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Anekdoteles

bild: watson

Anekdoteles

Wojtek, der polnische Soldatenbär, der Granaten trug



Was ist «Anekdoteles»?

Abgesehen davon, dass es sich hier um einen ungemein gelungenen Wortwitz handelt, ist Anekdoteles unser Format für schmissige historische Anekdoten. Bist du eher an seinem grüsligen Halbstiefbruder interessiert, dann bist du bei Erektoteles richtig.

Er wird einmal 182 Zentimeter gross und 220 Kilogramm schwer sein. Jetzt aber ist er nicht mehr als ein kleines Häufchen Elend, das in einem Sack vor sich hinzittert. Der Sack wird getragen von einem verwahrlosten iranischen Jungen. Er ist in Hamadan geboren, in jener Stadt, die schon über 4000 Jahre alt ist, und von wo aus vor 2000 Jahren die Heiligen Drei Könige nach Bethlehem aufgebrochen sein mochten, um ihrem Heiland zu huldigen.

Es ist das Jahr 1942, der Zweite Weltkrieg tobt, der Junge hungert, Iran wird besetzt gehalten von Grossbritannien und der Sowjetunion, um die Ölfelder zu sichern, Vichy-Frankreich hat bereits damit begonnen, seine jüdischen Bewohner nach Auschwitz zu deportieren und Stalingrad verwandelt sich in ein Massengrab.

Der Sack zittert noch immer, als der Junge ihn den polnischen Soldaten hinstreckt. Vor nicht allzu langer Zeit waren die Männer noch Kriegsgefangene gewesen, doch nachdem die Sowjetunion von ihrem einstigen Bündnispartner Deutschland angegriffen worden war, liess man sie frei. Sie würden bald Teil des 75'000 Mann starken, zweiten polnischen Armeekorps sein, das im Nahen Osten aufgebaut wird.

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Diese ehemaligen polnischen Kriegsgefangenen unterstanden nach ihrer Freilassung 1941 operativ dem sowjetischen Oberkommando. Befehligt wurden sie allerdings vom polnischen General Władysław Anders, nach dem sie auch als Anders-Armee bezeichnet wurden. Da die Sowjetunion diese Einheiten aber nicht ausreichend auszurüsten und zu verpflegen vermochte, wurden sie 1942 über Iran in den Nahen Osten verlegt, wo sie dem britischen Nahostkommando unterstellt wurden. bild: wikimedia

Unteroffizier Piotr Prendys schaut in den Sack. Ein winziges, zerzaustes Bärchen schaut zurück. Ein syrisches Braunbärbaby, dessen Mutter von Jägern abgeschossen wurde. Der Junge hätte eigentlich darauf aufpassen müssen, aus dem Tierchen hätte ein Tanzbär werden sollen. Doch der Junge rannte mit seinem Bündel davon – der Hunger war wohl einfach zu gross.

Piotr kauft das Tierchen im Tausch für ein paar Fleischkonserven. Er wird sein Ziehvater, er päppelt ihn auf mit Kondensmilch aus seiner Wodkaflasche.

Wojtek, der Freund des Krieges, wird der Hausbär der 22. Transportdivision.

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Der kleine Wojtek mit seinen neuen Besitzern, den Männern der 22. Transportdivision des zweiten polnischen Armeekorps. bild: wojtek memorial trust

Er darf sich frei im palästinensischen Camp bewegen, wo die Männer stationiert wurden, um für Nachschub nach Syrien, Ägypten und Irak zu sorgen. Wojtek schläft bei den Männern im Zelt, er spielt mit ihnen und er bringt sie zum Lachen. Immer wieder schafft er es, ihre durch die Kriegsgefangenschaft verdüsterten Seelen aufzuheitern und ihnen den Kriegsalltag erträglich zu machen.

Wojtek wird immer mehr wie seine Vertrauten, er ahmt die Männer nach, und auch sie wollen ihn zu einem der ihren machen.

Wojtek, Soldatenbär

Ein Soldat ringt mit Wojtek, der nie jemanden aus seiner «Adoptivfamilie» ernsthaft verletzte. Aber natürlich ging er stets als Sieger aus den spielerischen Kämpfen hervor. bild: imperial war museum

Wojtek, Soldatenbär

Mit seiner Anwesenheit hob Wojtek die Moral der ganzen Truppe. bild: imperial war museum

Soldaten des Zweiten Polnischen Korps, die in Iran stationiert waren, adoptierten 1942 ein Braunb

Wojtek mochte es auch, sich hinters Steuer zu setzen. bild: wojtek memorial trust

An Weihnachten bekommt er Bier und auch nach Zigaretten verlangt es ihn, die die Männer ihm erst anzünden, bevor er sie mit einem Bissen herunterschlingt. Es ist an Heilig Abend, als Wojtek, benommen vom Alkohol oder einfach seinen tief in ihm schlummernden, bärischen Instinkten folgend, ins Nahrungsmitellager einbricht, alles aufreisst und sich quer durch die Packungen frisst.

Am nächsten Morgen wird er zur Strafe festgekettet. Es kommt nicht oft vor, dass Wojteks Wesen sich allzu sehr ins Bärische dreht, nur ganz selten dringen sie durch, seine tierischen Triebe. Einmal tötet er fast einen Esel und räumt dafür seinen Ziehvater unsanft aus dem Weg. Piotr muss schreien, auf dass sein Bärenfreund aufwacht aus seinem bösen Bärentraum, auf dass Wojtek sich wieder in seine menschliche Erziehung fügt.

Wojtek, Soldatenbär

Neugierig beäugt ein Schäferhund im Camp den Soldaten Wojtek, der keine Spielkameraden seiner eigenen Art hatte. bild: wojtek memorial trust

Brav dort hinein, wo er weiss, was sich gehört. So wie die morgendliche Dusche, die er gemeinsam mit den Männern zu nehmen pflegt. Wie sie zieht er einfach an der Kette, und schon plätschert das Wasser auf ihn herunter. Und Wojtek liebt Wasser. So sehr, dass er das in der Gegend so rare Gut allzu unbedenklich verschwendet. Weil er die Kette partout nicht mehr loslassen will, kriegt der Bär Duschverbot.

Tagelang lungert er vor der verschlossenen Tür herum in der Hoffnung, irgendwann vielleicht doch noch hereingelassen zu werden. Doch das passiert nicht. Aber irgendwann vergessen die Soldaten, die Duschhütte zu verriegeln. Sofort schleicht sich Wojtek hinein.

Dann hören die Soldaten einen Schrei. Er klingt nach Todesangst. Und er kommt von einem in der Hüttenecke kauernden Mann. Schützend hält er seine Arme vor den Kopf, während Wojtek neben ihm fröhlich an der magischen Kette zieht. Seine Stimme zittert, als er unumwunden zugibt, ein Spion zu sein, der sich hier versteckt gehalten hatte, um den Standort des Waffenarsenals ausfindig zu machen, das zerstört werden sollte.

Der Bär hatte einen arabischen Spion gestellt. Er war ein Held und durfte dafür den Rest des Tages so lange duschen, wie es ihm beliebte.

Wojtek, Soldatenbär

Wojtek liebte das Baden; sei es in der Duschhütte oder in einem für ihn eingerichteten Wasserloch. bild: wojtek memorial trust

Im September 1943 wurde das zweite polnische Armeekorps von Alexandria nach Napoli verschifft – sie würden im Italienfeldzug gegen die Achsenmächte eingesetzt werden.

Doch als die 22. Transportdivision mit ihrem Bären antanzte, wollte die Hafenbehörde das Tier nicht an Bord lassen. Ihn einfach zurücklassen konnten die Männer aber nicht. Wojtek war einer von ihnen. Und so erwirkten sie die Genehmigung des Oberkommandos: Der Bär wurde fortan als Unteroffizier Wojtek geführt, er bekam eine Dienstnummer und ein Soldbuch. Damit war er offizielles Mitglied der polnischen Armee geworden – und legitimiert, an der Überfahrt teilzunehmen.

Wojtek, Soldatenbär

Ab zum Kampfeinsatz nach Italien – Unteroffizier Wojtek darf an Bord. bild: imperial war museum

Vier Monate dauerte die Schlacht um Monte Cassino, jenen Berg, auf dessen Gipfel seit 1300 Jahren ein Benediktiner-Kloster stand. Nun aber haben sich deutsche Fallschirmjäger hier oben eingerichtet.

Auf 514 Metern Höhe vermochten sie alles zu überblicken, was an der Gustav-Linie vorging. Diese Verteidigungslinie zog sich einmal quer durch Mittelitalien, sie begann an der Mündung des Flusses Garigliano ins Tyrrhenische Meer, führte dann flussaufwärts nach Cassino und weiter den Kamm des Apennin hinauf bis nach Ortona, einer Hafenstadt an der Adria.

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Die Gustav-Linie (rot). Sie wurde von den deutschen Truppen erst nach fünf Monaten aufgegeben. bild: wikimedia

Als die 22. polnische Transportdivision in Italien ankam, waren drei der vier Schlachten um den Stützpunkt Monte Cassino bereits geschlagen. Nach der zweiten war auch das Kloster nicht mehr da.

Die Zerstörung des Klosters am 15. Februar 1944

Die Deutschen «retteten» vorher die sich im Kloster befindlichen Bilder von Leonardo da Vinci, Tizian und Raffael sowie die sterblichen Überreste des Benedikt von Nursia vor den amerikanischen Bomben – 13 Meisterwerke aus Montecassiono fand man nach Kriegsende in einem Stollen des Salzbergwerks Altaussee wieder, wo Hitler und Göring ihre Kunstsammlungen untergebracht hatten. bild: wikimedia

Am 11. Mai 1944 begann endlich die entscheidende alliierte Schlussoffensive – von der See bis über Cassino hinaus standen auf 32 Kilometer Breite vier Korps: 105'000 Franzosen (Algerier, Marokkaner), Amerikaner, Briten und Polen. Und mitten unter ihnen Wojtek. Erst verschüchtert vom ohrenbetäubenden Artillerielärm, gewöhnte er sich allmählich an seine neue, kriegerische Umgebung.

Er beobachtete, wie sein Ziehvater und die anderen Soldaten die Granaten vom Lastwagen abluden, um sie danach zu den verschiedenen Stellungen zu bringen. Dann stand er auf, stellte sich auch dazu und streckte seine Tatzen hin, damit man auch ihm ein paar Geschosse draufladen möge. Und so trug er die schweren Kisten übers Schlachtfeld, auf unwegsamen Gelände am Hang des Monte Casino, zu ihrem Bestimmungsort.

Und wenn er keine Lust mehr hatte, legte sich Unteroffizier Wojtek einfach hin und konnte nur noch mit Süssigkeiten zur weiteren Mitarbeit animiert werden.

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Die Soldaten gaben Wojtek alles zu essen, was ihre eher dürftigen Rationen hergaben. bild: wikimedia

Wojteks Transportdivision versorgte die kämpfenden Polen und Briten insgesamt mit rund 17'300 Tonnen Munition, 1200 Tonnen Treibstoff und 1100 Tonnen Nahrung.

Am Morgen des 18. Mai 1944 hissten die Deutschen die weisse Fahne. Die polnischen Verbände erklommen daraufhin die aufgegebenen Klosterruinen auf dem Monte Casino und tauschten sie mit ihrer eigenen Flagge. Die Schlacht hatte 20'000 deutschen und 55'000 alliierten Soldaten das Leben gekostet.

Wojtek aber, der Held von Monte Casino, wurde nun auf dem Emblem der polnischen Armee verewigt: Ein Artilleriegeschoss in seinen Armen tragend, zierte der Bär fortan die militärischen Fahrzeuge der 22. Transportdivision.

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bild: wikimedia

Den Sommer nach dem Krieg verbringen Piotr und seine Männer in Italien. Das Planschen im Meer macht besonders Wojtek Freude – zum Schrecken der anderen Badegäste. Nur der anspringende Motor des Lastwagens seines Ziehvaters kann ihn aus dem Wasser locken. Dann springt der Braunbär los, fast schon panisch rennt er auf die Männer zu, als befürchte er, sie würden ihn allein am Strand zurücklassen.

Noch ist nicht die Zeit, Adieu zu sagen. Wojtek begleitet seine Division im September 1946 nach Schottland, ins Winfield Camp in Berwickshire, einem Armeelager, das die Soldaten auf das Leben nach dem Krieg vorbereiten sollte. Und obwohl ihn die schottischen Kinder liebten und er auch die Tanzveranstaltungen und ganz besonders das Geigenspiel mochte, reichte das Essen nicht, um jenen 182 Zentimeter grossen und 220 Kilogramm schweren Braunbären satt zu bekommen. Die Mahlzeiten der Männer waren nach wie vor rationiert – Wojtek aber brauchte 20'000 Kalorien pro Tag.

Und als ein Jahr später die Demobilisierung des polnischen Heeres in Kraft trat, musste man sich fragen, wo der Bär eigentlich hingehörte. In den Warschauer Zoo mitnehmen konnte Piotr ihn nicht, der lag in Trümmern, und sowieso wusste er nicht, in was für eine Heimat er zurückkehren würde. Und bald würde er sehen, wie Polen einmal mehr fremdregiert und unterdrückt wurde.

Und so kam es, dass Wojtek sein neues Zuhause im Zoo der schottischen Hauptstadt Edinburgh bezog. Piotr selbst brachte seinen Bären dorthin, auch wenn ihm der Abschied das Herz zerriss. 15 Jahre wird Wojtek, der Held von Monte Casino, dort zubringen, bis er im Alter von 21 Jahren stirbt.

Wahrheitsbox

Natürlich zeichneten besonders die polnischen Soldaten der 22. Transportdivision ein romantisiertes Bild ihres Bären, den sie aus heutiger Sicht auch alles andere als artgerecht hielten. Der Wahrheitsgehalt mancher Anekdoten über ihn ist aber dennoch verbrieft; als sicher gilt, dass er in der Duschhütte in Palästina einen arabischen Spion gestellt hat. Und ebenso sein Einsatz bei der Schlacht von Monte Casino, den auch britische Soldaten bestätigten.

Die Informationen für den Artikel stammen v. a. aus dem Buch von Aileen Orr «Wojtek the Bear: Polish War Hero». Ihr Grossvater Jim traf Wojtek während seiner Zeit in Palästina, wo er die polnischen Soldaten für die Schlacht ausbildete. Als er nach dem Krieg zurückkehrte, besuchte er das Winfield Camp und spielte oft mit Wojtek. Aileen selbst sah den Bären dann im Edinburgh Zoo und schrieb später, inspiriert durch ihre eigenen Erinnerungen, ein Buch über ihn, aus dessen Erlös eine Wojtek-Statue finanziert werden sollte.
Inzwischen erinnern dutzende Statuen in Polen, England und Schottland an die Heldentaten des Soldatenbären. 2011 erschien der Dokumentarfilm von Will Hood «Wojtek – The Bear That Went To War».

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Wojtek-Denkmal in den West Princes Street Gardens in Edinburgh. bild: wikimedia

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    Alle Leser-Kommentare
  • Das Ding 18.05.2020 09:55
    Highlight Highlight Hammer beitrag. Hatte richtig freude beim durchlesen :)
    Danke
  • Mila_kannfliegen 18.05.2020 08:43
    Highlight Highlight Besser als ein Leben als Tanzbär...
  • CalibriLight 18.05.2020 08:11
    Highlight Highlight Anekdoteles gehört zu meinem Lieblingsbeiträgen bei watson.
    So wird gut recherchiert und spannend ein bisschen Geschichte vermittelt.
    Dankeschön.
  • Lümmel 18.05.2020 07:05
    Highlight Highlight Verrückt. 😀
  • Wideblitz 17.05.2020 23:26
    Highlight Highlight Merci für den schön verfassten Artikel! Schon unglaublich wie (bären-)stark eine Sozialisation sein kann!

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