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Eines der erotischen Fresken aus dem Bordell des antiken Pompeji.

Milchzähne am Anus, Krokodilkot und Niesen: So verhütete man früher

Je weiter die Zeit fortschreitet, desto mehr lernt der Mensch. Auch über sich und seinen Körper. Die Zahl der Nachkommen zu verringern, das hat er seit jeher versucht – mit mehr oder weniger wirkungsvollen Methoden.



«Die Frau soll in dem Augenblicke des Beischlafs, wenn der Mann sein Sperma ejakulieren will, den Atem anhalten und zu verhindern suchen, dass das Sperma in die Uterushöhle eindringe; dann schleunigst aufstehen, sich niederhocken und Niesen hervorzurufen suchen und schliesslich die Scheide überall sorgfältig und gründlich reinigen.»

Aetios von Amida (502–575), der Hofmedikus von Kaiser Justinian I. in Konstantinopel, in «Gynäkologie und Geburtshilfe»

Der Begriff «Empfängnisverhütung» ist erst 100 Jahre alt. Vorher fehlte eine Bezeichnung, unter die die verschiedenen Methoden zur Verhinderung ungewollten Nachwuchses gefasst wurden. Was natürlich nicht heisst, dass sie nicht wacker betrieben wurden. Sie wurden nur allzu gern sprachlich verhüllt.

Der Leibarzt des Herzogs von Sachsen-Coburg nahm sich im Zeitalter der Aufklärung der empfängnisverhütenden Eigenschaft des Kondoms an, ohne dabei allerdings jenes revolutionäre Hilfsmittel beim Namen zu nennen, denn:

«Die deutsche Sprache scheint zu keusch, um für so schändliche Gegenstände züchtige Worte zu liefern.»

Christian Gottfried Gruner, 1783

Es ist aber doch zu wichtig, um davon nicht zu schreiben. Ähnlich erging es den kirchlichen Autoren der Bussbücher, jener Sündenkataloge mit dazugehörigen Bussen, die den Priestern zur Abnahme der Beichte dienten. Von dem der Fortpflanzung nicht dienlichen Oral-, Analverkehr oder gar vom Coitus interruptus ist darin natürlich niemals die Rede, es sind «Akte gegen die Natur», ein frevlerischer Samenerguss «ausserhalb des richtigen Gefässes».

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Doch die Menschen überwanden ihre sittliche Schamhaftigkeit und auch die in ihrer Zeit geltenden religiösen Verbote, die über jegliches fortpflanzungshemmende Tun verhängt wurden. Immer wieder wagten sie den anfänglich noch sehr unsicheren bis gefährlichen Schritt in die selbstbestimmte Familienplanung.

Antike Medizin: Von «geilen Bewegungen» und magischen Amuletten

Bereits in altägyptischen Medizinschriften ist von Heilmitteln zu lesen, die Frauen veranlassen sollen, «nicht mehr schwanger zu werden für die Dauer von einem, zwei oder drei Jahren.» Eines der ältesten Rezepte steht im Gynäkologischen Papyrus von Kahun aus dem Jahr 1850 v. Chr. und empfiehlt, zerstossenen Krokodilkot in gegorenen Pflanzenschleim zu tauchen und in die Scheide einzuführen.

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Die ersten beiden Seiten des Gynäkologischen Papyrus Kahun. bild: wikimedia

Jenes Wissen wurde dann auch weitertradiert, es taucht im 11. Jahrhundert im «Kanon der Medizin» des persischen Arztes Avicenna abermals auf – nur hat dieser inzwischen die Krokodil-Exkremente mit dem für ihn als wirksamer empfundenen Elefantendung ausgetauscht.

Gemeinhin richteten sich solche antike Schriften an Ärzte, waren aber wegen ihrer Bildhaftigkeit auch Laien verständlich. Insgesamt finden sich darin 413 Rezepte zur Empfängnisverhütung. 128 davon im «Corpus Hippocraticum», der Sammlung medizinischer Texte, die nach dem berühmten griechischen Arzt Hippokrates von Kos (460–370 v. Chr.) benannt wurde, obwohl die wenigsten darin von ihm selbst stammen.

In der «Abhandlung über die Natur der Frau» heisst es:

«Nach dem Verkehr fliesst der Samen beider, wenn denn die Frau nicht schwanger werden soll, gewöhnlich nach aussen, wenn sie will; kommt es dagegen zur Konzeption, fliesst er nicht heraus, sondern bleibt in der Gebärmutter.»

Aus dem «Corpus Hippocraticum»

Während Hippokrates davon ausging, dass auch Frauen einen gleichwertigen Samen zur Zeugung beitragen, liefert die Frau mit ihrem niederen Menstruationsblut bei Aristoteles bloss den Stoff, dem männlichen Samen aber wohnt eine immateriell formende Kraft inne, woraus dann das neue Lebewesen erschaffen wird.

Damit aber aus diesem wie auch immer gearteten Samen nun eben kein Kind wird, muss er nach antiker Anschauung möglichst wieder aus dem Körper der Frau herausgeschafft werden. Dafür empfahl man den Frauen das eingangs erwähnte Niederhocken, Niesen und Ausspülen der Vagina, aber auch hohe Sprünge waren sehr beliebt.

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Der grosse Hippokrates in einer Schrift aus dem Jahr 1657. bild: wikimedia

So wird im «De natura pueri» der Fall einer Tänzerin beschrieben, die mit vielen Männern verkehrte und darum eine Schwangerschaft unbedingt verhindern wollte – diese hätte nur ihren Ruf zunichte gemacht. Als dann aber eines Tages nach dem Beischlaf der Samen ihres Liebhabers in ihr drin verblieb, habe sie sofort den greisen Hippokrates aufgesucht, der ihr dann befohlen habe, drei Luftsprünge hintereinander zu tun. Beim dritten sei dann die Leibesfrucht abgegangen.

Offenbar ein geglückter Abtreibungsversuch, herbeigeführt durch heftige Erschütterungen des Körpers. Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, lesen wir im Lehrgedicht des römischen Dichters Lukrez über die Methode von Prostituierten:

«Mit den geilen Bewegungen hindert die Frau die Empfängnis und wirkt entgegen, wenn sie mit Wiegen der Hüften die Liebe des Gatten erwidert und den gelenkigen Rumpf in wogenden Windungen wirbelt; wirft sie doch so aus der Bahn und der richtigen Furche die Pflugschar und lenkt ab von dem Ziele die Richtung des männlichen Samens. Solche Bewegungen üben die Dirnen zum eigenen Vorteil, um nicht zu oft zu empfangen und schwanger danieder zu liegen. Und zugleich, um den Männern die Liebe bequemer zu machen, was doch überflüssig für unsere Gattinnen sein wird.»

Der römische Dichter Lukrez (ca. 97-55 v. Chr.) in «De rerum natura»

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Eines der erotischen Fresken aus dem Bordell des antiken Pompeji. bild: wikimedia

Solcherlei empfängnisverhütendes Gebaren scheint der Dichter bei einer verheirateten Frau also nicht gutzuheissen – und da war er nicht der einzige. Die antiken Autoren klagten gern darüber, dass ihre Zeitgenossen – gemeint ist dabei stets die Oberschicht – nicht mehr bereit waren, mehr als zwei Nachkommen in die Welt zu setzen. Im Schelmenroman «Satyricon» des römischen Senators Petronius (14–66) heisst es, niemand wolle mehr Kinder erziehen, weil sonst die Einladungen zu Gastmählern ausblieben.

Ein explizites Verbot zur Empfängnisverhütung schien aber weder im antiken Griechenland noch im Römischen Reich geherrscht zu haben. Die Politik des sittenstrengen Kaisers Augustus (63 v. Chr.–14 n. Chr.) zielte allerdings auf die Erhöhung der Geburtenrate ab. Seine Heiratsgesetze bestraften die Unverheirateten und kinderlosen Ehepaare mit Erbschaftsverlust, während solche mit drei oder mehr Kindern durch Privilegien gefördert wurden.

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Kaiser Augustus als oberster Priester (Pontifex Maximus). Er fürchtete einen Moralzerfall, weshalb er sich vom Senat die Sittenaufsicht übertragen liess. Er verschärfte die Strafvorschriften für Ehebruch und führte eine allgemeine Pflicht zur Ehe ein. bild: wikimedia

Dennoch wagten einige Autoren, sich für den Einsatz von fruchtbarkeitsmindernden Mittelchen auszusprechen, auch wenn mancherlei Empfehlungen ihren Zweck sicherlich verfehlten:

«Es scheint berechtigt, nur dieses Mittel, das allein von allen Unfruchtbarkeit bewirkt, zu erwähnen, weil manche Frauen wegen ihrer ausserordentlichen Fruchtbarkeit einer solchen Ausnahme-Erlaubnis vom geltenden Recht bedürfen: Schneidet zwei Würmchen aus dem Kopf einer Giftspinne, wickelt sie in eine Hirschhaut und bindet euch diese vor Sonnenuntergang um.»

Der römische Gelehrte Plinius der Ältere (23–79) in «Naturalis Historiae»

Nicht nur in Texten von Laien finden sich magische Mittel und sonderbare Amulette, auch Aetios von Amida (502–575), der Hofmedikus Kaiser Justinians, widmet sich einer ganzen Reihe dem Aberglauben entsprungener Rezepte. Da sollen Frauen Milchzähne an ihrem Anus befestigen, Katzenhoden in einem Behälter am Bauchnabel tragen oder Löwinnen-Gebärmutter-Stücke in einem elfenbeinernen Behältnis in der linken Hand mit sich führen.

Auch die Männer bekamen Amulette zugedacht – aus eingeäscherten Testikeln eines kastrierten Maultiers beispielsweise. Jener Magieglaube beruhte auf dem Prinzip der Analogie: Mit etwas Ähnlichem, einem Abbild oder einem Symbol, sollte auf das eingewirkt werden, was symbolisch dargestellt wurde. Die Eigenschaften eines Tieres sollten so auf den Menschen übertragen werden; deshalb glaubte man auch, Krebs könne durch das Auflegen eines Krebses geheilt werden.

Auch wenn die Grenzen zwischen Magie und echter Medizin in der Antike fliessend waren, gab es durchaus Ärzte, die genau wussten, dass solcherlei Amulette und Zauberwerke Humbug waren. Einer von ihnen war der griechische Arzt Soranos von Ephesos (98–138). Er schrieb eine der bedeutendsten gynäkologischen Schriften des Altertums, die besonders für Hebammen nützlich war.

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Soranos' Gynäkologie in einer spätantiken lateinischen Bearbeitung, um 900: Darstellungen von Kindslagen; Embryonen im Uterus. bild: wikimedia

Er wusste auch als einer der wenigen zwischen Empfängnisverhütung und Schwangerschaftsabbruch zu unterscheiden. Die meisten hingegen – so auch Hippokrates – vermeinten, der Unterschied liege in der Art und Weise, wie die Nachkommenschaft verhindert werde. Ob mit Tränken oder mit Sprüngen.

Tatsächlich wurden die oralen Arzneien oft erst nach dem Beischlaf eingenommen, sollten also wie eine Pille danach wirken. Dafür mischte man die dafür vorgesehene Droge mit Wasser oder Wein, gelegentlich auch mit Essig.

Weidenblätter werden von Soranos wie auch von seinem Zeitgenossen, dem griechischen Arzt Pedanios Dioskurides, für die Empfängnisverhütung empfohlen. Dafür sollten die Blätter erst abgekocht und dann mit Honig versüsst werden, damit der Trank nicht zu bitter schmecke.

Pharmakologische Untersuchungen aus den 1930er Jahren zeigten, dass das in der Weide enthaltene Östriol – eine Art Östrogen – den Eisprung verhindert.

Dem Mann hingegen wurden Salben mit angeblich Spermien abtötender Wirkung ans Herz gelegt. Aetios von Amida empfiehlt den Herren, ihren Penis mit einer Mischung aus Granatäpfeln und Essig einzureiben.

Am häufigsten fanden in der Antike jedoch Pessare Erwähnung, also Scheideneinlagen, die den Samen daran hindern sollten, sich in der Gebärmutter einzunisten. Diese wurden dann mit Mitteln getränkt, die als empfängnishemmend galten – und es oft auch waren.

So zum Beispiel empfiehlt der altägyptische Papyrus Ebers aus dem Jahr 1550 v. Chr. eine Einlage aus Baumwolle, die in eine Mischung aus Honig, fein geriebener Dornakazie, Datteln und Koloquinte getaucht werden soll. Durch das Zerstossen der Akazie kann Milchsäureanhydrid gewonnen werden, was heute noch in manchen empfängnisverhütenden Cremes enthalten ist. Die Koloquinte – ein Kürbisgewächs – wiederum enthält ein fruchtabtreibendes Gift, das bei zu hoher Dosierung tödlich wirkt.

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Die giftige Koloquinte – auch Bitterkürbis, Purgiergurke oder Teufelsapfel genannt. bild: wikimedia

Weniger gefährlich waren da die sogenannten Räucherungen, nur waren diese auch weniger von Erfolg gekrönt: Man führte dafür den Rauch der auf Kohlefeuer liegenden aromatischen Drogen mit einer Röhre direkt in die Vagina. Eine Methodik, die wohl von religiösen Reinigungsriten inspiriert worden war.

Durch alle Zeiten hindurch aber erfreute sich natürlich das Verhüten ohne Hilfsmittel grosser Beliebtheit. Dazu zählte der Beischlaf an vermutet unfruchtbaren Tagen, das Stillen*, der Empfängnis angeblich abträgliche Sexstellungen, Oral- oder Analsex und – allen voran – der Coitus interruptus.

Wenn Empfängnisverhütung zur Sünde wird

Dieser aber galt insbesondere im Judentum als Sünde. Im Alten Testament wird die Geschichte von Onan erzählt, der nach jüdischem Gesetz dazu verpflichtet ist, die Frau seines dahingeschiedenen Bruders zu ehelichen – und ihm vor allem Nachkommen zu schaffen, damit dessen Blutlinie nicht versiege. Doch Onan hat dazu keine Lust, denn:

«Da Onan wusste, dass der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib, liess er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf dass er seinem Bruder nicht Samen gäbe».

Genesis 38,8-9

Onan hatte den Koitus unterbrochen. Und damit das Gesetz Gottes gebrochen, dass dieser an Jakob, den biblischen Stammvater der Israeliten, richtete: «Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde ...» (Gen. 1,28)

Durch einen Coitus interruptus vermehrt man sich nicht. Doch eben dies war die Pflicht des Mannes. Die Frau hingegen wurde im Judentum nicht bedingungslos an dieses Gebot gekettet. Manch ein Rabbi erlaubte ihnen unter gewissen Umständen den Gebrauch des «mokh», eines Scheidenpessars aus Watte, der bereits im Talmud Erwähnung findet. So durfte die Minderjährige eine Schwangerschaft verhüten, weil sie bei der Geburt sterben könnte. Eine Schwangere, weil sie aus dem Fötus eine Missgeburt machen, und die Stillende, weil sie ihr Kind dadurch vorzeitig von der Brust entwöhnen und es so sterben könnte.

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Auch Schwämme wurden als Scheidenpessar seit der Antike verwendet. Dieses Exemplar stammt aus den 1910er Jahren, hergestellt von der britischen Marke «Elarco». bild: vintag.es

Diese Ausnahmen waren auch möglich, weil das Judentum in der Ehe nicht nur den Zweck der Vermehrung sah. Es geht ebenso um echte Verbundenheit und Erfüllung.

«Gepriesen seist du, oh Herr, der du ins Dasein gerufen hast Freude und Wonne, Bräutigam und Braut, Jubel und Gesang und Lust und Fröhlichkeit, Liebe und Eintracht und Frieden und Freundschaft.»

Hochzeitssegen im Talmud

Im Christentum nimmt das Ganze eine etwas andere Wendung. Es baute auf dem Neuen Testament auf, in dessen Texten besonders die Jungfräulichkeit hervorgehoben wurde. Diese galt auch dem urchristlichen Missionar und ersten Theologen Paulus als Ideal. Die Ehe hingegen betrachtete er eher als notwendiges Übel, als «Arznei gegen Hurerei» für Menschen, die nicht wie er für die gottgefällige enthaltsame Lebensweise geschaffen waren.

Sie wurde immer mehr einer einzigen Bestimmung zugeführt: der der Fortpflanzung. Am wirkungsvollsten vollbrachte dies der Kirchenvater Augustinus (354–430). Bis anhin existierte bis auf die Bibelstelle, in der der Gebrauch von Drogen, Zaubertränken und anderen heidnischen Mitteln ganz generell getadelt wird, kein Empfängnisverhütungsverbot. Bei Augustinus aber ist bald zu lesen:

«Manchmal geht diese wollüstige Grausamkeit oder grausame Wollust so weit, dass sie sich sogar Gifte für die Unfruchtbarkeit beschaffen, wenn diese unwirksam sind, den Fötus auf irgendeine Weise im Mutterleib zu ersticken und vernichten ...»

Der Kirchenvater Augustinus (354–430) im Traktat über «Ehe und Begierlichkeit»

Zusätzlich brandmarkte er den «widernatürlichen Verkehr» in der Ehe, womit er Oral- und Analverkehr meinte und den er mit dem «Gebrauch eines Körpers, der nicht dazu gegeben ist» umschrieb.

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Die einzig legitime Sexstellung für ein mittelalterliches Ehepaar: die Missionarsstellung. Bild aus dem «Liber Tacuina sanitatis», 14. Jahrhundert. bild: wikimedia

Mit Augustinus' Worten erhält das christliche Verbot zur Empfängnisverhütung seine klassische Begründung und Form. Fortan galt jegliche Handlung wider das göttliche Fortpflanzungsgebot als Tötung und Versündigung gegen die Ehe. Seine Lehre fand Eingang in die kirchliche Rechtssammlung. Von Theologen und anderen Kirchenvätern übernommen, wurde sie bis weit ins Mittelalter bestimmend.

Mit ihr sollte ungeborenes Leben geschützt, vor allem aber die sexuelle Lust der Gläubigen kontrolliert, wenn nicht gänzlich erstickt werden. Bald galten jegliche Abweichungen von der Missionarsstellung als sodomitisch. Und wer seine Frau allzu heiss liebte, war ein Ehebrecher.

«Bist du eeman, und hast ein hussfraw? Jo. Ey dorumb ist dir nit gestattet das du mit ir eeliche werck solt handlen, anders weder als menschlich art erfordret. Sye ist kein hündin nit. So bist du kein hundt nit.»

Der bedeutendste deutsche Prediger des ausgehenden Mittelalters, Johann Geiler (1445–1510)
Übersetzung: «Bist du ein Ehemann und hast eine Hausfrau? Wenn ja, dann ist dir nicht gestattet, mit ihr anderen ehelichen Verkehr zu pflegen als den der menschlichen Art. Sie ist keine Hündin und so bist du auch kein Hund.»

Johann Geiler von Kaysersberg, Porträt von Hans Burgkmair dem Älteren, 1490
bild: wikipedia

Der in Schaffhausen geborene Johann Geiler von Kaysersberg auf einem Porträt von Hans Burgkmair dem Älteren, 1490. bild: wikimedia

Die frühen Bussbücher, die den Priestern dazu dienten, die in der Beichte vorgebrachten Sünden auch gebührend zu strafen, unterschieden oftmals nicht zwischen empfängnisverhütenden Methoden und Abtreibungen. Beides galt gleichermassen als Tötung:

«Wenn eine Frau Kräutertränke getrunken hat, um nicht zu empfangen, wird sie so vieler Tötungen angeklagt werden, wie sie hätte empfangen oder gebären müssen, und soll entsprechend bestraft werden.»

Aus dem Poenitentiale Vigilanum, um 850.

Allerdings gab es im Strafmass durchaus Abstufungen: So standen auf empfängnishemmende Tränke 12 Jahre bei Brot und Wasser, für vorsätzlichen Kindsmord betrug die Kirchenbusse 22 Jahre.

Auch die Motive der Frauen wurden miteinbezogen: Griff eine aus wirtschaftlicher Not heraus zu einem solchen Trank, wog die Sünde weniger schwer, als wenn sie damit versucht hatte, «ein Verbrechen der Unzucht» zu verbergen.

Die einzige Art von empfängnisverhütendem Verkehr, der nicht rundum verdammt wurde, war der sogenannte amplex reservatus. Dabei zieht der Mann sein Glied wie beim Coitus interruptus zurück, aber ohne dass es dabei zu einem Samenerguss kommt.

Was nach kirchlichem Recht verboten war, zog dann auch weltliche Strafen nach sich. Das Delikt des «maleficium» (lat. für übles Werk, Schadenzauber, Schwarze Magie) galt nicht nur für den Tatbestand der Giftmischerei oder Herstellung sonstiger magischer Mittel, sondern meinte auch die Verabreichung von empfängnisverhütenden Tränken.

Die älteste erhaltene Fassung eines weltlichen Gesetzes, das solcherlei Arzneien ausdrücklich verbietet, stammt aus dem Stammesrecht der Franken:

«Wenn eine Frau ein maleficium begangen hat, so dass sie keine Kinder haben kann, so werde sie zu 62 1/2 Schillinge schulden verurteilt.»

Die «Lex Salica» aus dem späten 6. Jahrhundert

Chlodwig diktiert die Lex Salica. Miniatur, 14. Jahrhundert.

Der Merowingerkönig Chlodwig I. diktiert die Lex Salica. bild: wikimedia

Leider verraten uns diese Quellen alle wenig über die Art und Weise, wie verhütet wurde. Es galt, in der Öffentlichkeit von solchen Dingen zu schweigen. Darum sind Gerichtsakten oder Briefe ergiebiger, da in ersteren meist ausführlich vom Tatbestand berichtet wird und letztere einen geschützten Raum für solcherlei heikle Themen eröffneten.

4 Fallbeispiele – 4 Verhütungsmethoden

1. In einer Fallakte aus dem späten Mittelalter gibt eine 20-jährige ungarische Dienstmagd zu Protokoll, sie habe sich geweigert, einem verheirateten Feldschützen völlig zu Willen zu sein. Sie habe ihm gesagt, er solle gefälligst bei seiner Frau seinen natürlichen Trieb stillen. Doch als er noch immer nicht von ihr abliess, habe sie ihre Schenkel über kreuz fest zusammgepresst und ihm lediglich gestattet, die Spitze seines Penisses einzuführen. Sie hatte das praktiziert, was die Bussbücher als «intra femora» bezeichnen.

2. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts bringt eine ebenfalls aus Ungarn stammende Frau ihren Mann dazu, die im Kamin geräucherten Geschlechtsteile eines kastrierten Hengstes zu verspeisen, weil das Paar keine Kinder mehr haben wollte.

3. Die französische Marquise de Sévigné (1626–1696) wiederum rät ihrer Tochter kurz nach deren Entbindung, fortan sexuell enthaltsam zu leben, um das Risiko einer weiteren Schwangerschaft zu verringern. Als diese jedoch nicht auf die Wünsche ihrer Mutter eingeht, schreibt sie ihr die folgenden Zeilen:

«Ich will Sie vor einem warnen, was ich mitten zwischen Ihrem Ehemann und Ihnen vertreten werde. Nämlich wenn Sie, nachdem Sie gereinigt sind [aus dem Wochenbett], einzig den Gedanken haben mit M. de Grignan zu schlafen, so rechnen Sie darauf, dass sie schwanger werden; und wenn eine von Ihren Matronen das Gegenteil sagt, so wird sie von ihrem Mann bestochen sein.»

Die französische Adlige Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné (1626–1696), in einem Brief an ihre Tochter

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Madame de Sévigné auf einem Porträt von Claude Lefèbvre, 1665. bild: wikimedia

Hier spricht also eine lebenserfahrene Frau, die genau weiss, dass ihre Tochter, die nicht selbst stillt* – was in adligen und bürgerlichen Kreisen dieser Zeit gern den Ammen überlassen wurde –, auch direkt nach einer Geburt wieder schwanger werden kann.

4. Der Schweinfurter Stadtarzt Johan Lorenz Bausch (1605-1665) berichtet von einem Schweineschneider der Diözese Bamberg, der seine eigene Tochter kastriert habe, «um mit dieser die frevelhafte Lust sorgloser ausüben zu können.»

Dieser Mann hatte seine Tochter verschnitten, wie man es beim Vieh zu tun pflegte – mit dem Messer durch die Flanke. Doch der Inzest und die grausame Verstümmelung der Tochter kamen ans Licht und der Schweinekastrator landete auf dem Scheiterhaufen.

Kastration: Verstümmelung für das Himmelreich oder der hemmungslosen Lustbefriedigung wegen?

Die Kastration – in freiwilliger oder ungewollter Form – war sicherlich die extremste Form der Empfängnisverhütung. Bei Frauen muss sie in der Frühen Neuzeit, ebenso wie die Sterilisierung, äusserst selten vorgekommen sein. Zu riskant war der operative Eingriff, zu wenig wusste man über den weiblichen Körper.

Vereinzelt wurde das Verschneiden aus religiösem Fanatismus heraus ausgeübt, so wie Mitte des 18. Jahrhunderts in Russland bei der Sekte der Skopzen: Sie trieben die christliche Körperfeindlichkeit bis zur völligen Abtötung jeglicher sexuellen Lust: Den Männern wurden Hoden und Penis entfernt, den Frauen die Klitoris und Schamlippen abgeschnitten, die Brustwarzen weggebrannt oder – manchmal mitsamt der ganzen Brust – abgenommen.

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Ein männlicher Skopze ohne Hoden und Penis und eine weibliche mit abgeschnittenen Brüsten. bild: wikimedia

Hier war also das Motiv nicht die Zeugungsunfähigkeit, sondern die vollkommene sexuelle Enthaltsamkeit. Ihr restlos verstümmeltes Fleisch war schlicht nicht mehr in der Lage, zu sündigen.

Im Osmanischen Reich wiederum schnitt man den Sklaven, die den Harem des Sultans bewachten, den Penis ab. So sorgte man dafür, dass sie sich den Frauen nicht in ungebührlicher Weise nähern konnten, schliesslich gaben die Eunuchen ihnen Unterricht und sorgten für deren Körperpflege.

«320 Knaben und 704 Weiber hielt der Sultan [Mehmed II.] zurück; von jenen anderen Knaben liess er einigen auch die männlichen Glieder abschneiden, und einer von ihnen starb daran. Und so nennen die Türken sie hadimlar, das bedeutet Hämlinge, sie bewachen die Frauen des Sultans.»

Konstantin aus Ostrovitza (1435–1481), aus den «Memoiren eines Janitscharen»

Eunuch wikipedia

Kizlar Aga, der Chef der schwarzen Eunuchen im Harem des osmanischen Sultans, ca. 1763–1779, gemalt von Francis Smith. bild: wikimedia

In Europa wiederum veranlassten Geldnöte gewisse Väter dazu, ihre Söhne kastrieren zu lassen. Vorausgesetzt, sie waren musikalisch. Denn besonders im barocken Italien winkte einem solchen Jungen eine lohnende Gesangskarriere, mit ein bisschen Glück gar in der Kirche, wo sie mit ihren für immer süss bleibenden Stimmen das Lob Gottes singen durften.

Obwohl ihre Kastration im krassen Widerspruch zum Empfängnisverhütungsverbot stand, wurden Sängerknaben in den Gotteshäusern immer beliebter. Daran änderte auch das Verbot von Papst Sixtus V. 1587 wenig. Der letzte Kastrat im päpstlichen Chor der Sixtinischen Kappelle in Rom war Alessandro Moreschi – der Sopranist starb 1922.

Alessandro Moreschi singt «Ave Maria»

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Video: YouTube/Javier Medina

Paulos von Aigina beschreibt die lebensgefährliche Methode der Verschneidung, wie sie in der Antike und im Mittelalter Gebrauch fand:

«Kinder, noch im zarten Alter, setzt man in eine Wanne mit warmem Wasser; darauf, wenn die Teile erschlafft sind, zerquetscht man mit den Fingern die Hoden so lange, bis sie verschwinden, aufgelöst sind und nicht mehr durch das Gefühl wahrgenommen werden können.»

Der byzantischnische Arzt Paulos von Aigina (625–690)

Später wurde den jungen Sängerknaben dafür in die Leiste geschnitten, um die Testikel vom Samenstrang zu lösen und sie zu entfernen. Die Operation wurde in der Regel ohne Betäubung durchgeführt.

Ob sie nun die zusätzlich erworbene Zeugungsunfähigkeit auch dazu nutzten, um der Lust hemmungsloser als ein Unverschnittener nachzugehen, ist schwierig zu beantworten.

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Anton Domenico Gabbiani: Drei Musiker am Medici-Hof in Florenz, ca. 1685. Der rechte Sänger ist vermutlich der Kastrat Francesco de Castris gen. Cecchino. Auch am Cembalo sitzt ein Kastrat – Die Gesichter der beiden sind bartlos und wirken kindlich-feminin. bild: wikimedia

Denn für Kastraten liegen fast keine Selbstzeugnisse vor. Wir müssen uns mit den Aussagen von römischen Dichtern, Ärzten und Calvinisten begnügen, die wohl eher ins Horn männlicher Phantasien oder gar des Sexualneids bliesen, als sich der Wahrheit zu verpflichten:

«Es ist sicher, dass ein Eunuch nur die Fleischeslust, die Sinnlichkeit, die Leidenschaft, die Ausschweifung befriedigen kann. Da sie nicht zeugungsfähig sind, sind sie dem Verbrechen näher als vollständige Männer, und sie werden stärker von verdorbenen Frauen begehrt, da sie ihnen die Freude der Ehe bieten, ohne dass sie dabei irgendwelche Risiken eingingen.»

Der französsiche Calvinist und Diplomat Charles Ancillon (1659–1715) in «Traité des Eunuques»

Ganz aus der Luft gegriffen waren solcherlei Anschuldigungen allerdings auch nicht. Einige Sängerkastraten hatten nachweislich Liebesabenteuer. Besonders mit verheirateten Frauen, die sich gerade deshalb nach dem kastrierten Baum sehnten, weil dieser «keine Früchte trage».

Oder um es auf direkte altrömische Art zu sagen:

«Warum deine Caelia so viele Eunuchen hat, fragst du, Pannychus? Caelia will gefickt werden, nicht gebären.»

Der römische Dichter Martial (40-102 n. Chr.) in seinen Epigrammen

Die Prostituierten und ihre glitschigen Gebärmütter

Neben den von Männern für Männer geschriebenen frauenheilkundlichen Schriften und Kräuterbüchern mit empfängnisverhütenden Rezepten existierte natürlich immer auch das empirische Wissen der Frauen.

Ganz besonders die Prostituierten wussten um die Kunst der Verhütung.

«In Wännchen, die man braucht im Dirnensaale / Wer's nicht versteht, war nie im Hurenhaus.»

Der französische Balladenschreiber François Villon (1431-1463)

Villon spielt hier auf die Waschsitze an, eine Art Vorform des Bidets, das nicht der Hygiene diente, sondern dazu, direkt nach dem Männerbesuch den Samen aus der Vagina hinauszuspülen.

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«Die intime Toilette oder die gestreifte Rose», Gemälde von Louis-Léopold Boilly (1761–1845). bild: wikimedia

Auch Salben, Pessare und Amulette kamen in Freudenhäusern zur Anwendung, doch die Quellen dazu sind äusserst spärlich. Es gibt keine Selbstzeugnisse von Frauen, die diesem wenig ehrbar geachteten Beruf nachgingen, es gibt nur die Fremdsicht von Gelehrten, Ärzten und Theologen, die genaue Vorstellungen davon haben, warum Freudenmädchen seltener schwanger wurden.

Der unter einem Pseudonym schreibende Autor des Buches mit dem enorm umständlichen Titel «Das curiöse Buch für Menschen, die Kenntnisse von ihrem Körper, von der Erzeugung von Menschen, von den Heimlichkeiten des schönen Geschlechts und der Mannspersonen suchen, auch lange leben wollen» (1785) glaubt wie einst der römische Dichter Lukrez zu wissen, dass die vielen Bewegungen, die Huren während des Verkehrs machen würden, den Eintritt des Samens verhindere.

Der Gelehrte Wilhelm von Conches (1080–1154) verglich die Gebärmutter einer Prostituierten mit glitschigem Marmor, an dem alles abgleite, während Vincent von Beauvais (vor 1194–1264) dafür das Wort «verschlammt» ersann. Beim französischen Theologen und Mystiker Jean Gerson (1363–1429) hingegen wird die relative Unfruchtbarkeit der Prostituierten als Folge der Sünde angesehen:

«Die Frauen werden steril, wenn sie sich zu sehr mit Männern abgeben.»

Der Theologe Jean Gerson (1363–1429)

Ein Leinentuch gegen Syphilis und Kinder

Das Kondom taucht erstmals im Werk des italienischen Anatomen Gabriele Fallopio (1523-1562) auf, allerdings nicht im Zusammenhang mit seiner empfängnisverhütenden Wirkung, sondern ausschliesslich wegen seiner Schutzfunktion gegen Syphilis:

«Sobald ein Mann den Koitus ausübt, sollte er wenn möglich die Genitalien waschen oder sie mit einem Lappen abreiben. Danach sollte er ein kleines leinenes Tuch nehmen, das sich zum Bedecken der Eichel eignet, erst unmittelbar vor dem Beischlaf wird die Eichel damit bedeckt und die Vorhaut wieder über die Eichel gezogen. Wenn er dieses bewerkstelligen kann, tut Speichel oder eine Flüssigkeit gut; doch ist dies nicht unbedingt erforderlich. Ich machte das Experiment mit 1100 Männern, und beim unsterblichen Gott, keiner von ihnen hat sich angesteckt.»

Gabriele Fallopio (1523-1562) in «De morbo gallico»

Der Leinenüberzug gegen die «Franzosenkrankheit» wich bald einer aus getrockneten Tierdärmen hergestellten Tüte mit einem Bändchen am offenen Ende. Als Mittel zur Schwangerschaftsverhütung finden sie aber erst Anfang des 18. Jahrhunderts Erwähnung.

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Kondom aus Schafsdarm, um 1800. Das Bändchen diente wohl eher als Zierat denn als Mittel zur Befestigung. Bevor man das Kondom verwenden konnte, musste man es anfeuchten. bild: kekinwien

Die bisher ältesten Kondome stammen aus dem Jahr 1646 und wurden auf dem Dudley Castle bei Birmingham gefunden. Königstreue Soldaten hatten die Tierdarm-Schlüpfer dort in einer Latrine entsorgt.

Der Lust förderlich mochten diese frühen Exemplare allerdings nicht sein. Kein Wunder nannte sie der schottische Schriftsteller James Boswell (1740–1795) auch «armour». Das Empfinden war erheblich eingeschränkt, doch aus Angst vor Syphilis wollte er keinesfalls auf seine Rüstung verzichten, wenn er mit der jungen Prostituierten vom Londoner St.James’s Park schlief.

Niemand Geringeres als der Frauenheld Giacomo Casanova (1725–1798) erzählt uns in seinen Memoiren, dass es Kondome bereits im 18. Jahrhundert in unterschiedlichen Grössen gab. Mit einer französischen Dienstbotin hatte er, ganz zu ihrem Verdruss, zwei verschiedene dieser «englischen Regenmäntel» ausprobiert:

«Ich setzte mich in Positur und befahl ihr, mir eins einzuprobieren. Sie machte sich an die Arbeit, aber mit schmollender Miene und mit einer Art von Widerstreben, wodurch sie meine Teilnahme erregte. Da das erste nicht passte, musste sie ein zweites versuchen – das ich reichlich bespritzte. »

Der venezianische Schriftsteller (1725–1798) Giacomo Casanova in «Geschichte meines Lebens»

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Casanova bläst im Kreise galanter Damen ein Kondom auf.

Um aber Nachkommenschaft zu vermeiden, bedienten sich die wenigsten vormodernen Menschen des Kondoms. Die Mehrheit der Bevölkerung griff zu Kräutertränken oder hielt es mit dem Coitus interruptus. Letzterer führte in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg mit 62 Prozent die Spitze der empfängnisverhütenden Methoden an. 30 Prozent verliessen sich auf vaginale Spülungen, die Teenager noch bis in die 1950er Jahre hinein praktizierten. Allerdings mit Coca-Cola, im Besonderen mit der Diät-Version, weil sie an die spermienabtötende Wirkung des Süssgetränks glaubten.

Das Kondom kam auf 25 Prozent, während Pessare bei 19 Prozent Verwendung fanden. Bis Ende der 1960er die Anti-Baby-Pille auf den Markt kam und die Empfängnisverhütung revolutionierte.

*Damit Stillen als Verhütung auch wirklich wirkungsvoll ist, gilt heute, dass eine Frau ihr Baby sechsmal am Tag insgesamt 80 Minuten täglich stillen muss und nicht zufüttern darf, damit ihr Gehirn ausreichend von dem den Eisprung hemmenden Hormon Prolaktin ausschüttet.

Das für den Artikel verwendete Buch:

Robert Jütte: Lust ohne Last. Geschichte der Empfängnisverhütung von der Antike bis zur Gegenwart.

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