild: KEYSTONE

Viel elterliche Wärme führt nicht zwangsläufig dazu, dass Jugendliche später auch selbst ein grosses Herz für bedürftige Menschen haben. Wissenschaftler stellen bisherige Vorstellungen in Frage.

Betroffene später nicht engagierter – im Gegenteil

Jugendliche, die viel Nestwärme von ihren Eltern bekommen, engagieren sich einer Studie zufolge später seltener in sozialen Projekten als andere Altersgenossen. Das haben Forscher der Universität Jena und Kollegen der Universitäten Jyväskylä und Helsinki in Finnland anhand einer Befragung von mehr als 1500 Finnen im Jugend- und Erwachsenenalter herausgefunden.

Eine Untersuchung in Sachsen-Anhalt von 2013 habe ähnliche Ergebnisse gezeigt, sagte die Psychologin Maria K. Pavlova von der Friedrich-Schiller-Universität Jena am Montag. Die Ergebnisse aus Finnland liessen sich daher auf Deutschland übertragen. Sie wurden jetzt im «Journal of Youth and Adolescence» veröffentlicht.

Die Tatsache, dass positives Erziehungsverhalten sich nicht zwangsläufig auf alle Lebensbereiche auswirkt, ist aus Sicht der Forscher überraschend und stellt entsprechende Vorstellungen in Frage. Laut Pavlova könne zu viel Nähe und elterliche Unterstützung möglicherweise zu einer Falle werden, weil die Jugendlichen sich dann nicht mehr für die Welt ausserhalb ihres eigenen Kreises interessierten.

Eine weitere mögliche Erklärung sei, dass Eltern bürgerschaftliches Engagement weder als notwendig für Erfolg auf dem Arbeitsmarkt noch als moralisch verpflichtend sähen und die Verantwortung dafür eher auf den Staat schöben.

Die Möglichkeiten, sich zu engagieren, sind vielfältig. Sie reichen von Einsätzen in Krisenregionen und in sozialen Projekten bis hin zu Demonstrationen und politischen Debatten. «Solche Aktivitäten sind für das Funktionieren einer jeden Demokratie wichtig, selbst wenn es im Inhalt des Engagements von Land zu Land Unterschiede gibt», betonte Pavlova.

Wir wussten es eh immer: Kinder sind kleine Drecksäcke

(sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Berner Beizen können mittags für Büezer öffnen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Duell in Solothurn: Pistolen pfeifen das Lied vom Tod

Warum duellieren sich zwei angesehene Schaffhauser Patriziersöhne an einem eiskalten Januarnachmittag im Jahr 1659? Und das in Solothurn? Die Geschichte einer langjährigen Familienfehde.

Dunkle Wolken rollen über den Himmel, die Landschaft wirkt kahl und unwirtlich. Zwei Männer sprengen auf ihren Pferden im vollen Galopp einander entgegen. Ihre Radschlosspistolen sind in tödlicher Absicht aufeinander gerichtet. Mündungsfeuer blitzen auf. Wie wird dieser Feuerwechsel ausgehen? Das Ölgemälde zeigt den Höhepunkt einer blutigen Fehde zwischen zwei Schaffhauser Patrizierfamilien.

Bei den Reitern handelt es sich um Major Heinrich Im Thurn (*1621) und Hauptmann Christoph Ziegler …

Artikel lesen
Link zum Artikel