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Verschwörungstheorie (Symbolbild)

Manchmal denken Verschwörungstheoretiker in die richtige Richtung, ziehen dann aber die falschen Schlüsse. Bild: Shutterstock

Wo Verschwörungs-Theoretiker (fast) recht haben: 5 Thesen

Verschwörungstheorien mögen im Detail Quatsch sein, doch einige ihrer Grundmotive sollten wir ernst nehmen.

Marko Kovic



Verschwörungstheorien, also evidenzfreie und logisch nur leidlich schlüssige Hypothesen, dass ein Ereignis oder Zustand in Tat und Wahrheit durch eine geheime Verschwörung verursacht wurde, sind so alt wie die menschliche Zivilisation.

Heutzutage haben Verschwörungstheorien aber eine neue Qualität erlangt. Sie sind längst kein Randphänomen mehr, sondern mittlerweile im Kern unseres gesellschaftlichen Diskurses angekommen. Nicht zuletzt dank des Internets: Die modernen Möglichkeiten der Online-Kommunikation – jede Person, die will, kommt öffentlich zu Wort – verleihen Verschwörungstheorien heute eine noch nie dagewesene Präsenz und Prominenz.

Marko Kovic

Bild: zVg

Marko Kovic
denkt und schreibt zu gesellschaftlichem Wandel und Technologie-bezogenen Risiken. Zu hören ist er im Podcast Das Monokel.
kovic.ch

Das demonstriert nicht zuletzt die Coronavirus-Pandemie. Egal, ob auf Whatsapp, YouTube, Telegram oder Facebook: Bizarre, manchmal amüsante, aber wohl auch nicht ganz ungefährliche Coronavirus-Verschwörungstheorien werden mehr oder weniger auf allen Kanälen quasi im Minutentakt erstellt, geteilt, geliked. Egal, ob es um die Entstehung des neuen Coronavirus, um das Krankheitsbild von Covid-19, oder um das individuelle und gesellschaftliche Vorgehen gegen die Pandemie geht – für alles findet sich eine Verschwörungstheorie, und der Glaube an die eine oder andere davon ist keine Ausnahme, sondern fast schon die Regel.

Angesichts der Welle an abstrusen Verschwörungstheorien, mit denen wir uns als Gesellschaft in der Pandemie, aber auch darüber hinaus tagein, tagaus konfrontiert sehen, ist es rein emotional naheliegend, mit Verschwörungstheorien und ihrer Anhängerschaft kurzen Prozess zu machen: Verschwörungsgläubige sind einfach Spinner, und alles, was sie glauben und behaupten, ist kompletter Schwachsinn. Eine solch dezidiert ablehnende Haltung mag eine kathartische Wirkung für uns haben und gut für unsere Psychohygiene sein (ob zu viel Quatsch qualmt uns die Rübe), doch ganz so einfach dürfen wir es uns nicht machen.

Verschwörungstheorie Coronavirus (Symbolbild)

Im Lauf der Corona-Pandemie haben Verschwörungstheorien Hochkonjunktur. Bild: Shutterstock

Auch im Umgang mit Verschwörungstheorien und ihren Verfechterinnen und Verfechtern sollten wir möglichst das «Principle of Charity», das Prinzip des Wohlwollens, zum Tragen kommen lassen. Dieses besagt, dass wir versuchen müssen, das Gegenüber so zu interpretieren, als sei es nicht irrational, und zwar auch dann, wenn uns das, was das Gegenüber erzählt, ziemlich wirr scheint. Es könnte ja sein, dass ein wie auch immer gearteter Übersetzungsfehler oder ein Missverständnis vorliegt.

Unter Anwendung des Principles of Charity bleiben Verschwörungstheorien zwar im Kern irrational (das macht eine Verschwörungstheorie zur Verschwörungstheorie), doch es gibt gewisse Motive und Triebfedern, mit denen die Verschwörungstheoretiker ein Stück weit durchaus recht haben. Und genau diese Aspekte vieler Verschwörungstheorien, die bis zu einem gewissen Grad legitime und wichtige Kritik darstellen, behandeln wir im «Mainstream» der öffentlichen Debatte zu wenig, oder wir ignorieren sie sogar komplett.

Es gibt mindestens fünf solcher Punkte, bei denen Verschwörungstheoretiker in die richtige Richtung denken, dann aber die falschen Schlüsse ziehen.

These 1: Die Welt ist ungerecht

Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben, empfinden sich oft als machtlos und sie haben einen eher tieferen sozio-ökonomischen Status (weniger Geld, weniger Vermögen, weniger Bildung, weniger Aufstiegsmöglichkeiten). Ihre Sicht auf die Welt ist damit von ihren eigenen materiellen Umständen geprägt: Mit der Welt, wie sie ist, stimmt etwas nicht, weil es mir und vielen weiteren Menschen nicht gut geht und keine Aussicht auf Besserung existiert.

Mit dieser Einschätzung haben sie denn auch grundsätzlich recht. Unterschiede bei Einkommen und insbesondere bei Vermögen nahmen in den letzten Jahrzehnten weltweit zu, und auch in reichen westlichen Ländern gibt es eine grosse Unterschicht an Menschen, die in einem permanenten wirtschaftlichen Prekariat darben. Aussicht auf tiefgreifende, strukturelle Verbesserung besteht derzeit kaum, denn der Status Quo ist kein Zufallsprodukt, sondern die Folge jahrzehntelanger aktiver neoliberaler Bestrebungen.

Eine Ikone sozialer Ungleichheit in São Paulo, Brasiliens größter Stadt: Das Paraisópolis Favela und die Luxusgebäude

Ungerechte Welt: Favelas und Luxuswohnungen liegen in São Paulo direkt nebeneinander. Bild: Shutterstock

Systemkritik wird im Rahmen der vorherrschenden neoliberalen Leitideologie denn auch recht einfach diskursiv vom Tisch gefegt – das Problem liegt einfach bei der «individuellen Verantwortung» und der «individuellen Freiheit». Wem es schlecht geht, ist selber schuld. Das System ist fair und gerecht; in unserer meritokratischen «Leistungsgesellschaft» kann jede und jeder es schaffen. Das ist natürlich ein Mythos, aber einer, der sich in der politischen Debatte hartnäckig hält.

Verschwörungs-affine Menschen haben also durchaus recht mit der Kritik, dass die Welt fundamental ungerecht ist. Als moralisch zivilisierte Gesellschaft müssen wir denn auch ernsthaft darum bemüht sein, dieses Problem zu lösen. Doch es ist ein Fehler, aus dieser wichtigen und richtigen Prämisse zu schliessen, dass alles Schlimme, was in der Welt passiert, ebenfalls ein Ausdruck menschengemachter Ungerechtigkeit ist. Unsere Gesellschaft hat fundamentale Probleme, die mit den Interessen der Bessergestellten zusammenhängen, doch nicht alles, was schief läuft, ist Ausdruck von oder Folge dieses Problems.

These 2: Relativ wenige Menschen haben enorm viel Macht

Während der Coronavirus-Pandemie wurde Bill Gates, der bekannte Gründer von Microsoft, zur wohl prominentesten Zielscheibe von Verschwörungstheoretikern. Gates habe, je nach Verschwörungstheorie, die Pandemie entweder komplett inszeniert (es gibt gar kein neues Coronavirus) oder bewusst losgetreten (Gates hat das neue Coronavirus freigelassen), um dadurch eine weltweite Zwangsimpfung einzuführen, mit denen alle Menschen eine Art GPS-Chip eingepflanzt erhalten, der sie für immer komplett überwachbar macht.

Das ist natürlich Quatsch der gröberen Sorte. Doch warum kaprizieren sich so viele Verschwörungstheoretiker ausgerechnet auf Bill Gates? Gates ist nicht nur ein Computernerd, sondern heute mit seinem Vermögen von über 110 Milliarden Dollar einer der reichsten Menschen auf dem Planeten. Seit seinem Abgang bei Microsoft widmet sich Gates primär seinen philanthropischen Bestrebungen, und zwar in erster Linie über seine Stiftung, die «Bill and Melinda Gates Foundation».

Diese Stiftung engagiert sich unter anderem im Bereich Gesundheit. So ist die Stiftung beispielsweise einer der grössten Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation WHO: Rund 10 Prozent des WHO-Budgets stammen von Bill Gates. Falls die Vereinigten Staaten tatsächlich wie angekündigt im Juli 2021 aus der WHO austreten, dürfte die Gates-Stiftung der grösste Geldgeber der WHO werden.

FILE - In this Sep. 16, 2019 file photo, Melinda Gates, left, talks to Indian author Chetan Bhagat, unseen, as Bill Gates looks at the audience during an interaction organized by the Bill and Melinda Gates foundation in New Delhi, India. Bill and Melinda Gates aren't backing down from honoring India Prime Minister Narendra Modi despite concerns about human rights abuses in the disputed Kashmir region. A group delivered 100,000 petition signatures to the Gates Foundation's Seattle headquarters Monday, Sept. 16, 2019, asking the world's largest private nonprofit not to honor Modi's sanitation initiative that improved access to toilets. The Foundation says it respects the petitioners but that Modi will receive its Goalkeepers Global Goals Award. (AP Photo/Manish Swarup, File)
Melinda Gates,Bill Gates

WHO-Geldgeber: Bill Gates mit Gattin Melinda. Bild: AP

Um solche Umstände problematisch zu finden, braucht man kein Verschwörungstheoretiker zu sein. Kein Mensch auf der Welt sollte so viel Macht wie ein Bill Gates, ein Jeff Bezos (178 Milliarden), ein Michael Bloomberg (60 Milliarden), ein Mark Zuckerberg (86 Milliarden) haben. In der heutigen Ära des globalen Investorenkapitalismus konzentriert sich wirtschaftliche Macht weltweit ganz allgemein auf ein relativ engmaschiges Netz von Individuen, Familien und Organisationen. Die 26 reichsten Menschen der Welt besitzen so viel Vermögen wie die rund 4 Milliarden Menschen, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen. Die reichsten 1 Prozent der Welt besitzen über 40 Prozent des gesamten Weltvermögens.

Diese krasse Machtkonzentration muss uns Sorgen machen. Nicht, weil diese Elite für alles Schlimme in der Welt verantwortlich ist. Sondern schlicht, weil diese Form der Machtkonzentration nicht kompatibel mit Idealen wie Demokratie und Gleichheit ist – wer Macht hat, setzt diese ein, um die eigenen materiellen Bedingungen zu sichern und möglichst noch weiter zu verbessern. Das darf uns nicht egal sein.

Gleichzeitig ist es irrational, zu meinen, Machtkonzentration bedeute, dass alles Schlimme in der Welt darauf zurückzuführen sei. Wer Vermögen hat, hat Macht; wer Macht hat, hat sehr grossen Einfluss und manchmal sogar die totale Kontrolle. Aber wenn wir alles Chaos und Leid der Welt pauschal der Elite der Mächtigen in die Schuhe schieben, verabschieden wir uns nicht nur von rationaler Kritik, wir überschätzen auch die Kompetenz der Mächtigen. Macht zu haben verleiht keine fast übernatürlichen Fähigkeiten, die unzähligen schlimmen Ereignisse auf der Welt im Geheimen orchestrieren zu können.

These 3: Im Kapitalismus zählt Profit über alles

Ein beständiges Motiv in Verschwörungstheorien ist der Vorwurf, dass das Profitmotiv von Grossunternehmen diese dazu verleitet, Unlauteres zu tun und sprichwörtlich oder sogar wortwörtlich über Leichen zu gehen. Diese Unterstellung wird beispielsweise gerne der Pharmaindustrie gemacht, nicht zuletzt auch in der Coronavirus-Pandemie. Und die Kritik hat was. Veranschaulichen lässt sich die Problematik am haarsträubenden Tamiflu-Skandal.

Tamiflu ist ein antivirales Arzneimittel des Pharmaunternehmens Roche, das im Zuge der Schweinegrippe-Pandemie von 2009 Berühmtheit erlangte. Die WHO empfahl den Regierungen der Welt bereits vor der Pandemie, Tamiflu provisorisch zu lagern, was diese auch dank der Roche-Lobbyarbeit fleissig taten; bis 2009 verdiente Roche über 18 Milliarden Dollar mit Tamiflu. Mit der Schweinegrippe-Pandemie explodierte dann die Nachfrage, weil es kein anderes wirksames Mittel oder gar eine Impfung gegen die Schweinegrippe gab.

Einigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern war das mittlerweile weltberühmte Tamiflu aber suspekt. Roche hatte nämlich die Daten zu den klinischen Studien, welche die Wirksamkeit von Tamiflu belegten, nur sehr unvollständig veröffentlicht – und sich auch nach der Schweinegrippe-Pandemie jahrelang geweigert, alle Daten preiszugeben.

ZUR STUDIE BEZUEGLICH DES NUTZENS VON TAMIFLU STELLEN WIR IHNEN FOLGENES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Das Grippe-Medikament

Bombengeschäft für Roche: Tamiflu. Bild: KEYSTONE

Erst lange nach der Schweinegrippe-Pandemie und nach vielen Milliarden Gewinn, welche Tamiflu Roche beschert hatte, hat der Pharmariese 2013 doch eingelenkt und alle Daten der Wissenschaft zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis: Tamiflu wirkt so gut wie gar nicht und hat massive Nebenwirkungen.

Tamiflu war ein gigantischer Skandal mit ebenso gigantischen Folgen für Roche. Könnte man zumindest meinen. In Tat und Wahrheit hatten die fast unvorstellbar krassen Lügen rund um Tamiflu (die Verantwortlichen wussten natürlich von Anfang an, dass Tamiflu im Wesentlichen nutzlos ist) keinerlei Konsequenzen für Roche. Im Gegenteil: Das Unternehmen macht auch heute noch Milliardengewinne – und Tamiflu ist weiterhin auf dem Markt.

Die Fundamentalkritik, dass grosse Unternehmen zugunsten ihrer Inhaber und Investoren Profit über alles stellen und auch politisch bestens abgesichert sind, beschreibt die Realität unserer kapitalistischen Gesellschaftsordnung ziemlich treffend. Der Denkfehler, den Verschwörungsanhänger aber begehen, ist, daraus zu schliessen, dass alles Schlimme, was passiert, die Folge kapitalistischer Interessen sein muss. Es ist oft plausibel, dass das Profitmotiv eine Rolle spielen kann, aber ohne konkrete Evidenz und stringente Logik verkommt die notwendige Kritik zur blossen Verschwörungstheorie.

These 4: Es gab und gibt Verschwörungen

Verschwörungstheoretiker werden nicht müde, zu betonen, dass es doch viele belegte Fälle von Verschwörungen gibt. Und sie haben damit recht: Verschwörungen sind ein alltägliches Instrument in Politik und Wirtschaft.

Ein auch heute noch erstaunliches Beispiel ist die inszenierte Polio-Impfkampagne der CIA im Jahr 2011 in Pakistan. Die CIA wollte mit einer vorgetäuschten Impfkampagne gegen Polio DNA-Spuren sammeln, die Aufschluss über Osama Bin Ladens Aufenthaltsort geben sollten. Die im Zuge dieser Operation vorgenommene Polio-Impfung war wirkungslos – die CIA hat direkt in Kauf genommen, dass Kinder an Polio erkranken und Höllenqualen leiden, obwohl sie sich in Sicherheit wähnten.

Aber der Schaden dieser Fake-Impfkampagne hatte noch eine zweite, viel grössere Dimension: Als die Spionage-Kampagne aufflog, sanken die Polio-Impfraten in Pakistan und weiteren Ländern massiv, weil viele Menschen begreiflicherweise befürchteten, Impfungen seien allgemein ein gefährliches Werkzeug des Westens und gar keine Medizin.

epa02558543 A Pakistani health worker gives a Polio vaccination to a child in Pakistan at Chaman border with Afghanistan, on 31 January 2011. Millions of children below five years of age are given polio drops in different intervals of the year, as part of the government's vaccination drive aimed at eradicating the virus. EPA/MATIULLAH ACHAKZAI

Polio-Impfung an der pakistanisch-afghanischen Grenze, Januar 2011. Bild: EPA

Regierungen, Unternehmen und sonstige Organisationen schrecken in der Tat nicht vor drastischen Mitteln zurück, um ihre nicht selten moralisch verwerflichen Interessen zu stärken und ihre Ziele zu erreichen. Darum ist es definitiv vernünftig, eine kritische Grundhaltung gegenüber Machthabern aller Art zu pflegen. Eine kritische Grundhaltung kippt allerdings ins Verschwörungstheoretische, wenn ein schlimmes Ereignis oder ein schlimmer Zustand immer und grundsätzlich als die Folge einer Verschwörung angesehen wird, ungeachtet der Evidenzlage und der logischen Schlüssigkeit. Der Umstand, dass es Verschwörungen gab und gibt, befreit uns nicht von der rationalen Pflicht, in konkreten Verdachtsfällen nach Evidenz und Argumenten zu suchen.

These 5: Medien sind zu wenig kritisch und stützen den Status Quo

Journalistische Medien haben in demokratischen Gesellschaften eine sehr wichtige Funktion. Sie zeigen auf, was unsere kollektiven Probleme sind, und sie diskutieren, wie wir diese Probleme lösen können. In diesem Zusammenhang sprechen wir auch gerne von der «vierten Gewalt»: In demokratischen Staaten gibt es nicht nur die politisch-bürokratischen Eliten in Form von Exekutive, Legislative und Judikative, sondern auch die kritische massenmediale Öffentlichkeit, welche den Mächtigen auf die Finger schaut.

In der Theorie zumindest. In der Praxis sind Journalistinnen und Journalisten und ihre Medienhäuser oft viel weniger kritisch, als sie sich auf die Fahne schreiben. Warum, haben Edward Herman und Noam Chomsky in ihrem Klassiker «Manufacturing Consent» beschrieben. Medien sind nicht einfach komplett unabhängige und neutrale Beobachter der Realität. Bei der journalistischen Aufnahme, Verarbeitung und Wiedergabe von Informationen üben stattdessen unterschiedliche Filter einen verzerrenden Einfluss aus.

Cover

Bild: Amazon.de

Einer dieser Filter ist beispielsweise der Umstand, dass praktisch alle Medienorganisationen direkt oder indirekt von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst werden. Viele Medienhäuser sind private Unternehmen, mit denen die Besitzer Gewinne erwirtschaften wollen. Aber auch Medienorganisationen, die nicht direkt kapitalistisch strukturiert sind, sind oftmals vom Kapital abhängig, etwa in Form von Werbung, die von Unternehmen geschaltet wird, oder Spenden, die von Unternehmen und reichen Einzelpersonen stammen.

In so einem ökonomischen Spannungsfeld sind viele Themen de facto tabu. Eine private Zeitung zum Beispiel, die sich ernsthaft der Kapitalismuskritik widmet, würde damit am eigenen kapitalistischen Ast sägen. Das Tabu muss dabei gar kein direkter «Befehl von oben» sein; es kommt den Beteiligten schlicht gar nicht erst in den Sinn, gewisse Themen aufzugreifen.

Ein weiterer wichtiger verzerrender Filter im Journalismus ist der direkte Draht, den Medien zu Eliten und Macht pflegen. Medien sollen zwar die Mächtigen kritisieren, aber gleichzeitig ist eines der höchsten Güter im Journalismus der Zugang zu eben diesen Mächtigen. Wer die exklusiven und aufsehenerregenden Geschichten will, braucht gute Kontakte. Dieses Streben nach Zugang bedeutet aber ganz direkt, dass man es sich mit den Mächtigen eben nicht verscherzen will – wer die eigenen Kontakte und Quellen verärgert, riskiert, diese versiegen zu lassen.

Die Problematik des zu wenig kritischen Journalismus kann auch mit dem sogenannten Indexing beschrieben werden. Indexing bedeutet, dass es im Journalismus gewisse Normen gibt, nach denen Quellen und das «Framing» für Geschichten – also die Art und Weise, wie über etwas berichtet wird – ausgewählt werden. In der Regel sind diese Normen in allen Medienorganisationen sehr ähnlich, und sie bedeuten in der Praxis eine starke Orientierung an Eliten: In der Berichterstattung dominieren die Themen, welche politische und wirtschaftliche Eliten auf ihrer Agenda haben, und die Art und Weise, wie berichtet wird, orientiert sich an der Art und Weise, wie Eliten die Themen rahmen und präsentieren.

Faktoren wie die Manufacturing-Consent-Filter oder das Indexing haben zur Folge, dass das gesamte Mediensystem eine inhärent Status-quo-stützende Funktion hat und profunde Kritik ins Hintertreffen gerät. In den journalistischen Alltagsroutinen spielt gesellschaftliche Fundamentalkritik kaum eine Rolle; tonangebend ist stattdessen der Status Quo der politischen und wirtschaftlichen Eliten.

Verschwörungstheoretiker begehen hier aber einen Denkfehler und vermuten hinter dieser verkümmerten Kritikfunktion der Medien eine grossangelegte Verschwörung: Eine «Lügenpresse» werde aktiv zentral von dunklen Mächten gesteuert, um von den eigentlichen Problemen abzulenken. Das ist komplett falsch. Die Verzerrtheit zugunsten des Status Quo bei vielen Medien ist nicht die Folge einer gigantischen Verschwörung, sondern tief verwurzelter struktureller Probleme. Medienorganisationen werden nicht von ominösen Verschwörern gesteuert – sie sind zu wenig kritisch, weil sie angesichts ihrer Organisationsform, ihrer ökonomischen Abhängigkeiten und ihrer journalistischen Routinen und Traditionen nicht anders können, als sich dem sanften Zwang des Status Quo hinzugeben.

Wie weiter? Debunking ist ok, aber wir brauchen mehr Gesellschaftskritik

Die Diskussion rund um Verschwörungstheorien dreht sich zumeist um die Frage, wie solche Theorien am besten entkräftet werden können. Das ist wichtig und richtig, aber mit dem «Debunking» von Verschwörungstheorien ist es nicht getan.

Die tiefer liegenden Beweggründe von Verschwörungstheorien sind keine Hirngespinste, sondern reale gesellschaftliche Probleme, derer wir uns gegenwärtig zu wenig annehmen. Wenn die für viele Menschen einzige zugängliche Gesellschaftskritik die Form von Verschwörungstheorien annimmt, flüchten sie sich eben wenig überraschend in diese. Darum ist es unabdingbar, uns als Gesellschaft einen kritischen Spiegel vorzuhalten, wenn wir nachhaltig gegen Verschwörungstheorien vorgehen wollen. Im Detail mögen Verschwörungstheorien blanker Unsinn sein, aber sie sind Ausdruck eines legitimen grundsätzlichen Unbehagens mit dem Zustand der Dinge.

Dieses Unbehagen und die realen Probleme, durch welche es zustande kommt, sollten wir ernst nehmen. Ansonsten überlassen wir das Feld den Irrationalen.

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Verschwörung: Darum steckt der Ku Klux Klan hinter Marlboro

Diese Verschwörungstheorien sind wirklich wahr. So wirklich wirklich. Wirklich.

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    Alle Leser-Kommentare
  • riotgirl71 03.08.2020 17:08
    Highlight Highlight "Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben, empfinden sich oft als machtlos und sie haben einen eher tieferen sozio-ökonomischen Status (weniger Geld, weniger Vermögen, weniger Bildung, weniger Aufstiegsmöglichkeiten)"

    Also, alle Immunologen und Virologen, die der Meinung sind, dass wir die Reaktion auf das Virus übertrieben haben, und die gegen Impfstoffe und Lobbyismus (zB Gate), sind nicht gebildet und arm? So ein Quatsch!
  • Tir 03.08.2020 15:50
    Highlight Highlight Mein grösstes Problem ist dass man bei Taten, wie bei der These 3/4, kaum bis keine konsequenzen zu befürchten hat, obwohl man bewusst mit Schaden anderer Geld/Informationen verdient.
  • Hüendli 02.08.2020 22:37
    Highlight Highlight Marko Kovic, der hellste Kopf auf watson nebst Dani Huber 👍🏼 Chapeau, dass Ihr das trotzdem veröffentlicht habt, insbesondere These 5 – meine diesbezügliche Kritik vor Wochenfrist (Gabirano-Artikel) wurde es leider nicht.
  • MajorWest 02.08.2020 15:10
    Highlight Highlight Genialer Artikel, danke!

    The revolution will not be televised!

    • Sophia 03.08.2020 14:18
      Highlight Highlight Verschwörungstheoretikern darf man überhaupt kein Verständnis entgegenbringen! Jedes Entgegenkommen stärkt sie in ihrem gefährlichen Irrglauben! Man darf doch mit keinem ernsthaft diskutieren, ob z.B. es in den USA keine Corona-Toten gäbe, das wäre doch ein Frevel an den Hinterbliebenen und gleichzusetzen mit dem Leugnen des Holocausts!
  • Privilecheese 02.08.2020 13:40
    Highlight Highlight Es ist eben viel einfacher eine Theorie aufzustellen, als eine zu beweisen. Zum Beispiel zu Trump‘s Covfefe Tweet. Dieser steht für Cov (Covid-19) und zweimal Fe (Gruppe 8 der Übergangsmetalle). Am 8.8. wird demnach die endgültige Machtübernahme der Trumpisten im Deepstate stattfinden und der 2. US Bürgerkrieg angezettelt, womit die Wahlen am 11-3 (8) hinfällig werden.
    • Kanuli 03.08.2020 12:47
      Highlight Highlight Nur das fe nicht Fe ist.
      pH ist auch nicht ph oder PH. In der Chemie ist das nun mal essentiell.
      Dazu Wikipedia: "Besteht ein Symbol aus zwei Buchstaben, so wird immer der erste Buchstabe gross und der zweite Buchstabe klein geschrieben; deswegen ist genau auf die Gross- und Kleinschreibung zu achten."
      Ich lehne mich da eher an die Theorie, dass es "coverage" hätte heissen sollen. Vergisst man das "a", sind f/g/r nahe beieinander, wodurch man schnell mal fefe statt er(a)ge hinbekommen könnte. Fett-Finger-Syndrom.
      Play Icon
  • John Henry Eden 02.08.2020 13:28
    Highlight Highlight Ab einem gewissen Punkt spielt es keine Rolle mehr, ob etwas wahr oder falsch ist. Es müssen nur genügend (oder die entscheidenden) Menschen daran glauben.

    Wahrscheinlich geht ein Grossteil der Weltpolitik auf falsche Annahmen zurück. Somit haben Verschwörungstheoretiker unbewusst doch recht.
    • No fear 03.08.2020 11:25
      Highlight Highlight Verschwörungstheoretiker stützen sich auf mindestens genau so falsche Annahmen. Die Frage wer recht hat ist obsolet! Die Frage ist, wem vertraust du mehr? 💁🏼‍♂️
  • Statler 02.08.2020 13:13
    Highlight Highlight Was mir dabei in den Sinn kommt, ist der Umgang mit Migranten. Es gibt logischerweise Konflikte, wenn Menschen aus anderen Kulturkreisen zu uns kommen (nur schon, auf der Verständigungsebene). Das wird aber (vor allem von Linker Seite) gerne unter den Tisch gekehrt, statt dass man die Thematik (explizit!) anspricht und deutlich macht, dass diese Probleme natürlich gelöst werden können. A là «ja, wir sind uns bewusst, dass es Probleme gibt, aber wir werden diese und jene Massnahmen ergreifen, um diese zu lösen».
    Und schon haben SVP & Co. einen gepflügten Acker, um ihre Hetze zu verbreiten.
    • Helios 03.08.2020 17:40
      Highlight Highlight @Statler

      Sehe ich auch so, ironischerweise wirkt die heutige Linke in der Schweiz extrem Wertkonservativ auf mich, nicht bürgerliche Werte natürlich, sondern linke Werte. Und so wirken viele irgendwie (lustigerweise) bünzlig und intolerant.

      Die kognitiven Disonanzen sind beim Ausfühlen der Wahlzettel jeweils stark. 😂

      Man warte auf eine links liberale Wende.
  • No fear 02.08.2020 13:05
    Highlight Highlight Leider nicht ganz sauber. Natürlich nähren sich Verschwörungstheorien an genau den von Kovic erwähnten Punkten. Sie greifen die Menschen an den Wurzeln ihrer Frustration und das macht sie so gefährlich. Sie knüpfen falsche Fakten an emotionale Werte und treffen damit mitten in die Seele der Menschen.

    Also Vorsicht! Auch bei Kovic. Tamiflu zB ist nicht ganz so nutzlos wie es hier dargestellt wird. Es gibt Ungereimtheiten und die Wirkung ist umstritten, aber „wirkt so gut wie gar nicht“ ist nicht die ganze Wahrheit!
  • Statler 02.08.2020 13:00
    Highlight Highlight Hat Löpfe den Artikel auch gelesen?
    Nur so von wegen «Putinversteher», also die Ecke, in die er alle stellt, die sich anzumerken getrauen, dass Putin zwar ein übler Geselle ist, der Westen (im Speziellen die NATO) auch nicht gerade ein Chorknabe ist und man doch bitte auch mal diese Seite beleuchten sollte.

    • exeswiss 02.08.2020 14:31
      Highlight Highlight hab noch nie gehört das die Nato teile anderer staaten annektiert haben... du?
    • Basti Spiesser 02.08.2020 17:00
      Highlight Highlight @exeswiss

      Nee die Bomben bis nichts mehr steht, und sie möglichst lange im Krieg bleiben. Kurbelt die Wirtschaft an und die Geldgeber freuts. Ist viel besser.
    • Statler 02.08.2020 17:06
      Highlight Highlight @exeswiss, nein, natürlich nicht - die treten alle freiwillig bei. Der Effekt ist aber derselbe, man rückt Putin auf die Pelle und der reagiert dann halt mit seinen (zugegeben - sehr unschönen) Mitteln.
  • Statler 02.08.2020 12:44
    Highlight Highlight Danke!
  • Korrektiv 02.08.2020 12:36
    Highlight Highlight Schlau, lesenwert und auch sprachlich kompetent geschrieben. Merci.
  • tr3 02.08.2020 12:14
    Highlight Highlight Warum kann man Herrn Kovic nicht abonnieren? Verpasse seine klugen Artikel nur ungern.
  • Enemy№1 02.08.2020 11:40
    Highlight Highlight So stell ich mir einen Artikel vor. Könnten sich einige eine Scheibe davon abschneiden im Hause Watson. Gerne mehr davon! Chapeau!
  • Hypatia 02.08.2020 10:43
    Highlight Highlight Jede Verschwörung enthält in ihrem Kern ein Geheimnis, das nur einer exklusiven Gruppe von Leuten zugänglich ist, exklusiv, insofern nur sie das Geheimnis aufbewahren und es so als Geheimnis bewahren.
    Ein Geheimnis kann aufbewahrt werden, indem nicht darüber gesprochen wird, also durch Verschweigen, oder indem zwar darüber gesprochen wird, aber so, dass das derart Besprochene das Geheimnis gerade verhüllt, also etwa durch Verleugnen oder Vortäuschen. Das Geheimnis wird zwar scheinbar im Besprochenen enthüllt, aber so, dass es sich bei dieser Enthüllung gerade verhüllt. Hier setzen VTen an.
    • Hypatia 02.08.2020 11:32
      Highlight Highlight Dabei ist aber wiederum zu unterscheiden zwischen einem rational hinreichend begründbaren Verdacht einer Täuschung oder Verhüllung und einem irrationalen, d.h. rational nicht hinreichend begründbaren Verdacht. VTen konfrontieren uns mit der Zumutung, uns mit dieser nicht immer eindeutig und klar feststellbaren Unterscheidung auseinanderzusetzen. Das scheint mir hier gemeint zu sein, wenn VTen "durchaus in die richtige Richtung denken", aber zu "falschen Schlüssen" führen.
    • Hypatia 02.08.2020 16:17
      Highlight Highlight Anfangs hatte ich ja auch meine kleine VT zur Pandemie:
      1. Gezielte Freisetzung des Virus
      2. Verzögerte Informationsfreigabe zwecks globaler Ausbreitung des Virus
      3. Straff organisierte Eindämmung der Krankheit im eigenen Land.
      4. Destabilisierung der amerikanischen Wirtschaft.
      5. Abwahl des blonden Trampel im November 2020.
      6. Etablierung und Ausweitung Chinas zu einer globalen Weltmacht.

      Jou, geniale chinesische Kriegslist, dachte ich mir. Schaut auch rational durchdacht aus, was fehlt, sind empirische Beweise. Mmh... irrational wird es, wo wahr sein muss, was auch falsch sein kann.


  • _kokolorix 02.08.2020 10:33
    Highlight Highlight Wohl das klügste das ich je über Verschwörungstheorien gelesen habe.
    Aber halt auch nicht vollständig.
    Völlig ignoriert wurde der Sachverhalt, dass Verschwörungstheorien einzelnen Akteuren zu grossem finanziellem Gewinn verhelfen.
    Auch die Rolle von Trollfabriken, welche sehr aktiv die Verbreitung von Verschwörungstheorien fördern wurde nicht angeschnitten.
    Zu wenig Raum erhielt die Tatsache, dass auch sachliche Kritik bei gewissen Themen völlig unbesehen in die Verschwörungsecke geschoben wird, um sich damit nicht auseinandersetzen zu müssen
    • Allesliebe 02.08.2020 13:40
      Highlight Highlight Danke, super Input. Mir fehlt im Artikel etwas, wahrscheinlich genau deine Punkte.
  • Gawayn 02.08.2020 09:54
    Highlight Highlight Es gibt Verschwörungstheorien und Verschwörungstheorien...

    Sehr oft lese ich Artikel.
    Nicht sauber recherchiert, undifferenziert verfaßt.
    Dinge die wie sie so stehen, einfach nicht stimmen können.

    Vom Kennedy Attentat, über 09/11, die MOAB gegen den IS, Weinsteins "Selbstmord", Trumpels Betrügereien,
    So lange man nur den Hergang kritisch analysiert und dann anzweifelt, ist man Zweifler/Kritiker.
    Sobald man eine Theorie aufstellen will, wie es wirklich gewesen sein könnte, ist man Verschwörungstheoretiker.
    Damit endet jede mögliche Aufklärung...
    • Beta Stadler 02.08.2020 14:55
      Highlight Highlight Für das brauchen wir aber keine "Kritiker", welche aus der unklaren Datenlage eine krude Theorie basteln und mit Büchern, Vorträgen und Video-Kanälen auch noch Geld verdienen!!!
      Was ich unterstütze: sollte es so sein, dass der Staat oder staatsnahe Dienste Informationen verheimlichen oder Dinge vertuschen braucht es Aufklärung, was früher die Zeitungen gemacht haben. Nur für die können rechtl. Klagen heute den Konkurs bedeuten, darum ist es wichtig, die Whistleblower zu schützen. Nur habe ich noch keinen der "Kritiker" gesehen, der sich für diese stark macht - man verdient ja nix damit...
    • Gawayn 02.08.2020 15:45
      Highlight Highlight Tja da hätten wir ein Problem...
      Es gibt zahllose Meldungen, die wenn man sie analytisch betrachtet, so nicht stimmen können.
      Beim Tod Soleimanis, gab es als Begründung nur Behauptungen.
      Es wurde eine Aufklärung gefordert, ist nie erfolgt.
      Die Ermordung Kashogis wurde auch eher unterm Teppich gekehrt.

      Man erfährt eben nicht die Wahrheit.
      Das einzige was klar ist, das die offizielle Version nicht stimmt.

      Wie soll man sich für Whistleblower stark machen?

      Assange, Snowden, sobald die frei kommen, haben die einen"Unfall"
      Wie erfährt man die Wahrheit?
  • Beta Stadler 02.08.2020 09:48
    Highlight Highlight Einspruch! Verschwörungstheorien sind IMHO alles andere als irrational - oft basieren sie einfach aus wenigen, nicht revidierten und aus dem Kontext gerissenen "Fakten", werden aber sehr plausibel erklärt. Und oft auch sehr eloquent, ruhig und mit etwas Witz wie bei Ganser etc. und sind nicht "gesellschaftskritisch", sondern demokratie- und Staats-feindlich.
    Genau darum sind sie brandgefährlich und was wir brauchen ist die Zivil-Courage, ev. sogar einem Freund zu sagen, das man diese Art "Meinung" nicht duldet und er wieder klar im Kopf werden soll....
  • benn 02.08.2020 09:16
    Highlight Highlight Danke endlich, mein glaube an echten kritischen Journalismus ist zurück!
  • Helios 02.08.2020 09:11
    Highlight Highlight Ich sehe auch in meinem Umfeld immer mehr Personen die sich über alternative Medien informieren und daher auch oft Verfechter der erwähnten Theorien sind.

    Man tut gut daran diese Menschen nicht als Verrückte abzustempeln, denn dann wird ein Dialog unmöglich und die Spaltung der Geselschaft vorangetrieben, mitunter ein Ziel gewisser Interessengruppen.

    Dieser Artikel gibt beiden Seiten Raum und ist daher ein konstrukitver Beitrag zu einem zuführenden Diskurs zwischen der Öffentlichkeit und der selbsternannten Gegenöffentlichkeit.

    Gates war übrigens schon immer ein skrupelloser Businessman.
  • CrispMüesli 02.08.2020 07:43
    Highlight Highlight Woow danke!! Das ist eine der mit Abstand besten Artikel, die ich in letzter Zeit auf Watson gelesen habe.

    Die Analytische Fähigkeit, Ehrlichkeit und Differenziertheit vom Autoren Marko Kovic finde ich sehr sympathisch und vorbildlich. Eine Bereicherung für Watson!

    Zum Thema:

    "Der Umstand, dass es Verschwörungen gab und gibt, befreit uns nicht von der rationalen Pflicht, in konkreten Verdachtsfällen nach Evidenz und Argumenten zu suchen."

    Das Witzige ist, dass viele VTler ebendiese Eigenschaften für sich propagieren und diese dafür den Massenmedien absprechen.😄
  • CrispMüesli 02.08.2020 07:37
    Highlight Highlight "Wenn die für viele Menschen einzige zugängliche Gesellschaftskritik die Form von Verschwörungstheorien annimmt, flüchten sie sich eben wenig überraschend in diese."

    Das bringt es perfekt auf den Punkt! Ich würde zudem meinen, dass die realen Hintergründe von Weltgeschehen oft so vielschichtig verwoben sind, dass es dafür ellenlange Artikel bräuchte, die vielleicht nicht mal eine eindeutige Antwort liefern könnten.

    So würde sich die journalistische Arbeit zwar eher der wissenschaftlichen Evidenzsuche nähern, damit aber mühsamer für die Massen werden. Mehr Aufwand für Journis und LeserInnen.
  • Der P 02.08.2020 06:52
    Highlight Highlight Verschwörungstheorien sind eine legitime Andersmeinung... und dagegen soll man also "nachhaltig vorgehen"? Sehr demokratisch, Herr Kovic
    • exeswiss 02.08.2020 14:35
      Highlight Highlight dann sind deiner meinung nach alternative fakten wohl auch fakten, hmm?
  • Therealmonti 02.08.2020 05:39
    Highlight Highlight Äusserst interessanter und aufschlussreicher Artikel. Vielen Dank, watson, dass Ihr kritischen Denkern eine Plattform bietet.
  • Sälüzäme 02.08.2020 03:50
    Highlight Highlight Ein guter Beitrag, wobei mir der 6. Punkt: "die Religion" fehlt.
    Vielleicht bewusst um einer grösseren Diskussion auszuweichen oder weil diese schon im Grossen und Ganzen akzeptiert worden sind obwohl sie bis heute den grössten Schaden angerichtet haben.
  • Likos 02.08.2020 00:55
    Highlight Highlight Dabei tickt die Welt der Verschwörungen ja eigentlich genau gleich. Die "alternativen Medien" sind genau so von ihrem Netzwerk abhängig. Es gibt Personen mit viel "Macht". Unternehmen verdienen Geld mit Leichtgläubigkeit. Menschen mit anderen Zielen nutzen die Gruppe aus.
  • geissenpetrov 02.08.2020 00:33
    Highlight Highlight Bravo!
    Die Artikel von Kovic kann man als eine Zeitenwende betrachten.
    Bitte weitermachen, auch wenn hinsichlich "These 3: Im Kapitalismus zählt Profit über alles" & "These 5: Medien sind zu wenig kritisch und stützen den Status Quo" dafür geopfert werden müssen.
  • Levi Vodica 02.08.2020 00:00
    Highlight Highlight Danke Herr Kovic, wichtige und richtige Analyse.
  • Mantrax 01.08.2020 23:59
    Highlight Highlight Spannender Artikel, allerdings etwas enttäuschend ist die sehr einseitige Betrachtung bei Punkt 3. Wäre die Datenlage dermassen eindeutig gewesen, FDA und Co hätten die Zulassung sofort entzogen. Die letzte grosse Analyse (http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2814%2962449-1/abstract) fand immerhin 63% weniger Spitaleinweisungen für die Tamiflu behandelt - über alle Studien hinweg. Die Ergebnisse rechtfertigen den Hype und die Verkäufe von Tamiflu natürlich nicht. Von „praktisch völliger Wirkungslosigkeit“ zu sprechen ist aber vermutlich falsch.
    • exeswiss 02.08.2020 14:37
      Highlight Highlight @mantrax ist halt die frage ob die personen WEIL sie tamiflu nahmen nicht ins spital sind oder weil sie keine schwerwiegenden symptome bildeten.
  • multiperspektivisch 01.08.2020 23:58
    Highlight Highlight 2009 schrieb ich meine Matura-Arbeit über die Überwachung des Internets. Allseits wurde ich belächelt für meine grundsätzliche These, dass die USA die gesamte Internet-Nutzung überwachten. Kein Jahrzehnt später hat Edward Snowden ebendiese These bewiesen. Längst nicht jede sogenannte Verschwörungstheorie ist irrationaler Nonsense. Die Brutkastenlüge im Kuwaitkrieg und die US-GB-Intervention im Iran sind weitere, exemplarische Bsp. für aufgedeckte Verschwörungen.
    • IZO 02.08.2020 13:23
      Highlight Highlight Es gab/gibt wirklich Leute die Denken dass ihre elektronischen Daten "sicher" sind? 😂😂😂
      Wir nehmen da einen Service in Anspruch, bedeutet du gibst mir was dann bekommst du auch etwas.
      Wie naiv kann mann sein? 😂😂😂
      Ist ja alles "Gratis" now a day 😉
      Und zu Snowden und Assange; auch sie gaben uns nur einen Bruchteil weiter von den Infos die sie Abzapften. In meinen Augen kein Sch.... besser als die Regierungen die sie Anprangern. Typen mit Gott Komplex. Nix neues 🙄
    • Hüendli 02.08.2020 22:46
      Highlight Highlight Passierte auch Jahrzehnte zuvor und erst noch vor der Haustür (Crypto AG): Eine Firma im Besitz der CIA, der befreundete Staaten Millionen dafür bezahlen, um sich abhören zu lassen. Jeden Agententhriller-Autor hätte man wegen mangelnder Plausibilität ausgelacht...
  • Cpt. Jeppesen 01.08.2020 23:49
    Highlight Highlight Guter Artikel, gefällt mir. Nur die Sache mit der Gesellschaftskritik und den Medien...
    Gesellschaftskritik ohne Massenmedien funktioniert nicht. Die Kritiker brauchen ein Sprachrohr.
    Das war (und sollte weiterhin sein) die Aufgabe der Medien. Wenn Medienhäuser aber nur noch Copy/Paste Anstalten sind und unkritisch die Stellungnahmen der Kritisierten verlesen, weil so ein Beitrag weniger Geld kostet, dann läuft was schief.
    Deshalb gab es die Idee der Beitrag finanzierten Medien, um Information unabhängig vom Kapital zu halten. Aber heute braucht selbst das SRF Werbeeinnahmen um zu überleben.
  • Sharkdiver 01.08.2020 23:15
    Highlight Highlight VT 6: Masken schützen kaum vor corona 😉

    Beamte horteten Masken und Desinfektionsmittel
    https://www.bazonline.ch/beamte-horteten-masken-und-desinfektionsmittel-557311065984
    • Nikl 02.08.2020 07:17
      Highlight Highlight Toller beitrag.....
    • Sharkdiver 02.08.2020 08:24
      Highlight Highlight Haben die Blitztet den artickel überhaubt gelesen?🙄
  • Randalf 01.08.2020 23:14
    Highlight Highlight
    Dass die Welt ungerecht ist, ist keine Verschwörungstheorie sondern real. Anstatt nach dem Warum zu fragen, sucht man Schuldige und somit sind wir beschäftigt.
    Ansonsten kann man die restlichen Theorien, zusammengefasst, auf einen Nenner bringen: Am Ende des Tages geht es doch nur ums Geld.
    Aber was soll's? Elvis lebt.🤷‍♂️
  • Varanasi 01.08.2020 23:03
    Highlight Highlight Wieder mal ein toller Artikel von Marko Kovic!

    Bitte mehr davon.
  • Joe Meier 01.08.2020 23:02
    Highlight Highlight Grundsätzlich ein toller Artikel der die Bedenken von 95 % der aktuellen Verschwörungstheoretiker trifft. Die glauben nicht an den Chip von Bill Gates sondern dass er eine diffuse Rolle in der WHO und der Pharma einnimmt.. Und das die Pharma nicht schuld ist an Corona aber jetzt alles dafür tut Profit daraus zu schlagen..
    Genau das ist was viele kritische Stimmen aktuell beunruhigt.. Aber wir werden eben konsequent mit den anderen 5 % in die gleiche Verschwörungsecke gestellt.. Und das sind normalerweise die Methoden von kommunistischen Regimen..
    • koalabear 01.08.2020 23:52
      Highlight Highlight Ich denke auch, dass man ganz genau differenzieren muss, zwischen den richtigen Verschwörungstheoretikern und denjenigen, die nur gewisse Aspekte in Frage stellen. Kritische Fragen bringen uns aber auch weiter.
    • braindeath 02.08.2020 00:06
      Highlight Highlight Joe Meier
      Sie treffen den Nagel auf den Kopf.
    • AntiCapitalism 02.08.2020 09:01
      Highlight Highlight Das selbe gilt bei praktisch allen corona-demos. Da wird jeder demonstrant als aluhut oder rechtsextremer abgetan.
      Und wie oben bereits erwähnt und dass praktisch alle die etwas kritisch denken/äussern gleich denunziert werden, stimmt so viele misstrauisch gegenüber staat und massenmedien.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Butschina 01.08.2020 22:55
    Highlight Highlight Guter Artikel. Danke
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 01.08.2020 22:12
    Highlight Highlight These 1 ist keine Verschwörungstheorie, sondern einfach Fakt. 🤔
    These 2 lässt sich durch Gewinnlimiten für Unternehmen aufheben. Der Überschuss wird eingezogen und vernichtet - zum Schutz der Umwelt.
    These 3 ist auch keine Verschwörungstheorie. Worum, wenn nicht um Profit, soll es beim Anhäufen von Kapital gehen? 🙄
    These 4 ist selbst eine Verschwörungstheorie. (😁 ein bisschen Spass muss sein)
    These 5 ist natürlich immer eine Frage des Betrachtungswinkels. No one is entirely unbiased. Die Frage ist vielmehr, wie seriös und neutral die Quelle der Meldung ist. Und dann wiederum deren Quelle...
    • jive 02.08.2020 10:05
      Highlight Highlight “ Es gibt mindestens fünf solcher Punkte, bei denen Verschwörungstheoretiker in die richtige Richtung denken, dann aber die falschen Schlüsse ziehen.“ schreibt Marko. Den Thesen können auch Leute zustimmen, die nichts mit Verschwörungstheorien am Hut haben. Verschwörungstheoretiker kennen aber immer den einzigen simplen, nicht korrekt belegbaren Grund dafür. Somit kann alles einfach erklärt werden, so wie das Ultrareligiöse auch machen. Zu akzeptieren, dass vieles multifaktoriell bedingt ist und man nicht alles ganz simpel erklären kann, wäre für solche Leute ein Riesenschritt.
    • tr3 02.08.2020 12:17
      Highlight Highlight Du hast den Artikel überhaupt nicht verstanden.
  • MrBlack 01.08.2020 21:32
    Highlight Highlight Das Problem ist jedoch, daas am mit Vielen, die an Verschwörungstheorien glauben, nicht diskutieren kann. Zusätzlich begeben sie sich auch sehr gerne in eine Opferrolle.

    Auch wenn ich oft nicht gleicher Meinung bin, habe ich keine Probleme mit Kritik am Umgang mit der Coronakrise. Gegenrede & andere Meinungen sind kein in die VT-Ecke stellen. Wenn man dann aber eine sachliche Kritik mit abstrusen Theorien (wie z.B. Mikrochip Impfung) verknüpft, muss man sich nicht wundern, wenn man nicht ernst genommen wird.
  • Nik G. 01.08.2020 20:48
    Highlight Highlight Richtig guter Artikel! Bitte mehr solche. Analytisch gut begründet und gut rechechiert.
  • die_rote_Zora 01.08.2020 20:36
    Highlight Highlight 👍🏻
  • Haelfis 01.08.2020 20:28
    Highlight Highlight Lieber Herr Kovic,
    Könnte es nicht sein, dass Leute, die den Umgang mit dem Corona Virus nicht angemessen finden, einen berechtigten Standpunkt einnehmen? Die Verschwörungskeule ist vielleicht bei manchen abstrusen Ideen angebracht, hier aber definitiv nicht. Da wünsche ich mir bitte mehr Unterscheidungsvermögen und eine differenziertere Darstellung!
    • Sälüzäme 02.08.2020 03:15
      Highlight Highlight Jeder hat das Recht einen Standpunkt einzunehmen, ob er berechtigt ist oder eine VT hängt von der Begründung ab.
      Hingegen bescheinigt dein Kommentar betreffend Corona allen Theorien eine Unbedenklichkeit, was ich sehr bedenklich finde.
    • Nikl 02.08.2020 07:24
      Highlight Highlight Aber diese Leute kommen immer mit den Argumenten, Das verhalten der Regierung während Corona sei Diktatorisch und fies und selbstzerstörerisch und überhaupt. Das der komplette Prozess mit dem Notstand komplett demokratisch legitimiert ist und war, ignorieren die getrost.
      Und das mache praktisch alle, welche die Coronamassnahmen „übertrieben“ finden.
    • jive 02.08.2020 10:14
      Highlight Highlight Es kommt ganz darauf an, wie Sie Ihre Unzufriedenheit mit dem Umgang mit dem Virus begründen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 01.08.2020 20:20
    Highlight Highlight Schade lässt Du die neuen Möglichkeiten der Manipulation in Deinem Artikel völlig weg. Mach doch mal einen Artikel über all die Verschwörungstheoretiker, die ihre Schäfchen um sich scharen und Leute bei ihrem dumpfen Unbehagen abholen und zeig auf, wie sie das machen. Wie wärs mit Ganser, KenFM und Q-Anon.?
    • Garp 02.08.2020 12:23
      Highlight Highlight Es geht darum die Mechanismen in den sozialen Netzwerken aufzuzeigen. Die sozialen Netzwerke hatten Primaten noch nicht. Unzufrieden sind wir ja alle mal und haben Gesellschaftskritik aber nicht alle lassen sich einfangen und es ginge darum wie man sich schützen kann. Was hast Du denn für ein Hobby? Primitive Kommentare verfassen?
  • Jamaisgamay 01.08.2020 20:11
    Highlight Highlight These5: also mehr WoZ und Republik lesen. ... Sorry, Watsons, ich mag euch trotzdem.
    • eddie_c 01.08.2020 21:49
      Highlight Highlight Lieber NZZ.
    • mbr72 02.08.2020 08:19
      Highlight Highlight NZZ ist ein Paradebeispiel mit extremen Bias aufgrund von Filz. Sieht man insbesondere bei Umweltthemen oder Energiepolitik.
    • Lami23 02.08.2020 16:07
      Highlight Highlight Nein, die NZZ nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • WalterH44 01.08.2020 20:08
    Highlight Highlight Ja, lieber Marko, da hast Du noch die Pflicht und Möglichkeit, einen Essay zu schreiben: Die harten, total absurden Verschwörungstheorien sind so beunruhigend: Warum glauben Menschen an so Absurdes wie die flache Erde? Warum sind so viele Menschen Impfgegner, obwohl die Impfungen die grösste Leistung der Medizin sind? Und übrigens sogar Homöopathie-kompatibel wären wenn man Homöopathie ernst nähme?
    Es ist ein "Ich glaube, weil es absurd ist". Warum? Bitte erläutere ....
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 01.08.2020 22:19
      Highlight Highlight Man kann auch Impfgegner aus völlig rationalen, wissenschaftlich belegbaren Gründen sein.

      Weil Viren und Erkrankungen Teil der Evolution sind und genau so ihre Daseinsberechtigung haben, wie der Mensch. Nicht mehr und nicht weniger. Du kannst nun natürlich deine anthropozentrische Weltanschauung beibehalten, oder dich einmal ausführlich mit Evolution beschäftigen. Zum Beispiel damit, dass ein nicht unerheblicher Teil unserer DNA aus Viren-Schnipsel bestehen. Wie die da wohl reingekommen sind?
      Mit Impfungen pfuscht der Homo sapiens in die Evolution rein. Da bin ich grundsätzlich dagegen.
    • wilhelmsson 02.08.2020 02:43
      Highlight Highlight @antinatalist warst du schonmal beim Arzt oder trägst du vielleicht eine Brille? soll man verhüten? "pfuscht" man da nicht auch in die Evolution rein?
    • Sälüzäme 02.08.2020 03:37
      Highlight Highlight @Antinatalist: ein sehr zynischer Kommentar der nichts weiteres aussagt als "Survival of the fittest". Soweit ok, dann aber in allen Lebensbereichen konsequent sein, d.h. warum Erste Hilfe, Bypass, Chemo, Rente, Altersheim usw.?
      Wie soll Eltern sonst erklärt werden, dass ihr Kind sterben oder für immer behindert sein soll und sie die alleinige Verantwortung dafür tragen müssen?
      Ein gewisser Fatalismuss gehört zum Leben dazu, hier finde ich ihn aber unangebracht, ja sogar deplatziert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Turi 01.08.2020 20:04
    Highlight Highlight Toller Beitrag, wie immer.
    Leider ist der Schluss wenig hoffnungsvoll.

    "Wie weiter? Debunking ist ok, aber wir brauchen mehr Gesellschaftskritik"

    Es ist ja gerade nicht so, dass wir das Gefühl haben, Kritik und Meinungen die vom 'Konsens' abweichen würden mehr.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 01.08.2020 22:29
      Highlight Highlight Meinungen sind Meinungen. Nicht mehr und nicht weniger.

      Kritik einbringen und dann besser machen, zum Beispiel durch Belege und Beweise, damit kannst du die Allgemeinheit am Nacken packen. Wobei das heute wie auch früher harte Arbeit war und man auch zuerst die "Falschgetrimmten" davon überzeugen muss, dass sie auf der falschen Fährte sind.
      Anhand der Umweltforscher sieht man ja, welche Hürden sie bereits überwinden mussten, damit heute ein kleiner Teil der Menschheit die Zusammenhänge versteht. Die Mehrheit hat's immer noch nicht gerafft. Siehe z.B. die FlugweltmeisterInnen aus der Schweiz.
  • Sumimasenwiäbitte?! 01.08.2020 19:43
    Highlight Highlight In einer Zeit wo Leute sich "ihre Infos" lieber von Podcasts und Youtube Channels und Comedians holen müssen, anstatt von irgendwelchen Newsmedien im Internet wie hier.. hat bestimmt seine Gründe... ob ihr‘s glaubt oder nicht!
    • Juliet Bravo 01.08.2020 21:17
      Highlight Highlight Und was wäre gemäss dir diese Gründe?
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 01.08.2020 22:34
      Highlight Highlight Auch dieses Newsmedium muss man immer mit einem "grain of salt" konsumieren. Oft werden auch nur Meinungen kundgetan oder vorab bereitgestellte Nachrichten, die bereits von "gefährdende Inhalten" gefiltert wurden. Bei unbedeutenden Nachrichten spielt's keine Rolle.

      Das andere Problem ist, dass News in der Regel eine Verweildauer von einigen Minuten bis bestenfalls ein paar Tagen im Bewusstsein der Menschen haben. News sind ein Konsumgut. Sobald der nächste "Blockbuster" kommt, geht der Vorangegangene vergessen, wird irrelevant.

      Was fängst du mit den hier gelesenen News jeweils so an?
  • Prometheuspur 01.08.2020 19:41
    Highlight Highlight Ein Monsterartikel über verschwörende Verschwörungstheorien.
    Und doch sind Verschwörungsthesen Verschwörungsaussagen oder eben deren Theorien wie erwähnt, immer nur teils, mehr oder nur fast, aber niemals ganz richtig. Logisch, sonst wären es ja keine Verschwörungstheorien mehr.
  • Heidi Weston 01.08.2020 19:32
    Highlight Highlight Und wo sind jetzt die Verschwörungstheorien? Diese fünf Thesen sind doch keine Verschwörungstheorien? Wo sind die ganzen Theorien über Chemtrails, Flache Erde, Aliens, Gates oder Soros?
    • nopasarán 01.08.2020 20:05
      Highlight Highlight Metaebene?
    • Alienus 01.08.2020 20:43
      Highlight Highlight @Heidi Weston

      Hier ist ein Alien.

      Wat nu?
    • die_rote_Zora 01.08.2020 20:51
      Highlight Highlight genau darum geht es ja in diesem Artikel: diese Theorien sind absolut richtig und berechtigte Gesellschaftskritik, die Verschwörungstheoretiker versuchen aber diese Kritik mit völlig abstrusen Theorien zu begründen oder die angesprochenen Probleme mit völlig wirren „Lösungen“ zu beheben...
    Weitere Antworten anzeigen
  • «Shippi» 01.08.2020 19:23
    Highlight Highlight Ich schätze die Analysen von Herrn Ković sehr.
    Solche vernünftige Analysen von gesellschaftlichen Entwicklungen vermisse ich seit März sehr.
    • MartinZH 01.08.2020 21:23
      Highlight Highlight @Shippi: Du bist schon ein ganz merkwürdiger Typ... Eigentlich könnte man Dich auch als "schizophren" bezeichnen.

      Hier schreibst Du von "vernünftigen Analysen" und bekundest, dass Du verstehst, um was es bei Verschwörungstheorien und anderem Humbuk geht... 😂

      Andernorts (siehe Dein Kommentar von heute) witterst Du aber "finstere Mächte", Diskriminierung und "Klischees" bezüglich "unreinen Völkern"... 🤔

      Im Prinzip: Völlig hirnrissig, paranoid und absolut nicht rational durchdacht.

      Vielleicht solltest Du Dich entscheiden, ob Du nicht weiter "weisse Mäuse" sehen willst... 😂

      Kannst Du das?
      Benutzer Bild
  • Erklärbart. 01.08.2020 19:21
    Highlight Highlight Danke für diesen differenzierten Beitrag.

    "Verschwörungstheorien" ist einfach ein dummes Wort.

    Für mich sind das einfach Leute mit einer anderen Meinung, Ende. Aber mit "Verschwörungstheorien" kann man sie einfacher schubladisieren und gegebenenfalls "mundtot" machen. Einfach weil sie dann niemand ernst nimmt.

    • Juliet Bravo 01.08.2020 21:20
      Highlight Highlight Nicht Meinungen sondern mit ihren eigenen Fakten. Das Problem ist eher, dass Fakten und Wissenschaft für diese Leute nicht gross zählen.
  • yoh 01.08.2020 19:20
    Highlight Highlight Genialer Artikel!

    Das nächste mal wen jemand fragt wieso es Menschen gibt die an Verschwörungstheorien glauben gibts diesen Link.

    Nicht umsonst lassen sich Leute so Instrumentalisieren; Die Thesen sind meist valide. Die Antworten der Verschwörer... meist lächerlich
    • «Shippi» 01.08.2020 19:30
      Highlight Highlight Ich finde, dass nicht alle Antworten «lächerlich» sind.
      Ausserdem finde ich, dass viele das Wort «Verschwörungstheorie» mit «Kritik» synonym verwenden. Das bereitet mir persönlich Sorgen.
    • Tschowanni 01.08.2020 19:46
      Highlight Highlight @Shippi. Mir auch. Auch hier in den Kommentarspalten ist es bald die Regel, nicht Ausnahme
    • yoh 01.08.2020 19:54
      Highlight Highlight Hi Shippi, da hast du vollkommen recht (: Falsche Wortwahl

      Am Beispiel von QAnon sehen wir aber wo fehlgeleitete Kritik abrutschen kann: An der Grundthese das einige Wenige zu viel Macht haben ist NICHTS verkehrt, an der Antwort das es genau Donald Trump und JFK sind, die das ganze auffliegen lassen jedoch schon.(sehr simplifizert)



    Weitere Antworten anzeigen
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 01.08.2020 19:12
    Highlight Highlight Die Grundannahme dass Verschwörungstheoretiker einen tiefen sozio-ökonomischen Status haben ist eine Verschwörungstheorie welche durch nichts bewiesen wurde.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 01.08.2020 22:18
      Highlight Highlight @blitzer...bitte um wissenschaftliche Belege in der Schweiz .
    • PaLve! 02.08.2020 00:09
      Highlight Highlight Was hat das mit einer Verschwörung zu tun?
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 02.08.2020 16:16
      Highlight Highlight Die Behauptung dass VT mit einem tiefen sozio ökonomischen Status zusammen hängt ist wissenschaftlich so exakt, wie die Behauptung, dass die Erde eine Scheibe ist .
  • nopasarán 01.08.2020 19:12
    Highlight Highlight Ich begegne Aluhüten immer noch mit Rationalität. Aktuell:
    - Präventions-Paradoxon
    - Exponentielles Wachstum
    - Schutz von vulnerablen Gruppen

    • nadasagenwirjetzteinfachmal 01.08.2020 21:27
      Highlight Highlight Und sie wissen es sicher besser und versuchen dir zu erklären, dass das alles zum grossen Plan gehört.
  • Basti Spiesser 01.08.2020 19:12
    Highlight Highlight Endlich mal etwas Selbstreflektion und Eigenkritik...

    „Medienorganisationen werden nicht von ominösen Verschwörern gesteuert – sie sind zu wenig kritisch, weil sie angesichts ihrer Organisationsform, ihrer ökonomischen Abhängigkeiten und ihrer journalistischen Routinen und Traditionen nicht anders können, als sich dem sanften Zwang des Status Quo hinzugeben.“

    Macht es den ein Unterschied? Zumindest ist es eine Erklärung für den Zuwachs alternativer Medien.
  • Dodo1 01.08.2020 19:04
    Highlight Highlight Nac zahlreichen Diakussionen mit Verschwörungstheoretikern bin ich überzeugt, dass viele die Smptome einer wahnhaften Störung aufweisen. Genau wie die Religion dienen die Theorien dem Schutz der eigenen Psyche (Angst, Kontrollverlust, Selbstwert etc..). Da dieser Schutz wichtig ist, wird er auch nicht so schnell losgelassen. Deshalb kommt man mit Logik nicht weiter, es ist auf einer Emotionalen Ebene.
    Wahn ist per Definition: Objektiv falsch, subjektiv richtig und unkorrigierbar.
    Widerlegt man eine Theorie, dann werden sofort die Quellen angegriffen und denunziert.
    Das ist gefährlich.

Schweizer Bevölkerung unsicher bei Erster Hilfe – meisterst du das Nothelfer-Quiz?

Zum heutigen Welttag der Ersten Hilfe veröffentlichte das Schweizerische Rote Kreuz eine Studie, die belegt, dass Schweizerinnen und Schweizer beim Leisten von Erster Hilfe verunsichert sind. Zeit für eine Auffrischung.

Rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung gab an, dass sie sich in Notfallsituationen unsicher fühlen. Dies, obwohl ein Drittel der Befragten selber schon mal einen medizinischen Notfall im nahen Umfeld erlebt haben. In der Studie, die vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) und der Krankenkasse Helsana in Auftrag gegeben wurde, wurden 3000 Schweizerinnen und Schweizer aus allen Sprachregionen der Schweiz befragt.

Weiter zeigt die Studie auf, dass der Wunsch nach Wiederholungskursen in der …

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