DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Einmal Diktator sein! 6 Menschen, die kurzerhand ihren eigenen Mini-Staat gegründet haben

Läuft es im Heimatland mal nicht so, wie du willst? Wieso nicht einfach einen eigenen Staat ausrufen? Genau das haben sich die Gründungsväter dieser sechs Mikronationen gedacht und dann getan.



Das schwul-lesbische Königreich der Korallenmeerinseln

Bild

Östlich von Queensland, Australien, haben Schwule und Lesben ihren eigenen Staat ausgerufen, natürlich unter der Regenbogenfahne. bild: watson/shutterstock

Unzufrieden damit, dass die australische Regierung die gleichgeschlechtliche Ehe ablehnte, setzten einige LGBT-Aktivisten im Jahr 2004 die Segel Richtung Korallenmeerinseln und beanspruchten die unbewohnten Inseln für sich.

Bild

Cato Island mit dem Campingplatz «Heaven», der als Hauptstadt des Königreichs und Sitz der einzigen Poststelle dient. bild: wikipedia

Weil Australien die Souveränität des Königreichs nicht anerkennen wollte, erklärte Kaiser Dale I. dem Staat Australien am 13. September 2004 offiziell den Krieg. Australien reagierte jedoch nicht auf die Kriegserklärung, was die schwule Regierung als Sieg wertete.

Alle LGBT-Personen der Welt können automatisch die Staatsbürgerschaft erlangen.

Akhzivland

BildBildBildBild

Die Mikronation Akhzivland im Norden Israels hat zwei Einwohner. Eli Avivi und seine Frau.

Nachdem Israel 1948 im Unabhängigkeitskrieg die historische Stadt Akhziv erobert hatte, verliebte sich der Soldat Eli Avivi in den Landstrich und baute dort 1952 unbewilligt ein Haus, das sich nach und nach in ein Paradies für Hippies verwandelte.

Eli Avivi heute.

Anfang der 70er Jahre hatte die Regierung genug und forderte ihn nachdrücklich zur Räumung auf. Dieser wollte davon aber nichts wissen.

Als sie sein Haus eines Tages schliesslich einfach abrissen, wurde er so wütend, dass er kurzerhand den unabhängigen Staat Akhzivland ausrief und damit drohte, von seinem Gewehr Gebrauch zu machen, sollte jemand die Grenzen verletzen.

Das Nationalmuseum, wo Avivi Fundstücke und Kunstwerke ausstellt. bild: wikipedia

Jetzt reichte es dem israelischen Staat und sie sperrten Avivi und seine Frau ein. Blöd nur, dass es kein Gesetz gegen das Ausrufen eines eigenen Staates gab.

Die beiden kamen frei und nun wurden die Medien auf den Fall aufmerksam. Aufgrund von Avivis Popularität willigte Israel schliesslich ein, ihm das Land für 99 Jahre zu verpachten. Anerkennen wollten sie den Staat allerdings nicht.

Bild

Der Strand in Akhziv. bild: wikipedia

Seither regiert Eli Avivi als unangefochtener Präsident über Akhzivland. Kein Wunder, denn laut Verfassung wird der Präsident durch seine eigene Stimme gewählt.

Sealand

BildBildBildBild

Knapp 10 Kilometer vor der britischen Küste befindet sich eine verlassene Militärplattform, auch bekannt als das Staatsgebiet von Sealand.

Im Zweiten Weltkrieg diente die militärische Plattform Roughs Tower als eine von vielen der Abwehr von See- und Luftangriffen. Nach Kriegsende verlor sie jedoch ihre Bedeutung und die Besatzung wurde abgezogen.

In den 60ern entdeckte Paddy Roy Bates die Plattform, die er als neuen Ausgangsort für seinen Piratensender nutzen wollte, nachdem er von einer anderen Plattform vertrieben wurde. 1966 besetzte er mit Freunden und seiner Familie die Roughs Tower.

Bates liess die Idee vom Piratensender zwar fallen, aber ein Jahr später erklärte er die Nation von Sealand für unabhängig und ernannte seine Frau offiziell zur Prinzessin.

Bild

Sealand hat eine eigene Währung, Pässe und sogar eine Fussballnationalmannschaft.  bild: imgur

Als die Royal Navy Versuche unternahm, die Besetzer zu vertreiben, schoss Bates auf die Schiffe und wurde deswegen angeklagt. Da sich Sealand damals aber noch in internationalen Gewässern befand, erklärte sich das Gericht für nicht zuständig.

Dieses Urteil nutzte Bates regelmässig als Argument, um dem britischen Staat keine Steuern zu zahlen.

Bild

Die Mikronation zählt heute über fünfzig Bürger, welche allerdings die meiste Zeit über auf dem Festland leben. bild: imgur

Auch einen gewaltsamen Putschversuch hat das Land schon hinter sich. Ein Deutscher namens Alexander Achenbach wollte Sealand in ein Casino verwandeln. In Abwesenheit von Bates übernahm Achenbach im August 1978 mit seinen Leuten die Kontrolle und nahm Bates' Sohn Michael als Geisel.

Bild

Michael Bates, heutiger Präsident von Sealand. bild: wikipedia

Als Bates davon erfuhr, engagierte er einige bewaffnete Leute und einen Hubschrauberpiloten, welche die Plattform zurückeroberten und Achenbach festnahmen. Bates wollte ihn lebenslang in einer Zelle auf der Plattform schmoren lassen, schliesslich schritt aber der deutsche Botschafter ein und handelte einen Deal aus.

Die Nationalhymne:

abspielen

Video: YouTube/Flags Anthems

Freie Republik Saugeais

BildBildBildBild

In Frankreich, direkt an der Schweizer Grenze, befindet sich seit 1947 eine Mikronation. bild: watson/shutterstock

Die Republik Saugeais erhebt keine eigenen Steuern und wird deshalb von Frankreich geduldet. Sie wurde scherzhaft bei einem Mittagessen vom Präfekten des Département Doubs und dem Wirt des Restaurants gegründet. Daraufhin wurde der Gastwirt Georges Pourchet zum Präsidenten ernannt.

Nach seinem Tod wurde seine Witwe per «Applaus-o-Meter» ins Amt gewählt.

Bild

Bugny, eine von elf Gemeinden. bild: wikipedia

Saugeais verfügt heute über eine Präsidentin (die Tochter des Gastwirts), einen Premierminister, einen Generalsekretär, einen Minister für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, zwei ehrenamtliche Zollbeamten und zwölf Botschafter.

Und natürlich auch über eine Nationalhymne:

abspielen

Video: YouTube/Peter Morin

Republik Molossia

Bild

bild: watson/shutterstock

Kevin Baugh ist Diktator, zumindest auf seinem eigenen Grundstück. 1977 gründete er die Nation basierend auf einem Kindheitstraum mitten in der Wüste von Nevada.

This undated photo provided by Kevin Baugh on April 10, 2015 shows him in a uniform on his 1.3-acres of land he calls the Republic of Molossia, east of Reno, Nev. On Saturday, April 11, 2015, Baugh plans to go to MicroCon 2015, what organizers say is the first North American gathering of micronations, extremely small

Bild: AP/Kevin Baugh

Obwohl seine Petition um Anerkennung des Staates zu wenig Unterschriften erreichte, erlangte die Mikronation Molossia Bekanntheit, weil sie sich mittlerweile seit mehr als 12'000 Tagen im Krieg mit der DDR befindet.

Seine Argumentation: Auch wenn die Mauer bereits gefallen sei, im Einigungsvertrag sei eine Insel vergessen gegangen, die Fidel Castro der DDR vermachte. Deshalb werde der Krieg wohl ewig weitergehen.

This undated image provided by Kevin Baugh on April 10, 2015 shows currency from the Republic of Molossia, east of Reno, Nev., featuring the likeness of first lady Adrianne Baugh. On Saturday, April 11, 2015, Kevin Baugh plans to go to MicroCon 2015, what organizers say is the first North American gathering of micronations, extremely small

Die Währung von Molossia. Bild: AP/Kevin Baugh

Avalon

Bild

Das Staatsgebiet von Avalon befindet sich auf dem Bodensee. bild: shutterstock

In Müllheim im Thurgau steht ein Palast. Von da aus regiert der Schweizer Unternehmer Daniel Model seit 2006 über seinen eigenen Staat Avalon.

Gegründet hat er ihn vor allem, weil er genug vom Schweizer Sozialstaat hatte. Bei einem Vortrag über den Zusammenhang von Unternehmen und Staat rief er schliesslich die neoliberale Meritokratie Avalon aus.

Bild

Die Münzen von Avalon sind aus reinem Gold und Silber. bild: modelhof.ch

Als Staatsgebiet beansprucht er einen Teil des Bodensees, da dieser als unbestimmtes Territorium keinem der angrenzenden Nationalstaaten gehöre. Gemäss Beobachter fuhr er symbolisch auf einem Boot hinaus, um das Gebiet in Besitz zu nehmen.

A woman paddles with her surfboard at sunset near Reichenau Island on Lake Constance, southern Germany on October 3, 2014.  AFP PHOTO / DPA / FELIX KÄSTLE +++ GERMANY OUT

Ein Grenz-Paddler am Bodensee. Bild: DPA

Und? Wie würdest du deine Nation nennen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Apropos: Das sind die 26 Länder mit den wenigsten Touristen

Und noch etwas zu unserer eigenen Nation:

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Kreml reagiert mit Ausweisungen auf Sanktionen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Was ein Statistik-Professor über lügnerische Zahlen und falsche Ängste zu sagen hat

Walter Krämer erzählt, wie mit fragwürdigen Studien Panik gemacht wird, während wir uns eigentlich vor ganz anderen Dingen fürchten sollten.

Herr Krämer, Sie sind Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik und entlarven als solcher gern zwielichtige Datenanalysen. Haben Sie derzeit eine Lieblingsstatistik? Walter Krämer: Ja. Das ist die Tabelle der Fussball-Bundesliga. Ich wohne direkt neben dem BVB-Stadion und bin seit mehr als einem Dutzend Jahren BVB-Aktionär.

Sie haben die Deutschen mal als «Volk von Innummeraten» (Zahlen-Analphabeten) bezeichnet und ihre bedauerliche Schwäche Goethe, dem dichtenden …

Artikel lesen
Link zum Artikel